Montag, 3.Juli

Foto: Julia
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Heute haben
Franz Kafka * 1883
Elizabeth Taylor * 1912 (nicht die Schauspielerin)
Günter Bruno Fuchs * 1928
Manfred Bieler * 1934
Tom Stoppard* 1937
Jana Hensel * 1976
Geburtstag
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„Kaffee dehydriert den Körper nicht. Ich wäre sonst schon Staub.“
Franz Kafka
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Schon wieder hat ein neuer Monat angefangen.


Juli
Gedichte herausgegeben von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 6,00

Der heisse Juni ist vorbei und jetzt beginnt erst der richtige Sommer.
Mit dieser Gedichtesammlung kommen wir sicherlich gut durch die nächsten Wochen.

Der Sommer hat schon lang eröffnet
Sommergewitter
Sommernächte und Gartenfreuden
Endlich Ferien
Sommerfreuden
Hochsommer
heißen die Überschriften und zeigen uns, wo es hier lang geht.

Leseprobe

Theodor Storm
Sommermittag

Nun ist es still um Hof und Scheuer,
Und in der Mühle ruht der Stein;
Der Birnenbaum mit blanken Blättern
Steht regungslos im Sonnenschein.

Die Bienen summen so verschlafen;
Und in der offnen Bodenluk‘,
Benebelt von dem Duft des Heues,
Im grauen Röcklein nickt der Puk.

Der Müller schnarcht und das Gesinde,
Und nur die Tochter wacht im Haus;
Die lachet still und zieht sich heimlich
Fürsichtig die Pantoffeln aus.

Sie geht und weckt den Müllerburschen,
Der kaum den schweren Augen traut:
„Nun küsse mich, verliebter Junge;
Doch sauber, sauber! nicht zu laut.“

Christian Morgenstern
Sommermittag

Wiese, lass mich ganz in dein
Wohlgefühl versinken,
dein legionenfältig Sein
als mein eignes trinken.

Deine breite Sonnenbrust
lass die meine werden,
meine Lust die feine Lust
deiner Gräserherden.

Mächtig schwelle mein Gesang
dann aus solchem Grunde,
künde Glückesüberschwang
höchster Sommerstunde.

Kurt Tucholsky
Feldfrüchte

Sinnend geh ich durch den Garten,
still gedeiht er hinterm Haus;
Suppenkräuter, hundert Arten,
Bauernblumen, bunter Strauß.

Petersilie und Tomaten,
eine Bohnengalerie,
ganz besonders ist geraten
der beliebte Sellerie.

Ja, und hier –? Ein kleines Wieschen?
Da wächst in der Erde leis
das bescheidene Radieschen:
außen, rot und innen weiß.

Sinnend geh ich durch den Garten
unsrer deutschen Politik;
Suppenkohl in allen Arten
im Kompost der Republik.
Bonzen, Brillen, Gehberockte,
Parlamentsroutinendreh …
Ja, und hier –? Die ganz verbockte
liebe gute SPD.
Hermann Müller, Hilferlieschen
blühn so harmlos, doof und leis
wie bescheidene Radieschen:
außen rot und innen weiß.
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„Die erste Seite“ bei uns in der Buchhandlung



Clemens Grote liest morgen Abend aus diesen vier Büchern.
Wir erzählen noch etwas dazu und freuen uns über Ihr/Euer Kommen.
Wir beginnen pünktlich um 19 Uhr.
Eintritt frei.
Für Getränke und Knabbereien ist gesorgt.

Mittwoch

Termine der Literaturwoche Ulm

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Heute haben
Detlev von Liliencron * 1844
Martin Gregor-Dellin * 1926
Allen Ginsberg * 1926
Monika Maron * 1941
Philippe Djian * 1949
Norbert Gstrein * 1961
Geburtstag.
Es ist der Todestag von Franz Kafka und Arno Schmidt
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„Zweifellos ist in mir die Gier nach Büchern. Nicht eigentlich sie zu besitzen oder zu lesen, als vielmehr sie zu sehen, mich in der Auslage eines Buchhändlers von ihrem Bestand zu überzeugen.“
Franz Kafka., aus: Tagebücher, 11.11.1911

„Und was heißt schon New York? Großstadt ist Großstadt;
ich war oft genug in Hannover.“
Arno Schmidt

Am Donnerstag, den 11.Juni lesen Susanne Fischer und Bernd Rauschenbach aus den Briefen von Arno Schmidt, die unter dem Titel „Und nun auf, zum Postauto!!“ bei Suhrkamp erschienen sind.
Beginn ist 19:30.
Der Eintritt ist frei.
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Buchtipp des Tages:

Roma

Jakob Straub: „Roma Rotunda“
Text von Mark Gisbourne
Deutsch, Englisch
96 Seiten, 37 Abb.
19,50 x 38,50 cm
gebunden, Leporello
Verlag Hatje Cantz € 45,00

Ja, Sie haben richtig gelesen. Es ist ein Leporello. Und was für eins. 18 Meter (in Worten: achtzehn) lang ist dieses Buchkunstwerk und verneigt sich somit in voller Länge vor den 36 Kuppeln in Rom, bei denen wir uns normalerweise fast die Halswirbel ausrenken, wenn wir sie anschauen wollen.

