Donnerstag, 2.August

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Heute haben
Joseph Hayes * 1918
James Baldwin * 1924
Isabel Allende * 1942
Geburtstag.
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Ernst Blass
Vormittag

Den grünen Rasen sprengt ein guter Mann.
Der zeigt den Kindern seinen Regenbogen,
Der in dem Strahle auftaucht dann und wann.
Und die Elektrische ist fortgezogen

Und rollt ganz ferne. Und die Sonne knallt
Herunter auf den singenden Asphalt.
Du gehst im Schatten, ernsthaft, für und für.
Die Lindenbäume sind sehr gut zu dir.

Im Schatten setzt du dich auf eine Bank;
Die ist schon morsch; – auch du bist etwas krank –
Du tastest heiter, daß ihr nicht ein Bein birst.

Und fühlst auf deinem Herzen deine Uhr,
Und träumst von einer schimmernden Figur
Und dieses auch: daß du einst nicht mehr sein wirst.
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Susanne Link empfiehlt:

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Minna Rytisalo:Lempi, das heißt Liebe
Aus dem Finnischen von Elina Kritzokat
Hanser Verlag € 21,00

Drei Menschen erinnern sich an Lempi – an die junge, schöne, verliebte Frau, die Viljami Hals über Kopf heiratet.
Ich habe das Buch mit immer größer werdendem Genuß gelesen und den Prolog gleich mehrmals dazu, denn Minna Rytisalo hat in diesen zwei Seiten schon viel erraten. Eine Autorin, geboren in Lappland, nun Finnischlehrerin und Literaturbloggerin, die ich mir unbedingt merken muss.

5 Fragen an Minna Rytisalo

Frau Rytisalo, „Lempi, das heißt Liebe“ ist ja Ihr Romandebüt. Ein sehr gekonntes Debüt. Was war Ihr Ausgangspunkt und wie lange haben Sie an dem Buch gearbeitet?

Ich wurde vierzig und dachte, es wäre Zeit, etwas zu tun, was ich mein ganzes Leben hätte tun sollen. Die Handlung habe ich mir ausgedacht, während ich Schularbeiten beaufsichtigte (ich bin Gymnasiallehrerin), und es ging alles ziemlich schnell. Im Mai 2015 begann ich zu schreiben, im Januar 2016 habe ich den Vertrag unterzeichnet, und im Juli desselben Jahres erschien das Buch.
Ich hatte zuvor keine fiktionalen Texte geschrieben, aber ich hatte einen eigenen Buch-Blog und eine Kolumne in unserer Zeitung. Statt zu schreiben, habe ich immer gelesen. Das Lesen war tatsächlich meine Schreibschule.

Drei Figuren des Romans erzählen Lempis Geschichte: Viljami, Elli und Sisko. Können Sie diese Figuren und ihre Stimmen mit wenigen Worten charakterisieren?

Ich wollte für jede dieser drei Figuren eine je eigene Stimme finden, diese Herausforderung habe ich mir selbst gestellt. Viljami ist krank vor Liebe, die Sehnsucht nach seiner verschwundenen Frau überwältigt ihn. Er spricht in langen, poetischen Sätzen. Sein Kummer ist so groß, dass er ihn fast erdrückt. Elli, die zweite Erzählstimme, ist die Magd von Viljami und seiner Frau Lempi, und sie ist voller Eifersucht und Hass. Sie spricht in kurzen Sätzen, mit einer leidenschaftlichen, leicht erregbaren Stimme. Sie redet wie eine einfache Frau, aber ohne Dialekt. Die dritte Stimme ist Lempis Schwester Sisko, die das Geschehen aus großem zeitlichem Abstand betrachtet. Jahrzehnte später hat sie sich mit ihrer Vergangenheit ausgesöhnt und spricht undramatisch, neutral, ohne Gefühlsüberschwang darüber.

Wir sehen Lempi nur durch die Augen dieser drei Figuren. Wer ist sie?

Sie zeigt uns, dass wir einander nie vollständig sehen können. Sie selbst hat keine eigene Stimme in dem Buch, sie wird nur von den anderen interpretiert – sie ist ein Rätsel, das sich nicht vollständig auflösen lässt.

