Samstag, 29.Januar


Heute haben
Johann Gottfried Seume * 1763
Anton Tschechow * 1860
Romain Rolland * 1866
Gert Hofmann * 1931
Günter Ohnemus * 1946
Olga Tokarczuk * 1962
Philippe Besson * 1967
Mirjam Müntefering * 1969
Geburtstag
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„All das Kleinliche, Trügerische abstreifen, das uns hindert, glücklich zu sein – das ist der Sinn und das Ziel unseres Lebens. Nur vorwärts!.“
Anton Tschechow aus „Der Kirschgarten“
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Claudia Wiltschek empfielt einen Lieblingsroman, den es jetzt als Taschenbuch gibt:

Fabio Andina: „Tage mit Felice
Aus dem Italienischen von Karin Diemerlin
Piper Verlag € 12,00

„Er ist es, der klopft und mich weckt. Es ist noch nicht einmal halb sechs. Ich steige die Treppe herunter, mache die Türe auf und sehe ihn dort im Dunkeln unter einem Schirm, das Hemd offen, kurze Hose, barfuß. Ich ziehe mich an und gehe hinaus. An einem Nagel in der Hauswand hängt das Thermometer das Vittoria mir geschenkt hat. Fünf Grad .“

Ein Bergdorf im Tessin. Jeden Morgen, egal ob Regen oder Schnee, zieht Felice los, läuft steil aufwärts durch den Wald um sein tägliches Bad in einer Felsgumpe zu nehmen. Getrocknet wird sich stehend im Wind, dann geht es wieder abwärts, durch das nun langsam erwachende Dorf. Kräuter für den Tee werden gepflückt. Danach hackt Felice Holz, pflückt im Garten, was es gerade so gibt, geht Pilze sammeln, die er verschenkt oder für Käse tauscht. In seinem Haus gibt es nur das, was wirklich gebraucht wird und Spinnweben werden zur Blutstillung einer Wunde im Keller von der Decke geholt. Kaum zu glauben, steigen doch auch hier im Dorf die Jugendlichen mit ihren verkabelten Ohren in den Schulbus.
Viel passiert nicht oder doch vielleicht auch gerade sehr viel und das ist genau das, was mich dieses Buch so fasziniert lesen lässt. Tage eines alten Mannes, dessen Zufriedenheit soo gut tut und wir herzerfrischend mit ihm aus der Gumpe steigen.

Samstag, 7.August

Das Erdapfel-Bistro macht Urlaub.
Von Montag, 9.8. bis Di 31.8. können Sie Ihre Bestellungen vorne im Erdapfel-Biomarkt abholen.
Ab Mittwoch, 1.9. ist das Bistro wieder geöffnet.
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Heute haben
Joachim Ringelnatz *1 883
Luisa Famos * 1930
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Hoffnung


Verloren fühlte ich mich
Im endlosen Auf und Ab des Seins
In dieser grausamen Weite
In die mich meine Ahnen nichtsahnend warfen

In dieser Weite Die alles eng macht
Die sich um meine Brust legt
Wie ein eiserner Reif In dieser Weite
Die sich in ein finsteres Verlies verkehrt

Durch dessen blinde Bleiglasfenster
Kein Mond scheinen will Verloren und verlassen
Wäre da nicht dieses Pochen in mir
Und jenes vielversprechende Leuchten
Das mich immer wieder aufrichtet
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Unser Tipp des Tages:

Fabio Andina: „Tessiner Horizonte / Momenti Ticinesi
Mit Skizzen von Lorenzo Custer

Aus dem Italienischen von Karin Diemerling
Rotpunktverlag € 25,00

Fabio Andina kennen wir durch seinen besonderen Roman „Tage mit Felice“, den wir seit Erscheinen bei uns im Regal, oder auf dem Tisch zu liegen haben. Dieses schmale Buch aus den Tessiner Bergen und seinem eigenwilligen Felice hat uns alle begeistert. Jetzt sind die Texte vonAndina noch kürzer. eine Seite, nur ein paar Zeilen. Wie der Titel schon sagt, Momente aus der Tessiner Dorfwelt in den Bergen. Weit ab vom großstädtischen Getümmel und Lärm.
Ein Gebirgsbach, ein Campanile, ein Dachziegel, der ausgetauscht werden muss, eine geschmückte Kuh, ein Kaffee und natürlich wieder diese Menschen. Eigen, kantig und doch liebenswert schräg.
Dass früher die Türen immer offen waren. Also sperrangelweit und dass einer weiter oben gar keine Türen mehr hatte und im Winter seinen Tisch gegen die Türöffnung stellte. Das sind solche Geschichten. Es ist wohl diese besondere Verbindung von Menschen und ihrer Natur. Die Einfachheit von Berg und Tal, Wasser und Stein, Wiesen und Wälder, die Andina und Custer faszinieren.
Herausgekommen ist ein sehr schönes Buch in italienisch und deutsch.

