Dienstag, 6.Oktober

Heute haben
Meret Oppenheim * 1913
Yasar Kemal * 1923
Louis Begley * 1933
Silvio Huonder * 1954
Geburtstag
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Max Dauthendey
Nachtstürme reiten die Bäume krumm

Statt der Blumen und Blätter, die sich sonst regen,
Steht Reisigholz stumm auf allen Wegen.
Am Himmel gehen Nebel und Nässe um,
Und Nachtstürme reiten die Bäume krumm.

Ich stehe hinter Fensterscheiben verloren.
Die alten Lieder sind nur Träume hinter sieben Toren,
Die Geliebte ging weit in den Nebel fort,
Nichts blieb in den Ohren als ihr Liebeswort.
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Sarah Wiltschek empfiehlt:


Alexa Hennig Lange: „Die Wahnsinnige“
DuMont Verlag € 20,00

In ihrem neuen Buch widmet sich Alexa Hennig von Lange dem Leben Johanna von Kastiliens (1479-1555), deren rechtmäßige Thronfolge durch das mächtige patriarchale System verhindert werden soll. Es ist einerseits das geschichtliche Portrait einer Herrscherfamilie zu Zeiten von Inquisition und blutiger Verfolgung im Namen des christlichen Glaubens und gleichzeitig eine frühe feministische Erzählung einer jungen Frau, die sich dem totalitären Herrschaftssystem entziehen will. Als Tochter Isabellas der Katholischen, die mit eiserner Hand ihr Reich regiert, erlebt Johanna ein Land, das in Angst und Schrecken lebt, weil Tag und Nacht Ungläubige auf Scheiterhaufen verbrennen. Johanna erlebt vor allem die totale Unfreiheit, in der all ihre Untertanen leben, aber auch die eigene Gefangenschaft, unter der Aufsicht ihrer Mutter. Immer wieder versucht sie dem Unrechtssystem zu entfliehen, hofft, etwa durch die Heirat mit Philipp den Schönen in Flandern auf ein selbstbestimmtes Leben und wird doch immer wieder auf das ihr vorbestimmte Leben zurückgeworfen. Die Gier nach Macht verhindert alles Menschliche. Zum Machterhalt sind dem eigenen Vater und dem eigenen Ehemann keine Mittel zu schade. Auch nicht, Johanna, als Wahnsinnige, also Unzurechenbare für die Thronfolge für immer einsperren zu lassen. Erst spät versteht Johanna, dass auch ihre Mutter Gefangene der männlichen Herrschaft war und nur durch unglaubliche Härte und Gefühlskälte in diesem System bestehen konnte – mit katastrophalen Folgen. Am Ende bleibt Johanna nur die eigene innere Freiheit, um der äußeren Gefangenschaft standzuhalten. Ein Portrait, das abgesehen vom historischen Kontext, aktuell bleibt. Das Fragen aufwirft nach Selbstbestimmung, Macht, Unterdrückung und der Stellung der Frau in einem nach wie vor patriarchalen System. Eine Geschichte, die fragt: wie frei sind wir wirklich? Oder: wie gefangen ist jede*r im System von Herkunft, Glauben und Macht?
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Dienstag, 28.Juli

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Heute haben
Beatrix Potter *1866
Malcolm Lowry * 1909
John Asbery * 1927
Remco Campert * 1929
Beat Brechbühl * 1939
Geburtstag
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Friedrich Hölderlin
An die Nachtigall

Dir flüsterts leise – Nachtigall! dir allein,
Dir, süße Tränenweckerin! sagt es nur
Die Saite. – Stellas wehmutsvoller
Seufzer – er raubte mein Herz – dein Kehlchen –

Es klagte – o! es klagte – wie Stella ists.
Starr sah ich hin beim Seufzer, wie, als dein Lied
Am liebevollsten schlug, am schönsten
Aus der melodischen Kehle strömte.

