Dienstag, 10.März

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Heute haben
Friedrich von Schlegel * 1772
Joseph von Eichendorff * 1788
Jakob Wassermann * 1873
Boris Vian * 1920
Ake Edwardson * 1953
Geburtstag.
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Joseph von Eichendorff
Frühlingsmarsch

Hoch über euren Sorgen
Sah ich vom Berg ins Land
Voll tausend guter Morgen,
Die Welt in Blüten stand.

Was zagt ihr träg und blöde?
Was schön ist, wird doch dein!
Die Welt tut nur so spröde
Und will erobert sein.

Lasst die Trompeten laden,
Durchs Land die Trommeln gehn,
Es wimmeln Kameraden,
Wo rechte Banner wehn.

Wir ziehn durch die Provinzen,
Da funkelt manches Schloss,
Schön Lieb, hol dich vom Zwinger
Und schwing dich mit aufs Ross!

Und wenn das Blühen endet:
Noch taumelnd sprengen wir,
Vom Abendrot geblendet,
Ins letzte Nachtquartier.
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9783455008319

Janna Steenfatt: „Die Überflüssigkeit der Dinge“
Hoffmann & Campe € 22,00

Schwierig, diese vielen Debüts und doch sind immer wieder sehr gute Bücher dabei. Hier zum Beispiel das von Janna Steenfatt, Jahrgang 1982.
Die Geschichte könnte banal, wie viele andere Romane, sein. Junge Frau findet sich noch nicht im Leben zurecht, die Mutter stirbt, die Suche nach dem verschwundenen Vater beginnnt. Happy End.
So ungefähr ist auch die Handlung, aber wie Janna Steenfatt diese Coming-of-Age-Geschichte erzählt ist schon gekonnt. Ihr Sprache ist schnell, frech, gefüllt mit neuen Wortschöpfungen.
Der Roman spielt zum großen Teil im Theatermilieu. Ihre Mutter hat seit Jahren kein Angebot mehr erhalten, hängt an der Flasche und erzählt immer wieder von ihrem Leben als Star auf der Bühne. Ihr Vater ist ein begehrter Regisseur und taucht nach dem Tod der Mutter wieder in der Stadt auf, um Shakespeare zu inszenieren. So nimmt Ina einen Job in der Theaterkantine an, lernt dort eine besondere Schauspielerin kennen und integriert sich in das Küchenpersonal, das aus sehr speziellen Typen besteht. Hier ist Janna Steenfatt in ihrem Element, beschreibt diese kleine Welt mit unglaublichem Können und großem (Wort)witz.
Wie es dann ausgeht, verrate ich natürlich nicht. Ina jedoch hat ihr phlegmatisches Leben verlassen und …
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Nehmen Sie sich bitte ein paar Minuten und schauen Sie sich das „Wort um Sonntag“ an:

https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/wort-zum-sonntag/videos/spricht-pastorin-annette-behnken-loccum-video-126.html

Mittwoch, 4.März

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Heute haben
Gabriele Tergit  * 1894
Giorgio Bassani * 1926
Alan Silitoe * 1928
James Ellroy * 1948
Khaled Hosseini * 1965
Geburtstag
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Joseph von Eichendorff
Frühlingsnacht

Über’n Garten durch die Lüfte
Hört‘ ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt’s schon an zu blühn.

Jauchzen möchte‘ ich, möchte weinen,
Ist mir’s doch, als könnt’s nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen’s,
Und in Träumen rauscht’s der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen’s:
Sie ist Deine, sie ist dein!
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Maja Göpel: „Unsere Welt neu denken“
Eine Einladung
Ullstein Verlag € 17,99

Eine Einladung steht als Untertitel auf dem Buch. Das klingt fast etwas makaber, wenn wir wissen, von was, über was Maja Göpel schreibt.
Es geht bei ihr nicht um mehr oder weniger, als eine große Wirtschaftskritik. Ein vernichtende Analyse der Marktwirtschaft (wir können auch Kapitalismus sagen) in der wir aufgewachsen sind, die als alleingültig dasteht. Diese Wirtschaftsform hat uns in Europa großen Wohlstand gebracht und gleichzeitig viele Länder in die Armut getrieben.
Dass dieser Wachstumswahn nicht anhalten kann, dürfte uns allen klar sein und trotzdem ist dieses „mehr mehr“ das oberste Credo unserer Politiker. Gerade wollen Altmeier und Scholz das, wegen Corona, gefährdete Wachstum finanziell unterstützen.

