Donnerstag, 24.August


Heute haben
Jean Rhys * 1890
Jorge Luis Borges * 1899
AS Byatt * 1936
Joshua Sobel * 1939
Paulo Coelho * 1947
Stephen Fry * 1957
Michael Kleeberg * 1959
Geburtstag
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Frank Wedekind
Auf dem Faulbett

Auf mein Faulbett hingestreckt
überdenk ich so meine Tage,
Forschend, was wohl dahinter steckt,
Daß ich nur immer klage.

Ich habe zu essen, ich habe Tabak,
Ich lebe in jeder Sphäre,
Ich liebe je nach meinem Geschmack
Blaustrumpf oder Hetäre.

Die sexuelle Psychopathie,
Ich habe sie längst überwunden –
Und dennoch, ich vergeß es nie,
Es waren doch schöne Stunden.
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Juhu, Band 6 ist erschienen:

Sabine Lemire (Text) und Rasmus Bregnhøi (Illustrationen):
Mira #freunde #zahnspange #kleineschwester

Aus dem Dänischen von Franziska Gehm
Klett Kinderbuch Verlag € 16,00
Comic Lesebuch ab 10 Jahren

Mira ist schlecht gelaunt. Sie findet keine frische Socken mehr. Aber in ihrem Zimmer liegen jede Menge kreuz und quer auf dem Boden. Leider nicht im Wäschekorb. Ihr Vater, der mit seiner neuen Familie in der Stadt wohnt, will mit ihr reden. Und wenn Erwachsene reden wollen, dann ist es meist etwas Ernstes.
Dann auch noch ein Pickel auf der Stirn. Gut, einer lässt sich mit einem Pflaster abkleben. Aber wenn es dann mehr werden? Eine Zahnspange ist auch noch fällig und Mira bindet sich dann gleich mal ein Tuch über den Mund. Allerdings meint ihre Freundin, dass eine Spange extrem cool sei. Sie wiederum hat bis jetzt ihre Brille nicht aufgesetzt.
Also: ein großes Gefühlsdurcheinander. Zu klein, zu dick, … Dann auch noch Sexualunterricht in der Schule.
Auf jeden Fall bekommt Mira eine kleine Schwester und irgendwie bekommt sie es hin, sich mit der Oberzicke in der Klasse auszusprechen und ihr kleiner Halb-Bruder ist plötzlich nicht mehr so stinkig und übernachtet bei Mira mit im Bett. Und sie hat ja immer ihre Schulclique, auf die sie sich verlassen kann.

Hier bekommen Sie einen Eindruck von den ersten Seiten des Buches.

Montag, 24.Juli (Schwörmontag)


Heute ist Schwörmontag und wir schließen unseren Buchladen um 13 Uhr.
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Alexandre Dumas d.Ä. 1802
Frank Wedekind * 1864
Hermann Kasack * 1896
Zelda Fitzgerald * 1900
haben heute Geburtstag
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Frank Wedekind
An den Hypochonder

Du runzelst die Stirne,
Du wetterst und schreist,
Dieweil mit der Birne
Den Wurm du verspeist.

Was folgst du empfindlich
Der grausigen Spur?
Erfreu dich doch kindlich
Der reichen Natur.

Je herber dein Liebchen,
Um so süßer sein Kuß,
Und je kleiner sein Stübchen
Desto größer dein Genuß.
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Das neue Buch der Extremismusforscherin Julia Ebner:

Julia Ebner: „Massenradikalisierung
Wie die Mitte Extremisten zum Opfer fällt
Aus dem Englischen von Kirsten Riesselmann
Suhrkamp Verlag € 20,00

Die in Wien geborene Extremismusforscherin Julia Ebner erpart uns in ihrem neuen Buch nichts.
Gruppierungen, die vor Jahren noch am äußersten rand der Gesellschaft ihre Meinungen verbreitet haben, befinden sich nun mitten in unserer Gesellschaft. Und dies nicht nur in den USA, mit ihrem aktuellem Beispiel des Sturms auf das Kapitol, sondern auch in Europa und Deutschland. Die Corona-Pandemie und der Ukrainekrieg sind typische Beispiele für Verschwörungstheorien, wie wir sie von Demonstartionen in Deutschland kennen. Aber woran liegt es, dass Querdenker, Rassisten, QAnon-Anhänger, Klimawandelleugner, Antifeministen so eng miteinander verknüpft sind, dass sie mittlerweile ihre Fäden bis in höchste politische Ebenen spinnen?
Julia Ebner hat sich in den letzten fünf Jahren undercover in diesen Kreisen bewegt und erstaunliche Aussagen in diesem Buch veröffentlicht. Ihre Analysen sind ernüchternd und es wundert mich jetzt nicht mehr, warum die AfD im Moment so ein Hoch hat.

