Montag, 19.April

Heute haben
August Wilhelm Iffland * 1759
Riccardo Bacchelli * 1891
Richard Hughes *1900
Stefan Schütz * 1944
Pierre Lemaitre * 1951
Geburtstag
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Friedrich Hölderlin
Der Frühling

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,
Die Tage kommen blütenreich und milde,
Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen
Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen.

Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten
Wie eine Pracht, wo Feste sich verbreiten,
Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,
So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.
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Susanne Link empfiehlt:


Steffen Kopetzky: „Monschau“
Rowohlt Berlin Verlag € 22,00

Angelockt von dem Namen Monschau (zu meinen Schulzeiten die stärkste Volleyballschulmannschaft) und um das Wissen, wie schön es dort ist,h abe ich mir das Buch fürs Wochenende geschnappt und bin eingetaucht in die Welt der jungen Bundesrepublik. 1962, Wirtschaftswunderzeit, Karneval und die Pocken in der Eifel. Ein junger kretischer Arzt, der die Menschen in Quarantäne schickt und sich in die reiche Erbin verliebt und natürlich der Hürtgenwald mit seiner Geschichte ganz in der Nähe. Aus diesen vielen verschiedenen Erzählfäden hat Kopetztky einen spannenden Roman gestrickt, der brandaktuell ist und auf wahren Begebenheiten basiert.
Lesenswert.

Leseprobe
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Dies schrieb unser Verband am Sonntag:

Baden-Württemberg-Notbremse ab Montag, 19. April 2021 ­
­Sehr geehrter Herr Wiltschek,

wie am Freitag verkündet, möchte die Landesregierung Baden-Württemberg nicht auf die „Bundes-Notbremse“ warten. Mit der gestern Nacht verkündeten und am morgigen Montag, den 19. April in Kraft tretenden CoronaVO werden ab einer Inzidenz von 100 strengere Maßnahmen verordnet. Im wesentlichen sind das:
– verschärfte Kontaktbeschränkungen (eigener Haushalt plus eine weitere Person über14 Jahren)
– Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 und 5 UhrBau- und Raiffeisenmärkte müssen schließen
-für Friseurbesuche ist ein negativer Coronatest vorgeschrieben
Wichtig für Buchhandlungen in Baden-Württemberg ist, dass entgegen der Aussagen von Sozialminister Lucha am Freitag Click & Collect auch bei einer Inzidenz von über 100 weiter erlaubt bleibt.
Dieser Vorschlag wurde in der Ressortabstimmung gestrichen, wir gehen davon aus, dass das Wirtschaftsministerium, getrieben vom massiven Widerspruch, den sowohl wir als auch Handelsverband und IHK eingelegt haben, das verhindern konnte.
Die für die sog. Bundes-Notbremse vorgesehene Einreihung des Buchhandels in die Sortimente des täglichen Bedarfs hat Baden-Württemberg nicht übernommen. Aufgrund der weiter bestehenden Entscheidung des VGH Mannheim war das aber auch nicht zu erwarten.

Was heisst das für die Buchhandlungen in Baden-Württemberg?

Die ab Montag, den 19. April geltende CoronaVO bringt für Buchhandlungen in Baden-Württemberg  keine Veränderungen. Es gilt weiterhin:
– bei einer Inzidenz von weniger als 50 darf unter Beachtung der Regelungen zur maximalen Kundenzahl pro Quadratmeter geöffnet werden
– bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 ist Click&Meet erlaubt
ab einer Inzidenz von 100 ist nur Click&Collect und Lieferung erlaubt.
Also der Verkauf an der Ladentür.
An diesen Regelungen wird nach jetzigem Stand auch die sog. „Bundes-Notbremse“ nichts ändern, falls sie in der kommenden Woche verabschiedet wird. Denn nach dem bisher vorliegenden Entwurf bleiben „weitergehende Regelungen“ der Länder unberührt. Sollte sich an dieser Einschätzung etwas ändern, werden wir Sie informieren.

