Sonntag, 3.Juli


Das wird heute ein gemütlicher Lesesonntag.
Im Gegensatz zu Hartmut, den wir durch England Richtung Süden radeln lassen.
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Hardy on Tour


Tag 37
126 km von Belford über Amble und Blyth nach South Shields

Heute habe ich mich mit dem englischen Nordseeküstenradweg versöhnt und wir vertragen uns wieder und ich werde nicht jammern und meckern über ihn.
Richtig klasse war das, was ich heut geboten bekam. Ein Tag am Meer sozusagen, weil die Route auf gut radelbaren Wegen, ganz nah an der Küste entlangführte. Dazu die Schloßruine in Warkworth und gleich am Morgen die riesige Burgfestung in Bamburgh.
Gebadet hab ich in der Druridge Bay an dem herrlich weiten Sandstrand und das war sehr erfrischend.
Am Abend wollte ich unbedingt noch die Fähre von Nord- rüber nach Southshields kriegen, weil am Sonntag die Erste erst gegen 11:00 Uhr fährt und ich nicht recht wusste, ob ich mit dem Fahrrad alternativ durch den Tunnel, der unter dem Fluß Tyne hindurchführt, fahren darf. Da musste ich dann noch bisschen stramm in die Pedale steigen und so hat es dann auch gereicht. Bezahlen musste ich die Überfahrt übrigens nicht;. Das haben zwei Brüder übernommen, die ich an der Fähre getroffen hab und mit denen ich etwas ins Plaudern kam. Danke !!!
Jetzt weiß ich auch, dass es extra einen Tunnel für Radfahrer und Fußgänger gibt. 12 m unterm Fluß und 270 m lang, eröffnet bereits 1951 und man kommt mit einem Aufzug dorthin. Sachen gibt’s.

Donnerstag, 23.Juni

Heute haben
Anna Achmatowa * 1889
Wolfgang Koeppen * 1906
Jean Anouilh * 1910
Urs Jaeggi * 1931
Paul Kersten * 1943
Pascal Mercier * 1944
Rafik Schami * 1946
Tessa Korber * 1966
Geburtstag
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„Humor und Geduld sind die beiden Kamele, mit denen man jede Wüste durchqueren kann. (Arabisches Sprichwort)“

Rafik Schami aus: „Sophia oder Der Anfang aller Geschichten“
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Beste analoge Unterhaltung :


Christine Mildner: „Das große Maus-Mitmachbuch
Carlsen Verlag € 9,99
Ab 7 Jahren

Linda Hartwig: „Mein Mega-Rätselblock mit der Maus
Carlsen Verlag 300 Seiten, € 9,99
Ab 7 Jahren

Rätseln, kritzeln, basteln. Knifflige Rätsel, Quizfragen, Ausmalseiten und viele Ideen, die zum Weiterverarbeiten anregen.
Einfach nur Stifte und Papier, Schere und Kleber und los geht’s.
Und das Schöne daran: Sie können die DinA4-großen Blöcke überall mitnehmen. Sie brauchen kein Kabel, kein Strom und keinen Downloadcode. Einfach nur loslegen.
Viel Vergnügen.
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Hardy on Tour
Tag 27
130 km Von Alness über Lairg nach Bettyhill

Was für ein grandioser Radeltag heute. Ich kann es nicht anders sagen, bin einfach dankbar für diesen Tag.
Ich durfte bei angenehmer Radeltemperatur und günstigem Wind und guter Verfassung durch sehr charakterische Landschaft pedalieren. Hier oben sind die Ortschaften weit verstreut, die Landschaft offen und weit und karg, vor allem die 60 km von Lairg bis Tongue waren sehr speziell. Die einspurige Straße zieht sich wie ein Band durch die karge Gras-Steppenlandschaft, die baumlosen Berge geben die markante Silhouette dazu.
Bei Gegenwind kann diese Strecke sehr sehr zäh sein, bei Rückenwind dagegen ist es einfach traumhaft hier pedalieren zu dürfen.
Der Himmel zeigt sich bewölkt, nur ganz selten blinzelt mal die Sonne durch. Erst am späten Nachmittag klart es auf und mit Erreichen der Küste habe ich dann zum Rückenwind auch noch Sonne. Ich weiß mein Glück zu schätzen und genieße es und radle noch weiter die Küste entlang. um einige Kilometer und v.a. Höhenmeter, die eigentlich für die morgige Etappe bestimmt waren wegzustrampeln. Ich fühl mich gut, wie lange nicht, kurble die Anstiege hoch und rolle wie im Rausch die Abfahrten hinab. Die Straße gehört mir.
Es ist heute einfach mein Tag.
In Bettyhill beschließe ich den Radeltag und gönne mir im Hotel noch ein feines Bier und werde dann danach mich um den Zeltplatz kümmern.