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(Bildrechte: Hatje Cantz)

Der Berliner Grafikdesigner und Fotograf Jakob Straub (*1975) reiste in den letzten Jahren immer wieder nach Rom, um mit seiner analogen Mittelformatkamera Kuppeln im Innern von Kirchen und Profanbauten zu fotografieren. Dabei interessierte ihn nicht unbedingt die Kirchengeschichte, sondern betrachtete diese Formen und Farben nach architektonischen und ästhetischen Gesichtspunkten. Wie Mandalas, wie Blumenbilder, Kristalle liegen diese Kuppelbilder vor uns und wir stauen über die Symetrie, die Struktur und die Farbgebung, als wären es Gemälde und keine dreidimensionalen Kuppeln. Diese Himmel lassen uns stauen, genauso wie Marco Lodoli u.a. in seinen „Insel in Rom“ schreibt. Er beschreibt die Scheinkuppel in Sant Ignazio und meint, dass so eine Kuppel, die gar keine ist, jeden Rombesucher umhaut. Und so ähnlich geht es uns auch mit diesen fotografierten Kuppeln. Schöner ist es wahrscheinlich nur, wenn wir direkt vor Ort sind. Aber da heisst es erstmal suchen und finden und auf geeignete Öffnungszeiten hoffen (was nicht so einfach sein dürfte). Hier liegen diese Kunstwerke vor ihnen und das Blättern in einem so langen Leporello hat ein ganz eigene Aussagekraft.

Mittwoch

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Heute haben
Carlo Goldoni * 1707
Karl May * 1842
Anthony Burgess * 1917
Erica Pedretti * 1930
Amin Maalouf * 1949
Franz Xaver Kroetz * 1946
Geburtstag

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„Für das, was in einem einzigen Menschen Platz hat, ist die Aussenwelt zu klein, zu eindeutig, zu wahrhaftig.“
Franz Kafka in einem Brief an Felice Bauer
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Franziska Gehm und Horst Klein (Ill.): „Was macht der Mann denn da?“
Klett Kinderbuch Verlag € 12,95
ab vier Jahren

Etwas durchgedreht ist das Bilderbuch schon. Aber kennen wir nicht die englischen Gundschulverse, die wirklich auch nicht politisch korrekt sind. Hier also ein (tatsächliches) Mutter-Kind-Gespräch, in dem alltägliche Situationen ganz anders erklärt werden. Und es stellt sich wirklich die Frage: Ist es vielleicht nicht tatsächlich so? Ich meine, wer von uns versteht schon, wenn wir auf unseren Smartphones herumwischeln und mit Siri und Frau Google reden, wie das funktionieren kann? Siehe Kafka. Und machen wir uns nicht (heimlich) über bestimmte Verhaltensweisen von Mitmenschen auf der Straße lustig? Sind nicht die Walker die Mantafahrer der Marathonläufer?
Hier bekommen Sie endlich erklärt, was die Menschen in ihren Handflächen suchen und finden und warum sie darauf herumwischeln. (Sehr schön nachzulesen in der Leseprobe). Oder warum die Person mit hochrotem Kopf und Skistöcken durch die Stadt hetzt. Und wenn der Mann an den leuchtenden Laternenmast pinkelt, dann dient es dazu, dass die gelbe Farbe in die Lampe kommt. Der Raucher kann vielleicht auch gleich Feuer spucken. Achtung. Und weil die Chefin der Mama auch immer wieder Feuer spuckt, wird sie von der Mama auch Drachen genannt, sagt ihr kleiner Sohn. Dem tätowierten Mann gehen immer die Malpapiere aus und so schreiben seine vielen Kinder auf seiner Haut weiter. Und der Kleine meint, dass die vielen Ringe in seinem Gesicht sicherlich von seinen vielen Frauen sind. Und so weiter und so weiter.
Dazu die wirklich frechen, ausdrucksstarken Holzschablonendrucke von Horst Klein, die dieses Buch zu einem besonderen Bilderbuch machen.
Wie gesagt: überdreht, frech. Aber warum kein Spiel daraus machen und sich die Umwelt mal ganz anders erklären. So vieles ist einfach da, alle wissen wofür sie nützlich sind. Aber stimmt das wirklich? Ich meine, ich sitze hier vor einer kleinen Maschine mit Bildschirm und hämmere auf Tasten und gleichzeitig nimmt mich die eingebaute Kamera auf und Obama hat seine Freude mit mir. Alles nicht ganz so eindeutig.
Also los gehts. Nehmen Sie ihre Kleinen und schauen sich die Nachbarschaft mit anderen Augen an. Sie finden sicherlich einen Sack voller Erklärungen. Einfach neugierig bleiben.