Schauen Sie einfach mal in die Leseprobe.
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1. Welches Buch lesen Sie gerade?
2. Welches Buch empfehlen Sie unbedingt?
3. Welches Buch wollen Sie schon immer mal (wieder) lesen?

Fischerman (Verlagsvertreter) liest und empfiehlt:

1.Michael Connelly: „Night Team
2.Richard Powers: „Die Wurzeln des Lebens
3.Heinrich Mann: „Der Untertan

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Alle Nachrichten auf tagesschau.de vom 6.8.2021.
Die Erde brennt und wir schauen zu.


Waldbrände in Südosteuropa
„Ein Pulverfass“

Tagesschau: 06.08.2021 07:42 Uhr

Die Flammen in Griechenland und der Türkei fressen sich weiter durch die Wälder. Griechenlands Ministerpräsident Mitsotakis warnte vor einer weiteren Verschärfung: Die Trockenheit habe das Land in ein „Pulverfass“ verwandelt.
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Waldbrände in der Türkei
Urlaub am Rande der Katastrophe

Tagesschau: 06.08.2021 09:18 Uhr

Wo die einen Brände löschen, machen andere Urlaub. Trotz der verheerenden Feuer in der Türkei landet ein Ferienflieger nach dem nächsten in der Urlaubsregion. Eine Stornierung kam für viele nicht in Frage.
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Waldbrände am Mittelmeer
Tausende fliehen vor der Feuersbrunst

Tagesschau: 06.08.2021 13:36 Uhr

Hohe Temperaturen, starke Winde: Die Waldbrände in Griechenland und der Türkei lodern unkontrolliert weiter. Tausende Menschen müssen fliehen. Um die Katastrophe zu bewältigen, wollen sich beide Länder nun gegenseitig helfen.
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Waldbrände in Kalifornien
„Flieht um euer Leben“

Tagesschau: 06.08.2021 08:35 Uhr

Dürre und Hitze fordern ihren Tribut: Seit Wochen sind viele Menschen an der US-Westküste in Alarmbereitschaft, weil die Brände zu nahe kommen. Nun hat das Feuer eine ganze Kleinstadt vernichtet.
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Hungerkrise in Madagaskar
Notfalls auch Leder zum Essen

Tagesschau: 06.08.2021 13:28 Uhr

Hilfsorganisationen sagen, es gehe um Leben und Tod in Madagaskar. Die schlimmste Dürre seit 40 Jahren gefährdet Hunderttausende Menschen. Neu ist die Krise nicht, aber jeden Tag gravierender.

Dienstag, 15.September

Heute haben
Ferdinand von Saar * 1833
Truman Capote * 1924
Élie Wiesel 1928
Jurek Becker * 1937
Werner Schmidli * 1939
Cecilia Ahern * 1981
Geburtstag.
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Georg Trakl
Verklärter Herbst


Gewaltig endet so das Jahr
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.
Rund schweigen Wälder wunderbar
Und sind des Einsamen Gefährten.

Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
Gebt noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.

Es ist der Liebe milde Zeit.
Im Kahn den blauen Fluß hinunter
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht –
Das geht in Ruh und Schweigen unter.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

Fabio Andina: „Tage mit Felice“
Aus dem Italienischen von Karin Diemerlin
Rotpunktverlag  € 24,00

„Er ist es, der klopft und mich weckt. Es ist noch nicht einmal halb sechs. Ich steige die Treppe herunter, mache die Türe auf und sehe ihn dort im Dunkeln unter einem Schirm, das Hemd offen, kurze Hose, barfuß. Ich ziehe mich an und gehe hinaus. An einem Nagel in der Hauswand hängt das Thermometer das Vittoria mir geschenkt hat. Fünf Grad .“
Ein Bergdorf im Tessin. Jeden Morgen, egal ob Regen oder Schnee, zieht Felice los, läuft steil aufwärts durch den Wald um sein tägliches Bad in einer Felsgumpe zu nehmen. Getrocknet wird sich stehend im Wind, dann geht es wieder abwärts, durch das nun langsam erwachende Dorf. Kräuter für den Tee werden gepflückt. Danach hackt Felice Holz, pflückt im Garten, was es gerade so gibt, geht Pilze sammeln, die er verschenkt oder für Käse tauscht. In seinem Haus gibt es nur das, was wirklich gebraucht wird und Spinnweben werden zur Blutstillung einer Wunde im Keller von der Decke geholt. Kaum zu glauben, steigen doch auch hier im Dorf die Jugendlichen mit ihren verkabelten Ohren in den Schulbus.
Viel passiert nicht oder doch vielleicht auch gerade sehr viel und das ist genau das, was mich dieses Buch so fasziniert lesen lässt. Tage eines alten Mannes, dessen Zufriedenheit soo gut tut und wir herzerfrischend mit ihm aus der Gumpe steigen.
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