Dienstag, 16.August

Mit Blick aufs Meer
(Foto: Katja Rehbaum)

___________________________________

Heute haben
Jean de La Bruyère * 1645
Georgette Heyer * 1902
Charles Bukowski * 1920
Reiner Kunze * 1933
Petra Oelker * 1947
______________________________

Heinrich Heine
Es schauen die Blumen alle

Es schauen die Blumen alle
Zur leuchtenden Sonne hinauf;
Es nehmen die Ströme alle
Zum leuchtenden Meere den Lauf.

Es flattern die Lieder alle
Zu meinem leuchtenden Lieb
Nehmt mit meine Tränen und Seufzer,
Ihr Lieder, wehmütig und trüb!
_____________________________________

Das Taschenbuch passt in jedes Fluggepäck:


Hervé Le Tellier: „Anomalie
Aus dem Französischen von Romy und Jürgen Ritte
Rowohlt Verlag € 13,00

Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt 2021

Und wieder hat es sich bewahrheitet, dass die Goncourt Preisträgerromane eine ausgezeichnete Lektüre sind. Diesmal allerdings sehr unfranzösisch. Eher schon wie ein us-amerikanischer Thriller. Wobei Tellier hier eine perfekte Mischung aus Thriller, Komödie und Roman gefunden hat.
Wenn ich jetzt mit der Inhaltsangabe beginne, denken Sie sich vielleicht: Ja geht’s noch?
Ja! und wie.
Im März 2021 fliegt eine Boeing 787 auf dem Weg von Paris nach New York durch einen elektromagnetischen Wirbelsturm. Die Turbulenzen sind heftig, doch die Landung glückt. Allerdings: Im Juni landet dieselbe Boeing mit denselben Passagieren ein zweites Mal. Im Flieger sitzen der Architekt André und seine Geliebte Lucie, der Auftragskiller Blake, der nigerianische Afro-Pop-Sänger Slimboy, der französische Schriftsteller Victor Miesel, eine amerikanische Schauspielerin.
Natürlich ist so etwas nicht möglich und die zweite Maschine wird auch deshalb auf einen Militärstützpunkt umgeleitet und landet nicht in New York. Abgeschirmt von der Aussenwelt und mit Hilfe von hochkarätigen Wissenschaftlern versuchen alle hinter dieses Phänomen zu kommen.
Wie das Tellier aufbereitet und wie er seine Figuren aus dem ersten Flug und aus dem zweiten begleitet, ist ihm perfekt gelungen.
Lassen Sie sich überraschen. Es geht nicht um die Lösung des Phänomens, sondern: Was passiert mit den Menschen? Wie reagieren sie und wie reagiert die Aussenwelt auf sie?
Eine super Lektüre.

Leseprobe

Mittwoch, 10.November

Heute haben
Friedrich Schiller * 1759
Arnold Zweig * 1887
Jiri Grusa * 1938
Geburtstag
________________________________

„Deine Weisheit sei die Weisheit der grauen Haare, aber dein Herz –
dein Herz sei das Herz der unschuldigen Kindheit.“
Friedrich Schiller: Die Räuber
________________________________

Was für ein Leseerlebnis:


Elizabeth Strout: „Oh William!
Luchterhand Verlag € 20,00
Amerikanische Originalausgabe € 20,00
Aus dem Amerikanischen von Sabine Roth

Liebe Leser*innen,
hallo – und willkommen zu Oh, William! Ich bin so glücklich, das Buch jetzt mit Ihnen teilen zu können. William ist, wie Sie vielleicht schon wissen, Lucy Bartons erster Ehemann, und in „Die Unvollkommenheit der Liebe“ hat sie nicht viel über ihre Ehe mit ihm gesagt. Aber mir war natürlich klar, dass er seine eigene Geschichte hat. Hier ist sie also. Es geht um vielerlei Dinge, aber im Kern des Ganzen stehen die unerwarteten Kräfte, die uns zusammenhalten, ob nun in einer Ehe oder in einer Freundschaft oder in irgendeiner Beziehung zu jemandem, der uns sehr nahegestanden hat. Es war eine große Freude und eine ganz besondere Erfahrung, dieses Buch zu schreiben – ich hoffe sehr, dass es Ihnen gefällt.
Elizabeth

So stellt die Autorin Elizabeth Strout ihren neuen Roman vor. Dem ist fast nichts mehr hinzuzufügen.
Mit großer Herzenswärme erzählt sie über die Zeit mit ihrem ersten Ehemann William, damals, und auch über ihre Gegenwart mit ihren erwachsenen Töchtern. Erinnerungen an ihre arme Kindheit flicht sie mit ein und wir befinden uns wieder in einer beiden Büchern mit Lucy Barton. Genauso wie bei Lucy tauchen bei mir dann Situationen auf, die ich vor Jahren über sie gelesen habe.
Ein tolles Buch über Freundschaft, Erinnerungen, das Älterwerden, über Leben und Sterben.