Leseprobe

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Morgen, Dienstag, 25.Juli, 19 Uhr
Sarah Lobenhofer und Sophia Zach berichten von ihrem Engagement bei derLetzten Generation
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei

Donnerstag, 9.Februar

Heute haben
Felix Dahn * 1834
Amy Lowell * 1874
Brendan Behan * 1923
Thomas Bernhard * 1931
John Maxwell Coetzee * 1940
Alice Walker * 1944
Geburtstag
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Frank Wedekind ( 1864-1918)
Morgenstimmung

Leise schleich ich wie auf Eiern
Mich aus Liebchens Paradies,
Wo ich hinter dichten Schleiern,
Meine besten Kräfte ließ.

Traurig spiegelt sich der bleiche
Mond in meinem alten Frack;
Ach die Wirkung bleibt die gleiche,
Wie das Kind auch heißen mag.

Wilhelmine, Karoline,
’s ist gesprungen wie gehupft,
Nur daß hier die Unschuldsmiene,
Dort dich die Routine rupft.
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Zum 100.Geburtstag von Brendan Behan hat der Wagenbach einen Salto-Band mit Erzählungen herausgebracht.


Brendan Behan: „Frau ohne Rang und Namen
Herausgegeben sowie aus dem Englischen und Irischen übersetzt
und mit einem Nachwort von Hans-Christian Oeser
Wagenbach Verlag € 22,00

Oh, was hätte da noch alles erscheinen können, wenn Brendan Behan nicht schon mit knapp über 40 Jahren gestorben wäre. War er doch der literarische Star der damaligen Zeit und viele seiner Bücher sind auch ins Deutsche übersetzt worden. Jetzt also einen Leinenbändchen zum 100. mit Erzählungen, die nur so strotzen vom prallen Leben der Arbeiterklasse. Hier wir gestritten und gesoffen und die Texte sind gespickt mit Liedern und Redewendungen und voller Respektlosigkeit gegenüber der Obrigkeit. Und wenn die Großmutter wieder aus dem Altersheim abgeholt werden muss, weil sie dort schwer angetrunken abgeliefert worden ist, dann macht das auch nichts. Sie stirbt dann friedlich daheim.
Vielen Dank an den Wagenbach Verlag und allen Leser:innen viel Vergnügen bei der Lektüre.
Vielleicht sollten Sie sich doch vorher noch n Bierchen, oder besser noch, einen Whisky eingießen.

Das Nachwort des Übersetzers Hans-Christian Oeser ist so erhellend und erfrischend, dass ich es hier abdrucke, mit der freundlichen Genehmigung des Wagenbach Verlages.

