Mittwoch, 6.Juni

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Heute haben
Pierre Corneille * 1606
Alexander Puschkin * 1799
Thomas Mann * 1875
Joyce Carol Oates * 1938
Bernd Schroeder * 1944
Erik Fosnes Hansen * 1965
Geburtstag
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Auf dem Gedichtekalender:

Georg Trakl
Im Dunkel

Es schweigt die Seele den blauen Frühling.
Unter feuchtem Abendgezweig
Sank in Schauern die Stirne den Liebenden.

O das grünende Kreuz. In dunklem Gespräch
Erkannten sich Mann und Weib.
An kahler Mauer
Wandelt mit seinen Gestirnen der Einsame.

Über die mondbeglänzten Wege des Walds
Sank die Wildnis
Vergessener Jagden; Blick der Bläue
Aus verfallenen Felsen bricht.
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Unser Taschenbuchtipp von Claudia Wiltschek:

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Berni Mayer: „Rosalie“
DuMont Taschenbuch € 10,00

Konstantin, von seinen Freunden nur „Der Schwarze“ genannt, wächst in tiefster bayrischer Provinz im kleinen Dorf Praam auf. Schon allein durch seine, als Hard- Rock-Fan, konsequent schwarze Kleidung, passt er nicht so ganz ins traditionverhaftete dörfliche Miteinander und eckt durch seine provokative
Art nicht nur im Elternhaus mächtig an. Mit seinen Freunden, dem Bartl und dem Böhmi, macht er sich das manchmal öde „Auf dem Dorf Leben“ so spannend wie möglich . Als plötzlich Rosalie in sein Leben tritt wird alles anders. Rosalie, ist die, die aus der Stadt kommt ,äusserst selbstbewusst auftritt und das Herz von Konstatin erobert. Eine zarte Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang und auf der Suche nach einem heimlichen Plätzchen in dem alten verfallen Schloss machen die beiden eine Entdeckung ,die das ganze ruhige Dorfleben vollkommen ins Wanken bringen wird. Eine alte, verdrängte Geschichte droht ans Licht zu kommen, da die beiden Jugendlichen alles tun, um die Wahrheit zu erfahren.
Selten hat mich die Wendung in einem Roman so positiv überrascht: Flapsig,locker und witzig taucht der Leser in die Geschichte ein, ohne zu ahnen, welche Tiefgründigkeit ihn noch erwartet. Ein tolles Sommerbuch, das bis zur letzten Seite fesselt und so ein kleines bisschen an den Herrn Bierbichler erinnert.

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Hartmut Bögels Reise mit dem Rad zur Fußball-WM in Russland.
Ein wunderbarer Erlebnisbericht, dem Sie auf seinem Blog folgen können.
https://hardy-radelt-2018.tumblr.com/

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Richtung Kiew

Noch 75 km bis Kiew; heute der erste Plattfuß der Tour und das auf der Autobahn. Ein kleiner Glassplitter hat sich durch den Mantel gebohrt und den Schlauch erwischt; glücklicherweise konnte ich mich bis zu einem Rasthaus retten und dort in Ruhe flicken. Ansonsten ist die Fahrt auf dem Seitenstreifen der voll ausgebauten Autobahn ziemlich flott, was vor allem am Schiebewind liegt und so kommt mein Kilometeranzeiger auf dem Tacho mit mir prima voran. Ab und an hupt jemand wenn er an mir vorbeifährt, aber besonders zu stören scheine ich niemand. Selbstverständlich radle ich jetzt mit Helm auf dem Kopf.

Die Autobahn geht wie eine Schneise durch ein Waldgebiet und neben dem Seitenstreifen werden, meist von Frauen, Birkenzweige, Eingemachtes, Pilze und Beeren verkauft. Die Birkenzweige braucht man für die russische/ukrainische Banja = Sauna; zum abreiben und fächern.

Tankstellen und Rastplätze gibt es mässig viele und alle sind hier auf der Autobahn vom feinsten und laden zur Kaffeepause mit Wi-Fi ein. Die Preise an der Tanke sind im übrigen ähnlich wie im Laden; also das kennen wir ja anders in Deutschland.

