Mittwoch, 3.Februar

Heute haben
Annette Kolb * 1870
Gertrude Stein * 1874
Georg Trakl * 1887
Johannes Urzidil * 1896
Simone Weil * 1909
Andrzej Szczypiorski * 1928
Paul Auster * 1947
Henning Mankell * 1948
Geburtstag
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Ich möchte gern …

Bei uns im Lande gelten strenge Regeln.
Die machen Sinn. Wir halten uns daran.
Ein Virus tut ganz frei und wild rumsegeln,
macht, was es will, und tötet dann und wann.
Wir helfen uns und bleiben viel zuhause
und lesen, schreiben, kochen ziemlich viel.
Das alte Leben ist auf Dauerpause.
Denn „Unter Fünfzig!“ heißt das große Ziel.

Aber, ich möchte gern,
ich möchte gern mal einen Menschen drücken
ganz feste zum Entzücken.
Und ich möchte gern,
ich möchte gern den Menschen nicht loslassen,
dass jeder denkt, die Tassen
hat der nicht mehr im Schrank.
Na bitte, Gott sei Dank!
Aber ich weiß, dass es nicht geht.
Das Fünkchen Hoffnung nie vergeht!

Bei mir zuhause kann ich wild rumfläzen.
Ich leb‘ allein und keiner sich dran stört.
Es kommt auch niemand, nicht einmal ein Mäzen,
der nur des Reimes hier jetzt hingehört.
Doch auf die Dauer ist das ja kein Zustand.
Es geht nicht alles über Resilienz.
Die Lösung ist ganz einfach wie ein Glückspfand
und lautet drum in aller Konsequenz:

Aber, ich möchte gern,
ich möchte gern es wieder richtig wissen
und einen Menschen küssen.
Ich möchte gern,
ich möchte gern den Menschen endlos spüren
und mich dabei verlieren.
Pfui Deibel, wär das schön,
mein Glück dabei zu seh’n.
Aber ich weiß, dass das nicht geht.
Das Fünkchen Hoffnung nie vergeht!

Liedtitel ursprünglich „Die Dame von der alten Schule“ aus der Revue: „Es hat geklingelt“ (1932),
gesungen von Hilde Hildebrand
Text ursprünglich von Hans Hannes (Hans Heinz Zerlett)

Musik von Rudolf Nelson (1878 – 1960)

© Thomas Dietrich
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Was für ein großes Vergnügen bei diesem grauen Wetter.

„The Gentlemen“
Regie:Guy Ritchie
Darsteller:Matthew McConaughey, Charlie Hunnam, Henry Golding, Michelle Dockery, Jeremy Strong, Eddie Marsan, Colin Farrell, Hugh Grant, Tom Wu

Eine bitterböse Gangsterkomödie, wie sie nur Guy Ritchie hinbekommt. Seine Art, Filme zu machen, sind einzigartig. Mit seinen Einschüben, Rückblicken und Parallelgeschichten, legt er uns eins ums andere Mal rein. So ergeht es auch den diversen Drogenbossen und Gangstern. Jeder betrügt jeden. Und wer zu weit geht, lebt nicht mehr lange.
Gab es bei „Bube, Dame, Gras“ einen Hackebeil-Harry, bei „snatch“ Four Fingers, so heisst hier ein chinesischer Emporkömmling, der alles haben will, Dry Eye. Da bleibt keine Auge trocken.
Es geht mal wieder um viel Geld. Sehr viel Geld und jede Menge Marihuana.
Mickey Pearsen möchte sich zur Ruhe setzen und sein Vermögen mit seiner Frau genießen. Aber wem kann er seine Gras-Farmen verkaufen? (Allein, wo und wie er das Gras anbaut, ist genial). Somit beginnt der Schlamassel.
Ein großer Spaß mit Hugh Grant in der Rolle eines schmierigen Journalisten. Super!

Dienstag, 7.Juli

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Heute haben
Ludwig Ganghofer * 1855
Lion Feuchtwanger * 1893
Geburtstag
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Von Hysterie bis scheißegal

Sitz‘ daheim am Pianoforte,
spiele Lieder ohne Worte
und versuche auszuschalten,
wie manch‘ Leute sich verhalten.

Viele immer noch nicht checken,
Mund und Nase zu bedecken.
Denn auch Niesen birgt Gefahr.
Das ist einfach, logisch, klar.

Halbherzig die Welt zu schützen,
wird uns allen garnichts nützen.
Hier gibt’s keine Qual der Wahl,
außer man denkt: „Scheißegal!“

Andre Leute sich verstecken
in den heimischen vier Ecken,
schauen höchstens aus dem Fenster
und seh’n aus fast wie Gespenster.

Und auch dieses ist fatal,
denn ihr Leben wird zur Qual.
Glücklich scheinen selten sie
in dem Zustand Hysterie.

