Dienstag, 2.April


Heute haben
Casanova * 1725
Hugo von Fallersleben * 1798
Hans Christian Andersen * 1805
Emile Zola * 1840
Max Ernst * 1891
György Konrad * 1933
Thomas Glavinic * 1972
Geburtstag
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„Kunst hat nichts mit Geschmack zu tun“
Max Ernst
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Heute abend liest Clemens Grote aus folgenden vier Bücher vor:



Wir beginnen pünktlich um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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Mittwoch, 27.März


Heute haben Geburtstag:
Heinrich Mann * 1871
Francis Ponge * 1899
Golo Mann * 1909
Hansjörg Schneider * 1938
Harry Rowohlt * 1945
Dubravka Ugresic * 1949
Patrick McCabe * 1955
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„Demokratie ist im Grunde die Anerkennung, dass wir, sozial genommen, alle füreinander verantwortlich sind.“
Heinrich Mann
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Jetzt als Taschenbuch:

Shelly Kupferberg: „Isidor
Ein jüdisches Leben
Diogenes Verlag Taschenbuch € 14,00

Die Berliner Journalistin Shelly Kupferberg schreibt in diesem biografischen Roman über ihren Urgroßonkel, der, aus der tiefsten jüdischen Provinz kommend, in Wien einen grandiosen gesellschaftlichen Aufstieg hinlegte. Zuerst änderte er seinen Vornamen Israel zu Isidor, hatte eine einzigarte Idee, um viel Geld zu verdienen und lebte fortan im Wiener Jetset. Die Prominenz ging bei ihm aus und ein. Gleichzeitig war er überall ein gern gesehener Gast. Um seine Familie kümmerte sich Isidor auch und finanzierte u.a. das Studium des Großvaters der Autorin.
Was kaum möglich zu sein schein: Isidor kommt unter die Räder der Nazi, wird enteignet, inhaftiert, gefoltert und stirbt entkräftet, bevor er seine Flucht in die USA organisieren kann.
Shelly Kupferberg beschreibt Isidors Aufstieg und Leben so hautnah, dass man diese Geschichte beim Lesen kaum glauben kann. Umso heftiger dann sein bitteres Ende.
Doch damit noch nicht genug. Als Walter, der obengenannte Großvater, nach dem Krieg die Wohnung von Isidor aufsucht, wird ihm mit dem Aufschrei: „Der Jud“ die Tür vor der Nase zugeschlagen.
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Kommenden Dienstag, den 2.April, stellen wir ab 19 Uhr wieder vier neue Romane vor.
Clemens Grote liest aus:

Percival Everett: James
– Ein Roman über Rassismus, angesiedelt zur Zeit und in der Stadt von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Der Aufmacher in der ZEIT Beilage zur Leipziger Buchmesse.

Doris Dörrie: Die Reisgöttin
– Gesammeltes im doppelten Sinne. Doris Dörrie schreibt über die vielen Dinge, die sie von ihren vielen Reisen von Bali bis ins Allgäu mitgebracht hat.

Lize Spit: Der ehrliche Finder
– Schmal und sehr intensiv ist dieser Roman, in dem zwei Jugendliche versuchen, die Abschiedung ihrer Familie verhindern wollen.

Vigdis Hjorth: Ein falsches Wort
– Jetzt wieder neu auf dem deutschen Buchmarkt. Der Roman, der die norwegische Autorin weltberühmt gemacht hat und in Norwegen für einen Skandal sorgte.

Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei

Dienstag, 5.März

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Eduard Mörike
In der Frühe

Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir,
Dort gehet schon der Tag herfür
An meinem Kammerfenster.
Es wühlet mein verstörter Sinn
Noch zwischen Zweifeln her und hin
Und schaffet Nachtgespenster.
– Ängste, quäle
Dich nicht länger, meine Seele!
Freu dich! schon sind da und dorten
Morgenglocken wach geworden.
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Dacia Maraini: „Tage im August
Aus dem Italienischen von Ingrid Ickler
Folio Verlag € 25,00