Leseprobe
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Sind Sie neugierig, was sich im Manesse Verlag alles tummelt und tut?
Dann schauen Sie heute abend ab 19 Uhr bei uns in die Buchhandlung.
Der Verlagsleiter Horst Lauinger stellt uns den Verlag mit den vielen Klassikern vor.
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Donnerstag

Unsere morgige Jaja Verlags Veranstaltung fällt wegen Fussball aus. Wir haben sie auf den Herbst verlagt und geben den genauen Termin rechtzeitig bekannt.
Hier jedoch noch ein paar Eindrücke von unserer „Ersten Seite“ mit, Clemens Grote, Florian Arnold, Silvia Trummer und Samy Wiltschek, dem die Sache sehr zu „Herzen geht“.

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„Die erste Seite“ war wieder sehr gut besucht und es gab eine kunterbunte Mischung von Büchern, die wir vorgestellt haben. Diesmal waren es Bücher aus kleinen, unabhängigen Verlagen und der Abschluss bildete die Lesung von Silvia Trummer, die aus ihrem neuen Buch „Vierhändig“ vorlas. Es war ein Traum und alle Bücher von ihr  am Abend ausverkauft.
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So sah es gestern abend aus und so heute morgen.

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Mehr Fotos gibt es auf unseren Fotoblogs jastram.tumblr.com und wiebuecherleben.tumblr.com
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Heute hat Franz Kafka Geburtstag. Er wurde 1883 geboren und starb 1924.

Das Glück, das dir am meisten schmeichelt, betrügt dich am ehesten.

Die Wahrheit ist, was jeder Mensch zum Leben braucht und doch von niemandem bekommen oder erstehen kann.

Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis. Vielleicht ist keines da.
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Samstag

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Heute haben
Jean Racine * 1639
Isolde Kurz * 1893
Heinrich Böll * 1917
Geburtstag.
Todestag haben heute, Kurz Tucholsky, Scott Fitzgerald, Leon Feuchtwanger.
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21.Kalenderblatt von Christel Müllers und Ursula Selbmanns Adventskalender
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Meine Lektüre beschränkt sich in den letzten Tagen nur noch auf meine täglichen zehn Seiten. Im Moment sind das die Tagebücher 1912-1914 von Franz Kafka.
Da schreibt er doch im Mai 1914:
Tanzt ihr Schweine weiter; was habe ich damit zu tun?
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Das traditionelle Jastram-Bücherbaum. Es fehlt noch die Leuchtgirlande.
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Zur Einstimmung auf ein geruhsames Wochenende, gibt es heute Anna Ternheim. Ihre Version von „The longer The Waiting, The Sweeter The Kiss“ ist doch einfach grossartig.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=afjRIFjsPJI]

Pat McLaughlin und Roger Cook

Oh, the longer the waiting, the sweeter the kiss
It’s better my darling, I promise you this
The next time I hold you, I’m not letting go
Will you wait for me darling, I need to know

Well, you know I’m a sailor and tomorrow we sail
It’s a hard way of living but I know it well
And if I surrender my life to the sea
You can marry another it’s alright with me

Though we won’t be together again ‚til the spring
Just imagine the treasures I’ll bring

Come lay with me, stay with me, soon I’ll be gone
I will remember you all winter long
And when I return to the one that I miss
Oh, the longer the waiting, the sweeter the kiss
The sweeter the kiss

When the mornings are warm and the valleys are green
I’ll come back from wherever I’ve been

Oh, the longer the waiting, the sweeter the kiss
It’s better my darling, I promise you this
the next time I hold you, I’m not letting go
I will give up the ocean forever, I know
Forever I know

Oh, the longer the waiting, the sweeter the kiss
It’s better my darling, I promise you this
the next time I hold you, I’m not letting go
I will give up the ocean forever, I know
Forever, I know
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