Mittwoch, 25.März

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Heute haben
Flannery O’Connor * 1925
Mohammed Choukri * 1935
Alessandro Piperno * 1972
Geburtstag
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Der Ulmer Blumenladen „Stielecht“ hat geschlossen, aber eine tolle Tafel im Schaufenster.

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Passend in dieser besonderen Zeit. Jetzt neu als Taschenbuch.

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John Ironmonger: „Der Wal und das Ende der Welt“
Aus dem Englischen von Maria Poets und Tobias Schnettler
Fischer Taschenbuch € 12,00

Ein kleines Fischerdorf an der englischen Südküste, abgelegen idyllisch, kaum von Touristen besucht und in den Wintermonaten sind die Bewohner unter sich. Es passiert nicht viel, jeder kennt jeden, es wird viel getrascht und die Dorfschule hat auch nur noch eine Hand voll Kinder, die Lehrerin befürchtet die baldige Schließung.
Neues Leben kommt ins Dorf an dem Tag als Joe, ein Banker aus London an Land gespült wird. Fast alle sind bei seiner Rettung dabei und der pensionierte Dorfarzt nimmt ihn bei sich auf. Er ist der geheimnisvolle Fremde und der Besitzer des teuren Autos, das verlassen auf dem Dorfparkplatz stand. Ein Analyst, dessen Leben fast nur noch aus Zahlen und Berechnungen bestand und der sich letztendlich für den Kollaps seiner Bank verantwortlich fühlte.

„In dem Dorf St.Piran erzählt man sich noch immer von dem Tag, als der nackte Mann am Strand angespült wurde. Es war der selbe Tag an den Kenny Kennet den Wal sah. Manche sagen, es sei ein Mittwoch gewesen. Andere scheinen sich ganz sicher zu sein, dass es ein Donnerstag war. Und zwar Anfang Oktober. Vielleicht aber auch Ende September, doch im Durcheinander der Tage und Wochen, die folgten, dachte niemand daran, alles aufzuschreiben. Manche Dorfbewohner behaupteten, sie erinnerten sich an jede Einzelheit, und sie alle erzählen von dem nackten Mann, und sie alle erzählen von dem Wal.“

Ein toller Roman mit liebenswerten Menschen, einem großen Wal und einem Kirchturm voller Proviant.

Leseprobe
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Fred Wiegräfe spielt „California Dreaming“ gegen den Corona Blues.

Dienstag, 28.August

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Heute haben
Johann Wolfgang von Goethe * 1749
Liam O’Flaherty * 1896
Janet Frame * 1924
Juri W. Trifonow * 1925
Arkadi Strugazki * 1925
Geburtstag
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Ferdinand von Saar
Nun ist das Korn geschnitten

Nun ist das Korn geschnitten,
die Felder leuchten fahl,
ringsum ein tiefes Schweigen
im heißen Sonnenstrahl.

Verblüht ist und verklungen,
was duftete und sang,
nur sanft tönt von den Triften
der Herdenglockenklang.

Das ist, o Menschenseele,
des Sommers heilger Ernst,
daß du, noch eh er scheidet,
dich still besinnen lernst.
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Vanessa Güntzel empfiehlt:

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Chandler Baker:Das Ende ist erst der Anfang
Aus dem Englischen von Gerad Bean
Verlag: Thienemann Verlag € 17,00
Jugendbuch ab 14 Jahren

Lake, wird bald 18, somit hat Sie die Möglichkeit zu entscheiden,
wie Sie ihre Resurrection Möglichkeit nutzen soll. Das bedeutet,
Sie kann einen Menschen aussuchen, den Sie ins Leben zurückholen kann.

Eigentlich ist die Entscheidung schon gefallen, doch plötzlich durch einen
tragischen Unfall, wendet sich das Blatt. Nun muss Sie sich zwischen
Drei Personen entscheiden. Drei Personen, ohne die Sie ihr Leben nicht leben wollte.
Ihr Bruder Matt – Ihre beste Freundin Penny – und ihre große Liebe Will.

Die Autorin schafft es, einen sofort mit der Handlung zu fesseln.
Ich habe mir selbst die Frage gestellt, wie ich handeln würde?
Wen ich wählen würde? Ob es richtig ist Überhaupt jemanden zu wählen?
Gott zu spielen und über Leben und Tod zu entscheiden?

So viele Fragen werden aufgeworfen und dennoch schafft die Autorin es,
dass ich am Ende des Buches mit dem Geschehenen abschließen kann,
auch wenn ich dieses Ende nicht erwartet hätte.