Hinter Kiew

Das war echt eine grenzwertige Erfahrung für Ross und Reiter diese 30 km durch die Stadt Kiew am Abend….je näher ich der Stadt kam, desto dichter wurde der Verkehr; volle Aufmerksamkeit war gefordert: da ein Bus der vor einem losfährt, dann einer der noch grade so vor einem einschert , hier eine Seitenstraße wo ein Auto abfährt, dort eine Auffahrt wo welche einbiegen, rechts ein tiefer Gulli und links von der Hitze gewölbter Asphalt und immer wieder ein tiefes Schlagloch, beissende Abgase und Gasgeruch von den vielen alten gasbetriebenen Vehikel, die unterwegs sind ….alle Sinne waren gefordert und ebenso die Rücksichtsnahme der ukrainischen LKW und PKW Fahrer – ich kam heile durch und war nach diesem Husarenritt durch Kiew und davor über die Autobahn echt so richtig platt…..doch musste ja noch ein Schlafplatz her. Hab an einem Restaurant an der Stadtautobahn angefragt ob ich nicht in einem der kleinen Holzbuden rund ums Restaurant mein Zelt aufschlagen kann und war dann selbst überrascht wie problemlos und spontan das bejaht wurde…..hab dann noch zu meinem wohlverdienten Bier Salat und Pommes gegessen und einfach den Platz, die Gastfreundschaft, die ausgesprochen bemühenden beiden Bedienungen und die schöne Musik, die zum Tanzen aufforderte, genossen….доброї ночі

Freitag

Heute haben
Margarete von Navarra * 1492
Luise Gottsched * 1713
Wieland Herzfelde * 1896
Sándor Márai * 1900
Marlen Haushofer * 1920
Geburtstag
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Luise Gottsched
6. Ode
Auf das Geburtsfest des Herrn Professor Gottscheds
Anno 1735 den 2. Februar

Als Braut

Geliebter Freund! heut muß ich singen,
Und sollt es noch so unrein klingen,
So muß die Leyer schon daran!
Dein Fest erwecket mich zur Freude;
So schwer ich sonst bey manchem Leide
Den Geist zur Lust gewöhnen kann.

Du bist der Ursprung meiner Freuden.
Du bleibest doch, bey allem Leiden,
Mein ganzes Glück auf dieser Welt.
Ich weis, Du liebest mich von Herzen.
Was irrt mich dann die Zahl der Schmerzen,
Dabey doch deine Gunst nicht fällt?

Du liebest mich um meinetwegen:
Was ist mir denn daran gelegen,
Daß mir kein günstig Schicksal lacht?
Daß meinen Geist kein hoher Titel,
Kein großer Schatz, kein sammtner Kittel
Zu manches Narren Sclavinn macht?

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Titel

Joe Sacco: „Der Erste Weltkrieg.
Die Schlacht an der Somme
Edition Moderne € 35,00

Gut, wir wissen es: 1914 begann der Erste Weltkrieg. Auch dem Buchmarkt entwickelte sich eine ordentliche Flutwelle von Bücher zu diesem Thema. Und doch ist viel Erhellende dabei. Und seien es nur Romane aus Baden und Württemberg in Neuauflagen, oder Sachbücher mit Materialen aus der Region. Kinder- und Jugendbücher sind genauso mit dabei, wie natürlich die dicken Bücher, wie die „Schlafwandler“, oder der ganz schmale Roman „14“ von Jean Echenoz. Heute kam nun etwas sehr Spezielles, das in seinem Umfang einzigartig ist. Joe Sacco, ein poltisch sehr engagierter Graphic Novel-Zeichner hat sich den ersten Tag der Schlacht an der Somme angenommen und ihn auf 7 Metern Länge gezeichnet. 24 Seiten, 24 Stunden. Ganz im Sinne der alten Meister, die riesige Schlachtengemälde, 360 Grad-Bilder an die Innenseite von Gebäuden gemalt haben, zeichnete er auf seine Art diesen Tag. Und nicht nur das. Im Anhang finden wir die Abbildungen nochmals in kleiner Form mit einer zweisprachigen Legende, damit wir die Informationen hinter den Bildern erhalten.

Leporello

An diesem 1.Juli 1916 starben mehr als 20.000 Soldaten. Unvorstellbar.
Dieser blutige Tag liegt nun in seiner ganzen Wucht vor uns.
Neben der Legende im Anhang finden wir in diesem Beiheft auch einen Text des amerikanischen Historiker Adam Hochschild, der uns den Ablauf dieses schrecklichen Tages chronologisch schildert. Durchgehend zweisprachig Französisch/Deutsch.
Das Leporello und das Beiheft sind in einen Schuber im Querformat gepackt und werden hoffentlich immer wieder herausgezogen und angeschaut und gelesen.
Nicht nur, dass dies ein schrecklicher Tag war, auch heute sind wir vor solchen Gräueltaten nicht verschont, wenn wir auf alle Kriegsschauplätze und Bürgerkriege dieser Welt schauen. Somit ist dieses Kunstwerk nicht nur ein Mahnmal gegen den Ersten Weltkrieg, sondern auch ein Zeichen, sich zu engagieren, dass es zu solchen Massakern nicht mehr kommen darf.

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Ein Interview mit Joe Sacco über Graphic Novel-Journalismus in Zusammenhang mit seinem Buch: „Palästina“.

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LUCHS-Preis April für Lemony Snicket und Jon Klassen: „Dunkel“

Das freut mich sehr.

Dunkel