Dienstag, 11.Februar


Heute haben
Diana Gabaldon * 1952
und Katharina Hacker * 1967
Geburtstag
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„Happiness is but a mere episode in the general drama of pain.“
Thomas Hardy, der heute seinen Todestag hat
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Heute ist der Erstverkaufstag dieser beiden Romane.

Hanya Yanagihara: „Zum Paradies
Aus dem Englischen von Stephan Kleiner
Claassen Verlag € 30,00

Verlagsinfo:
1893, in einem Amerika, das anders ist, als wir es aus den Geschichtsbüchern kennen: New York gehört zu den Free States, in denen die Menschen so leben und so lieben, wie sie es möchten – so jedenfalls scheint es. Ein junger Mann, Spross einer der angesehensten und wohlhabendsten Familien, entzieht sich der Verlobung mit einem standesgemäßen Verehrer und folgt einem charmanten, mittellosen Musiklehrer.
1993, in einem Manhattan im Bann der AIDS-Epidemie: Ein junger Hawaiianer teilt sein Leben mit einem deutlich älteren, reichen Mann, doch er verschweigt ihm die Erschütterungen seiner Kindheit und das Schicksal seines Vaters.
2093, in einer von Seuchen zerrissenen, autoritär kontrollierten Welt: Die durch eine Medikation versehrte Enkelin eines mächtigen Wissenschaftlers versucht ohne ihn ihr Leben zu bewältigen – und herauszufinden, wohin ihr Ehemann regelmäßig an einem Abend in jeder Woche verschwindet.
Drei Teile, die sich zu einer aufwühlenden, einzigartigen Symphonie verbinden, deren Themen und Motive wiederkehren, nachhallen, einander vertiefen und verdeutlichen: Ein Town House am Washington Square. Krankheiten, Therapien und deren Kosten. Reichtum und Elend. Schwache und starke Menschen. Die gefährliche Selbstgerechtigkeit von Mächtigen und von Revolutionären. Die Sehnsucht nach dem irdischen Paradies – und die Erkenntnis, dass es nicht existiert. Und all das, was uns zu Menschen macht: Angst. Liebe. Scham. Bedürfnis. Einsamkeit. 

Michel Houellebecq: „Vernichten
DuMont Verlag € 28,00

Verlagsinfo:
Michel Houellebecq zählt zu den großen Autoren unserer Gegenwart. Nicht zuletzt seit der über ihn erschienenen Essaysammlung in der berühmten Reihe der Cahiers de l’Herne ist das unbestritten. Seine Bücher stehen stets wochenlang auf den internationalen Bestsellerlisten und erreichen eine große Medienpräsenz.
Mit seinem kurzfristig angekündigten neuen Roman, der im Januar zeitgleich in Frankreich und Deutschland erscheinen wird, untermauert Michel Houellebecq seine Bedeutung für die Literatur und unsere Gesellschaft. Wieder einmal schreibt der Prix-Goncourt-Preisträger nicht nur über die drängenden Themen unserer Zeit, er analysiert sie bis in die letzte Konsequenz, die sich aus ihnen für uns und unser Zusammenleben ergeben. Sein Scharfsinn und seine Unerschrockenheit machen seine Bücher für seine Leserinnen und Leser immer wieder zu einer singulären Lektüre.

Dienstag, 21.Dezember

Küken 21 von Anke Raum

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Heute ist Winteranfang und es haben
Jean Racine * 1639
Isolde Kurz * 1853
Heinrich Böll * 1917
Thomas Hürlimann * 1950
Geburtstag.
Es ist der Todestag von Kurt Tucholsky und Leon Feuchtwanger
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„In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.“
Kurt Tucholsky
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Was für ein toller Fotoband:

Benjamin Grant / Timothy Dougherty: „Unsere Erde – vorher und nachher
250 Satellitenaufnahmen zeigen, wie wir die Welt verändern
Übersetzt von Nina Goldt
DuMont Verlag € 38,00