Hier hat’s nen einfachen Campingplatz, da schlag ich nun mein Zelt auf.

Dienstag, 21.Juni / Sommeranfang

Die letzte Nacht vor dem Sommer (mit dem Ulmer Münster ganz rechts)

Heute haben

Heute haben
Jean Paul Sartre * 1905
Helmut Heißenbüttel * 1921
Erik Neutsch * 1931
Wulf Kirsten * 1934
Francoise Sagan * 1933
Adam Zagajewski * 1945
Ian McEwan * 1948
Jane Urquhart * 1949
Robert Menasse * 1954
Geburtstag
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Rainer Maria Rilke
Sommerabend

Die große Sonne ist versprüht,
der Sommerabend liegt im Fieber,
und seine heiße Wange glüht.
Jach seufzt er auf: „Ich möchte lieber …“
Und wieder dann: „Ich bin so müd …“

Die Büsche beten Litanein,
Glühwürmchen hangt, das regungslose,
dort wie ein ewiges Licht hinein;
und eine kleine weiße Rose
trägt einen roten Heiligenschein.
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Unser Buchtipp:


Milena Busquets: „Meine verlorene Freundin
Aus dem Spanischen von Svenja Becker
Suhrkamp Verlag € 22,00

Erst beim Lesen fiel mir auf, dass ich schon einmal einen Roman der spanischen Autorin gelesen habe. 2016 kam „Auch das wird vergehen“ heraus. Ein Sommer in Barcelona, in dem ihre Mutter stirbt und sie mit Bekannten, Ex-Mann und jetzigem Liebhaber, ihren Kindern ein paar Wochen auf dem Land am Meer verbringen. Es wird viel geredet, getrunken, gestritten und geliebt.
Im jetzigen Roman sind wir wieder bei dieser Frau mit ihren beiden Kindern, mit 11 und 16, ihrem jetzigen Liebhaber, mitten in der Stadt. Sie erinnert sich an ihre Mutter, ihren Vater und dabei fällt ihr ihre erste beste Freundin ein, die mit 15 an Leukemie gestorben ist. Wie war das damals? Hat sie sie wirklich noch einmal auf dem Schulhof gesehen. Ihre Freundinnen bringen Informationen, Tipps und Hinweise, aber war das alles wirklich so?
Immer wieder tauchen auch Szenen mit ihrer Mutter auf, die im Alter Fotoalben zerschnitten hatten und die Vergangenheit neu ordnen wollte.
Was für ein Spielchen macht unsere Erinnerung mit uns?
Milena Busquets verpackt dieses schwere Thema in einen leichten, flüssigen Roman, der an einen Film von Pedro Almadóvar erinnert und riesig Spaß beim Lesen macht.

Leseprobe
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Sofortige Einstellung des Verfahrens gegen Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes!

Am kommenden Montag, den 27. Juni 2022, entscheidet das Antikorruptionsgericht in Harare (Simbabwe) darüber, ob das Verfahren gegen die Schriftstellerin Tsitsi Dangarembga und die Journalistin Julie Barnes eingestellt wird oder ob Haftbefehle ausgestellt werden. Die Anklage gegen Barnes und die Friedenspreisträgerin von 2021 lautet auf Teilnahme an einer Versammlung mit der Absicht, zu öffentlicher Gewalt, Landfriedensbruch und Bigotterie aufzurufen. Zudem sollen sie gegen die geltenden Coronamaßnahmen verstoßen haben.
Mehr Informationen auf der Seite „Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
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Hardy on Tour