Neulich war ich in der Schweiz.
Und das hatte seinen Reiz,
ohne Maske einzukaufen –
dafür aber Menschenhaufen.

Auch in Austria nebenan
man die Maske sparen kann.
Ach, was soll ich denn nur tun,
dass ich bleibe g’sund, immun?

Keiner weiß es, viele raten
dies und das und andre Taten.
Mag Extreme nicht so leiden.
In der Mitte liegt’s Bescheiden.

© Thomas Dietrich
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„Transit“
Regie: Christian Petzold
Schauspieler: u.a. Franz Rogowski/Paula Beer
DVD 2018, FSK ab 12 € 9,99

Warum ich „Transit“ vorstelle, hat mit dem neuen Film von Christian Petzold zu tun. Jetzt läuft er endlich im Ulmer Mephisto. Wer die Petzold Filme mag, wird auch von „Undine“ begeistert sein. In „Undine“ verarbeitet er den gleichnamigen Mythos und verlegt ihn in das jetzige Berlin. In „Transit“ nimmt er sich den Roman von Anna Seghers vor und verlegt die Handlung von 1941 in die Gegenwart nach Marseille. Auch hier ist es ein ewiges Suchen und (Nicht)finden, ein Leben zwischen Hoffen und Verzweiflung, Menschsein und -bleiben zwischen Leben und Tod.  Petzolds Figuren bewegen sich auf unsicherem Boden, wissen nicht, wo es lang geht, zu wem sie gehören. Oft tauchen sie geisterhaft auf und verschwinden wieder. So auch in „Transit“, den es schon auf DVD zu kaufen gibt. („Undine“ kommt im Oktober 2020 auf DVD).
In beiden Filmen spielen Paula Beer und Franz Rogowski die Hauptrollen. Sie bleiben ihren Charakteren treu und das muss wohl sein in Petzolds Filmen.
Ich habe beide in den letzten Tag angeschaut und bin noch ganz erfüllt von den Bildern, der Stimmung und vielen Sequenzen, die mir nicht aus dem Kopf gehen.

Mittwoch, 26.Februar

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Heute haben
Victor Hugo * 1802
Hermann Lenz * 1913
Elizabeth George * 1949
Leon de Winter * 1954
Michel Houellebecq * 1958
Atiq Rahimi * 1962
Geburtstag und es ist der Todestag von J.L.Carr
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Rok
wenn du gehst

wenn du gehst spielt die zeit
verrückt für immer
tritt mich gegen die strömung
milchstraßenblues
der letzte tango der aasgeier
unter gewitterhimmel
die segel zerrissen
geisterschiffe treiben
auf stürmischer see
und ich sehe dein zartes gesicht
verpackt in freiheit
alles brennt
die häuser die felder die wolken
die bäume die blumen
die sehnsucht die kälte

(aus : „fünf sterne für eine durchzechte nacht“)
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„Olive Kitteridge“
2 DVDs mit 4 Episoden € 8,99
Regie: Lisa Cholodenko
Darsteller*In: u.a. Frances McDormand, Richard Jenkins, Bill Murray

Ich liebe die Bücher von Elizabeth Strout. Gerade erschien als Taschenbuch ein zweiter Band mit Lucy Barton und demnächst kommt ein weiteres Buch mit Olive Kitteridge. Der erste Roman mit ihr hieß: „Mit Blick aufs Meer“ und Mitte März erscheint der zweite „Die langen Abende“.
Wer Olive Kitteridge noch nicht kennt, hat etwas verpasst. Diese eigenwillige Person, Lehrerin und Ehefrau des Apothekers Henry bleibt im Gedächtnis haften.
Und wenn Ihnen die Bücher nicht reichen, dann schauen Sie sich die hochkarätig besetzte und höchst gelobte Verfilung von „Mit Blick aufs Meer“ an.

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Der Vorverkauf läuft:

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Montag 30.März um 19 Uhr
Verena Güntner liest aus ihrem neuen Roman: „Power“
Der Roman steht auf der Shortlist zum Leipziger Buchpreis.
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 8,00

Attenberg

Donnerstag, 30.April um 19 Uhr
Jami Attenberg liest aus „All Grown Up / Nicht mein Ding“
Marion Weidenfeld liest die dt.Übersetzung
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 10,00

Unsere nächsten Veranstaltungen:

Mittwoch, 26. Februar um 19 Uhr
„Wortreich“
Das Theater Ulm bei uns zu Gast
Eintritt € 8,00

Dienstag, 3.März um 19 Uhr
„Die 1.Seite“
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt ftrei

Freitag, 13.März um 18.30 Uhr
Priya Basil: „Gastfreundschaft“
Museum Brot und Kunst

Mittwoch, 18.März um 19 Uhr
Gerard Scappini liest
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 5,00