Mittwoch, 6.November

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Heute haben
Robert Musil * 1880
Michael Cunningham * 1952
Karin Fossum * 1954
Geburtstag
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Conrad Ferdinand Meyer
Novembersonne

In den ächzenden Gewinden
Hat die Kelter sich gedreht,
Unter meinen alten Linden
Liegt das Laub hoch aufgeweht.

Dieser Erde Werke rasten,
Schon beginnt die Winterruh –
Sonne, noch mit unverblassten,
Goldnen Strahlen wanderst du!

Ehe sich das Jahr entlaubte,
Gingen, traun, sie müßig nie,
Nun an deinem lichten Haupte
Flammen unbeschäftigt sie.

Erst ein Ackerknecht, ein Schnitter,
Und ein Traubenkoch zuletzt
Bist du nun der freie Ritter,
Der sich auf der Fahrt ergetzt.

Und die Schüler, zu den Bänken
Kehrend, grüßen jubelvoll,
Hingelagert vor den Schenken,
Dich als Musengott Apoll.
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9783462053388

Jakob Hein: „Die Orient-Mission des Leutnant Stern“
Kiepenheuer&Witsch Verlag Taschenbuch € 11.00

So aberwitzig und verrückt kann Geschichte sein. Kaum zu glauben, dass Deutschland den türkischen Sultan dazubringen wollte, den Dschihad auszurufen. Mittlerweile wäre das ein Unding, da sich die Zeitläuften entgegengesetzt entwickelt haben.
Jakob Hein, der Berliner Lesebühnenautor und Autor frecher, witziger Romane hat sich hier an ein historisches Thema herangewagt.
Als Deutschland im Ersten Weltkrieg merkt, dass die Lage schwierig wird, sucht die oberste Kriegsführung verzweifelt nach Lösungsmöglichkeiten, um den Krieg noch zu gewinnen. Sie greifen nach jedem Strohhalm und nehmen die Idee des Leutnant Sterns auf, der vorschlägt, den Suezkanal in die Luft zu sprengen und damit den wichtigsten Verbindungsweg der Engländer zu blockieren. Die Sache verläuft sich und Stern wird dafür mit 14 afrikanischen Kriegsgefangenen nach Konstantinopel geschickt, um mit diesen muslimischen Soldaten den Sultan zu überzeugen, dass er den Dchihad ausruft. Denn wenn alle muslimischen Männern der östlichen Welt zusammen gegen die Engländer und Franzosen kämpfen, ist das mit dem Sieg eine leichte Sache.
Verkleidet als Zirkustruppe machen sich Stern, die Männer aus Afrika und ein paar hohe Militärs auf Richtung Osten.
Jakob gibt in jedem seiner Kapitel einer anderen Person eine Stimme und treibt damit seine Geschichte genial voran.
Ein sehr skurilen Roman, in dem es viel zu wundern und schmunzeln gibt.
Ist es möglich, dass dies wirklich stattgefunden hat? Unglaublich.

Leseprobe
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Nicht vergessen.
Heute abend ab 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung.
Priya Basil: „Gastfreundschaft“
Eintritt: € 8,00
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