Mittwoch

Foto 1

Heute haben
Paul Claudel * 1868
und
Christa Reinig * 1926
Geburtstag.
aber auch Andy Wahrhol und Hans Moser.
______________________

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=46P7wpG52Kg]
______________________

Gestern hatten wir wieder ein volles Haus bei unserer „1.Seite“. Vielen Dank für alle BesucherInnen. Schön, die vielen Fahrräder an der Hauswand gegenüber.

Foto 3

Und hätte ich mal in die Süddeutsche Zeitung tagsüber reingeschaut, hätte ich die große Besprechung von Simone Lapperts Buch „Wurfschatten“ gesehen, das wir abends vorgesetellt haben und aus dem Christel Mayr so toll vorgelesen hat.
_______________________

In unserem heutigen Buchtipp weiss Frieda auch nicht mehr weiter, so wie Ada in den „Wurfschatten“.Sie findet aber einen Weg, dass sie doch das tun kann, wozu sie Lust hat.

Sif

Birgitta Sif: „Frieda tanzt“
Aus dem Englischen von Sophie Birkenstädt
Aladin Verlag € 12,90
Bilderbuch ab 3 Jahre

Im Original heisst der Titel: „Frances Dean loved to dance and dance“ und wenn das mal keine Anspielung an den grandiosen Film „Frances Ha“ ist, in dem die Hauptdarstellerin so gerne Profitänzerin werden will.

frances
DVD € 15,99

Hier geht es aber um die kleine Frieda (so heisst sie im Deutschen), die für ihr Leben gern tanzte. Sie wippte mit den Fingern auf dem Schulpult, wenn sie niemand beobachtete, tanzte und wiegte sich im Wind … wenn ihr niemand dabei zusah. Nur die Vögel trillerten ihre Lieder dazu. War sie unter Menschen, fühlte sie sich beobachtet und vergaß darüber ihre Lust aufs Tanzen. Bis sie eines Tages im Park ein noch kleineres Mädchen traf, das ein wunderschönes Lied sang. Und Frieda musste einfach mitsummen. Nachts konnte sie vor lauter gedanken nicht schlafen und hatte am nächsten Morgen die Eingebung, dass Tanzen ihr Leben sei. So übte sie überall. Im Park, auf der Parkbank, mit den Vögeln, der Katze und dem Hund des Nachbarn. Sogar der alten Dame brachte sie den Twist bei. Als das singende Mädchen sie dann auch noch fragte, ob Frieda ihr das Tanzen beibringen könne, war alles in bester Ordnung.
Auf dem letzten Bild, sehen wir sie im Park tanzen, die Menschen drum herum schauen zu, oder tanzen sogar mit. Auf jeden Fall fühlt sich Frieda nicht mehr beobachtet und tut das, was ihr Spaß macht.

Die website von Birgitta Sif

Buchtrailer zu ihrem Vorgänger-Bilderbuch: „Oliver“

Trailer von „Frances Ha“:

________________________

So verabschiede ich mich heute mit einem gestrigen Mond, der in die Gasse vor dem Buchladen zu sehen war, als wir nach dem Aufräumen noch ein Gläschen Rosé getrunken haben.

Foto 5

Dienstag

Nicht vergessen.
Heute abend gibt es bei uns um 19 Uhr keine Sauna, sondern
„Die erste Seite“
Vier neue Bücher werden vorgestellt und von Clemens Grote vorgelesen.
Inkl. der Buchpräsentation von Katrin Rodeits Ulm-Krimi: „Mein wirst du sein“

Der Eintritt ist wie immer frei.
______________________

Heute haben Christa Reinig  * 1926
und Andy Wahrhol  * 1928
Geburtstag
____________________

Theodor Fontane
Guter Rat

An einem Sommermorgen
Da nimm den Wanderstab,
Es fallen deine Sorgen
Wie Nebel von dir ab.

Des Himmels heitere Bläue
Lacht dir ins Herz hinein,
Und schließt, wie Gottes Treue,
Mit seinem Dach dich ein.

Rings Blüten nur und Triebe
Und Halme von Segen schwer,
Dir ist, als zöge die Liebe
Des Weges nebenher.