Nachwort
Für Brendan Behan (1923–1964), den notorischen Sauf- und Raufbold mit der empfindsamen
Seele, ist >Erzähler< kein hinreichender Begriff. Er war ein begnadeter Raconteur, mündlich
wie schriftlich, in seinem Leben wie in seinem Werk. Seine Romane, Theaterstücke und
autobiographischen Schriften sind von Schnurren, Schoten, Zoten und Anekdoten ebenso
durchzogen wie von Liedern und Balladen. Eigentliche Kurzgeschichten verfasste er nur
wenige und veröffentlichte sie zu Lebzeiten nur in Zeitungen und Zeitschriften oder als Füllsel
in dem Band „Brendan Behan’s Island“. Dabei hätte die kleine epische Form mit ihrem
überschaubaren Personal und ihrem erzählerischen Fokus sein volatiles Temperament in
geordnetere Bahnen lenken können.
In dieser aus Anlass seines 100. Geburtstags am 9. Februar 2023 zusammengestellten
Ausgabe finden sich die Erzählungen, vollzählig versammelt, ergänzt um das Fragment des
Romans „Die Katakomben“, an dem Behan 1958 auf Ibiza arbeitete, ohne ihn jemals
abschließen zu können. Es handelt sich um Kindheitserinnerungen an exzen-trische
Charaktere, skurrile Milieus und groteske Situationen, um Berichte über seine Erfahrungen als
jugendlicher IRA-Kämpfer und Gefängnis-insasse (Behan wurde in Haftanstalten erwachsen:
Von sechzehn bis vierundzwanzig Jahren saß er in Großbritannien wegen eines geplanten
Bombenanschlags auf Kriegsschiffe und in Irland wegen Pistolenschüssen auf
Geheimpolizisten ein) und über eine eher säkulare »Pilgerreise« nach Rom, aber auch um
fiktionale Texte, in denen das erzählende Ich eine weibliche Identität oder die eines
Homosexuellen auf strategischem Verführungs- und Eroberungsfeldzug annimmt.
Behans literarisches Œuvre ist vergleichsweise schmal. Zu undiszipliniert war der Autor, zu
sehr dem Alkohol verfallen, zu sehr drängte seine vitale, anarchische Persönlichkeit ins
Rampenlicht, zu sehr stieg ihm der überwältigende internationale Erfolg zu Kopf, zu früh
verstarb er mit nur knapp zweiundvierzig Jahren an Diabetes. Da sind vor allem die beiden
bekannten Bühnenwerke „The Quare Fellow“ (1956, dt. „Der Mann von morgen früh“ bzw. „Der
Spaßvogel“) und „The Hostage“ (1958, dt. „Die Geisel“) sowie die von Alan Simpson vollendete
Politrevue „Richard’s Cork Leg“ (postum 1973, dt. „Richards Korkbein“), Stücke, die über
Jahrzehnte auch in Deutschland mit großem Echo gespielt wurden – erinnert sei an Peter
Zadeks legendäre Ulmer Inszenierung der „Geisel“, 1962 die »Aufführung des Jahres« (Theater
heute). Nach dem großen Wurf seines autobiographischen Romans „Borstal Boy“(1958, dt. „Borstal Boy“) vermochte Behan kein größeres Prosawerk mehr zu schreiben. Sowohl dessen Nachfolgeband „Confessions of an Irish Rebel“ (postum 1965, dt. „Bekenntnisse eines irischen Rebellen“) als auch „Brendan Behan’s Island“ (1962) und „Brendan Behan’s New York“ (postum 1964) wurden seiner Lektorin und »literarischen Hebamme« Rae Jeffs unter beträchtlichen Qualen auf Tonband diktiert. Ebenfalls postum erschien die Kriminalkömodie „The Scarperer“ (1964, dt. „Der Spanner“).
In allen seinen Werken verlieh Behan der Dubliner Arbeiterklasse, der er selbst entstammte
(wenn auch einem »gehobeneren«, politisch engagierten und literarisch nicht ungebildeten
Segment), mit Warmherzigkeit, Wortwitz, Galgenhumor und respektloser Weltsicht eine
literarische Stimme. Er nahm eine Perspektive »von unten« ein, setzte sich als Republikaner,
Sozialist und »Atheist bei Tage, Katholik bei Nacht« von einem übersteigerten irischen
Nationalismus ebenso ab wie vom Chauvinismus der Kolonialmacht Großbritannien und den
Allüren der Bessergestellten.
Ereilte ihn der Tod auch vor der Zeit, so rang er seinem kurzen Leben doch eine Vielzahl
unterschiedlichster Aktivitäten ab: Bereits im Alter von vier Jahren konnte der frühreife Knabe
lesen, mit acht Jahren wurde er Mitglied von Fianna Éireann, der Jugendorganisation der
IRA, mit zwölf schrieb er ein (später von Mikis Theodorakis vertontes) Gedicht auf den »laughing boy« Michael Collins, Anführer des irischen Unabhängigkeitskrieges 1919–1921, mit dreizehn veröffentlichte er seine erste Erzählung, mit fünfzehn trat er der IRA bei und wollte sich den
im Spanischen Bürgerkrieg kämpfenden Internationalen Brigaden anschließen, und in
Mountjoy Prison, Arbour Hill und The Curragh erlernte er die irische Sprache mit solcher
Perfektion, dass er seine Gedichte und die Vorstufen zu seinen Bühnenstücken auf Gälisch
verfasste.
In Behans Erzählungen voller Zeit- und Lokalkolorit ist der Tod omnipräsent: ob Mrs Murphy
»in berrauschtem Zustand« ins Sterbeasyl eingeliefert wird, ob es Miss McCann, die Näherin​
von Totenhemden, selbst bald hinwegrafft, ob zwei IRA-Kämpfer den Tod durch den Strang
erleiden, ob der »ausgelassenste kleine Ex-Füsilier in Dublins Straßen« im Sanatorium an
Tuberkulose stirbt, ob in einer weiteren Dreiecksgeschichte die Ehefrau des vom Erzähler
begehrten Mannes dem Krebs erliegt, stets bildet der Tod die Folie, vor der sich die Ereignisse
entfalten.
Aus dem gesteckten Rahmen fällt die drastischste Erzählung, »Die Hinrichtung«, nicht nur
deshalb heraus, weil Behan weder an einer Exekution beteiligt noch Zeuge einer solchen war,
sondern auch, weil der Erzählton ein anderer ist: äußerste Verknappung, Dialogarmut,
Absätze, die sich am Ende meist auf nur einen Satz beschränken. Man meint geradezu, einen
anderen Autor vor sich zu haben, der sich jede Bramarbasie, jede Selbst-inszenierung versagt,
sich vielmehr ganz auf den ungeheuerlichen Akt der Tötung eines Verräters durch seine
Kampfgenossen beschränkt – ein moralisches Dilemma zwischen militärischer Disziplin und
menschlichem Mitgefühl, das thematisch von ferne an Bertolt Brechts Lehrstück „Die
Maßnahme“, in seinem lakonischen Stil jedoch eher an Ernest Hemingway erinnert.
Vielleicht war das unablässige Reden und Singen, für das Behan bekannt und berühmt war,
immer auch ein Anreden und Ansingen gegen den Tod. Norman Mailer jedenfalls schrieb über
diesen Dubliner Rebellen und Rabauken in seinen letzten Lebensjahren: »Er war wie eine
Dampfmaschine: peng, peng, peng in dein Ohr. Nahe dem Ende hatte er das Bedürfnis, mit
jemandem zu reden. Er wollte dich erreichen, als wüsste er, dass er sterben werde. […] Ich
habe eine Theorie: Wenn ein Mensch im Sterben liegt und ein Gespräch mit dir führen kann,
wird er nicht sterben. Behan wusste, dass er den Tod in sich trug – er wusste, dass er krank
war.«
Hans-Christian Oeser

