Dienstag, 6.April

Wollte nicht der Frühling kommen?
War nicht schon die weiße Decke
von dem Rasenplatz genommen
gegenüber an der Ecke?
Nebenan die schwarze Linde
ließ sogar schon (sollt ich denken)
von besonntem Märzenwinde
kleine, grüne Knospen schwenken.
In die Herzen kam ein Hoffen,
in die Augen kam ein Flüstern –
und man ließ den Mantel offen,
und man blähte weit die Nüstern …

Ja, es waren schöne Tage.
Doch sie haben uns betrogen.
Frost und Sturm und Schnupfenplage
sind schon wieder eingezogen.
Zugeknöpft bis an den Kiefer
flieht der Mensch die Gottesfluren,
wo ein gelblichweißer, tiefer
Schnee versteckt die Frühlingsspuren.
Sturmwind pfeift um nackte Zweige,
und der Rasenplatz ist schlammig.
In mein Los ergeben neige
ich das Auge. Gottverdammich!
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Emilia Wiltschek (15) empfiehlt:

Davide Morosinotto: „Der Ruf des Schamanen
Unsere abenteuerliche Reise in das Herz der Dunkelheit
Aus dem Italienischen von Cornelia Panzacchi
Thienemann Verlag € 18,00
Jugendbuch ab 12 Jahren

Seit die 13jährige Laila, Tochter eines Diplomaten, wegen eines Skateboard-Unfalles, in den Fluren einer Botschaft sich eine Platzwunde am Kopf zuzog, verschmälerte sich ihr Sichtfeld beträchtlich. Bald sieht sie im Dunkeln von ein wenig bis gar nicht mehr. Sie beschreibt es oft, als würde man durch ein Fernrohr schauen. Ihre Eltern schleppten sie von Arzt zu Arzt, doch niemand konnte die Ursache für das Schwinden ihres Sehvermögens erklären. Schließlich landete sie in der, mitten im Herzen von Panama gelegenen, Klinik wo ihr anscheinend geholfen werden kann. In dieser Klinik stößt sie auf den jungen El Rato, der anscheinend schon immer dort wohnt und sich äußerst gut damit auskennt, wie man das Klinik Personal aus der Fassung bringen kann. Als sie bei einem ihrer Streiche in der Bibliothek über ein altes Tagebuch stolpern, in dem die Rede von einer, alle Krankheiten heilenden, Blume ist, werden beide hellhörig. El Rato versucht Laila dazu überreden in den Urwald zu gehen und nach der Blume zu suchen. Um diese anschließend an die Wissenschaft für sehr viel Geld zu verkaufen. Doch Laila schmettert diese Idee von sich, bis sie heimlich ein Gespräch zwischen dem Arzt und ihrer Mutter belauscht, in dem klar wird, dass Lailas Krankheit unheilbar und tödlich ist. Erschrocken durch die Erkenntnis, dass sie nicht mehr lange zu leben hat, entschließt sie sich doch mit El Rato die lange Reise in den Urwald auf sich zu nehmen. In der Hoffnung, dass sie die Blume finden und diese sie heilen kann. Mit ihren Ersparnissen in den Schuhen und ihrem Teddy-Rucksack über den Schultern machen sich die beiden auf eine gefährliche Reise. Mit Flugzeug, Bus und Zug geht es Richtung Urwald, in dem sie allerdings nicht das vorfinden, was sie erwartet haben.

Ein Buch, das traurig, spannend und brutal zur gleichen Zeit ist. Nichts für zu schwache Nerven. Mit gefiel es sehr, sehr gut. Für alle, denen die „Mississippi Bande“ gefallen hat.

Emilia

Samstag, 28.3.

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Heute haben
Maxim Gorki * 1868
Bohumil Hrabal * 1914
Marianne Fredrikssen * 1927
Mario Vargas Llosa * 1936
Ganz neu erschienen:
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Tilman Röhrig * 1945
Geburtstag
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Heute in unserem Schaufenster:

Zu Hause sein. Wie sich der ganze Wirrwarr der Gefühle verlieret und ordnet, wenn man aus dem fremden heimkehrt in seine eigenen vier Wände! Nur zu Hause ist der Mensch ganz.