Diese Neuübersetzung wurde im Deutschen mehrfach neu entdeckt. Zuletzt vor fast 20 Jahren im Piper Verlag. Das Buch spielt 1943 am Meer bei Rom, kam im Original unter dem Titel „La vacanza“ Anfang der 60er Jahre heraus und hat nichts von seiner Aktualität verloren. „La vacanza“ bedeutet natürlich die großen Sommerferien, aber auch eine Leerstelle. Und diesen leeren Fleck möchte die Protagonistin Anna füllen.
Dacia Maraini wurde 1936 geboren, verbrachte einige Jahre ihrer Kindheit in Japan, eine Zeit in einem Konzentrationslager und entwickelte sich, nicht nur in der Literatur, zu einer der wichtigsten Stimmen zur Gleichberechtigung von Frauen in Italien. Diese Erfahrungen spiegeln sich in ihren Romanen wieder
Hier nun ist es die 14 jährige Anna, die mit ihrem jüngeren Bruder in einem Nonneninternat zur Schule geht. Ihr Vater holt sie mit dem Motorrad ab, um sie mit ans Meer zu nehmen und ihnen ihre neue Mama vorzustellen, da ihre leibliche Mutter schon gestorben ist. Was und wie und mit wem ihr Vater arbeitet bleibt undurchsichtig und ist auch nicht ganz ungefährlich, wenn man im Krieg mit den falschen Menschen Kontakte hält.
Am Meer ist es heiss und schwül. Diese Stimmung spiegelt sich auch in den Personen wieder, die keinen festen Boden unter den Füßen haben und nicht wissen, wie das Leben nach dem Krieg weitergehen wird. Während über Rom die Bomben herunterfliegen, ist Anna hunrig nach der Welt. Sie will wissen, wie Liebe wirklich geht. Doch was sie erlebt ist nicht Zuneigung und Nähe, sondern die Gier der jungen und alten Männer. Anna lässt sich darauf ein und sammelt Eindrücke, die sie nach dem Sommer wieder mit in ihr Internat nimmt.
Dacia Mariani hat diesen Roman mit 17 Jahren geschrieben und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Veröffentlichung ohne Reibereien vonstatten gegangen ist. Dieser unterschwellige Angriff auf die archaische, patriarchale Welt der 60er Jahre in Italien war sicherlich nicht mit der Einstellung der Autorin einverstanden.
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Heute Abend liest Clemens Grote ab 19 Uhr aus vier neuen Romanen.
Vielleicht haben Sie Zeit.
Wir freuen uns.
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Dienstag, 6.Februar


Heute Abend gibt es wiede eine „Erste Seite“ mit vier neuen Büchern und Clemens Grote.
Beginn ist 19 Uhr, der Eintritt ist kostenlos.
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Heute haben
Christopher Marlowe * 1564
Alfred Mombert * 1872
Irmgard Keun * 1905
und Emilia (wird 18)
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Hinter der Mauer

Putz blättert
Von der alten Mauer
An die sich der Sack lehnt
Gerissen
Ist er an mehreren Stellen
speit Klamotten aus
Nach dem warmen Regen
Rinnen Tränen
Über die Plastikfolie
In die Pampe
Für Afrika
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Nach „Meine ersten Tiere“, „Meine ersten Farben“ und „Meine ersten Sachen“ gibt es jetzt ein neues Bilderbuch für die Allerkleinsten von Anna Süßbauer.


Anna Süßbauer: „Meine ersten Fahrzeuge“
Oetinger Verlag € 14,00
Pappbilderbuch ab 2 Jahren


Ich glaube, ich muss gar nicht viel dazu schreiben. Die Beispielseiten sprechen für sich.
Vom Laufrad bis zum U-Boot ist alles dabei.
Mit ihren Farben und (manchmal) besonderen Formen laden die Illustrationen zum Blättern, Reden und zum Erlernen erster Wörter ein.

