Freitag, 20.Oktober

Guten Morgen Westerland

Literarisches auf dem Friedhof von Keitum gefunden.



Und ein Namenskollege:


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„Das Weib ist ein Kerl“
Theaterstück von Wolfgang Schukraft

„Ein echter Kerl, der keiner ist. Ein Mensch zwischen den Geschlechtern: spannendes Theater …  
Djurovic präsentiert den Kerl mit verletzlichem Wesen mit unaufgeregter Präzision, ohne hochkochende Emotion geht es tief hinein in die Felspalten der Seele.
Von Schukraft kompakt ohne Längen und Überzeichnungen in Szene gesetzt. … 
Viel Beifall im Saal.“ 

Uli Landthaler, Südwest-Presse

Nächste Aufführungen am
Sonntag 22.10., Freitag, 27.10. und Samstag, 28.10.
Beginn jeweils 19 Uhr
Im Kunstverein/Schuhhaussaal, Kramgasse 4 in Ulm
Vorverkauf bei uns in der Buchhandlung

Mittwoch

Heute haben
Ernst Meister * 1911
Alison Lurie * 1926
Fritz J.Raddatz * 1931
Kiran Desai * 1971
Geburtstag
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Gestern abend hatten wir wieder eine brechend volle Buchhandlung. Vielen Dank an all die BesucherInnen und an Clemens Grote. Ich habe dort auf unser Shortlistlesen am Freitag, den 12.9. um 19 Uhr hingewiesen. Wir wollen in der Buchhandlung aus den sechs übriggebliebenen Büchern vorlesen und intern abstimmen, wer es denn verdient hätte, die € 25.000 mit nach Hause zu nehmen.
In der FAZ berichtete gleichzeitig gestern Michael Ziegelwagner, der mit seinem Titel: „Der aufblasbare Kaiser“ auf der Longlist vertreten ist, wie er sich als Autor unter den zwanzigbesten Autoren des Jahres fühlt. Er ist Redakteur des Satiremagazins „Titatanic“ und wir können erahnen, wier das meint. Er ruft u.a. zum Boykott auf und will mit den Sponsoren des Preises (u.a. Dt.Bank) nicht an einem Tisch sitzen. So meinte er, man könne doch alle Preisgelder in einen Topf legen und unter den zwanzig Autoren, je nach Bedarf, verteilen. Zumal der Siegertitel zehnmal so viel bekommt, wie die anderen der Shortlist und ein Buch nicht einfach zehnmal wert sein kann, als ein anderes. So müssten die Autoren gar nicht auf den Römer nach Frankfurt kommen und könnten ein leckeres Picknick organisieren, zumal der Langzeitwetterbericht prima Sonne ankündigt. Ach, von wegen Preisgeld: Michael Ziegelwagner meinte, dass die Vorstände der Dt.Bank für die € 25.000 ca. 2,8 Tage arbeiten müssten. Irgendwie auch komisch.
Auf jeden Fall hat mich der Bericht scharf auf den „aufblasbaren Kaiser“ gemacht und werde da reinschauen und berichten.
Ich hoffe, wir sehen uns am Freitag, den 12.9.und machen uns einen netten Abend ohne Preisgeld und Dt.Bank.
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Und jetzt heben wir ab und los geht’s Richtung Süden:

Gans

Margaret Wild & Ann James: „Lilli Gans fliegt los“
Orell Füssli Verlag € 14,95
Bilderbuch ab 3 Jahren

„Lucy Goosey“ heisst das Bilderbuch im Original und lucy goosey heisst übersetzt so ungefähr locker, entspannt sein.

Die kleine Gans Lilli ist an einem Teich aufgewachsen und fühlt sich dort „pudel“wohl. Sie fliegt und plantscht, sie entdeckt und denkt gar nicht daran, dass sie jemals von hier wegmüsste. Doch es ist die Zeit gekommen, in den Süden zu fliegen. „Ich will aber nicht weg“, sagt Lilli und schaut in den hohen Himmel. Er ist weit, unendlich weit. „Ich fliege nicht mit“ ruft sie ihrer Mama zu und versteckt sich im Unterholz. Dort ist es  unheimlich und als sie wieder herauskriecht, ist es dunkel. Der Teich ist leer, die Gänse sind weg und der Mond steht am Himmel. Sie ist traurig und verzagt. Aber die Mutter hat die kleine Lilli überall gesucht, findet ihre Kleine und fragt, warum sie nicht mit will. Liebe erzählt ihr von ihrer Angst wegen des weiten Himmels, der Dunkelheit dort oben. Sie könnte dort verlorengehen. Auch die Stürme ängstigen sie, genauso die hohen Wellen des Meeres. Aber ihre Mama spricht jedesmal tröstend auf sie ein und sagt, dass sie immer für sie da ist. Sie werde nie verloren gehen, müsse sich nicht vor dem Sturm und den Wellen fürchten. Sie sei immer bei ihr. Lilli entgegnet darauf ihrer Mutter, dass sie, wenn ihre Mama alt sei, auch immer für sie da sei.
„Und jetzt? Fliegen wir los?“
„Ja. Fliegen wir los!“, sagt Lilli und schlägt mit den Flügeln.
Away they flew into a never-ending sky full of stars heisst es im englischen Original.

Ein leibevoll gemaltet und erzähltes Bilderbuch, das sehr zart mit dem Thema Angst und Alleinsein umgeht.

Margaret Wild, 1948 in Eshowe/ Südafrika geboren und aufgewachsen in Johannesburg, schrieb während und nach der Schule für lokale Zeitungen und Magazine.1972 zieht sie nach Sydney, arbeitet als Journalistin und Lektorin in einem Kinderbuchverlag. Bis heute lebt sie dort mit ihren beiden Kindern und hat sich mittlerweile ganz dem Schreiben gewidmet. Ihre mehr als 40 Kinderbücher wurden mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.