Donnerstag, 2.Februar


Heute haben
Samuel Pepys * 1633
Wilhelm Grimm * 1786
Erich Kästner * 1899
Elisabth Langgässer * 1899
César Aira * 1949
Geburtstag
__________________________________________

„Das Glück ist keine Dauerwurst, von der man täglich eine Scheibe herunterschneiden kann.“
Erich Kästner
__________________________________________

Unser Buchtipp:


Rizaniño Reyes (Text) & Sara Boccaccini Meadows (Illustrationen):“Im Garten
Die wunderbare Welt der Pflanzen
Aus dem Englischen von Andreas Jäger
ars edition € 20,00
Großformatiges Sachbilderbuch ab 9 Jahren

Pflanzen sind die wahren Meister:innen auf diesem Planeten. Nicht irgendwelche Weltmeister:innen im Sport, Größen am Klavier, oder in der Politik. Nein, es sind die unendlich vielen Pflanzen, die so Unglaubliches leisten, zu dem wir überhaupt nicht in der Lage wären. Und zusätzlich könnten wir Menschen keinen Tag ohne Pflanzen überleben.
Rizaniño Reyes stellt uns hier 15 verschiedene Pflanzenarten vor, die wir kennen und die wir fast alle auch im eigenen Garten anpflanzen können. Ja ja, das mit der Ananas wird schwierig. Aber Pfefferminze, Gartensalat, Narzissen, Tomaten und Karotten wachsen auch bei uns. Sara Boccaccini Meadows illustriert großflächig, bunt und doch detailliert die Texte auf vier Seiten. So entstand ein Wissens-Sachbuch, das wie ein Kunst-Bildband in der Hand liegt. Vielleicht liegt es daran, dass die Illustratorin mit ihren bunten Gemälden eigene Ausstellungen bekommt und auch Innenräume von Schulen und anderen Gebäude ausmalt.

Unbedingt in die kleine Leseprobe schauen.

Rizaniño Reyes ist Gärtner, Referent und Pädagoge. Er verbrachte seine Kindheit auf den Philippinen auf einer Obstplantage, die von seinem Vater verwaltet wurde, und zog mit sieben Jahren in den Pazifischen Nordwesten. Mit seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten lernte er die Namen vieler neuer und seltsamer Blumen und Pflanzen kennen und pflegte seine Liebe zum Gartenbau an der University of Washington weiter.
Mehr Infos zu Rizaniño Reyes

Sara Boccaccini Meadows ist eine britische Illustratorin mit Sitz in Los Angeles. Ihre verspielten und illustrativen Arbeiten in Aquarell, Gouache und Tusche sind inspiriert von der Natur und haben ihr auf Instagram eine Viertelmillion Follower eingebracht.
Mehr Infos zu Sara Boccaccini Meadows
________________________________________

Kurs an der vh ulm
„Klimawandel vor der eigenen Haustür! Was kann ich tun?“

Stürme, Starkregen, Hitzewelle – die Auswirkungen des Klimawandels sind längst auch bei uns in der Region angekommen. Immer mehr Menschen sind betroffen und wollen etwas tun.

Der Kurs „klimafit“ an der vh ulm nimmt an sechs Abenden die Grundlagen und (regionalen) Auswirkungen des Klimawandels in den Fokus, zeigt individuelle und gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten auf und gibt Zeit und Raum für den Austausch untereinander. Darüber hinaus lernen die Teilnehmenden das örtliche Klimaschutzmanagement der Stadt Ulm kennen und kommen mit führenden Expertinnen und Experten im Bereich Klimaforschung sowie Klima- und Umweltschutz ins Gespräch.

Am Ende des Kurses erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat, ausgestellt von dem Helmholtz-Forschungsverbund Regionale Klimaänderungen und Mensch (REKLIM) und dem WWF Deutschland. Beide sind für die Inhalte des Kurses verantwortlich. Gefördert wird der Kurs von der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) sowie der Stadt Ulm.

Die Themen der sechs Kursabende:

1. Grundlagen des Klimawandels und Einführung in die kommunale Herausforderung
2. Ursachen des Klimawandels sowie Klimaschutz und -anpassung auf kommunaler Ebene
3. Expertendialog mit führenden Klimaforscher:innen (online)
4. Regionale Folgen des Klimawandels und was kann ich selbst tun?
5: Expertentipps zur Mobilität (online)
6. Den Klimawandel gemeinsam anpacken

Weitere Informationen zum Kurs unter www.klimafit-kurs.de.