Unsere Welt steht an einem Kipp-Punkt, und wir spüren es. Nicht so stark, wie in den Ländern des Südens, da wir Hauptverschmutzer es immer noch am Angenehmsten haben. Aber den Klimawandel merken wir auch hier in Ulm.
Der us-amerikanische Autor Jonathan Franzen schreibt: „Game over“. Es ist nichts mehr zu retten und die Fakten, die Maja Göpel auflistet, gehen in die gleiche Richtung. Doch sieht sie immer noch Hoffnung, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Unser Denken, Tun, die Wirtschaft und Politik und technischen Inovationen müssen in die richtige Richtung gelenkt werden.
Diese Zukunft neu und ganz anders in den Blick zu nehmen – darin besteht die Einladung, die Maja Göpel ausspricht.

Maja Göpels Buch fängt mit einer Aktion von Extinction Rebellion in London an. Wenn Sie mehr über die kommende Klimakatastrophe wissen wollen, dann schauen Sie am kommenden Freitag um 19 Uhr in der vh Ulm vorbei. Dort halten Aktivist*Innen der Ulmer Gruppe von XR einen sehr informativen Vortrag zum Thema.

Ein Interview des Ullstein Verlages:

Wenn wir über den Klimawandel sprechen, denken wir an die Erderwärmung oder das Schmelzen der Gletscher. Sie zeigen in Ihrem Buch, dass es auch um Freiheit, Demokratie, Wohlstand, Armut und Migration geht. Wie hängt das zusammen?

Der Klimawandel ist wie alle globalen Umweltschäden die Folge einer Lebensweise, deren Ideen aus dem vergangenen Jahrhundert stammen. Damals dachte man, die Natur, die Ressourcen, die Widerstandsfähigkeit des Planeten seien endlos und damit auch das Wachstum der Wirtschaft. Heute wissen wir, der Kuchen kann nicht immer weiter wachsen. Dass jeder unterm Strich ständig mehr hat, geht nicht auf. Also müssen wir uns fragen, wie wir den Kuchen anders backen und verteilen. Unser Wohlstand darf nicht die Ursache für die Armut anderer Menschen sein, unsere Freiheit nicht der Grund dafür, dass andere ihre Heimat verlassen müssen.
Maja Göpel Unsere Welt neu denken

Was ist Ihr Appell an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?

Die Diskussion darüber, was zu tun ist, wird mit großer Leidenschaft geführt. Gleichzeitig führt sie nicht zu Lösungen. Extreme Positionen bestimmen das Bild. Immer heißt es: Entweder Wohlstand oder Klimaschutz. Entweder Kapitalismus oder Ökodiktatur. Entweder Freiheit oder Verbote. Der Mittelweg hat kaum Fürsprecher, dabei würde ihn die Mehrheit der Leute vermutlich mitgehen. Worum sorgen wir uns wirklich? Was haben wir abseits der Extreme gemeinsam? Diese Fragen zu stellen und dann zu zeigen, dass viele Dinge, die angeblich einander ausschließen, sich gut kombinieren lassen – das ist mein Appell.

Und Sie fordern, dass wir das Soziale mit dem Ökologischen versöhnen, um bei der Klimadebatte voranzukommen?

Das Soziale und das Ökologische miteinander zu versöhnen würde uns nicht nur beim Klima helfen. Es ist die Grundlage dafür, dass die Menschheit überhaupt weiter in Frieden auf dem Planeten leben kann. Die künstliche Trennung – hier der Mensch, da die Umwelt – lieferte in der Vergangenheit die Begründung dafür, warum die natürlichen Ressourcen so rücksichtslos ausgeplündert werden durften, als könne der Mensch ohne Umwelt existieren. Heute beeinflusst die Menschheit die natürlichen Entwicklungsprozesse der gesamten Erde. Daraus entsteht eine neue Verantwortung. Wir brauchen ein neues Weltbild, aber auch ein neues Selbstbild, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.