Der Roman hat eine große emotionale Kraft – da gibt es Liebe, Eifersucht, Lebenshunger – und zugleich diese raffinierte Erzählstruktur. Wie sind Sie beim Schreiben vorgegangen?

Ich finde die Art, wie eine Geschichte erzählt wird, viel interessanter als die Geschichte selbst. Ich wollte in allen drei Teilen des Buchs eine Spannung erzeugen, aber das Faszinierendste für mich sind der Stil und die Schattierungen und Töne der Sprache.

Der Roman spielt vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs in Lappland und wir erfahren einiges über die finnisch-deutsche Geschichte. Was bedeutet dieser historische Background für Sie?

Großmutter hat mir davon erzählt, wie sie ihr Zuhause verlassen und fliehen mussten, als der Lapplandkrieg mit Deutschland begann. Sie erzählte mir, wie hart und schrecklich es war, in das verbrannte Dorf zurückzukehren. Ich verbrachte meine Kindheit zwischen sichtbaren Zeichen des Krieges: Da gab es einen alten Keller und eine alte Sauna, von denen jeder wusste, sie hatten den Brand in unserem Dorf überstanden; meinem Großvater fehlte an einer Hand ein Finger, und er wollte nie über seine Erfahrungen auf dem Schlachtfeld sprechen. Aber was in Lempi erzählt wird, stammt nicht von meiner Familie, sondern aus meiner Fantasie.
Ich wusste auch immer, dass finnische Frauen sich mit deutschen Soldaten in Lappland eingelassen hatten, der Dokumentarfilm Auf Wiedersehen, Finnland (2010) von Virpi Suutari hat mich stark beeindruckt. Der dramatische Moment, in dem aus deutschen Freunden und Geliebten in einer Nacht Feinde wurden, ist ein sehr interessanter Augenblick unserer Geschichte.

Leseprobe

Mittwoch, 2.August

Heute haben
Joseph Hayes * 1918
James Baldwin * 1924
Isabel Allende * 1942
Geburtstag.
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Heute im Gedichte Kalender:

Ernst Blass
Vormittag

Den grünen Rasen sprengt ein guter Mann.
Der zeigt den Kindern seinen Regenbogen,
Der in dem Strahle auftaucht dann und wann.
Und die Elektrische ist fortgezogen

Und rollt ganz ferne. Und die Sonne knallt
Herunter auf den singenden Asphalt.
Du gehst im Schatten, ernsthaft, für und für.
Die Lindenbäume sind sehr gut zu dir.

Im Schatten setzt du dich auf eine Bank;
Die ist schon morsch; – auch du bist etwas krank –
Du tastest heiter, daß ihr nicht ein Bein birst.

Und fühlst auf deinem Herzen deine Uhr,
Und träumst von einer schimmernden Figur
Und dieses auch: daß du einst nicht mehr sein wirst.
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Emilia Wiltschek (11) empfiehlt:

Elana K.Arnold:Keine Angst vor Stinktieren
Carlsen Verlag € 10,99
Kinderbuch ab 11 Jahre

Tiere sind super, findet der 8 jährige Junge Bat, vor allem Stinktiere, denn seit seine Mutter auf dem Weg zur ihrer Tierarztpraxis ein kleines Stinktierbaby aufgegabelt hat, soll dieses einen Monat bei ihnen wohnen. Nach seiner Meinung ist das viel zu kurz, Aber seine Mutter lässt sich nicht erweichen. Nach einem Monat soll das kleine Stinktier in eine Tierstation umgesiedelt werden. Wenn Bat nur das Stinktier zu seinem Vater mitnehmen dürfte, zu dem er jedes Wochenende mit seiner Schwester geht, wäre alles perfekt, aber das erlaubt seine Mutter nicht und so freut Bat schon immer wenn er endlich wieder bei dem kleinen Stinktier sein darf.
Eine sehr schöne Geschichte. Witzig aber gleichzeitig auch sehr orginell.
😀👍👍👍👍👍👍

Leseprobe

Mittwoch

Stendhal hat heute Geburtstag (* 1783)
Dazu kann ich nur sagen: Lest Stendhal!
Bei diesen grauen Tagen mit der „Kartause von Parma“ ins Bett gehen;
es gibt (fast) nichts Besseres.
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Heute gibt es eine passende Leseprobe von Eduardo Galeanos Buch: „Kinder der Tage“, das im Februar erscheinen wird.