Brendan Behan: a mural of the writer in Summerhill in Dublin captures just one of the incarnations of the great Irish writer.
Photograph: Nick Bradshaw

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Nächsten Dienstag, 14.Februar, 19 Uhr
ist Jana Bürgers bei uns zu Gast in der Buchhandlung und berichtet über ihre Zeit in der Ukraine.

Kvartyrka oder Fortotschka heißen im Osten Europas die kleinen Lüftungsfensterchen, die wärmesparendes Lüften ermöglichen sollen. Fenster sind auch immer Verbindungen, durch sie kann man raus- und reinschauen, sie sorgen für Luftaustausch, aber auch für Informationsaustausch. Eine solche ukrainische kvartyrka wollen wir öffnen, Einblicke geben in geschichtliche Epochen und Ereignisse, die bis heute wichtig sind für die nationale Identität der Ukraine – gerade auch in Abgrenzung zum Russischen Reich.
Garniert mit Lyrik und kleinen Häppchen Prosa auf ukrainisch und deutsch, was in einer Küche eben so gereicht wird: privat, politisch, literarisch.
Jana Bürgers

Der Eintritt ist frei.
Wir stellen eine Spendenkasse auf und wollen, im Rahmen der Aktion: „Winterhilfe für die Ukraine“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sammeln.

Dienstag, 15.Februar


Heute haben
Johann Jakob Wilhelm Heinse * 1746
Elke Heidenreich * 1943
Miranda July * 1974
Geburtstag
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Frank Wedekind
Morgenstimmung

Leise schleich ich wie auf Eiern
Mich aus Liebchens Paradies,
Wo ich hinter dichten Schleiern
Meine besten Kräfte ließ.

Traurig spiegelt sich der bleiche
Mond in meinem alten Frack;
Ach die Wirkung bleibt die gleiche,
Wie das Kind auch heißen mag.

Wilhelmine, Karoline,
’s ist gesprungen wie gehupft,
Nur daß hier die Unschuldsmiene,
Dort dich die Routine rupft.
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Ein bewegendes, schönes, tief trauriges Buch.


Die kompletten Einnahmen des Buches wandern in den Verein alea-ev.org, um weiterhin verschiedene Projekte in Lesbos und in den Herkunftsländern zu unterstützen.
Das Buch soll den Kindern eine Stimme geben und sensibilisiert die Leser für die Lebensbedingungen in den Lagern.
Die Zielgruppe des Kinderbuches sind nicht nur Kinder ab 8 Jahre, sondern auch Erwachsene.
Für 2022 ist eine Deutschlandtour geplant, um das Buch mehr Publikum vorzustellen und weitere Kooperationen mit Schulen und Städten anzustreben.

