Donnerstag, 25.Januar


Heute haben
Daniel Casper von Lohenstein * 1635
William Somerset Maugham * 1874
Virginia Woolf * 1882
Eva Zeller * 1923
Silvio Blatter * 1946
Dzevad Karahasan * 1953
David Grossman * 1954
Alessandro Baricco * 1958
Geburtstag
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Achim von Arnim
Stern

Ich sehe ihn wieder
Den lieblichen Stern.
Er winket hernieder,
Er nahte mir gern;
Er wärmet und funkelt,
Je näher er kömmt,
Die andern verdunkelt,
Die Herzen beklemmt.

Die Haare im Fliegen
Er eilet mir zu,
Das Volk träumt von Siegen,
Ich träume von Ruh‘,
Die andern sich deuten
Die Zukunft daraus,
Vergangene Zeiten
Mir leuchten ins Haus.
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Was für ein Zufall.
Ich möchte heute die neuerschienenen Texte von David Grossman hier vorstellen und stelle beim Bloggen fest, dass er heute Geburtstag hat. Gratulation.


David Grossman: „Frieden ist die einzige Option
Aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer und Helene Seidler
Hanser € 10,00

„Wie viel Blut muss noch vergossen werden, bis wir einsehen, dass der Frieden unsere einzige Option ist?“ – so David Grossmans Appell bei der Münchner Sicherheitskonferenz.
David Grosman ist als Privatmensch und Autor ein politischer Mensch. Dies sehen wir immer wieder in seinen Romanen und Reden und Texten, die in deutschen Zeitungen veröffentlicht werden.
In „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ verarbeitet er u.a. den Tod seines Sohnes im Libanonkrieg.
Immer wieder warnt er vor der Eskalation von Gewalt. Jetzt, nach dem 7.Oktober, dem „Schwarzen Schabbat“, herrscht wieder Krieg in Gaza und Israel. Grossman setzt sich, trotz des nicht zu rechtfertigenden Massaker der Hamas, für eine Versöhnung ein. Für ein menschenwürdiges Leben in Gaza, für eine Zweistaatenlösung und spricht über die Millionen von Israelis, die gegen die eigene Regierung auf die Straßen gingen.
In diesem Band sind sieben seiner Texte abgedruckt und zeigen ein etwas anderes Bild, als das, was wir in den schnellen Nachrichten im Fernsehen bekommen.
Weitere Informationen über Menschen, die Frieden wollen und keinen Hass findet sich auch hier: https://www.standing-together.org/en, die auch auf Instagram aktiv sind.

Leseprobe
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Gestern auf tagesschau.de von Jakob Mayr

Kritik des EU-Rechnungshofs
Kaum weniger Autoabgase – trotz strenger Regeln

Trotz hoch gesteckter EU-Klimaziele und strenger Vorgaben aus Brüssel stoßen die meisten Autos heute noch genauso viele Treibhausgase aus wie vor zwölf Jahren. Die Hoffnung: mehr E-Autos.
Die EU hat den Ausstoß klimaschädlicher Gase über die vergangenen Jahrzehnte in einigen Bereichen deutlich eingedämmt – nur nicht im Verkehr. Der macht weiter rund ein Viertel der EU-Emissionen aus. Ein Großteil davon stammt aus den Auspuffen von Pkw. Daran haben bestehende Vorschriften laut einer Untersuchung des Europäischen Rechnungshofs wenig geändert.
Der Behörde zufolge sind Emissionen neuer Pkw auf den Straßen im Jahrzehnt vor 2020 kaum gesunken. Die Motoren wurden zwar immer leistungsfähiger, aber auch PS-stärker, und die Autos immer schwerer. Die Folge laut der Luxemburger Behörde: Trotz hoch gesteckter Klimaziele und strenger Vorgaben stoßen die meisten Autos im Alltagsbetrieb heute noch genauso viele Treibhausgase aus wie vor zwölf Jahren.

Den kompletten Bericht gibt es hier.

Montag, 15.Januar

Heute haben wir ab 12 Uhr, wegen Inventur, geschlossen.


Foto: Margit
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Heute haben
Moliere * 1622
Franz Grillparzer * 1791
Walter Serner * 1889
Ossip Mandelstam * 1891
Franz Fühmann * 1922
Geburtstag
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„Man wird doch nicht für das gehalten, was man ist, sondern nur für das, was man den Leuten vormacht. Und auch das, was man wirklich ist, muß man den Leuten vormachen. Wie sollen sie denn sonst wissen, wofür sie einen zu halten haben?“
Walter Serner
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Ein weiteres Buch aus der Reihe Auf dem Punkt:


