Mittwoch

Heute haben
Ben Johnson * 1572
und Richard Strauss * 1864
Geburtstag
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UNGEREIMTHEITen DER WOCHE
von Werner Färber

ZIVILCOURAGE IN UNIFORM

Ein Polizist hat „remonstriert“
zu Hamburg in der großen Stadt.
Was er damit demonstriert?
Dass er ein Gewissen hat!

Dem Vorgesetzten sagte er,
dass er Flüchtlinge nicht schlage,
weil dieses Vorgeh’n sich nur schwer
mit wahrer Menschlichkeit vertrage!

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FISCHREIHER & KUHREIHER
(Ungereimtheiten aus der Tierwelt CCLXI)
 
Verspeist ein Reiher Fischlein klein,
muss es ein Fischreiher wohl sein.
Doch nicht jeder Reiher heißt
nach dem Tier, das er verspeist:
 
Fräßen sie ausschließlich Kühe,
hätten Kuhreiher wohl Mühe.
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„Boyhood“
von Richard Linklater
Mit u.a. Patricia Arquette, Ellar Coltrane, Ethan Hawke, Lorelei Linklater

40 Drehtage in 12 Jahren, das muss man sich mal vorstellen. Und daraus soll dann ein besonderer Film werden. Wir kennen von Linklater seine „Before“-Trilogie, in der übrigens auch Ethan Hawke mitspielt und die im Abstand von jeweils 9 Jahren mit den gleichen beiden Schauspielern gedreht wurde. Aber jetzt eine Patchwork-Familie und im Mittelpunkt den Jungen Mason und das über 12 Jahre. Das ist ne Leistung. Allein die Truppe, die Schauspieler bei der Stange zu halten. Respekt. Es beginnt als Mason 7 Jahre alt ist. Er lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter und seiner etwa 2 Jahre älteren Schwester in einer kleiner Stadt in Texas. Masons Vater ist irgendwo in Alaska unterwegs. Masons Mutter ist voller Energie, kümmert sich um ihre Restfamilie und möchte in Houston noch einmal neu anfangen und ihr Studium zuende bekommen. Sie ist diejenige, die die Fäden in den Händen hält, jedoch bei ihrer Männerwahl komplett hereinfällt. Masons Vater taucht zu Beginn nur sporadisch als großer Quassler auf und bringt eher Unruhe als Kontiuniät in die Welt der Kinder.
Linklater erzählt uns die Geschichte dieser vier Personen und ihrem Umfeld. Er springt dezent von Monat zu Monat und Jahr zu Jahr. Und wenn wir nach einem entscheidenden Moment im Leben von Mason meinen, jetzt kommt die große Wendung im Film und im Leben des Jungen, dann beginnt die nächste Szene mit einem Dialog, der mit der Szene davor nichts zu tun hat, sondern mit etwas sehr Alltäglichen. Linklater will uns damit vielleicht zeigen, dass das Leben sich nicht unbedingt nach einem einscheidenen Erlebnis in eine bestimmte Richtung wendet. Nein, es sind die vielen kleinen Dinge, die uns prägen. Es ist die Familie, es sind die Freunde, auch dann noch, wenn wir sie aus den Augen verloren haben.
Fast 3 Stunden Kino und es ist schon so, dass wir die Personen vermissen, wenn wir das Kino verlassen. Allein die körperliche Veränderung des kleinen pummeligen Mason in den 18jährigen Studenten, der seinem Filmvater Ethan Hawke irgendwie auch noch ähnlich sieht, ist schon enorm. Wie in einem dicken Roman, wenn wir die letzte Seite umgeschlagen haben und die Personen nach einem langen Leben verlassen müssen.
Linklater zeigt uns aber auch ein Jahrzehnt USA, den Obama-Wahlkampf, die Bush-Verdrossenheit, die Musik dieser Zeit, die es als Soundtrack zu kaufen gibt. Und wenn Mason am Ende sein Glück gefunden zu haben scheint, so wissen wir, dass auch sein Leben weitergeht und niemand ahnt, in welche Richtung.