„Manchmal male ich ein Haus für uns“
Europas vergessene Kinder
Alea Horst: Text und Fotos
Mehrdad Zaeri: llustrationen
Klett Kinderbuch Verlag € 16,00

Ein Haus, ein Badezimmer mit Dusche – von solchen Dingen kann die 10-jährige Tajala aus Afghanistan nur träumen oder malen. Denn sie musste fliehen und ist im Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos gestrandet. Die Fotografin und Nothelferin Alea Horst hat mit ihr und anderen Kindern gesprochen, hat sie nach ihrem Alltag im Lager gefragt, nach ihren Erlebnissen, Ängsten und Träumen, auch nach ihrem Lieblingswitz. Entstanden ist eine herzergreifende Sammlung aus Porträts, Momentaufnahmen und dramatischen, aber auch hoffnungsvollen Berichten.
Es tut in der Seele weh, wenn ich diese schönen Kinder sehe und ein klein wenig aus ihrem Leben, von ihrer Flucht, ihren Verlusten und den Geflüchtetenlager erfahre und dabei die Hoffnungen und Wünsche lese, die hier abgedruckt sind.

Ich habe mich für die Wanderausstellung angemeldet und auch eine Spendenausgabe dieses Buches bestellt.

Spenden unter https://alea-ev.org/#spenden
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Auf tagesschau.de:

Weltklimarat tagt.
„Nie stand mehr auf dem Spiel“

Zum Auftakt der zweiwöchigen Beratungen des Weltklimarats hat der Chef des Gremiums eine deutliche Warnung ausgesprochen: Nie habe im Kampf gegen die Erderwärmung mehr auf dem Spiel gestanden, sagte Hoesung Lee.

Hier geht es zum kompletten Bericht.

Samstag, 24.Juli

Heute haben
Alexandre Dumas * 1802
Frank Wedekind * 1864
Hermann Kasack * 1896
Zelda Fitzgerald * 1900
Banana Yoshimoto * 1964
Geburtstag
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Frank Wedekind

Es war einmal ein Bäcker,
Der prunkte mit seinem Wanst,
Wie du ihn kühn und kecker
Dir schwerlich träumen kannst.
Er hat zum Weibe genommen
Ein würdiges Gegenstück;
Doch sie konnten zusammen nicht kommen
Sie waren viel zu dick.
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Bilder Monats von Albert Cüppers



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Hafenkonzert: Somewhere beyond the Sea
Mit „Dogs of the Bay“


Bekannte Süß- und Salzwasser-Songs = „Hafenkonzert“:
In der „Kunstzone“ Pfuhl am 24.07.,
Neu: Beginn 19:30 Uhr, Einlass 19:00
Eintritt frei 
mit dabei: unser „Vorleser“ Clemens Grote                                  
Reservierung@pauls-biergarten.de        
kunstzonepfuhl@gmx.de    

Tel. 0731/2630058     

Donnerstag

Heute haben
Alexandre Dumas * 1802
Frank Wedekind * 1864
Hermann Kasack * 1896
Banana Yoshimoto * 1964
Geburtstag
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Werner Färber
UNGEREIMTHEIT DER WOCHE (aus: DER MOPS IM CONTAINER):

DAS WALROSS CCXLIX

Trotz des Specks gleitet das Walross
anmutig durch alle Wellen,
um gleich als mächtiger Koloss
elegant an Land zu schnellen.

Wenn es sich dann am Strand bewegt,
sieht man seine Schwarte schwabbeln.
Erst lang nachdem sich’s hingelegt,
hört die Speckschicht auf zu wabbeln.
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Ein kleine Werbung für die Kinoverfilung von „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ und eigentlich eine große Werbung für das Buch. Jawoll!

[youtube=http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=JFEHt4piP9M]
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Was ist das denn? Was hat sich denn Marion Brasch denn dabei gedacht? Nach ihrem Erstlingswerk vor zwei Jahren („Ab jetzt ist Ruhe“), in dem sie über ihre Familie Brasch schreibt und uns einen einzigartigen Einblick in diese Familie aus Ostdeutschland gewährt, mit ihren großen Brüdern, ihren Eltern, der Politik, der Kunst und der Zerissenheit. Und jetzt so etwas!
Aber: Es funktioniert. …. Und wie!