Carlo Masala: „Warum die Welt keinen frieden findet
Brandtstätter Verlag € 20,00

Der Wunsch nach weltweitem Frieden ist ebenso redlich wie verständlich. Doch er führt auch dazu, dass uns aufflammende Konflikte und Kriege in Schrecken versetzen – ganz besonders, wenn sie in geografischer Nähe auftreten, wie es seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine der Fall ist. Sehen wir also der Realität ins Auge, fordert der renommierte Militärexperte Carlo Masala: Wenn wir verstehen, warum Konflikte, Kriege und Gewalt ein Kennzeichen des internationalen Systems sind und welche Spielregeln dort gelten, dann können wir in Zukunft politisch wie als Gesellschaft auch besser damit umgehen.
In diesem neuen Band aus der Reihe: Auf dem Punkt werden wir wieder zu einem aktuellen Thema informiert. Kriege gab und gibt es schon immer. Wir in Europa sind jedoch in den letzten Jahren fast verschont worden. Aber wie können Kriege entstehen? Carlos Masala zeigt drei wichtige Gründe auf und schreibt in seinem Schlusswort, dass wir mit Kriegen leben müssen, dass wir sie nicht wegschieben können. Im Moment gibt es weltweit 216 kriegerische Auseinandersetzungen auf der Welt. Das heisst, wir müssen das im Bewusstsein haben und versuchen, die Anzahl zu minimieren. Eine schwierige und fast unlösbare Aufgabe, so schreibt er, und dennoch müssen wir daran arbeiten.

Carlo Masalaist Professor für internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München, Mitherausgeber der Zeitschrift für Politik (ZfP), der Zeitschrift für Internationale Beziehungen (ZIB), Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Bundesakademie für Sicherheitspolitik sowie der Enquete-Kommission zum Afghanistan- Einsatz Deutschlands. Mit seinen Analysen zum Kriegsgeschehen in der Ukraine wurde er zum gefragtesten Militärexperten des deutschen Sprachraums.
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Dienstag, 21.Februar


Heute haben
Anais Nin* 1903
W.H.Auden * 1907
Ljudmila Ulitzkaja * 1943
Hakan Nesser * 1950
Ha Jin * 1956
David Foster Wallace * 1962
Chuck Palahniuk * 1962
Geburtstag
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Wilhelm Busch

Auch uns, in ehren sei’s gesagt,
Hat einst der Karneval behagt,
Besonders und zu allermeist
In einer Stadt, die München heißt.
Wie reizend fand man dazumal
Ein menschenwarmes Festlokal,
Wie fleißig wurde über nacht
Das Glas gefüllt und leer gemacht,
Und gingen wir im Schnee zuhaus,
War grad die frühe Meße aus,
Dann konnten gleich die frömmsten Fraun
Sich negativ an uns erbaun.
Die Zeit verging, das Alter kam,
Wir wurden sittsam, wurden zahm.
Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern
Die Sach uns an, doch nur von fern
(Ein Auge zu, Mundwinkel schief)
Durch’s umgekehrte Perspektiv.
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Unser Buchtipp:


Claudia Kemfert: „Schockwellen
Letzte Chance für sichere Energie und Frieden
Campus Verlag € 26,00

Claudia Kemfert, Professorin für Energie an der Leuphana Universität in Lüneburg und Abteilungsleiterin für Energie, Verkehr und Umwelt am DIW in Berlin, Beraterin diverser Bundesregierungen, rechnet in ihrem neuen Buch „Schockwellen“ mit der deutschen Energiepolitik der letzten vier Jahrzehnten ab. Dabei lässt sie kein gutes Haar an unseren Politikern und einer Politikerin, die sich zu stark an Russland gebunden haben und gegen Mehrheiten in der EU trotzdem diesen Weg weiter fortgegangen sind. Was die Folgen sind, haben wir jetzt, nach dem Beginn des russichen Überfalls auf die Ukraine, erleben können.
Als große Mahnerin auf allen Medienkanälen rechnete sie vor, was passiert, wenn Deutschland diese Energiepolitik weiter betreibt, was uns die Klimakatastrophe kosten wird und welchen Nutzen wir aus einem Ausstieg aus der fossilen Energiewirtschaft ziehen können. Die Politik entschied sich jedoch allermeist für den anderen Weg, der Russland in den letzten Jahren 100 Milliarden Euro eingebracht und für mehr Abhängigkeit gesorgt hat.
Wie Wirtschaft, Energiewirtschaft, Politik, Klimakrise und die Gedankenwelt Putins eng miteinander verknüpft sind, dröselt Claudia Kemfert exakt auf, so dass ich aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen bin.
Nach Maja Göpels: „Unsere Welt neu denken“ und Ulrike Hermanns „Das Ende des Kapitalismus“ ist es nun eine weitere Wissenschaftlerin, die Fakten auf den Tisch, die mahnt und warnt und von der Politik übergangen wird, wie zuletzt von Olaf Scholz, der in einem TV-Interview, nach dem Beginn des Russland-Überfalls, sich öffentlich gegen die Wissenschaft und für die Wirtschaft entschieden hat.
Ein Muss, für alle, die sich für unser Zukunft interessieren und wissen wollen, wie es zu unserer Gegenwart gekommen ist.

Leseprobe

Montag, 9.Mai


Heute haben
Johann Anton Leisewitz * 1752
José Ortega y Gasset * 1883
Walter Dehmel * 1903
Richard Adams * 1920
Alan Bennett * 1934
Geburtstag
und es ist der Todestag von Friedrich Schiller.
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Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben
Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.