Dienstag, 18.August

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Heute haben
Elsa Morante * 1912
Alain Robbe-Grillet * 1922
Ulrich Woelk * 1960
Geburtstag.
Aber auch Roman Polanski, Robert Redford und Harald Schmidt
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Friedrich Hölderlin
Hälfte des Lebens

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde ?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.
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Besuch bei Friedrich Hölderlin in seinem „neuen Turm“ und Gedichten in der Stadt.

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Samstag, 16.Februar

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Heute haben
Aleksandar Tisma *1924
Susan Sontag * 1933
Inger Christensen * 1935
Reinhard Jirgl * 1953
Geburtstag
und Gregor Gysi, der ja auch Bücher schreibt.

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Friedrich Hölderlin
Der Winter

Das Feld ist kahl, auf ferner Höhe glänzet
Der blaue Himmel nur, und wie die Pfade gehen,
Erscheinet die Natur, als Einerlei, das Wehen
Ist frisch, und die Natur von Helle nur umkränzet.

Der Erde Stund ist sichtbar von dem Himmel
Den ganzen Tag, in heller Nacht umgeben,
Wenn hoch erscheint von Sternen das Gewimmel,
Und geistiger das weit gedehnte Leben.

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Der Winter

Wenn sich das Jahr geändert, und der Schimmer
Der prächtigen Natur vorüber, blühet nimmer
Der Glanz der Jahreszeit, und schneller eilen
Die Tage dann vorbei, die langsam auch verweilen.

Der Geist des Lebens ist verschieden in den Zeiten
Der lebenden Natur, verschiedne Tage breiten
Das Glänzen aus, und immerneues Wesen
Erscheint den Menschen recht, vorzüglich und erlesen.

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Ein Sommer am Meer, mitten im tiefen Winter.
Unser Filmtipp für Sie.

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Liebe auf den ersten Schlag
Originaltitel: Les Combattants
Regie: Thomas Cailley
Drehbuch: Thomas Cailley, Claude Le Pape
Darsteller: Adèle Haenel, Kévin Azaïs, Brigitte Roüan, William Lebghil, Antoine Laurent, Thibaut Berducat, Nicolas Wanczycki, Frédéric Pellegeay
Frankreich 2014
Produktion: Nord Ouest Production
Länge: 98 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
€ 15,99