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Marion Brasch: „Wunderlich fährt nach Norden“
S.Fischer Verlag € 19,99

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Wie gesagt, er ist der unglücklichste Mensch. So denkt er. Gebacken bekommen hat er noch nicht richtig viel in seinem Leben. Bildhauer wollte er werden. Aber eine dauernde Sehnenscheidenentzündung hat dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als ihn nun aber seine Frau Marie für einen anderen verlässt, für einen, der weiss wo es lang geht, kommt er nicht mehr weiter. Doch er weiss es, oder auch nicht. Er zögert und überlegt und macht es dann doch. Er packt seinen Rucksack und möchte nach Norden. Geld ist abgehoben, eine Fahrkarte für einen Monat ist gekauft. Es kann losgehen.

Für gewöhnlich zeigte das Telefon einen Namen oder wenigstens eine Nummer an, wenn es Nachrichten übermittelte. Doch da stand nur Anonym. Und Anonym hatte ihm eine Nachricht geschickt. „Guck nach vorn.“ Mechanisch folgte Wunderlich dieser Aufforderung und schaute nach vorn. Im Haus gegenüber waren inzwischen alle Lichter erloschen, und die Stadt führte ihre üblichen schlaflosen Selbstgespräche.
„Warum tust du das, Marie?“, wandte er sich traurig an sein Telefon und wollte es gerade wieder in seine Hosentasche stecken, als es erneut brummte. „Ich bin nicht Marie.“

Das Telefon (das den Namen „Anonym“ bekommt, da es sich also solches auf dem Display meldet) ist die Stimme aus dem off, die ihn leitet, ihm Ratschläge gibt („Guck nach vorn“) und ihm allwissend vorhersagt was mit den Personen geschehen wird, mit denen er gerade in Kontakt ist. Wunderlich kommt aber nicht weit, sein Ausweis ist abgelaufen und die Schaffnerin akzeptiert zwar seinen gültigen Fahrschein, wirft ihn aber wegen des Ausweises aus dem Zug. Wunderlich trifft in dieser, ihm unbekannten Stadt, oder Dorf auf besondere Menschen. Einer, der ihn einer ehemaligen Kneipe haust und Fahrräder repariert, auf einen wirklichen Wirt, den Schönen Ringo, auf Lennon Lederjacke, und auf Toni, einem Mädchen, das in einem Bauwagen wohnt und mit dem Moped durch die Gegend zieht. Mit ihrer berlinerischen schnoddrigen Sprache zieht sie ihn aus seiner Lustlosigkeit, sie macht ihm Mut, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Aber so einfach ist das nicht. Sein Handy ist immer noch seine größte Stütze. Es gibt ihm immer noch sibyllinische Tipps, die sich immer als wahr herausstellen. Wunderlich stellt dank Toni fest, dass der Bahnhof, an dem er ausgestiegen ist, gar nicht existiert, dass es im Wald ein Wunderharz gibt, das alle Wunden heilt, bei Dauereinnahme das Gedächtnis aber auch ausschaltet. Er erfährt von ihrer Trauer, ihrem Verlust und kann endlich loslassen und aus sich herausgehen. Er wird verprügelt, kommt unter die Räder und steht wieder auf. Er landet im Krankenhaus, mitten in der Nacht im Wald und beim Baden im See. Er merkt, dass es auch ein anderes Leben gibt, als sein bisheriges.
Es ist eine Magical Mystery Tour, ein Road Movie der besonderen Art, ein Sommernachtstraum, der einige Tage anhält.
„Ich habe keine Erklärung für die Dinge, die da passieren. Ich habe sie nur aufgeschrieben.“, sagt Marion Brasch dazu und überlässt es uns, diese Geschichte zu interpretieren. Überall tun sich neue Geschichten auf – Geschichten von Liebe, Schmerz und Verlust, aber auch von Hilfsbereitschaft, menschlicher Wärme und der Skurrilität des Alltags. Es ist ein Roman geworden voller besonderer Redewendungen und unglaublichen Windungen in der Handlung, ein Roman, in dem wir versinken können, wenn wir uns auf das Spielchen der Autorin einlassen, wohl wissend, dass „Anonym“ Welten von einem Ratschlaggeber wie Coelho entfernt ist. Und das ist auch gut so.

CIMG1293

Leseprobe

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=ywsY5tpXpGk]