Kursort: Volkshochschule Ulm, EinsteinHaus, Kornhausplatz 5, 89073 Ulm
Zeitraum: 29.03.2023 – 14.06.2023, 6 Kursabende (2 davon online)

Samstag, 18.Februar

Heute haben
Stéphane Mallarmé * 1842
Christa Wolf * 1929
John Updike * 1932
Sergio Pitol * 1933
Joy Fielding * 1945
Geburtstag
__________________________________________

Theodor Storm

O wär im Februar doch auch,
Wie’s ander Orten ist der Brauch
Bei uns die Narrheit zünftig!
Denn wer, so lang das Jahr sich mißt,
Nicht einmal herzlich närrisch ist,
Wie wäre der zu andrer Frist
Wohl jemals ganz vernünftig.
____________________________________________

Unser Sachbuchtipp:


Uwe Neumahr: „Das Schloss der Schriftsteller“
Nürnberg ’46 / Treffen am Abgrund
C.H.beck Verlag € 26,00

Die Nürnberger Prozesse einmal aus einer anderen Sicht, aus einem anderen Blickwinkel erzählt.
Noch nie waren wohl soviel berühmte Schriftsteller:innen und Journalist:innen aus aller Welt an einem Ort, unter einem Dach versammelt. Erich Kästner war in Nürnberg und Erika Mann, John Dos Passos und Martha Gellhorn, Willy Brandt und Markus Wolf. Augusto Roa Bastos kam aus Paraguay, Xiao Qian aus China und noch einige mehr. Sie alle wohnten im Schloß Faber-Castell (der von den Bleistiften), schrieben dort, diskutierten, stritten sich, tanzten, tranken und verzweifelten zum Teil. Nürnberg war zerstört, so dass dieses Schloß außerhalb der Stadt als Herberge herhalten musste.
Tagsüber saßen sie im Gerichtssaal und hörten den Berichten zu, blickten in den Abgrund der Geschichte und abends und nachts schrieben sie darüber. Diese Erfahrungen veränderte nicht sie als Personen, sondern auch ihre Art zu schreiben.
Uwe Neumahr hat sich ein paar dieser Berühmtheiten herausgezogen und schreibt über deren Leben, ihre Erlebnissse in Deutschland und zitiert aus ihren Texten und Briefen, so dass wir einen einzigartigen Zugang zu diesem Prozess, zu den Tätern und Opfer, den Deutschen vor Ort bekommen.

Die Überschriften der einzelnen Kapitel sagen schon mal sehr viel:

  • Das Presselager im Bleistiftschloss
  • Amerikanische Niederlagen
    oder die Melancholie des John Dos Passos
  • Gräfin Katharina und der Gestapochef Rudolf Diels
  • Erich Kästners gebrochenes Versprechen
  • Erika Mann, ihre «liebe Irrenhäuslerin» und ein unangenehmes Wiedersehen
  • William Shirer und der gute Wehrmachtsgeneral
  • Alfred Döblins Verschleierung:
    Von vermeintlichen Gästen auf Schloss Faber-Castell
  • Janet Flanners provokante Kritik an Hermann Görings Verhör
  • Stalinismus auf Französisch: Elsa Triolet
  • Willy Brandt, Markus Wolf und der Massenmord von Katyn
  • Rebecca Wests Affäre mit dem Richter
  • Martha Gellhorn, Hemingways Schatten und der Schock von Dachau
  • Malen, um dem Grauen zu entfliehen:
    Wolfgang Hildesheimer beim Einsatzgruppenprozess
  • Eine Art Nachwort:
    Golo Manns Einsatz für den inhaftierten Rudolf Heß

Montag

IMG_3051

Heute haben
Samuel Pepys * 1633
Elisabeth Langgässer * 1899
Erich Kästner * 1899
Geburtstag