So heimisch alles klinget
Als wir im Vaterhaus,
Und über die Lerchen schwinget
Die Seele sich hinaus.
_________________________

Endlich mal wieder ein Filmtipp.
Ich komme einfach zu wenig in’s Kino.
Jetzt aber:

Cover_Frances_Ha_ohne_alles_kleiner

„Frances Ha“
Regie: Noah Baumbach
Buch: Noah Baumbach, Greta Gerwig
Darsteller: Greta Gerwig, Mickey Sumner, Michael Esper, Adam Driger, Michael Zegen, Grace Gummer
Länge: 86 Minuten
Start: 1. August 2013

Frances ist Ende zwanzig lebt mit ihrer Freundin Sophie in einer Wohnung in New York. So geben von außen betrachtet ein lesbisches Paar ohne Sex, wie Frances selber sagt. Sophie arbeitet erfolgreich bei Random House und Frances lernt in einer Tanzcompanie und hofft auf eine feste Übernahme. Alles ändert sich, als Sophie ausziehen will und mit einer anderen Frau endlich in das Stadtviertel Tribeca ziehen kann. Sophie ist somit wohnungslos und kann bei zwei Jungs in deren Apartment unterschlüpfen, die sich als Künstler über Wasser halten, aber eigentlich vom Geld der Eltern leben. Das ist zwar ganz prima für Frances. Alles geht ganz locker und lustig weiter, leider kann sie sich aber nicht demstsprechend an den 4.000 $ pro Monat an der Miete beteiligen. Das mit der Tanzcompanie zerschlägt sich auch noch und irgendwie kann uns die nette Frances sehr leid tun. Sie lädt einen Freund zum Essen ein, da sie eine Steuerrückzahlung bekommen hat. Ihre Kreditkarte ist jedoch nicht gültig und so springt, rennt, tranzt, stolpert Frances auf der Suche nach einem Geldautomaten durch das nächtliche New York um nach gefühlter unendlich langer Zeit wieder am Essenstisch aufzutauchen. Dass sie sich verletzt hat, zeigt sich erst dort. Wir merken: Frances ist eine Pechvogelin. Sympatisch, frech will sie es allen recht machen. Und natürlich auch sich. Bei einem Abendessen mit reichen Ehepaaren verplappert sie sich immer wieder, bekommt jedoch das Angebot in eine Wohnung in Paris zuziehen, falls sie irgendwann mal dort sein sollte. Sofort sagt sie zu und fliegt für zwei (!) Tage von New York dorthin. Dass dies natürlich zu einem Desaster wird, können wir uns ausdenken. Ihre Reisen, ihre Fluchten sind oft zum Scheitern verurteilt und gerade bei dem Treffen mit ihren Eltern, Freunden und Bekannten über Weihnachten zeigt sich, dass es für sie zwar eine ungewohnte Umgebung ist, ihr jedoch jede Menge Wärme und Zuneigung entgegenkommt.
Das ist jedoch noch nicht alles. Und das Ende sei hier auch nicht verraten. Aber es schön zu wissen, wenn man nicht verbissen an einer Idee festhält, dass das Beste erst noch kommt und sich alles so leicht zusammenfügt. Die letzte Einstellung des Filmes verrät dann auch, wie es zum Filmtitel „Frances Ha“ kommt.
Der schwarzweiss Film erinnert schwer an den deutschen Film „Oh Boy“ über einen Berliner Tagedieb. Frances möchte jedoch es erreichen, möchte raus, möchte die Ärmel hochkrempeln. Man lässt sie nur nicht. Ihr Lächeln, ihr Gesicht, ihre Augen sind so umwerfend, das wir ihr alle Daumen drücken. Und …. wir sind ja im Kino. Da ist ja alles möglich. Und Frances tanzt und springt und rennt und lacht und wartet mit uns auf ein Happy End.
Der Verleih spricht von der Komödie des Sommers. Da wäre ich etwas vorsichtig. Es ist ein sehr warmherziger Film, strotz aber nun wirklich nicht vor Knallern, die zum Brüllen komisch sind und hat vielleicht den einen oder anderen Hänger.
Ich denke, dass die deutschen Synchronstimmen nicht das rüberbingen, was das Original bietet. Ich kann das nicht richtig beurteilen, merke jedoch große Unterschiede beim amerikanischen Trailer und bei meinem Besuch im Kino.
Ich wünsche dem Film viele ZuschauerInnen und Ihnen gute Unterhaltung, wenn Sie reingehen.
In Ulm läuft er im Moment in der Lichtburg.

Deutscher Trailer

Das Gleiche auf Amerikanisch