Mittwoch, 17.April

IMG_2680

Heute haben
Thomas Middleton * 1580
Udo Werner Steinberg * 1913
Shimao Toshio * 1917
Kathy Acker * 1948
Geburtstag
____________________________

Silvia Trummers Ostergeschichten

Der Hase begibt sich mit seiner blauen Jacke auf Gleis fünf und besteigt den Regionalzug. Kein Mensch im Abteil. Der Zug fährt ab.
______________________

Sarah Wiltschek empfiehlt:

Alles ist moeglich von Elizabeth Strout

Elizabeth Strout: „Alles ist möglich“
Aus dem Amerikanischen von Sabine Roth
Luchterhand Literaturverlag € 20,00
Elizabeth Strout erzählt in „Alles ist möglich“ aus dem Leben der Kleinstadtbewohner von Carlisle. Und erinnert dabei durchaus an Kent Harufs tollen Roman „Lied der Weite“.
Die Lebensgeschichten der Frauen und Männer sind Einblicke in einfache, oft ärmliche Verhältnisse und zeigen das Leben ehrlich und wahrhaftig mit all seinen dringlichen Fragen, Nöten, aber auch seinen unerwarteten Freuden und der immerwährenden Hoffnung. Strout widmet jede ihrer Figuren ein Kapitel und findet für alle einen eigenen Erzählton. All diese Lebensläufe sind auf irgendeine Weise miteinander verknüpft. Die Figuren erzählen so das Leben der anderen, in Hinblick auf das eigene. Männer, die vom Vietnamkrieg gezeichnet und traumatisiert sind, Frauen, die mit 70 einen Neuanfang wagen oder sich als Pensionsbesitzerin emanzipieren und unerwünschte Gäste vor die Tür setzen. Menschen, die Mitgefühl zeigen und andere, die diesen misstrauen, weil sie sich selbst zutiefst schuldig fühlen.
Da ist Tommy Guptill, dem der ganze Hof abbrennt und damit all sein Hab und Gut. Doch er verbittert nicht. Sieht es als Zeichen Gottes, dass ihm bleibt, was ihm am teuersten ist: seine Frau und seine Kinder.
Dann ist da Lucie Barton, die der bitteren Armut und Gewalt ihrer Kindheit entflohen ist und es zu einer kleinen Berühmtheit gebracht hat. Jetzt sieht man sie in Talkshows und gerade ist ihr neustes Buch auf den Markt gekommen, was auch die Bewohner von Carlisle mit Stolz erfüllt. Doch als Lucie Barton einen Lesungstermin für einen Besuch in ihrem Geburtstort nutzt, holt die Vergangenheit sie ein und sie muss schleunigst zurück in die Großstadt.
Strout schreibt in einer Sprache, die sich wunderbar liest, in Geschichten, die man unbedingt immer weiterlesen möchte!

Auf der Seite von Randomhouse habe ich dieses Interview gefunden.
__________________________

Heute abend, Mittwoch, 17.April um 19 Uhr
Lesereihe „Wortreich“

Das Theater Ulm zu Gast
Bei uns in der Buchhandlung
Wort-Reich – Die Lesereihe: Sagenhaftes und Gespenstisches
Mittwoch, 17. April 2019, 19 Uhr, Kulturbuchhandlung Jastram, Eintritt: € 8,00

Als sich die Menschen noch untereinander durch Erzählen unterhielten, waren Legenden und Sagen beliebter abendlicher Gruselstoff. So verbreiteten sich diese Geschichten über Ländergrenzen hinweg, unter anderem auch die von jenem mit einem Fluch belegten Seefahrer, der nur durch die Liebe einer Frau erlöst werden kann. Richard Wagner vertonte die Sage vom Fliegenden Holländer in seiner gleichnamigen Oper – die Neuinszenierung am Theater, aber auch der aktuelle Ballettabend „Das kalte Herz“ sind Anlass für „Wort-Reich“, eine literarische Reise in die Fabelwelt der übernatürlichen Wesen und seltsamen Erscheinungen zu unternehmen. Gewidmet haben sich dieser faszinierenden Sphäre ja nicht nur dubiose Groschenheft-Schreiber, sondern stets auch Dichter von Rang. Aus der Fülle an unheimlichen Geschichten der Literaturgeschichte stellen Ihnen die Schauspieler Stephan Clemens und Nicola Schubert gemeinsam mit Chefdramaturg Dr.Christian Katzschmann Werke aus alter oder jüngerer Vergangenheit vor: ein Lektüre-Abend mit Gänsehaut-Charakter, aber auch Heiterkeit, musikalisch begleitet vom Oboisten Felix Goldbeck.
Karten gibt es direkt in der Buchhandlung.