Freitag, 13.März

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Heute haben
Oskar Loerke * 1884
Hugh Walpole * 1884
Frank Thieß * 1890
Jannett Flanner * 1892
Erich Kästner * 1904
Juri Andruchowytsch * 1960
Geburtstag
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Oskar Loerke
Ein Flittern geistert durch die Hecke

Ein Flittern geistert durch die Hecke.
Es jagen, Diebe mit dem Hort,
Vor mir die Wolkenschattenflecke
Auf Siebenmeilenstiefeln fort.
Es ist, als ob die Leere
Einkehre.

Im Winde turnen Kiefernzapfen,
Sie knallen auf das Laubendach
Und hinter mir in meine Tapfen
Und hüpfen fast ihr Totes wach.
Dann liegen sie, als ob die Leere
Erst ganz in sie einkehre.

Am Fuß vergraben sich die Käfer,
Die Würmer mahlen nächtig tief.
Das späte Jahr ist wie ein Schäfer,
Dem seine Herde weit entlief.

Er kommt des Weges ohne Trauern.
Bespricht er mich? Er sagt mir dies:
„Es überrieselt dich ein Schauern,
Es wächst dir bald ein weiches Vlies,
Womit ich dich in meine Herde
Einreihen werde.“
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Die Veranstaltung mit Verena Güntner und ihrem Buch: „Power“ bei uns in der Buchhandlung ist vom 30.März auf den 22.Juli verschoben worden und Sarah Wiltschek empfiehlt es heute:
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Verena Güntner: „Power“
DuMont Verlag € 22,00

Power ist verschwunden. Der Hund der alten Hitschke, die sonst niemanden mehr hat, seit ihr Mann verschwunden ist. Die Hitschke bittet das Nachbarmädchen Kerze, ihr zu helfen, weil Kerze immer Rat hat und außerdem keine Angst. Kerze nimmt den Auftrag ernst und schart immer mehr Kinder aus dem Dorf um sich, die mit ihr, auf der Suche nach Power, tiefer und tiefer im Wald verschwinden.

Während die Kinder über Wochen auf allen Vieren halb nackt durch den Wald streunen, um am Ende mehr Hund als Mensch zu sein, ist die Verwandlung der verzweifelten, nach ihren Kindern suchenden, Erwachsenen scheinbar marginal. Denn eigentlich lauert sie schon immer unter dem Deckmantel von Anstand und Moral. Der kleinste Anlass aber, den sorgfältig antrainierten Benimm über Bord zu werfen, macht aus den Dorfbewohnern in Güntners Geschichte eine immer enthemmtere Ausschlussgesellschaft, die sich wehrlose Opfer sucht und vor nichts zurückschreckt. Die Hitschke, die ja der Auslöser für die Power-Suche und das Verschwinden der Kinder war, kommt da gerade recht.

Der Ausweg der Kinder, allen gesellschaftlichen Konsens bzw. die menschliche Spezies als denkende Kreatur, hinter sich zu lassen, aus Unverständnis über die Einfalt und die Angst der Erwachsenen und die stets schwelende Rückfälligkeit in archaische Strukturen, scheint total konsequent. Denn schon vor dem Ausnahmezustand und dem Verschwinden der Kinder, haben die Erwachsenen Angst vor Kerze, einem Kind. Weil sie keine Angst hat. Angst ist das, was Gesellschaft zerfrisst und hier eben auch das Dorf. Ausgeschlossen haben sie schon davor. Diejenigen, die anders waren. Einen Oberbauern, der diktatorisch die Gemeinde führt, gibt es auch. Richtige Nazis hingegen gibt’s nur im Nachbardorf. Bei Henne, dem Nachwuchsnazi möchte keiner mitmachen. Nazis sind die, so vermutet Kerze, die Angst haben, dass ihnen was weggenommen wird. Aber vor Henne hat keiner Angst. Das funktioniert hier also nicht. Vielmehr muss Henne sich unterordnen im Kinderhunderudel, wenn er dazugehören will.
Angst ist das zentrale Motiv in diesem Roman. Angst und was sie mit uns als Individuum und als Gemeinschaft macht. So ist dieses Dorf gleichwohl eine ziemlich zeitgemäße Parabel auf unser Heute, das von der Angst vor dem Fremden bestimmt wird.