Januar
23
Mutter der Zivilisation

Im Jahre 1901 begann einen Tag nach dem letzten Atemzug
von Königin Victoria in London ihre feierliche Begräbniszeremonie.
Die Organisation war nicht einfach. Sie verdiente einen
großen Tod, diese Königin, die einem ganzen Zeitalter ihren
Namen gegeben hatte und ein Beispiel für weibliche Hingabe
gewesen war, weil sie über vierzig Jahre im Gedenken an
ihren verstorbenen Ehemann Trauer trug.
Victoria, ein Symbol des britischen Empires, unbestrittene
Herrscherin über das 19. Jahrhundert, hatte China das
Opium aufgezwungen und ihrer Nation ein tugendhaftes
Leben.
Im Zentrum ihres Reichs waren die Bücher, die gute Manieren
lehrten, Pflichtlektüre.
Das Buch der Etikette von Lady Gough, veröffentlicht im
Jahre 1863, entwickelte einige der sozialen Gebote der Epoche:
So galt es zum Beispiel, die unerträgliche Nähe der Bücher
von Autoren zu den Büchern von Autorinnen in den
Regalen der Bibliotheken zu vermeiden.
Die Bücher durften nur zusammenstehen, wenn Autor
und Autorin ehelich verbunden waren, wie im Falle von
Robert und Elizabeth Barrett Browning.
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Ja, ich weiss, ich hänge da wirklich schwer hintendran.
Alle kennen das und den schon und wissen bescheid und bestellen und lachen beim Kaufen. Nur ich schau immer dumm aus der Wäsche.
Nun also liegen (dank Sandra) die vier CDs im Auto und ich höre Marc-Uwe Kling und seinem Nachbarn/Mitbewohner, dem Känguru zu.
Sehr lustig. Wirklich.
Wie Kling liest und die Stimme verstellt. Sehr gut.
Dieses nervige Kanguru mit seiner schnippischen Art zu reden, kommt mir sehr bekannt vor. Solche Typen gibt es wirklich. Und wahrscheinlich mehr, als wir denken. Auch hier zieht der Klein- und Lebenskünstler Kling den Kürzeren, wenn die beiden ins Diskutieren kommen.
Die Geschichten gibt es auch als Buch, wobei mir die gelesene Fassung doch sehr viel Spaß macht und vielleicht ist das Lesen dann lustiger, wenn ich die Stimme im Ohr habe.

Kling

Marc-Uwe Kling: „Die Känguru-Chroniken
Live und ungekürzt
Hörbuch Hamburg 4 CDs € 14,99

Marc-Uwe Kling lebt mit einem Känguru zusammen. Das Känguru ist Kommunist und steht total auf Nirvana. Die Känguru-Chroniken berichten von den Abenteuern und Wortgefechten des Duos. Und so bekommen wir endlich Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zeit: War das Känguru wirklich beim Vietcong? Und wieso ist es schnapspralinensüchtig? Könnte man die Essenz des Hegelschen Gesamtwerkes in eine SMS packen? Und wer ist besser: Bud Spencer oder Terence Hill?

Hier finden Sie unter der Abbildung der CDs eine Hörprobe.
Und hier noch eine Hörprobe.

Eine Leseprobe von den beiden gibt es hier.

So! Nun muss es aber reichen. Oder?
Genug? Wirklich? Ja, dann ist ja gut.
Falls nicht, hier schreibe ich Ihnen die lieferbaren Bücher und passenden CDs auf, die Sie bei uns bekommen/bestellen können.

Marc-Uwe Kling: „Die Känguru Chroniken
Ansichten eines vorlauten Beuteltiers
Taschenbuch € 7,95
4 Hör-CDs für € 14,99

Das Känguru-Manifest
Taschenbuch € 8,99
4 Hör-CDs € 14,99
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