Tag 25 
107 km von Pitlochry nach Aviemore

Gleich mal vorneweg: das Hinterrad läuft nicht wirklich rund, aber die Speichen haben gehalten. Was will ich mehr..
Ein richtig entspannter Radtag war das heute, zudem mein kürzester seit ich unterwegs bin. Schon um halb fünf hatte ich mein Tagesziel -trotz eines Abstechers zum Loch (See) an Eilein- erreicht und hab es mir in dem Touri-Ort Aviemore gut gehen lassen.
Ich bin nun in den schottischen Highlands. Hier ist der Ausgangspunkt für zahlreiche Outdoor Aktivitäten. Noch sind keine Schulferien, in 2 Wochen ist hier dann richtig was los. Die Berge hier erreichen immerhin Höhen um die 1150 Meter (Wintersportgebiet) und auch ich hab heut mit der Überradelung vom „Pass of Drumochter“ den höchsten Punkt meiner Tour geschafft (auf 462 m). Es war ein sehr sehr moderater Anstieg in sehenswerter Umgebung auf der alten, jetzt autofreien, Landstraße bei herrlichem Wetter und ruhigem Rückenwind.
Ein richtiges Geschenk heute. Die nächsten Tage sollen wettermäßig unbeständiger und kühler werden. 
Je nördlicher ich komme, je länger ist es hell. So wirklich dunkel wird es hier oben auch nachts um diese Jahreszeit gar nicht mehr. Ich bin gespannt, wie das dann am nördlichsten Punkt meiner Tour sein wird. 3 Tagesetappen noch entfernt. 
Heut habe ich mich wieder mal auf einem Campingplatz eingemietet. 15 Euro kostet er hier, sonst sind es meist um die 12 Euro.
Der Rasen war die letzten Nächte immer besser als hier; aber ich will nicht klagen. Die heiße Dusche und der ganze andere Komfort sind schließlich nicht zu verachten. 
Auffallend viele ukrainische Fahnen sind hier zu sehen, als Zeichen der Solidarität. Ist mir in England schon aufgefallen und hier oben in Schottland noch deutlich mehr. Auch haben mir manche schon ihr Leid über den Brexit zum Ausdruck gebracht. Die Schotten hatten ja deutlich gegen ihn gestimmt und nicht wenige würden Great Britain für die EU verlassen wollen, obwohl das ja irgendwie auch nicht recht vorstellbar ist.

Montag, 20.Juni

Heute haben
Kurt Schwitters * 1887
Lillian Hellman * 1905
Gerhard Meier * 1917
Vikram Seth * 1952
Geburtstag
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August von Platen

Farbenstäubchen auf der Schwinge
Sommerlicher Schmetterlinge,
Flüchtig sind sie, sind vergänglich
Wie die Gaben, die ich bringe,
Wie die Kränze, die ich flechte,
Wie die Lieder, die ich singe:
Schnell vorüber schweben alle,
Ihre Dauer ist geringe,
Wie ein Schaum auf schwanker Welle,
Wie ein Hauch auf blanker Klinge.
Nicht Unsterblichkeit verlang ich,
Sterben ist das Los der Dinge:
Meine Töne sind zerbrechlich
Wie das Glas, an das ich klinge.
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Eine Vorankündigung:


Ralf Grimminger: „Kleinstadthelden
Gmeiner Verlag € 20,00

Am 13. Juli erscheint im Gmeiner Verlag der Roman „Kleinstadthelden“ von Ralf Grimminger. Es ist der erste Roman des Ulmer Journalisten und Autor.  
„Zwischen Mixtapes, Demos, Schulterpolstern und Synthiepop! Mit viel Humor holt Ralf Grimminger das Lebensgefühl der späten 70er und frühen 80er Jahre zurück, inmitten einer Wohngemeinschaft in der Kleinstadt“, schreibt der Gmeiner Verlag. 
Ein Roman mit Ulmer Geschichten? Ja und nein, hat uns Ralf Grimminger verraten. „Natürlich ist in der Story auch Ulm eingearbeitet. Manche Ereignisse oder Lokalitäten werden dem einen oder anderen sicher bekannt sein. Es ist aber kein Roman über oder von Ulm, schließlich will ich mit der Geschichte Leserinnen und Leser über Ulm hinaus unterhalten und begeistern“.
Ralf Grimminger hat vor 20 Jahren das Buch „Nice Society“ über das Nachtlokal „Aquarium“ veröffentlicht. 
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Hardy on Tour