Hier geht es zur Website von Anna Süßbauer.
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Auf tagesschau.de gefunden.
Von Jakob Mayr, ARD Brüssel

Auf dem Weg zur Klimaneutralität
EU-Kommission verkündet Etappenziel für 2040

Die EU will bis 2050 klimaneutral werden. Nun präsentiert die Kommission ein Etappenziel für 2040. Doch vor der Europawahl scheuen sich Regierungen, ihre Bevölkerung auf Veränderung und Verzicht einzustellen.
Europas Kampf gegen den Klimawandel gleicht einem Marathon: Je weiter die EU-Staaten vorankommen, desto größer werden die Anstrengungen. Die erste Marke ist gesetzt – bis 2030 will die EU ihren Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase im Vergleich zu 1990 um 55 Prozent senken.
Die dafür nötigen Gesetze sind weitgehend beschlossen, umsetzen müssen sie die Mitgliedsstaaten. Bis zur Mitte des Jahrhunderts will die EU klimaneutral sein, also unter dem Strich nicht mehr Klimagase ausstoßen als durch Aufforstung oder CO2-Speicherung eingespart werden.
Für den Zeitraum dazwischen schlägt die EU-Kommission jetzt ein neues Etappenziel vor: Sie will Europas Emissionen bis 2040 um 90 Prozent gegenüber 1990 reduzieren.
Hier finden Sie den kompletten Artikel.

Dienstag, 7.November


Heute haben
Johann Gottfried Schnabel * 1692
Fritz Reuter * 1810
Albert Camus * 1913
Antonio Skármeta * 1940
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Atemlos

Federleicht
Fast schwerelos
Kommt sie daher, die kleine Angst
Sie lächelt dich an
Keine Sorge
Sagt sie
Halt ein und vertrau mir
Ich will dir nur helfen
Sagt sie
Bevor sie den Stachel in dich gräbt
Und das Gift
Das den Winzling zum Monster macht
In dein Hirn strömt
Deine Haare stehen zu Berge
Dein Herz friert ein
Nichts geht mehr
Bis du den Atem wiederfindest
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Ein einzigartiges Zeitdokument:


Beate Storz: „Die lange Kette“
Die Friedensbewegung in Neu-Ulm im Herbst 1983
Stadt Neu-Ulm, Stadtarchiv € 15,00

Diese Neuerscheinung gibt einen neuen Blick auf die Menschenkette von Neu-Ulm nach Stuttgart-Vaihingen, als am 22. Oktober 1983 hunterttausende Menschen händereichend gegen die Stationierung von Pershing II-Atomraketen demonstrierten. Zum 40. Jahrestag dieses Großereignisses hat die Autorin Beate Storz neue und verborgene Archivalien, nicht nur in Neu-Ulm, zusammengetragen und hat von Zeitzeugen und Zeitzeuginnen aus erster Hand Geschichten erfahren, die dieses Buch zu einem umfassenden Werk zur Planungs- und Umsetzungsgeschichte der Menschenkette machen.
Die broschierte Ausgabe hat auf 100 Seite, neben den Berichten der ZeitzeugInnen, viele Fotos und Dokumente versammelt, wie es noch nie zu sehen war.

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Heute Abend bei uns in der Buchhandlung.
Beginn: 19 Uhr

Montag, 6.November

Heute haben
Robert Musil * 1880
Michael Cunningham * 1952
Karin Fossum * 1954
Geburtstag
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Conrad Ferdinand Meyer
Novembersonne

In den ächzenden Gewinden
Hat die Kelter sich gedreht,
Unter meinen alten Linden
Liegt das Laub hoch aufgeweht.

Dieser Erde Werke rasten,
Schon beginnt die Winterruh –
Sonne, noch mit unverblassten,
Goldnen Strahlen wanderst du!

Ehe sich das Jahr entlaubte,
Gingen, traun, sie müßig nie,
Nun an deinem lichten Haupte
Flammen unbeschäftigt sie.

Erst ein Ackerknecht, ein Schnitter,
Und ein Traubenkoch zuletzt
Bist du nun der freie Ritter,
Der sich auf der Fahrt ergetzt.

Und die Schüler, zu den Bänken
Kehrend, grüßen jubelvoll,
Hingelagert vor den Schenken,
Dich als Musengott Apoll.
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Unser Sachbuchtipp:


Alice Hasters: „Identitätskrise
Hanser Verlag € 20,00

Mit großer Begeisterung habe ich das neue Buch von Alice Hasters gelesen. Sie nimmt uns mit auf eine Reise durch die Geschichte Deutschlands, der BRD, den Kolonialismus, die Globalisierung und schreibt in vielen Schleifen über Nebensächlichkeiten in den Zeitläuften, die sich für das Verständnis unserer Krisen als sehr wichtig herausstellen.
Zuerst definiert sie das Wort „Identität“ und sieht es als eine lange Erzählung über uns selbst, die sich auch noch Jahren und Jahrzehnten nicht verändert hat. Wenn nun aber verschiedene Erzählungen aufeinanderprallen und das System des kapitalistischen, freien Westens über alles gestülpt wird, heisst es immer wieder seine eigene Erzählung zu überprüfen.
Hasters schreibt in einem nicht wissenschaftlichen Ton, berichtet aus ihrer Kindheit und verknüpft die damaligen Erinnerungen an die Weltgeschichte. So entsteht ein sehr klares Bild unserer diversen Krisen, angefangen mit der Klimakrise, die sich aus unserem Wirtschaftssystem entwickelt hat. Ihre Lösungsvorschläge sind radikal, die Wirklichkeit, die Vergangenheit war jedoch deutlich brutaler und hat sehr viele Menschenleben gekostet und Leid und Elend auf die Welt gebracht.

Leseprobe

Auf NDR finden Sie eine Buchbesprechung und ein Interview mit der Autorin:

https://www.ndr.de/nachrichten/info/Alice-Hasters-Wir-koennen-nicht-so-weitermachen,audio1501704.html
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Morgen Abend stellen wir wieder vier neue Romane vor.
Um 19 Uhr geht es los.
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Donnerstag, 28.September


Heute haben
Prosper Mérimèe * 1803
Albert Vigoleis Thelen * 1903
Ellis Peters * 1913
Siegfried Unseld * 1924
Donna Leon * 1942
Helen Oyeyemi * 1984
Geburtstag
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„Der Schriftsteller sucht im Grunde nicht die Wahrheit, sondern seine Wahrheit. Erst jenseits der Aktualitäten beginnt für ihn die Wirklichkeit.“
Siegfried Unseld
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Jetzt als Taschenbuch:


Stefan Hertmans: „Der Aufgang
Aus dem Niederländischen von Ira Wilhelm
Diogenes Verlag € 15,00

Was für ein Buch, was für ein Stoff, was für eine Geschichte.
Stefan Hertmans ist bekannt für seine Romane, die auf Tatsachen beruhen und sehr genau recherchiert sind. Sind es Romane, romanartig geschriebene Dokumentarbücher, oder stark erzählte Biografien?
Ein früherer Roman „Krieg und Terpentin“ war 2017 für den International Man Booker Price ­nominiert und jetzt folgt wieder ein unglaubliches Buch, das ich einem fast 90 jährigen Kunden in die Hand drückte, der in den Niederlande aufgewachsen ist. Drei Tage später meldet er sich wieder und meinte, dass er das alles so erlebt habe.
Stefan Hertmans kaufte in Gent ein heruntergekommenes Haus, das vor sich hinmodert. Der Verkäufer sagte damals schon, dass darin ein ganz besonderer Mann mit seiner Familie gewohnt hatte. Auf dem Kaminsims stand die Hitlerbüste. Aber sonst sei er halt ein fehlgeleiteter Kopf gewesen.
War das wirklich so? War Willem Verhulst nur etwas verdreht und warum hat er dann seine Landsleute ans Messer geliefert und in KZs verschicken lassen? Wie hielt es seine pazifistische Ehefrau mit ihm aus? Wie lebte es sich in einem zerissenen Land mit verschiedenen Sprachen, dem Hass gegenüber den anderen Bevölkerungsgruppen, wenn der Ehemann und Vater zur SS geht?
Stefan Hertmans hat daraus einen unglaublich interessanten, flott zu lesenden Memoir-Roman gelesen, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Leseprobe
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Jetzt schon mal vormerken:

Am kommenden Dienstag, den 3.Oktober, (Achtung Feiertag) stellen wir wieder vier neue Romane vor.
Clemens Grote liest aus:

Birgit Mattausch: Bis wir Wald werden
Wolf Hass: Eigentum
Drago Jancar: Als die Welt entstand
Lina Nordquist: Mein Herz ist eine Krähe

„Die erste Seite“ am 3.Oktober ab 19 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
Wir freuen uns auf Ihren/Euren Besuch.