Dienstag

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Heute haben
Georg Kaiser * 1878
Ba Jin * 1904
Francis Durbridge * 1912
Joseph Zoderer * 1935
Maarten t’Hart * 1944
Connie Palmen * 1955
Gregor Hens * 1965
Geburtstag.
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Neil Gaiman: „Der Ozean am Ende der Straße“
Aus dem Englischen übersetzt von Hannes Riffel
Eichborn Verlag € 18,00

Eigentlich hätte es, laut Neil Gaiman, eine Erzählung werden sollen. Eine kurze Geschichte, die er während der Abwesenheit seiner Frau zu schreiben gedachte. Aber aus der Erzählung wurde immer mehr, bis es bei einem Roman endete. Gaiman war selbst erstaunt und konnte es nicht fassen, was ihm da alles aus der Feder floss. Es sollte ein Buch für seine Frau sein, die seine Fantasy-Bücher nicht mag. Sie mag ihn. Also fing er mit sich im Mittelpunkt an. Mit einer Person, die an der Ort seiner Kindheit zurückkehrt, um an einer Beerdigung teilzunehmen. Dort begegnet er einer alten Frau und er taucht ein in seine Kindheit. In den Sommer, als er sechs Jahre alt war. Die Zeit, als seine Eltern noch in einem Haus wohnten, das längst abgerissen ist und nicht mehr existiert. Es ist eine Zeit, die er vergessen, verdrängt hat. Eine Zeit, die in den Köpfen der Erwachsenen keinen Platz mehr hat, in denen es rational und effektiv zugeht. Eine Zeit, in der es noch Peter Pan gab, der die Kinder mitnahm und verführte. Eine Zeit, in der kindliche Ängste Wirklichkeit war, in der Kinderaugen etwas sehen und es komplett falsch interpretieren. Eine Zeit, in der viel aus dem Ruder ging, in der die Ehe seiner Eltern fast zerbrach, in der eine Kinderliebe sich auflöste, in der Wesen aus Büchern lebendig und bedrohlich werden.

Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen.

Neil Gaiman hat dann doch wieder eine Roman mit vielen Fantasyelementen geschrieben und dennoch ein warmherziges, inniges Buch über Freundschaft, Macht und Vertrauen. Ein Buch, in dem das Geld der Erwachsenen den kindlichen Gemütern gegenübersteht. Ein Buch, in dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Ich mochte Mythen. das waren keine Geschichten für Erwachsene, aber es waren auch keine Kindergeschichten. Sie waren besser. Denn die Geschichten für Erwachsene waren immer so wirr, und es dauerte ewig, bis sie in die Gänge kamen. Sie gaben mir das Gefühl, dass Erwachsene irgendwelche Geheimnisse hüteten, mysthische Geheimnisse, wie die Freimaurer. Warum lasen Erwachsene nicht gern von Narnia, von einsamen Inseln und Schmugglern und gefährlichen Feen?

So tauchen wir mit dem Jungen, der sich am liebsten in seine Bücher verkriecht ab in eine Welt der Ungeheuer und Monster, wie sie Kindern in den Träumen erscheinen. Er muss um sein Leben kämpfen und um das Verstehen seiner Umwelt. Wenn sein Vater versucht, ihn in der Badewanne zu ertränken, so schildert Gaiman das in einer Art, dass wir nicht wissen, ob es wirklich so war und auch so, dass wir Verständnis für ihn haben. War es wirklich so?

Erwachsene sehen im Inneren auch nicht wie Erwachsene aus. Äußerlich sind sie groß und gedankenlos, und sie wissen immer, was sie tun. Im Inneren sehen sie allerdings aus wie früher.

Neil Gaiman, der jede Menge Comics, Grahic Novels und Fantasybücher geschrieben hat, landete mit diesem Buch auf Platz 1 der Bestsellerlisten und hat mich bei der Lektüre verwirrt und süchtig gemacht. Auch für mich ist Fantasy nichts. Aber dieser Roman ist mehr. Es gibt einen Blick ins Innere eines Jungen, der nun ein Erwachsener ist und in desen Hintertürchen immer noch ungeklärte Dinge stecken. Damals wurden die Ängste real und müssten bekämpft werden. Heute werden sie weg- und untergedrückt.
Ein Buch, das mit etwas Grusel arbeitet und doch voller Empathie und Wärme ist. In dem ein Ententeich zu einem Ozean wird und aus einer Kleinigkeit eine Katastrophe. In dem die Phantasie dem Jungen mehrere Streiche spielt, bis alles wieder in geordnete Bahnen kommt.

Hier liest und diskutiert Neil Gaiman aus und über den „Ozean am Ende der Straße