Tag 24 
120 km von Queensferry über Perth nach Pitlochry 

Es ist halb zehn am Abend und ich sitze bei Tee und Schokolade an der Skateranlage im schönen Freizeitpark von Pitlochry, wo ich dann gleich auch das Zelt aufschlagen werde und bin doch etwas gefrustet weil ich vorhin die inzwischen 5. Speiche ersetzen musste, weil wieder heut eine gebrochen ist. Dabei hatte ich nach dem letzten Werkstattbesuch ein richtig gutes Gefühl. Das hab ich für morgen nun definitiv nicht, denn das Laufrad eiert doch ziemlich, ich krieg das einfach nicht so gut zentriertt Da steht dann wohl ein neuer Werkstattbesuch an. Nun gut. 
Soll jetzt auch nicht den Tag bestimmen heute, denn der war ein richtig prima Radeltag, trotz Gegenwind. In der Sonne war es gut auszuhalten und die schien doch meist und es war auch 2-3 Grad wärmer als gestern. Die Landschaft bot schöne Aussichten und Abwechslung. Felder und Weiden und immer wieder auch längere Wegstrecken durch hohe Wälder voller Farne und Moose. Dazu in genau den richtigen Abständen kleine Städtchen mit dem vollen Angebot um Pause bei Kaffee und der ein und anderen Leckerei zu machen.
Die Steigungen sind mittlerweile länger, aber längst nicht mehr so steil und auch die Abfahrten kann ich nun genießen ohne ständig die Bremsen drücken zu müssen. Schade ist der viele Müll, der entlang der Straße so rumliegt. Hier würde ein Dosen-und Becherpfand sicherlich etwas Abhilfe schaffen. 
Das Highlight des Tages für mich gab es gleich morgens um halb acht beim überqueren der gigantischen „Forth Road Bridge“ von Süd-Queensferry nach Nord-Queensferry mit einer Länge von über 2,5 km.
Es gibt 3 Brücken: die neue ist seit gut 2 Jahren in Betrieb. Die mittlere ist nun für Radfahrer, Fußgänger und Busse reserviert, weil sie dem vielen Verkehr nicht mehr gewachsen war und die wunderschöne alte Eisenbahnbrücke wurde bereits 1880 eröffnet und sie gilt als die längste Ausleger Brücke der Welt, bei deren Erbauung 73 Menschen ihr Leben verloren.
Ich war jedenfalls von allen 3 Brücken schwer beeindruckt und hoffe, mein Hinterrad trägt mich morgen ebenso eindrucksvoll weiter Richtung Norden.

Sonntag, 19.Juni

Heute haben
Gustav Schwab * 1792
Salman Rushdie * 1947
Geburtstag
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“From the beginning men used God to justify the unjustifiable.”
Salman Rushdie aus: „
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Judith Zander: „im ländchen sommer im winter zur see
Gedichte
dtv € 20,00

Lange muss man auf Bücher von Judith Zander warten. Wenn dann aber etwas Neues, neue Gedichte auf dem Markt sind, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick.
In Anklam geboren, ist es immer noch die brandenburgische Landschaft, die die Autorin nicht loslässt. Dieses Mal, in Verbindung mit schwarzweiss Landschaftsfotos, zeigt sie wieder, was für eine Sprachkünstlerin sie ist. Dieses Gewebe aus Liebes-, Landschaftslyrik und Anleihen aus der Geschichte in Verbindung mit ihrer Wortakrobatik, spiegelt ihr großes Können.

Leseprobe mit leider nur einem Gedicht
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Tag 23
131 km von Lochmaben über Moffat nach Kirkliston bei Queensferry