Dienstag, 5.September

Heute haben
Christoph Martin Wieland * 1733
August Wilhelm von Schlegel * 1767
Heimito von Doderer * 1896
Arthur Koestler *1905
Lily Brett 1946
Geburtstag
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„Der Wein gibt Witz und stärkt den Magen.“
Christop Martin Wieland
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Unser Buchtipp:


Jami Attenberg: „Bis hierher war’s ein weiter Weg

Mein ach so grandioses Leben als Autorin
Aus dem Amerikanischen von Barbara Christ
Schöffling Verlag € 26,00
All the Way to Meet You
Writing Myself Home
Amerikanische Ausgabe € 14,90

Seit ihrem ersten Buch in deutscher Übersetzung, „Die Middlesteins“, haben wir alle folgenden Neuerscheinungen der us-amerikanischen Autorin bei uns auf dem Neuerscheinungstisch. Als sie noch in Brooklyn lebte, fuhr sie jährlich für ein paar Monate nach New Orleans, um einen weiteren Roman zu schreiben. Mittlerweile lebt sie dort fest.
Mit Bis hierher war’s ein weiter Weg hat sie einen weiteren Höhepunkt in ihrem Schaffen erreicht.
Das Reisen steckt Jami Attenberg wohl in den Genen, denn ihr Vater war schon Handlungsreisender. Und so zieht sich dieses Thema durch ihr autobiographisches Buch. Stundenlange, tagelange Fahrten auf ihren Lesereisen und zu Veranstaltungen mit ein paar handvoll ZuhörerInnen, präg(t)en ihren Alltag. Reise ich oder laufe ich weg, kann man im Buch lesen. Aber es ist auch eine Reise durch ihr Werk, durch Literatur allgemein und eine Reise durch ihr bewegtes Leben als Frau, das sie mit unglaublichem Humor beschreibt, sich selbst auf die Schippe nimmt, obwohl es einige Aufs und Abs gibt.
Jami Attenberg erzählt dies nicht chronologisch, sondern mäandert mal hier- mal dorthin und hüpft durch die Zeiten. Ihr ist mit diesem Roman-Essay eine wunderbare Liebeserklärung an die Kunst des Schreibens gelungen.
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Haben Sie Lust auf einen Vater-Sohn Roadtrip in einem ollen Camper durch das vereiste Niemandsland in den USA? Auf die Geschichte der alten Mutter als Schwimmerin, die ins Vergessen hinübergleitet? Oder auf das Porträt zweier Frauen aus verschiedensten Jahrhunderten in den Marschlande bei Hamburg? Oder auf das Buch des Jahres in Schweden?
Dann kommen Sie doch heute abend zu uns in die Buchhandlung.

Clemens Grote liest, im Rahmen unserer 1.Seite, aus vier neuen Romanen.
Der Eintritt ist wie immer frei.
Wir beginnen pünktlich.
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Afrika und der Klimawandel
Mit voller Wucht

Von Sandra Biegger, SWR auf tagesschau.de

Die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent verursachen einen Bruchteil der klimaschädlichen Treibhausgase – bekommen die Folgen der Erderwärmung aber mit voller Härte zu spüren. Das zeigt ein Bericht der Weltwetterorganisation.
Die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf feiert in diesen Tagen Geburtstag. Vor 150 Jahren wurde sie gegründet, um die weltweite Zusammenarbeit der meteorologischen Dienste voranzutreiben. Immer häufiger beschäftigt sich die UN-Organisation auch mit den globalen Auswirkungen des Klimawandels, die bereits auf der ganzen Welt zu spüren sind.
Afrika habe aber besonders darunter zu leiden, sagt Chris Hewitt von der WMO. Es sei zwar nicht Aufgabe seiner Organisation, Fragen globaler Gerechtigkeit zu klären, die Fakten seien jedoch klar. „Die afrikanischen Länder stoßen weniger CO2 aus als andere Regionen der Welt. Dennoch sind sie gleich stark vom Klimawandel betroffen – wenn nicht noch mehr“, erklärt er.

Den kompletten Artikel finden Sie hier.