Sommer am Strand an der französischen Atlantikküste. Arnaud trifft Madeleine, wird von ihr aufs Kreuz gelegt und kann sich nur durch einen nichterlaubten Biss ins Hangelenk retten und den kleinen Zweikampf gewinnen.
Arnaud studiert, verbringt die Sommerferien bei seiner Mutter und seinem älteren Bruder, der die Schreinerei ihres gerade verstorbenen Vaters übernommen hat. Arnaud will in der Werkstatt helfen, sich ein bisschen was dazu verdienen. Am Strand hat die Armee ein Informationszelt aufgebaut und möchte Freiwillge rekrutieren. Sie haben ihr jährliches Schnupperangebot dabei: Zwei Wochen mit drei erfahrenen Soldaten raus in die Natur und Überlebenstraining absolvieren. Arnaud hat eigentlich keine große Lust, holt sich nur eine kostenlose Luftmatratze ab und trifft am Strand auf seine Kumpels und halt auch auf Madeleine. Hier kommt es zu diesem Kampf, unter Aufsicht eines soldatischen Trainers.
Arnaud ist unbedarft, schaut offen in die Welt, hat noch einiges vor. Er lässt sich treiben, verbringt die Tage und Abende mit seinen Kumpels mit Angeln und Biertrinken.
Ganz anders Madelaine. Sie kommt aus gutem Hause, hat ihr Studium abgebrochen, lebt im Moment bei ihren Eltern in einer Villa mit Pool. Sie ist ruppig, verschlossen und entschlossen, sich dem bevorstehenden Weltuntergang entgegenzusetzen. Das Ende kommt, das steht fest. Klar ist nur noch nicht, wer überleben wird und auch wie. Madeleine hat ihre eigenen Techniken entwickelt und trainiert wie eine besessene Überlebens- und Kampftechniken. Es ist schon sehr witzig anzuschauen, wie sie im Badeanzug am Pool steht, sich in ihren Rucksack zwei Dachplatten steckt und damit durch den Pool taucht. Oder wie sie sich einen kompletten rohen Fisch in den Mixer steckt und das daraus entstandene Getränk gleich an den Mund setzt.
Regisseur Thomas Cailley hat hier keine Hunger Games auf französisch gefilmt, sondern sein Augenmerk liegt auf die beiden sehr verschiedenen jungen Menschen, ihre apokalpytischen Ängste und über die unerwartete Wucht der Liebe, die plötzlich über sie hereinbricht, wie das Sommergewitter im Film, gelegt.
„Die Kämpfer“, so der französische Originaltitel, lässt die Beiden sich immer näher kommen. Beim ersten Discobesuch interessiert sich Madeleine allerdings nicht fürs Tanzen, sondern ist nur, wie man eine Bierflasche mit den Zähnen aufmachen kann. Als Sie sich für das Sommercamp angemeldet hat (sie will ja unbedingt zur Armee), entscheidet sich auch Arnaud spontan dazu, obwohl es gar nicht sein Ding ist. Für Arnaud ist dort vieles fremd, für Madelaine viel zu wenig Überlebenstraining.
Als sie sich gegenseitig im Gesicht mit Tarnfarbe anmalen, macht dies Arnaud bei ihr mit großer Liebe und Hingabe, betrachtet ihr Gesicht, ihre Nase, ihre geschlosssenen Augen, ihre Lippen genau und wirft noch einen Blick auf ihre Brust. Im Gegensatz dazu sie. Ruppig schmiert sie ihm die grünbraune Pampe ins Gesicht.
Madeleine bekommt Ärger mit den Ausbilder und verkracht sich mit Arnaud. Aber statt dieses Camp abzubrechen, stehen die beiden plötzlich alleine im Wald. Auf sich gestellt kommen sie sich nun wirklich näher und öffnen sich Schritt für Schritt. Dass es dann doch, kurz vor Schluss, noch anders kommt, möchte ich hier nicht ausbreiten.
Der Film ist gespickt mit Situationskomik, reiht sich nicht ein in das Jammern um die Umwelt, unsere Zukunft. Er lässt den beiden jungen Schauspielern viel Platz für ihr hervorragendes Spiel, bringt uns zum Schmunzeln. Es kommt zu keiner Symbolisierung der Protagonisten. Wir sehen, dass unter der aufgetragenenTarnfarbe viel Angst steckt und noch mehr unerwartetes Glück.
Und eigentlich geht es nicht darüber, zu überleben, sondern mit wem.

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Jürgen Grözinger meldet sich aus Berlin:

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Liebe Freunde,

es ist soweit: am am Sonntag den 17.1., 16h05 wird mein erster Radio -„Klassik-Klub“ auf WDR 3 zu erleben sein…
Ich möchte Sie einladen, sich mit mir auf eine Reise zu begeben in musikalische Galaxien, bestehend aus Werken der Renaissance bis in die Gegenwart.
Mein erster Mix legt ein subtiles Augenmerk Puls und perkussive Klänge im klassischen Kontext – eine kleine Brücke zu meiner Vita.
Künftig werde ich dieses neue Format im Wechsel mit 2 anderen DJs an Sonntagen und manchen Feiertagen gestalten.

Link zum wdr3klassikklub
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Detlef Surrey aus Berlin zeigt uns morgen wieder Sonntagsskizzen.
Lassen Sie sich überraschen.

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