IMG_3052
________________________

IMG_3074

Linus Reichlin: „In einem anderen Leben“
Galiani Verlag € 19,99

Letzte Woche haben wir im Laden noch darüber geredet, dass wir von us-amerikanischen Romanen überschüttet werden, ohne dabei kaum noch auf deutschsprachige Bücher aufmerksam zu werden.
An diesem Wochenende steckten wir unsere Nasen jedoch nur in deutsche Bücher und waren hellauf begeistert. Rasmus Schöll entdeckte Kai Weyands Buch: „Applaus für Bronikowski“, das wir auch sehr sehr gut fanden. Ich bin gerade noch in den letzten Zügen von „Das alte Land“ von Dörte Hansen und muss dauernd vorlesen, so treffend lustig sind viele Teile des Buches.
Lange lag Linus Reichlins Buch im Laden. Es kam vor Wochen schon als Leseexemplar, wurde von mir aber nicht beachtet. Jetzt, nachdem es auf dem Neuerscheinungstisch liegt, habe ich es mitgenommen und am Samstagabend in einem Rutsch durchgelesen.
Grossartig!
Am Ende dieser Buchvorstellung können Sie einen Trailer zum Buch anschauen, in dem der Autor Bilder seiner Eltern zeigt. Diese Aufnahmen sind von zentraler Wichtigkeit für den Beginn des Romanes und fast mag man denken, dass dies alles gar nicht wahr sein kann und alles nur Fiktion ist.
Leider ist die Musik dazu viel dramatischer, als die Schreibweise des Buches, die nämlich sehr locker daherkommt. In einem unbedarften, kindlichen, jugendlichen Ton schreibt Reichlin die Zeit mit seinen Eltern auf, bis er auszieht in die weite Welt und von der Schweiz bis nach Berlin kommt.
Linus wächst also in der Schweiz auf. Seine Mutter kommt aus dem Tessin und verliebt sich junge Frau beim Baden in einen Schönling. Es wird bald geheiratet und kurz darauf ist auch schon Luis auf der Welt. Alles könnte so gut laufen, wenn Luis‘ Vater nicht trinken (saufen) würde. Schon im ersten Kapitel schreibt der Autor, dass dies das Unglück der Ehefrau sein würde.
Reichlin stellt seine Schreibweise hier schon vor. Er verflechtet Ereignisse, Musiktitel, Modebegriffe und Gebrauchsartikel in den Text, die zur damaligen Zeit (es beginnt in den 50er Jahren) in Gebrauch waren. So sind es die Atombombenabwürfe auf dem Bikini-Atoll, der noch unbekannte Elvis, mit denen wir auf den ersten Seiten in Kontakt kommen. Es folgen natürlich die Beatles, später Marc Bolans T-Rex und Led Zeppelin, bestimmte Getränke und Ausdrücke, Automarken und politische Ereignisse. Und damit gekommen wir diese Zeit sehr plastisch vor Augen geführt.
Luis merkt, dass hinter der Fassade seiner Eltern, die einmal mit Elizabeth Taylor und Richard Burton verglichen worden sind, einiges nicht stimmt. Sein Vater ist Zahnarzt, versäuft aber nicht nur seinen guten Ruf, sondern nach und nach auch sein ganzes Vermögen. Es herrscht Ehekrieg im Elternhaus. Es fliegen Türen und Gläser, bis seine Mutter mit dem Auto verunglückt und seitdem als Pflegefall im Rollstuhl sitzt.
Mittend drin Linus, der sich seine Träume selbst erfüllen muss und sei es nur mit geklautem Geld von seinem Vater, sich eine E-Gitarre zukaufen und mit einem Kumpel ein Marc Bolan Coverband zu gründen. Dass er bei der Musik nie den Takt halten kann, und immer ein wenig zu schnell ist, zieht sich durch das ganze Buch und ist sicherlich symptomatisch für das Leben von Luis, der noch nicht seinen eigenen Rhythmus gefunden hat. Als seinem Vater das Geld immer mehr durch die Finger rinnt, möchte er ein wertvolles Bild verkaufen. Seine Ehefrau bekommt dadurch eine starke, lebensbedrohliche körperliche Krise, so dass der junge Luis auf die Idee kommt, dieses Bild nachzumalen, damit sich seine Mutter wieder erholt.
Diese beiden Bilder spielen im zweiten Teil des Buch noch eine wichtige Rolle und verändern das Leben von Linus noch einmal grundlegend.
Linus erlebt die erste Liebe, zieht von daheim aus und lebt in einer kleiner Studentenbude in einer größeren Stadt in der Schweiz. Als diese Beziehung in die Brüche geht, kommt der große Schritt nach Berlin.
Es gäbe noch so viel über Luis und seine Eltern zu erzählen. Auch darüber, ob es wirklich Linus Reichlins Eltern und sein Leben ist, das er hier beschreibt. Auch, ob Luis sich von seinem Whisky trinkenden Vater lösen kann, der von großer Löwenjagd träumte, oder ob er ins gleiche Fahrwasser gerät. Ob solche Veranlagungen erblich sind und ein Fluch auf ihm und seiner Familie liegt, oder ob er ein neues, eigenes Leben gestalten kann.
Linus Reichlin schriebt dies, wie schon erwähnt, sehr locker und frech auf, so dass wir das Leben dieses Taugenichtes nicht mehr aus der Hand legen wollen und können und mit ihm leiden und hoffen und ihm die Daumen drücken, dass es noch irgendwie hinhaut.
Für mich lohnende. mitreissende Entdeckung, eine Lektüre über die engen Bande der Familie und die vielen versteckten Fallen, die wir erst im Rückblick entdecken.

https://www.youtube.com/watch?v=6Z5CjnPNEB0
____________________________

Werner Färber Ungereimtheiten sind Oscar aktuell:

UNGEREIMTHEIT DER WOCHE (aus der Tierwelt …):
SCHICKSAL EINES FROSCHES (2. Versuch)
 
Es hockt auf einem großen Blatt
der Seerose ein Frosch und hat
noch nicht bemerkt, dass ihn die Schlange
im Visier hat schon recht lange.
 