Freitag, 1.September


Heute haben
Blaise Cendras * 1887
Friedrich Jünger * 1898
Andrei Platonow * 1899
Willem Frederik Hermans * 1921
Martin Stade * 1931
Annie Ernaux * 1940
António Lobo Antunes * 1942
Andreas Maier * 1967
Geburtstag
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Eduard Mörike
Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
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Dienstag, 5.September, 19 Uhr
„Die erste Seite“
Wir stellen wieder vier neue Romane vor.
Clemens Grote liest aus
Richard Ford: Valentinstag
Ia Genberg: Details
Julie Otsuka: Solange wir schwimmen
Jarka Kubsova: Marschlande

Wir beginnen pünktlich, der Eintritt ist kostenlos.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

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Longlist für den Deutschen Buchpreis 2023

Der Deutsche Buchpreis hat die 20 Titel umfassende Longlist für die Auszeichnung veröffentlicht. Seit Ausschreibungsbeginn wurden dafür 196 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2022 und dem 19. September 2023 (Bekanntgabe der Shortlist) erschienen sind oder noch erscheinen.

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Tomer Dotan-Dreyfus: Birobidschan (Verlag Voland & Quist, Februar 2023)
  • Raphaela Edelbauer: Die Inkommensurablen (Klett-Cotta, Januar 2023)
  • Sherko Fatah: Der große Wunsch (Luchterhand Literaturverlag, August 2023)
  • Elena Fischer: Paradise Garden (Diogenes Verlag, August 2023)
  • Charlotte Gneuß: Gittersee (S. Fischer Verlag, August 2023)
  • Luca Kieser: Weil da war etwas im Wasser (Picus Verlag, August 2023)
  • Angelika Klüssendorf: Risse (Piper Verlag, August 2023)
  • Sepp Mall: Ein Hund kam in die Küche (Leykam Verlag, August 2023)
  • Terézia Mora: Muna oder Die Hälfte des Lebens (Luchterhand Literaturverlag, August 2023)
  • Thomas Oláh: Doppler (Müry Salzmann Verlag, Februar 2023)
  • Angelika Overath: Unschärfen der Liebe (Luchterhand Literaturverlag, April 2023)
  • Necati Öziri: Vatermal (claassen, Juli 2023)
  • Teresa Präauer: Kochen im falschen Jahrhundert (Wallstein Verlag, Februar 2023)
  • Anne Rabe: Die Möglichkeit von Glück (Klett-Cotta, März 2023)
  • Kathrin Röggla: Laufendes Verfahren (S. Fischer Verlag, Juli 2023)
  • Tonio Schachinger: Echtzeitalter (Rowohlt Verlag, März 2023)
  • Sylvie Schenk: Maman (Carl Hanser Verlag, Februar 2023)
  • Clemens J. Setz: Monde vor der Landung (Suhrkamp Verlag, Februar 2023)
  • Tim Staffel: Südstern (Kanon Verlag Berlin, September 2023)
  • Ulrike Sterblich: Drifter (Rowohlt Verlag Hundert Augen, Juli 2023)

Wir haben drei junge AutorInnen mit ihren Erstlingswerken zu uns in die Buchhandlung eingeladen. Jetzt stellt sich heraus, dass alle drei Romane auf der Longlist zu finden sind.
Wir freuen uns.
Am Donnerstag, 21. September kommt Luca Kieser mit „Weil da war etwas im Wasser„,
am Dienstag, 26. September kommt Charlotte Gneuß mit „Gittersee“ und
am Donnerstag, 22. Februar 2024 kommt Elena Fischer mit „Paradise Garden“ zu uns.

In die vh Ulm, in den Club Orange haben wir Judith Hermann mit ihrem neuen Buch „Wir hätten uns alles gesagt“ eingeladen und
am Freitag, den 3.November liest Germana Fabiano aus ihrem Buch „Mattanza“, dem ersten Roman der Autorin, der vom Italienischen ins Deutsche übertragen worden ist.

Auf https://jastram-buecher.de/veranstaltungen und https://jastramkultur.blog/veranstaltungen/ finden Sie noch mehr Veranstaltungen in unserer Buchhandlung. So z.B. die Leuchtobjekte von Ebo Leichtle während der Kulturnacht, unseren Bücherabend, in Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte und vieles mehr.

Dienstag, 1.August

Ulmer Bindertanz

Heute haben
Herman Melville * 1819
Peter Kast * 1894
Ernst Jandl * 1925
Bernward Vesper * 1938
Guus Kuijer * 1942
Geburtstag
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Johann Wolfgang Goethe
Dem aufgehenden Vollmonde

Willst du mich sogleich verlassen?
Warst im Augenblick so nah!
Dich umfinstern Wolkenmassen,
Und nun bist du gar nicht da.