„Es liegt eine Kraft darin, die Welt von oben zu sehen.“
Benjamin Grant

Roger Willemsen beendet seinen schmales Buch „Wer wir waren“ mit Berichten von Menschen, die die Erde von „aussen“ gesehen haben und wie sich ihre Einstellung zu unserem Planeten geändert hat.
Hier haben wir Dank der modernen Technik phantastische Satellitenaufnahmen unserer Erde. Kunstwerke sind sie. Ob Wüstenlandschaften, der Suezkanal, die grauen Dächer von Neu Dehli, der Strand von Rimini, Industrie- und Straßenlandschaften, Flughäfen – so aus der Ferne betrachtet strahlen sie eine unglaubliche Schönheit aus. Die Gewächshäuser im Süden Spaniens gleichen einem großen Gemälde, Straßenzüge mit Einfamilienhäuser bilden Perlenketten in allen Farben.
Und gleichzeitig spielt in diesem Bildband der Faktor „Zeit“ eine große Rolle.
Wie hat sich unsere Erde in den letzten Jahrzehnten verändert. Die Auswirkungen von Konsum, Urbanisierung, Transportwesen und Umweltkatastrophen werden sichtbar gemacht: Im Niemandsland entstehen neue Städte, durch Brandrodung wird Agrarfläche nutzbar gemacht und durch neue Staudämme verschwinden ganze Landstriche peu à peu unter Wasser. Die Aufnahmen veranschaulichen aber auch, wie die menschliche Kraft für den Klimaschutz genutzt werden kann, z. B. durch die restlose Beseitigung des Mülls von 80.000 Besuchern beim Burning Man Festival.

Ein wunderschöner Bildband, der an eine Ausstellung mit riesigen Ölgemälden erinnert.
Und wenn wir das Museum verlassen brüllt uns der Straßenverkehr entgegen.

Donnerstag

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Heute hat Julien Green (* 1900) Geburtstag
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Doug Adams
„But there are nights when the wolves are silent, and only the moon howls.“
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Ein weiteres Texthäppchen aus Stefan Plögers: „Der Klang der Hingabe“:

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Auf der Straße merkte er, wie sich sein Magen zusammenzog. Es fühlte sich an, als stünde er unter Hochspannung. Ein intensives Vibrieren nahm Besitz von seinem Körper, gegen das er sich nicht wehren konnte. Er wusste, er war nicht in unmittelbarer Gefahr. Um so erschreckender war der Angstzustand, der ihn jetzt mehr und mehr überfiel. Es gab keine Erklärung dafür. Eine hoch aufgerichtete Klapperschlange direkt vor ihm hätte nicht erschreckender sein können. Aber die gab es nicht. Gerade das machte es so bedrohlich. Er spürte den kalten Schweiß, der in feinen Rinnsalen seine Wangen hinab lief. Seine Gedanken rasten. Was war mit ihm los? Er konnte es sich nicht erklären. Er musste sich hinsetzen. Er hatte Angst, dass sein Kreislauf versagen und er umfallen würde. Einen Augenblick hielt er die Augen geschlossen, aber das hielt er nicht aus. Alles drehte sich. Er riss die Augen wieder auf und wusste: So musste es sich anfühlen, wenn es zu Ende ging. Wenn der Tod an seiner Seite war, ihn umschlich und auf den günstigen Moment wartete, wo er ihn überfallen und umreißen könnte. Claus suchte eine Parkbank. Die Banklehne drückte unangenehm in den Rücken. Er spürte, dass er sich gerne fallen lassen würde, aber genau das durfte er jetzt nicht. Er musste sich aufrecht halten. Sein Herz raste. Es schlug viel zu schnell. War das das Ende? Es war nur eine leise, kaum hörbare Stimme in ihm, die ihm sagte, dass er sich fügen und das akzeptieren müsse, was ihm vorbestimmt war. Es war wie ein Stillstand, der sich in ihm ausbreitete, wie das Schweigen der Tiere, wenn sich die Dämmerung auf die Erde senkt. Es war ein unerwarteter Frieden, der ihn umgab. Er merkte, wie die Verkrampfung nachließ. Erschöpfung überfiel ihn. Er zog ein Taschentuch aus seiner Hosentasche, hatte Mühe, es in der Hand zu halten, und wischte sich zitternd den Schweiß von der Stirne.
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Hamid

Mohsin Hamid:So wirst du stinkreich im boomenden Asien
Aus dem Englischen von Eike Schönfeld
DuMont Verlag € 18,99