Dann sah ich auf, sah bebend, ob Stellas Blick
Mir lächle – ach! ich suche dich, Nachtigall!
Und du verbirgst dich. – Wem, o Stella!
Seufztest du? Sangest du mir, du süße?

Doch nein! doch nein! ich will es ja nicht, dein Lied,
Von ferne will ich lauschen – o! singe dann!
Die Seele schläft – und plötzlich schlägt die
Brust mir empor zum erhabnen Lorbeer.

O Stella! sag es! sag es! – ich bebe nicht! –
Es tötete die Wonne, geliebt zu sein,
Den Schwärmer. – Aber tränend will ich
Deinen beglückten Geliebten segnen.
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Jetzt als Taschenbuch:

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Claudia Wiltschek empfiehlt:

Ewald Arenz: „Alte Sorten“
DuMont Verlag € 10,00

Liss lebt alleine auf einem Hof zwischen Feldern und Weinbergen. Sally, kurz vor dem Abitur, kommt nicht mehr mit der Welt und sich zurecht und ist aus einer Klinik abgehauen. Erschöpft und müde läuft sie durch die Felder und trifft auf Liss, deren Traktor feststeckt und die sie prompt bittet mitzuhelfen. Gemeinsam lösen sie das Problem und Liss bietet Sally an, die Nacht bei ihr zu verbringen. Aus einer Nacht werden Tage und Wochen. Leicht haben es die beiden nicht miteinander. Sally mit ihren wütenden Ausbrüchen und Liss mit ihrer Vergangenheit über die sie nicht sprechen will. Aber jede lässt die andere so sein wie sie ist und Sally findet ganz vorsichtig wieder Anschluss an das Leben. Es werden Kartoffel geerntet, Bienen gefüttert, Schnaps gebrannt, Trauben gelesen, Dinge die Sally so fremd und für Liss Alltag sind. Und Sally wird natürlich gesucht ….
Eine berührende Geschichte zweier Frauen, (jedoch nicht so lieblich wie das Cover vermuten lässt) die sich gegenseitig mehr geben können, als sie erwartet haben.

 

 

Samstag, 11.April

Fred Wiegräfe kann im Moment nicht bei uns in der Buchhandlung spielen, wie er es immer wieder am Freitagmittag und Samstagvormittag auf dem Sofa getan hat. Hier können Sie ihn mit einem Lied von seiner berühmten HfG-Session erleben.
Viel Vergnügen.

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Heute haben
Martin Kessel * 1901
Landolf Scherzer * 1941
Felix Kamphausen * 1944
Valerie Martin * 1948
Péter Esterházy * 1950
Geburtstag
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Eine Ostergeschichte von Silvia Trummer

Es komme oft vor, sagt die Nachbarin, dass es schneie an Ostern. Eigentlich gebe es häufiger weisse Ostern als weisse Weihnachten. Man habe sich darauf eingestellt, die Heizung wieder voll aufzudrehen an Ostern. Allerdings vermöge der Schnee doch selten, die Osterglocken im Garten niederzudrücken.
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Marimekko: „50 Postkarten“
50 Motive in einer Box mit Klappdeckel.
DuMont Verlag € 16,00

Miramako

Das schreibt der Verlag:

Ein Muss für jeden Marimekko-Fan
Die außergewöhnliche Kombination von Formen, Farben und Mustern machen das finnische Label marimekko® seit Jahrzehnten unverwechselbar. In Zusammenarbeit mit Künstlern wie z. B. Maija Isola und Fujiwo Ishimoto wurden und werden hochwertige Mode, Stoffe, Heimtextilien, Bekleidung, Taschen, Keramik, Glas und viele weitere Einrichtungsgegenstände für alle Lebensbereiche entwickelt. Insbesondere die Designs Unikko, Kaivo und Kasvu sind inzwischen weltweit bekannt. Aktuell erlebt die legendäre Kultmarke einen neuen Boom – nicht nur bei Designliebhabern. Höchste Zeit, sich selbst und andere mit diesen farbenfrohen Kreationen zu beglücken.