Nach angewandter Blick-Hypnose
schnellt die Schlange Richtung Rose,
macht ihr Maul auf und zu –
und der Frosch hat seine Ruh.
UNGEREIMTHEIT DER WOCHE (… fies bis böse – anlässlich der Oscar Verleihung)
 
EISVERKÄUFER VS. CINEAST

Erleichtert ist das Publikum,
nachdem die Werbung endlich um.
Doch jeder Kinogänger weiß:
dreht sich der letzte Spot um Eis,
wird’s Licht noch einmal angemacht
und Eiscreme in den Saal gebracht.
Das kalte Naschwerk soll sodann
verkauft werden an Frau und Mann.

Heut‘ ruft jedoch ein Cineast,
der derlei Unterbrechung hasst:
„Wer ein Eis kauft, wird erschossen!“
Wie ein Pudel steht begossen,
der Eisverkäufer blass und still,
merkt äußerst schnell, dass niemand will
– da alle haben Angst vorm Sterben -,
käuflich von ihm was erwerben.

Er hat das rettende Gespür,
flink zu verschwinden durch die Tür.
Der Rufer (welcher waffenlos)
ist höchst erfreut – der Film geht los.

___________________

Übermorgen ist es so weit.
Am Mittwoch ab 19 Uhr stellt Herr Lauinger den Manesse Verlag vor.
Schauen Sie vorbei. Es würde mich und den Verlagsleiter sehr freuen.
____________________

Samstag

CIMG8834

Mit diesem Cappuccino (von Michele Napolitano in der Kaffebar in der Lichtburg) wünsche ich Ihnen einen schönen Samstagmorgen.
_________________________

Heute hat Erich Kästner Geburtstag (* 1899)
_________________________

Endlich wieder lieferbar!

Einstein

Peter Tille, Manfred Bofinger (Illustrator): „Einstein mit der Geige
Eulenspiegel Verlag € 6,99
Ein Pappbilderbuch im handlichen Format 22 x 16 cm

Lange Zeit war es vergriffen, das schöne Bilderbuch über Albert Einstein und seine Geige, so dass wir uns in der Buchhandlung überlegten, wie wir das ändern könnten. So wuchs die Idee, diese Bildergeschichte als Plakat drucken zu lassen. Sehr stolz waren wir über das fertige Produkt und haben ihm auch gleich ne ISBN verpasst. Wahrscheinlich schwirrt die auch noch irgendwo in den Nachschlagewerken herum. Als Abfallprodult gab es dann noch so ein kleines Streifenplakat, das wir für wenig Geld hergaben.
Nun sind die großen Plakate fast alle weg und von den kleinen Streifen haben wir noch einige im Büro liegen.
Wenn Sie Sie nun Lust haben, sich von Tille und Bofinger die Relativitätstheorie erklären zu lassen, dann kommen Sie vorbei, rufen Sie an, mailen Sie uns und wir schenken Ihnen diesen Bilderbuchstreifen.

CIMG8840CIMG8837

Albert Einstein braucht für seinen Weg zur Arbeit immer gleich lange.
Es sind immer die selben Personen, die er auf seinem Weg dorthin trifft.
Wenn es aber regnet, holt ihn ein Auto ab. Der Weg ist der selbe, die Personen auch.
Aber er schafft die gleiche Strecke in einer viel kürzeren Zeit.
Ja, das isses schon mit der Relativität.
Relativ einfach!
Na gut, Einsteins Gedanken gingen schon noch ein wenig tiefer.
Aber für den relativen Anfang soll es uns genügen.

12
34

Peter Tille schrieb Gedichte, Aphorismen und Kinderbücher. Geboren 1938 in Leipzig, gestorben 1996.

Manfred Bofinger, Grafiker und Illustrator, 1941 in Berlin geboren. Abitur. 1961 Abschluß einer Lehre als Schriftsetzer. 1961-1968 Typograf beim «Eulenspiegel». Seit 1968 freiberuflicher Graphiker und Cartoonist in Berlin. 120 illustrierte Bücher, viele Preise, zahlreiche Ausstellungen, ausgezeichnete Bücher. Der beliebte Zeichner starb im Januar 2006.
______________________

UNYPL

Links „The Mummy, The Will And The Crypt“ von John Bellairs.
Rechts „Ribsy“ von Beverly Cleary.
(gefunden bei UNYPL)