„Seien wir ehrlich, ein Selbsthilfebuch ist ein Widerspruch in sich, es sei denn, man schreibt selbst eines. Es ist doch so: Du liest ein Selbsthilfebuch, damit jemand, der nicht du ist, dir helfen kann, und dieser Jemand ist der Autor. Das gilt für das gesamte Selbsthilfegenre. Zum Beispiel für Ratgeberbücher. Und für Selbstverbessungsbücher.“
Ja was jetzt? Kommt da wirklich ein Ratgeberbuch auf mich zu? Erfahre ich nun wirklich, wie ich stinkreich in Asien werden kann? Und womöglich auch in Deutschland? Womöglich sogar als Buchhändler? Wenn ja, dann her damit!
„Zieh in die Stadt“ lautet die Überschrift zum ersten Kapitel, das dann, wie oben beginnt.
„Verschaff dir Bildung“ lautet die zweite Überschrift und beginnt dann so:Es ist beachtlich, wie viele Bücher in der Kategorie Selbsthilfe fallen. Warum liest du beispielsweise diesen Hochgelobten, atemberaubend langweiligen ausländischen Roman weiter, kämpfst dich von Seite zu Seite zu Bitte-aufhören-Seite teerträger Prosa und formaler Überspanntheiten, die einem die Röte ins Gesicht treiben, wenn nicht aus dem Drang, ferne Länder zu verstehen, die wegen der Globalisierung das Leben in dem deinen deinen zunehmend beeinflussen? Was ist dieser dein Drang im Kern, wenn nicht ein Wunsch nach Selbsthilfe?
Kapitel 5 „Lerne von einem Meister“
Kapitel 7 „Scheu nicht vor Gewalt zurück“
Bis hin zum letzten und 12.Kapitel, das so überschrieben wird: „Denk an ein Ausstiegsszenario“
So weit die Überschriften und ersten Sätze in den jeweiligen Kapitel. Aber was sich dazwischen alles tut, kann ich auf die Kurze gar nicht beschreiben. Moshin Hamid ist in Pakistan geboren und hat u.a. Jura und Literatur in Harvard und Princeton studiert. Nach Stationen in New York und London lebt er mit seiner Familie wieder in Lahore. Und dieses globale Wissen, was er in seinem Leben angehäuft hat, bekommen wir hier aufgetischt. Aber: Hamid hat einen so frechen Witz, einen schwarzen Humor, der sich gewaschen hat. Seine Hauptperson, ein unbenannter Mann, wird in den Slums geboren; bekommt alles mit, was es dort an legalen und illegalen Dingen zu sehen gibt. Er ist kränklich und seine Familie glaubt nicht an großes Glück für den Kleinen. Doch das, was er in diesen Jahren gesehen hat, prägt ihn und er zieht in die Grossstadt und macht eine Tellerwäscher – Millionärskarriere. Sein Gold ist Wasser. Das wichtigste Gut überhaupt. Und mit diesem Lebensspender baut er sich ein Imperium auf, das auf Korruption, Betrug und Gewalt beruht. Sein Herz hat er allerdings an ein junges Mädchen verloren. Beide werden erfolgreich in ganz unterschiedlichen Bereichen. Die Jahre vergehen, Hochzeiten und Scheidungen gehen ins Land, aber sein Herz gehört immer noch ihr, obwohl sie sich nicht oft sehen. Moshin Hamid hat es geschafft, diese Satire, diese Farce auf den Kapitalismus mit einer Liebesgeschichte zu vermischen. Und diese Liebeschichte und die Wendungen im Verhalten des Mannes kommen erst am Ende zu Tage. Gleichzeitig sagt Hamid in einem Interview, dass es auch ein spirituelles Buch ist. Es sei ein durch und durch säkularer Text, aber handelt von spituellen Krisen. Ein Thema: Der Verlust. „Verlust von Gesundheit, Verlust von geliebten Menschen, Verlust des eigenen Lebens. Diesen Verlusten hat die Religion einmal einen Sinn gegeben.“ Doch in unserer Zeit der Glaubenskriege und der Globalisierung ist auch das vorbei. Kurz hintereinander habe ich Abbas Khiders: „Brief in die Auberginenrepublik“ und dieses Buch gelesen und in meinem Kopf haben sich beide miteinanderverwoben und mir mehrfach die Augen geöffnet. Vielleicht lohnt sich dieser Doppelpack. Sie werden es nicht bereuen.

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