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Freitag

Heute hat Carl Zuckmayer (* 1896) Geburtstag
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Irgendwie komme ich durcheinander.
Heute der erste Arbeitstag und doch schon wieder Freitag.
Wie geht das denn? Und der nächste Montag ist dann schon wieder Freitag, weil der Mittwoch Sonntag- sprich Feiertag ist.
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Während der Feiertage habe ich es endlich geschafft und mir „Before Midnight“ angeschaut.

Midnight

Before Midnight
€ 14,90
Regie und Buch:
Richard Linklater, Julie Delpy und Ethan Hawke.
Die letzten beiden spielen auch die Hauptrollen.

Dies ist die dritte Folge mit Jessie dem Amerikaner und Celine der Französin, die sich 1995 in „Before Sunrise“ in Wien getroffen haben und 2004 in „Before Sunset“ in Paris zusammengezogen sind. Nun sind wieder neun Jahre vergangen und die beiden sind immer noch zusammen, haben mittlerweile zwei Zwillingstöchter und verbringen Urlaub auf einer griechischen Insel. Jessie bringt zu Beginn seinen Sohn aus erster Ehe zum Flugzeug, damit er wieder zurück in die USA fliegen kann. Es sind die letzten Tage auf der Insel. Alle Freunde und Gastgeber treffen sich zu einem gemeinsamen Essen, bevor Celine und Jessie zu Fuß zu einem feinen Hotel gehen, das sie spendiert bekommen haben. Dies alles spielt alles vor Mitternacht, wie der Titel schon sagt.
Was passiert in dem Film? Nicht viel und doch extrem Wichtiges. Es wird nur geredet, geredet und geredet.
Jessie und sein Sohn reden auf dem Flughafen, wobei der Sohn sehr einsilbig ist und Jessie ihn fast nicht loslassen kann. Dann folgt ein langer Dialog zwischen Jessie und Celine in Auto, bis sie alle um einen großen Esstisch sitzen. Nach dem Essen gibt es eigentlich nur noch einen großen Dialog zwischen den beiden.
In diesem dritten Film findet sich kaum Witziges, wie in den Film zuvor. Die Gespräche sind immer hart an der Grenze zwischen Ironie und Ernst. Das beginnt im Auto. Dort stecken die beiden ihre Grenzen nochmals neu ab und/oder stellen sie uns vor. Beim gemeinsamen Essen erzählt jeder über sich und seinen Partner. Auch hier könnte es leicht zu einem Streit kommen, wenn die Tischnachbarn nicht schlichtend eingreifen würden. Die Situation eskaliert später auf dem Spaziergang zum Hotel. Celine fühlt sich in ihrer Rolle als arbeitende Mutter und Hausfrau zu wenig gewürdigt und stellt Jessie als Schriftsteller-Macho hin. Als er noch in Erwägung zieht, eventuell in die USA zu ziehen, damit er näher an seinem Sohn ist, bekommt Celine dies sofort in den falschen Hals. Die Argumente treffen immer tiefer und aus einer romantischen Nacht im Luxushotel wird ein verbaler Boxkampf über mehrere Runden. Es bahnt sich eine Versöhnung an; die Filmemacher lassen uns aber, wie zuvor, im Dunkeln, wie es weitergehen könnte. So müssen wir wieder neun Jahre warten, um mehr über die beiden zu erfahren. Dann ist Jessie 50 und wohl mitten in einer Lebenskrise.
Schaumermal.
Ich fand diese Schlagabtausche genial. Dies Nichtausgesprochene, diese Missverständnisse kommen endlich auf den Tisch. Und welcher Film kann es sich schon leisten, ohne Action auszukommen. Kleines Theater als großes Kino.

Trailer deutsch

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Trailer englisch

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Ein Interview

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