Friedrich Schiller: Wilhelm Tell
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Neu als Taschenbuch:


Julian Barnes: „Der Mann im roten Rock
Deutsch von Gertraude Krueger
btb € 12,00

Julian Barnes begann diesen Roman im Jahr 2019 zu schreiben, als in England die Brexit-Verhandlungen die Stimmung im Lande aufheizten. „Chauvinismus ist eine Erscheinungsform der Ignoranz“, schreibt er als ersten Satz in seinem kurzen Nachwort. Dabei ist er auf Dr. Samuel Pozzi (1846–1918) gestoßen, einem Arzt, Lebemann, Übersetzer, Reisender, Liebhaber, ach was weiß ich nicht noch alles. Ach ja: Sammler. Dass er durch eine Kugel sterben musste, nimmt Barnes gleich vorne weg und nimmt uns mit auf eine Reise durch das Paris der Belle Époche. Humorvoll, spritzig, geistreich und klug, mit vielen Fotos und Porträts versehen, mäandern wir durch diese Zeit, genießen die Menge an Namen, die auftauchen, ähnlich wie bei Illies´“1913″ und staunen immer wieder über die Menschen, die sich in diesen hohen Kreisen bewegten. Barnes verknüpft, erläutert (u.a. das franz. System der standesgemäßen Verheiratung, des standesgemäßen Kinderproduzieren und der danach folgenden Liebschaften), spinnt ein großes Netz und zeigt sich als sehr wissensbegieriger und wissenreicher Mensch, der uns schon auf den ersten Seiten eine kunsthistorische Bildbetrachtung des Porträts auf der Titelseite präsentiert.
Ein Genuß.

Leseprobe

Freitag, 18.März

Tierparade von Alma


Heute haben
Stéphane Mallarmé * 1842
Christa Wolf * 1929
John Updike * 1932
Sergio Pitol * 1933
Joy Fielding * 1945
Geburtstag
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„Wann – wenn nicht jetzt.
Wann soll man leben wenn nicht in der Zeit die einem gegeben ist“
Christa Wolf
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Federico Italiano
Le anfore azzurre

Immagina settembre e il parco
che preme il fiume
verso la sua fine,
guarda il laghetto, l’arco

della notte, le lancette già chine
sul futuro anteriore,
le voluttuose lemniscate delle carpe
nel silenzio del fondale grigioverde.

Immagina ottobre e quella panchina
dove atterrò un’astronave
di ritorno da una galassia lontana:

quello che accadde sotto le grandi anfore
azzurre è memoria dei ragni, leggenda
che si tramandano gufi e salamandre.


Der Azur der Amphoren

Denk dir den Park wie er sich im September
andrückt gegen den Fluss
dass der bis an sein Ende fließen muss;
und schau auf den Teich, den Kalender

den Bogen der Nacht, die Zeiger
die sich bereits hin zur Vorzukunft neigen
die Karpfen, ihre übersatten Achterschleifen
in der Stille der graugrünen Tiefe.

Und jetzt stell dir den Oktober vor, diese Bank
und davor die Landung eines Raumschiffs
das aus einer fernen Galaxie zurück ist:

was dann unter den hohen Amphoren geschieht
wird in die kollektive Erinnerung der Spinnen eingehen
und bei Eulen wie Eidechsen zum Lied.

aus:
Federico Italiano: „Sieben Arten von Weiß“
Aus dem Italienischen von Raoul Schrott, Jan Wagner
© 2022 Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München

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Unser Bilderbuchtipp:


Baptiste Paul & Miranda Paul: „Frieden
Illustriert von Estelí Meza

NordSüd Verlag € 15,00
Bilderbuch ab 4 Jahren

Frieden beginnt mit ganz kleinen, alltäglichen Taten: Ein Hallo, ein Lächeln, eine Umarmung kann Frieden bringen. Sich anzuschauen und den Namen eines Freundes richtig aussprechen – so einfach kann es sein, Frieden zu finden. Frieden braucht Mut, aber gibt auch Geborgenheit. Dank Frieden kommen auch die Kleinsten zu Wort. Frieden beginnt im Kleinen, aber er kann Großes bewirken.

Miranda und Baptiste Paul haben mit „Frieden“ ihr erstes gemeinsames Bilderbuch für den NordSüd Verlag geschrieben. Diese Hymne an den Frieden ist ihnen ein sehr persönliches Anliegen. Estelí Meza hat sich bei den Illustrationen an den warmen Farben Mexikos orientiert. Sie hat die Geschichte während des Lockdowns in Mexiko-Stadt illustriert und sich von den positiven Botschaften der Geschichte inspirieren lassen.

Im Nachwort schreibt das Ehepaar Paul, dass in Kriegsgebieten auch Tiere sterben und danach am Aussterben sind. Deshalb spielen Tiere in diesem Bilderbuch, neben den vielen unterschiedlichen Kindern, eine wichtige Rolle.

Homepage von Baptiste Paul
Homepage von Miranda Paul
Hier geht es zum Interview mit Estelí Meza.
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