Ja, so könnte natürlich gerne jeder Tag beginnen: mit einem köstlichen Frühstück wie dem von Fionna, u.a. mit leckerem Porridge nach traditionellem Hausrezept. Den hier obligatorischen Bacon zum Frühstück konnte ich als Vegetarier in letzter Sekunde grade noch „verhindern“. War mega wohltuend, hier Gast sein zu dürfen und mit dem Plaudern hat es doch auch ganz prima geklappt, trotz schottischem Slang. 
Und die „fehlenden“ Kilometer von gestern konnte ich heut recht locker wieder reinradeln, auch wenn es danach am Morgen noch gar nicht aussah. Da hab ich mich erst mal prompt 4 km verradelt und dann hat mich auch noch der drehende Westwind geärgert und immer mal wieder gehörig ausgebremst.
Aber ich darf absolut nicht klagen, denn am Nachmittag hat der Wind alles wieder wettgemacht und mich gehörig angeschubst. Das war manchmal so ein bisschen wie „sailing in the wind“.
Jedenfalls bin ich jetzt wieder exakt im Etappenplan vom Buch. 14 Tagesetappen insgesamt von Land’s End to John o Groats und morgen steht dann schon Nr.10 bei mir an.
Nett sind auch die Begegnungen mit anderen End to End – Radler. Meist sind es ja die, die einem entgegenkommen, also die Strecke von Nord nach Süd radeln. Ein kurzes „Hallo“ und „wie geht’s “ gehört schon dazu, wenn sich zwei Radfahrer begegnen.
Diese Tour  ist unter Radlern sehr beliebt und bekannt und sollte eigentlich schon von jedem einmal im Leben zurückgelegt werden. Und weil es heut gar so gut lief, dachte ich, gönne dir doch im Pub in Burnside noch ein Bier. Doch kaum drin, bekam ich auch schon eines spendiert und war inmitten einer illustren, netten Gesellschaft.
Ja doch, Schottland gefällt mir.
Ach ja, vielleicht noch ein kurzer Temperaturvergleich:
bei mir um die 15 Grad bei sehr bewölktem Himmel und bei Westwind in kräftigen Böen.

Donnerstag, 16.Juni


Heute haben
Anna Wimschneider * 1919
Erich Segal * 1937
Joyce Carol Oates * 1938
Alexandra Marinina * 1957
Robert Schneider * 1961
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Theodor Storm
Noch einmal!

Noch einmal fällt in meinen Schoß
Die rote Rose Leidenschaft;
Noch einmal hab ich schwärmerisch
In Mädchenaugen mich vergafft;
Noch einmal legt ein junges Herz
An meines seinen starken Schlag;
Noch einmal weht an meine Stirn
Ein juniheißer Sommertag.
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Ich genieße hier den freien Feiertag und lasse Hartmut radeln.

Tag 20
142 km von Autlem über Northwich und Warrington bis hinter Preston

Mein Vormittag war geprägt durch gemütlich schönes Radeln durch kleine ländliche Dörfer und Städtchen. Mit viel Weiden voller Kühe und Pferden, aber auch mit einigen Begegnungen mit Fasanen und Kaninchen und den quirligen Grauhörnchen, bei denen ich mir immer sorge, daß mir mal eines ins Rad springt vor lauter Übermut. (die Grauhörnchen sind eigentlich nicht heimisch in England, verdrängen aber mittlerweile wohl die roten Eichhörnchen).


Mein Nachmittag war dann gekennzeichnet durch lange Strecken entlang am Kanal, aber das war heut leider ziemlich nervig. Die Wege waren oft recht holprig und ständig galt es Hindernisse wie Brücken mit Treppen und vor allem Absperrbarrieren zu überwinden. Durch diese Barrieren kommt man mit einem normalen Fahrrad gut durch, aber nicht mit einem Packesel wie meinem. Dauernd musste ich die Taschen vom Rad nehmen um durchzukommen und das konnte sich alle 500 m wiederholen. Das hat mich vielleicht genervt und als mein Navi mich dann auch noch auf einen matschigen Wanderpfad führte und ich im englischen Nirwana landete, beschloß ich auf eigene Faust zu navigieren und wich auf die großen Straßen aus, um Strecke zu machen und einfach mal ohne Hindernisse radeln zu können.

Mittlerweile war ich ja auch in einem ziemlichen Ballungsraum angekommen. Links Liverpool und rechts Manchester und mein Weg mittendurch. Eigentlich könnte und sollte man hier ein paar Tage verweilen, um sich diesen Städten zu widmen, aber ich bin ja zum Radfahren hier. Also weiter geht’s.
So wurde es also wieder ein langer Radtag, zumal ich dann auch in Preston noch von einer Laufveranstaltung ausgebremst wurde und eine halbe Stunde lang die Läufer einer Benefizveranstaltung mit anfeuern half.
Jetzt warte ich hier im Park, bis die Kids mal nach Hause müssen und werd dann mein Zelt im Jubilee Park in Lea aufschlagen.


Alle Fotos und den kompletten Bericht gibt es hier: https://hardyontour.wordpress.com