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Bildrechte: Kai Müller

Maja Göpel, geboren 1976, ist Politökonomin und Nachhaltigkeitswissenschaftlerin und berät die Bundesregierung zu Umweltfragen als Generalsekretärin des wissenschaftlichen Beirates zu globalen Umweltveränderungen. Die gefragte Rednerin stellte im März 2019 vor der Bundespressekonferenz die Kampagne Scientists for Future vor, bei der sich mehr als 26.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Forderungen der Schülerproteste zu mehr Klimaschutz anschlossen. Sie ist ein häufiger Gast in TV-Diskussionen.
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Heute abend ab 19 Uhr gibt es im Gleis 44 in der Schillerstraße 44
und am Freitag, den 6.März ab 19 in der vh Ulm jeweils einen Vortrag zum Klimawandel, zur Klimakatastrophe.
Veranstalter ist die Ortsgruppe Ulm von Extinction Rebellion.

Mittwoch, 24.April

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Joseph von Eichendorff

Es steht ein Berg in Feuer,
In feurigem Morgenbrand,
Und auf des Berges Spitze
Ein Tannbaum überm Land.

Und auf dem höchsten Wipfel
Steh ich und schau vom Baum,
O Welt, du schöne Welt, du,
Man sieht dich vor Blüten kaum!
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Armstrong

Sonderausgabe „50 Jahre Mondlandung“
Zum 50-Jahr-Jubiläum der Mondlandung der Menschen hat Torben Kuhlmann sein Erfolgsbuch überarbeitet: Diese Sonderausgabe hat eine neues Cover und ein Hintergrundkapitel mit neuen Bildern zur Geschichte der Mondlandung. Außerdem enthält diese Ausgabe ein exklusives „Mission Patch“ zum Aufbügeln für zukünftige Astronauten.

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Torben Kuhlmann: „Armstrong“
Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond
NordSüd Verlag € 23,00

Amerika in den 1950er Jahren … Eine kleine, wissbegierige Maus beobachtet jede Nacht den Mond durch ein Fernrohr, während ihre Artgenossen einem höchst unwissenschaftlichen Käsekult verfallen sind. Kann der Mond wirklich aus Käse sein? Angespornt durch die Pionierleistungen der Mäuseluftfahrt, beschließt die kleine Maus, der Frage auf den Grund zu gehen. Sie fasst einen großen Entschluss: Sie wird als erste Maus zum Mond fliegen!

In seinem zweiten großen Abenteuer einer kleinen Maus zeigt Torben Kuhlmann seine ganze Meisterschaft sowohl als Illustrator stimmungsvoller und eindrücklicher Bilder als auch als raffinierter Erzähler von spannenden Geschichten. Hier überzeugen alle liebevoll erfundenen Details.
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Förderpreis Junge Ulmer Kunst

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Bewirb dich bis spätestens 30.04.2019

Die Stadt Ulm schreibt im zweijährigen Turnus einen Förderpreis für junge Ulmer Künstlerinnen und Künstler aus. Der Preis ist mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 12.000 € dotiert, die jeweilige Einzelzuwendung beträgt 2.000 €. Schwerpunktmäßig sollen Nachwuchskünstlerinnen und -künstler gefördert werden, die sich an der Schnittstelle ihres Werdegangs, d. h. in einer künstlerischen Ausbildung befinden oder die am Übergang in eine künstlerische Berufstätigkeit stehen.

Der Preis wird in folgenden Sparten ausgeschrieben:
Literatur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Klassische Musik, Populäre Musik und Film.

Über die Vergabe der Förderpreise entscheidet jeweils eine spartenbezogene Jury, der überregional anerkannte Fachleute der jeweiligen Sparte angehören.
Die Preisverleihung erfolgt am Freitag, 08.11.2019 um 19 Uhr in einer öffentlichen Veranstaltung. Den Festakt gestalten die Preisträgerinnen und Preisträger als künstlerische Soirée mit. Anschließend werden bei einer After-Show-Party alle Gäste und Teilnehmende geladen, den Abend in gemütlicher Atmosphäre ausklingen zu lassen und ins Gespräch zu kommen.
Wer kann sich bewerben?

Eingeladen zur Bewerbung sind alle Künstlerinnen und Künstler, die im Jahr 2019 nicht älter als 30 Jahre sind (Jahrgang 1989), deren Geburts- oder Wohnort Ulm ist oder deren künstlerisches Betätigungsfeld überwiegend in Ulm liegt. Interdisziplinär arbeitende Künstler*innen können sich ebenfalls bewerben und werden gebeten, sich einer Sparte zuzuordnen.

Alle wichtigen Infos für eine Bewerbung findest Du unter Bewerbung.