Doch du fühlst, wie ich betrübt bin,
Blickt dein Rand herauf als Stern!
Zeugest mir, daß ich geliebt bin,
Sei das Liebchen noch so fern.

So hinan denn! hell und heller,
Reiner Bahn, in voller Pracht!
Schlägt mein Herz auch schmerzlich schneller,
Überselig ist die Nacht.
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Jetzt als Taschenbuch:


Jens Liljestrand: „Der Anfang von morgen
Aus dem Schwedischen von: Thorsten Alms, Karoline Hippe, Franziska Hüther, Stefanie Werner
S.Fischer Verlag € 14,00

Als das Buch vor einem Jahr als gebundene Ausgabe erschienen ist, war es einer der ersten Romane, die den Klimawandel und die großen Brände (hier in Schweden) zum Thema machte. Nach diesem heissen Sommer ist es noch viel aktueller geworden.
Die Wälder brennen und es wird danach viele Vermisste und Tote geben.
Jens Liljestrand will aber kein Weltuntergangsszenario beschreiben. Er will in seinem Buch die Blickrichtung auf die Menschen richten. Was machen Menschen in so einer Extremsituation? Wie verhalten sie sich? Wie reagieren sie auf andere Menschen in ihrem Umfeld? Liljestrand lässt dabei vier Menschen zu Wort kommen, die auch von vier Personen übersetzt worden sind.
Da ist Didrik, der mit seiner Familie im Herzen Schweden in einer Waldhütte seinen Urlaub verbringt. Zu lange warten sie, bis sich entschließen, aufzubrechen. Dass dann das Auto, durch die Hitze, nicht mehr anspringt, macht die Situation noch gefährlicher. Daneben gibt es noch eine junge Influencerin, den Sohn einer Tennislegende und Didriks älteste Tochter Vilja, die am Ende des Romanes die Zügel in die Hand nimmt. Es sind die Jungen, die sich wehren, die kämpfen, die sich einsetzen und ihr Leben riskieren.

„Ich habe den Roman nicht geschrieben, damit Leute jetzt feststellen, dass es den Klimawandel gibt – das ist bekannt. Was mein Roman kann: helfen, die eigene Gefühlswelt auszudrücken – Verzweiflung oder Wut oder Trauer oder Resilienz. Das kann Kultur. Wir werden den Klimawandel nicht mit Kultur stoppen. Dafür brauchen wir Wissenschaft und Technologie. Aber Kultur lässt Menschen sich selbst und andere erkennen.“

„Der Anfang von morgen“ ist ein prallvoller Roman, über den ich noch seitenlang schreiben könnte, so viele Geschichten sind darin verwoben, in denen es um auch um Liebe und Betrug, politische Engagement und heftige Diskussionen geht.
Liljestrand möchte nicht erklären und physikalische Zusammenhänge aufdröseln. Er nimmt uns mittenhinein in ein mögliche Zukunft, die schon Wirklichkeit geworden ist. Wir hören es knistern und knacken, wir spüren die Hitze und das Brüllen der Feuersbrunst und meinen direkt neben den Personen zu stehen.

„Wenn Sie diesen Roman gelesen haben und mehr über den Klimawandel wissen wollen: Lesen Sie keine Romane. Informieren Sie sich lieber darüber, was Ihre Regierungen und Wissenschaftler dazu sagen.“, schreibt der Autor.

John Ironmonger, Autor von „Der Wal und das Ende der Welt“ schreibt:
„Atemberaubend und kraftvoll. Eine aufwühlende, beeindruckende Geschichte, unverzichtbar für unsere Zeit.“
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„Die erste Seite“

Heute abend liest Clemens Grote aus vier literarischen Neuerscheinungen.
Wir sind mit Johanna Sebauer im heissen Sommer in Kärnten im kleinen Kaff Nincshof, mit Emma Cline bei den Reichen am Meer in den Hamptons, mit Yves Ravey im dramatischen Sommerurlaub in Taormina und räumen mit Doris Knecht ihre alte Wohnung und das alte Leben auf.

Beginn ist 19 Uhr.
Der Eintritt ist frei.