Und am Ende ist der ganze Spuk mit einem Mal vorbei. Als hätten wir das alles nur geträumt. So jedenfalls endet der Roman.

Mittwoch, 11.März

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Heute haben
Karl Krolow * 1915
Janosch * 1931
Douglas Adams * 1952
Marion Brasch * 1961
Leena Lehtolainen * 1964
Geburtstag
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Christian Morgenstern
Der Mond

Als Gott den lieben Mond erschuf,
gab er ihm folgenden Beruf:
Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen
sich deutschen Lesern zu bequemen,
ein a formierend und ein z –
daß keiner groß zu denken hätt‘.
Befolgend dies ward der Trabant
ein völlig deutscher Gegenstand.
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„Marimekko“
50 Postkarten, 50 Motive in einer Box mit Klappdeckel
DuMont Verlag € 16,00

Diese kleine Box mit den bunten Karten fällt sofort ins Auge. Der schwarze Bändel, mit dem man den Kartenblock herausnehmen kann, die verschiedensten Designs sind verlockend. Marimekko ist eine finnische Firma, die aussergewöhnliche Farben und Formen zusammensetzen und auf Kleidung, Wäsche und viele andere Dinge überträgt.
Gerade habe ich gesehen, dass die Box in China hergestellt worden ist. So etwas geht gar nicht. Daran habe ich beim Einkauf nicht gedacht. Jetzt sind sie jedoch da und die Karten können uns den Alltag am Schreibtisch verschönern und als Postkarte aus dem Briefkasten gefischt, machen sie weltweit Freude.

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Unsere Veranstaltungen mit
Pryia Basil im Museum für Brot und Kunst,
Gerárd Scappini und Verena Güntner bei uns im Buchladen
wurden abgesagt und/oder verschoben.

Donnerstag, 12.September

2.Platz beim Leky-Wettbewerb

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Der DuMont Verlag schreibt:

Den großen Erfolg von „Was man von hier aus sehen kann“ haben wir der Begeisterung unzähliger Buchhändlerinnen und Buchhändler zu verdanken, die das Buch mit so viel Herzblut und Hingabe verkauft haben, dass wir nur staunen konnten. Wir haben das Ganze allerdings nicht ausschließlich bestaunen, sondern auch prämieren wollen: Anlässlich der Taschenbuch-Veröffentlichung haben wir kurzerhand den »Leky-Flächen-Produktivitäts-Wettbewerb« ausgelobt.

Den ersten Platz hat dabei die Barbara Buchhandlung Moers belegt, die auf einer Ladenfläche von 48 Quadratmetern sensationelle 428 Exemplare verkauft hat. – Das sind 8,92 Exemplare pro Quadratmeter. Was für ein Ergebnis!

Hier die weiteren Platzierungen:
Ulmer Bücherstube in Ulm, 516 Exemplare auf 80 m² = 6,45 Exemplare pro m²
Buchhandlung Shakespeare und So … in Mainz, 426 Exemplare auf 70 m² = 6,08 Exemplare pro m²
Cervantes & Co in Feldkirch in Österreich, 151 Exemplare auf 25 m² = 6,04 Exemplare pro m²
Büchers Best in Dresden, 166 Exemplare auf 37 m² = 4,49 Exemplare pro m²

Und, weil es so knapp war, haben wir auch noch Platz 6 vergeben, und zwar an Baskerville Bücher in Köln mit 160 Exemplaren auf 40m² = 4 Exemplare pro m².

Wir gratulieren den Gewinnerbuchhandlungen ganz herzlich, danken für die Teilnahme und natürlich für diesen gemeinsamen Bucherfolg!

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Und wir danken unseren KundInnen., denn Sie haben uns zu diesem 2.Platz verholfen.

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Wir haben einen kleinen Stapel von Mariana Leky signierte Taschenbücher an der Kasse liegen. Wir verschenken 10 Exemplare. Also schnell schnell. Reservieren Sie sich ein Exemplar.

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Taschenbuch € 12,00
gebunden       € 20,00
Hörbuch         € 20,00 gelesen von Sandra Hüller
E-Book             €  9,95

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