Montag

Heute haben
Felix Hartlaub * 1913
Hanna Johansen * 1939
Geburtstag.

felixHannaie
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Mein Buchtipp für den Einstieg in die heisse Woche hat nun mal gar nichts mit der kommenden Hitze zu tun.
Die Frankfurter Anthologie wurde und wird immer wieder zweit- und drittverwertet, was auch gut ist. Und so bringt der Insel Verlag ein Taschenbuch heraus, in dem nur Gedichte von deutschsprachigen Frauen zu lesen sind.
Mittlerweile ist die Anthologie bei S.Fischer gelandet und Suhrkamp / Insel schauen halt nun, wie sie ihren Bestand in neuen Ausgaben herausgeben können. Diesmal ist es wirklich gelungen und setzt sich von vielen anderen Lyrik-Anthologien ab.

frauen

Frauen dichten anders
Deutsche Dichterinnen vom Mittelalter bis zur Gegenwart
Ausgewählt von Marcel Reich-Ranicki
Insel Taschenbuch € 10,00

„Ein Plädoyer für die Poesie der Frauen.“
Marcel Reich-Ranicki

„Gedichte können die Zeit besser überstehen als die prächtigsten Tempel und Paläste“, sagt Marcel Reich-Ranicki. Dieser Band versammelt die für den Literaturkritiker wichtigsten und schönsten Gedichte deutscher Lyrikerinnen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Die vorliegende Sammlung macht in ihrer Vielfalt den Band nicht nur zu einem anregenden Lesevergnügen, sondern auch zu einer bislang einzigartigen Literatur- und Kulturgeschichte.
Was hier (natürlich) fehlt, sind die Beschreibungen der Gedichte, die die Frankfurter Anthologie ausmacht. Wir haben also nur die Gedichte und müssen uns selbst einen Reim darauf machen.
Mit Gedichten von Annette von Droste-Hülshoff, Ricarda Huch, Nelly Sachs, Getrud Kolmar, Marie Luise Kaschnitz, Mascha Kaléko, Friederike Mayröcker, Ingeborg Bachmann, Elisabeth Borchers, Sarah Kirsch, Ulla Hahn, Ulrike Draesner u.v.a. Und das alles auf fast 250 Seiten.


Karoline Günderrode
Der Kuss im Traume

Es hat ein Kuß mir Leben eingehaucht,
Gestillet meines Busens tiefstes Schmachten.
Komm, Dunkelheit! mich traulich zu umnachten,
Daß neue Wonnen meine Lippe saugt.

In Träume war solch Leben eingetaucht,
Drum leb’ ich, ewig Träume zu betrachten,
Kann aller andern Freuden Glanz verachten,
Weil nur die Nacht so süßen Balsam haucht.

Der Tag ist karg an liebesüßen Wonnen,
Es schmerzt mich seines Lichtes eitles Prangen
Und mich verzehren seiner Sonne Gluthen.

Drum birg dich Aug’ dem Glanze irrd’scher Sonnen!
Hüll’ dich in Nacht, sie stillet dein Verlangen
Und heilt den Schmerz, wie Lethes kühle Fluthen.

Marianne von Willemer
Suleika

Ach, um Deine feuchten Schwingen
West, wie sehr ich Dich beneide:
Denn Du kannst ihm Kunde bringen,
Was ich in der Trennung leide.

Die Bewegung Deiner Flügel
Weckt im Busen zartes Sehnen.
Blumen, Augen, Wald und Hügel
Stehn bei Deinem Hauch in Tränen.

Doch Dein mildes, sanftes Wehen
Kühlt die wunden Augenlider.
Ach, für Leid müsst ich vergehen,
Hofft ich nicht zu seh’n ihn wieder.

Eile denn zu meinem Lieben,
Spreche sanft zu seinem Herzen;
Doch vermeid, ihn zu betrüben
Und verbirg ihm meine Schmerzen.

Sag ihm, aber sag’s bescheiden:
Seine Liebe sei mein Leben.
Freudiges Gefühl von beiden
Wird mir seine Nähe geben.

Genießen Sie die Leseprobe mit einigen Gedichten und einer kompletten Inhaltsangabe.
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Literyescapist

Diese Jugend! (gefunden bei: literacyescapist)