Jean Paul (1763 – 1825)
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Emilia Wiltschek empfiehlt:

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Katharina Hartwell: „Die Silbermeer Saga“
Band 1: Der König der Krähen
Loewe Verlag € 19,95
Jugendbuch ab 14 Jahren

Was wäre, wenn ein Ort existieren würde, der auf die Zusammenarbeit aller zählte. Wenn dort jede Hand gefragt ist und dir gar nichts anderes übrig bleibt, als diese zu sein. Dort ist es friedlich, alles hat seinen Ablauf……bis auf eine Sache: Dem Verschwinden der Kinder dieses Dorfes. Das Dorf heißt Colm und ist der Ort, an dem diese Geschichte ihren Lauf fand. Die Geschichte eines Mädchens, die ihren Bruder an die Fänge eines Unbekannten verliert. Eines Mädchens, die mutiger ist als alle anderen. Die alles tun würde, um ihren einzigen Bruder wieder zu finden. Und was hält sie noch hier? Was soll sie in einem Dorf, in dem sie alle mit Missbilligung und Missgunst strafen. Einem Ort, den sie niemals wirklich als Zuhause empfand. Nichts hält sie jetzt noch hier. Und irgendwann, in der Zeit der Trauer um ihren verlorenen Bruder, schließt sie einen Entschluss. Sie würde ihn zurück holen, koste es was es wolle.
Und so beginnt die Reise der mutigen Edda Valt in die Ungewissheit des Inselreiches.
Eine sehr schöne Geschichte über ein Mädchen, das Unmengen an Mut in sich trägt.

Leseprobe
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Dienstag, 11.Februar

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Heute haben
Karoline Günderrode * 1780
ElseLasker-Schüler * 1869
Georg Hirschfeld * 1873
Irène Némirowsky * 1903
Maryse Condé * 1937
Frank Schulz * 1957
Geburtstag
und es ist der Todestag von Sylvia Plath (+ 1963)
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Karoline von Günderrode
Der Luftschiffer

Gefahren bin ich im schwankenden Kahne
Auf dem blaulichen Oceane,
Der die leuchtenden Sterne umfließt,
Habe die himmlischen Mächte begrüßt.
War in ihrer Betrachtung versunken,
Habe den ewigen Aether getrunken,
Habe dem Irdischen ganz mich entwandt,
Droben die Schriften der Sterne erkannt
Und in ihrem Kreisen und Drehen
Bildlich den heiligen Rhythmus gesehen,
Der gewaltig auch jeglichen Klang
Reißt zu des Wohllauts wogendem Drang.
Aber ach! es ziehet mich hernieder,
Nebel überschleiert meinen Blick,
Und der Erde Grenzen seh’ ich wieder,
Wolken treiben mich zurück.
Wehe! das Gesetz der Schwere
Es behauptet nur sein Recht,
Keiner darf sich ihm entziehen
Von dem irdischen Geschlecht.
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Emilia Wiltschek (14 Jahre) empfiehlt:

9783836960571

Cornelia Franz: „Wie ich Einstein das Leben rettete“
Mit Illustrationen von Petra Baan
Kinderbuch ab 10 Jahren
Gerstenberg Verlag € 14,00

Als Emily plötzlich kurz vor Mitternacht ihres zwölften Geburtstages (die Nacht auf den 29. Februar) im Jahre 1913 aufwacht, ist sie geschockt. Wie ist sie hierher gekommen? Und vor allem, wie kommt sie hier wieder weg? Doch zum Glück findet sie zwei Jungen, denen genau dasselbe passiert ist. Sie heißen Malik und Lorenzo und kommen aus dem Jahr 2016. Doch im Jahre 1913 befinden sie sich schon ein wenig länger als Emily. Jedesmal wenn das Schiff in New York (dem Ziel) anlegt, bricht ein Feuer aus und die beiden schaffen es nie rechtzeitig von Bord und werden wieder zurück an den Anfang der Reise geschickt. Wie kommen die drei aus dieser schier endlos dauernden Zeitschleife? Und wieder zurück in ihr Jahrzehnt? Zum Glück finden sie Freunde in der Vergangenheit, die ihnen helfen. Und noch viel besser: der wohl berühmteste Wissenschaftler der Welt ist auch in New York. Doch kann er den dreien tatsächlich helfen?
Ein spannendes Buch erzählt aus verschiedenen Sichtweisen. Tolle Protagonisten und eine sehr schöne Geschichte.