Dienstag, 15.Juni

Theodor Storm
Die Flöhe und die Läuse


Die Flöhe und die Läuse.
die hatten sich beim Schopf
Und kämpften gar gewaltig
Auf eines Buben Kopf.
Das nahm der Bube übel
Und haschte Floh und Laus
Und macht‘ mit seinem Nagel
Den Kämpfern den Garaus.
Ich und mein Lieb, wir kosten
Auf meines Nachbars Land –
Hätt bald der grobe Schlingel
Uns beide untergerannt.
______________________________________________

Gestern auf tagesschau.de
Stand: 14.06.2021 13:04 Uhr
Risikoanalyse des Bundes

Deutschland von Extremwetter bedroht“

Der komplette Bericht auf tagesschau.de
______________________________________________________

Hier geht es zum Wortlaut der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz und das Recht auf ein lebenswertes Dasein für die nächsten Generationen.
_______________________________________________________

Drei kostenlose Online-Donnerstagsveranstaltungen jeweils von 17 – 20 Uhr.
Klimagespräch Ulm
17.06. Mobil in die Natur – aber wie? – Veranstaltet vom BUND
24.06. Mobil in der Freizeit – Veranstaltet vom VCD
01.07. Wohnen – Veranstaltet vom unw

Mehr Informationen auf dem Faltblatt als pdf.
________________________________________________________

Ein dickes Buch voller Informationen, Geschichten, Ideen, die ich so von diesem Autoren nicht erwartet hatte – hier folgt ein Interview mit Eckhart von Hirschhausen, der sich in seinem aktuellen Buch sehr engagiert zum Klimawandel äußert.



Eckhart von Hirschhausen: „Mensch,Erde! Wir könnten es so schön haben
dtv € 24,00

Freitag, 14.Mai

Heute haben
Graf von Keyserling * 1855
Karin Struck * 1947
Eoin Colfer * 1965
Geburtstag
_____________________________

Georg Herwegh
Frühlingsnacht

So sel’ge Stille traf ich nie!
Kaum lispelt’s in den Zweigen,
Als hätten ein Geheimnis sie
Den Menschen zu verschweigen.

Kaum plätschert noch die Welle fort,
Kaum knospet’s in den Hecken,
Als gälte es, die Sterne dort
Am Himmel nicht zu wecken.

Die guten Geister senken sich
Auf ihren Strahlen nieder
Und bringen, die bei Tag entwich,
Die Ruh den Träumen wieder.

Mein Schifflein treibt im Sturm allein,
Und niemand will es retten;
So müd dies Haupt, es schläft nicht ein –
Ich muß ihm tiefer betten.
_____________________________________

Susanne Link empfiehlt:

Ian McGuire: „Der Abstinent
Aus dem Englischen von Jan Schönherr
dtv € 23,00

Ein irischer Polizist wird 1867 nach Manchester versetzt, um die dortigen Unabhängigkeitskämpfer auszuspionieren. Die englischen Kollegen mögen ihn nicht, die Iren vermuten auch nichts Gutes, ein Ire aus New York kommt ihm in die Quere und überhaupt, James O’Connor hat es nicht leicht.
Das Ganze hat mich einige Abende in Schach gehalten. Archaisch in seiner Wucht, fesselnd geschrieben und ein unerwartetes Ende – hat mir gut gefallen.
___________________________________________________

Nach diesem freien Tag sind es heute morgen fast 300.000 Kilometer, die in Ulm geradelt worden sind.
Das Team Jastram ist mit über 1.600 km auf Platz 38 dabei.
Wir haben noch eine Woche.

Mittwoch, 7.April

April, April, der tut , was er will.

Heute haben
William Wordsworth * 1770
Victoria Ocampo * 1890
Johannes Mario Simmel * 1924
Cora Stephan / Anne Chaplet * 1951
Geburtstag
____________________________________

Clemens Brentano
Palmkätzchen

Flachs von fauler Dirnen Rocken,
Flaum von zarter Knaben Kinn
Stehl ich, streue weiche Flocken
Unter eure Füße hin.

Weit her schlepp ich euch den Teppich,
Daß ihr nicht zerreißt die Socken
An dem Eppich – Wolle stepp ich
Ins Geläut der Blumenglocken.
____________________________________

Unser Tipp:

Helga Schubert: „Vom Aufstehen
Ein Leben in Geschichten
dtv € 22,00

Helga Schubert, 1940 in Berlin geboren, erzählt uns in einzelnen Episoden ihr Leben. Vom Vater, den sie nie kennengelernt hat, da er mit 28 Jahren im Krieg gestorben ist, von der Flucht vor den Russen und dem Aufwachsen mit einer traumatisierten Mutter, die diese Erlebnisse wohl nie richtig verarbeiten konnte. Die erste Episode schildert ihre Sommer bei der Großmutter, wo sie in der Hängematte im Garten liegt und es nach Obst und Gebäck riecht. Dort findet sie als Kind zur Ruhe, während sie in Berlin oft die Schule wechselt und von den Mitschülern gehänselt wird.
So öffnen sich immer mehr alte Schachteln mit Geschichten, Erinnerungen, Anektoden. Manchmal die gleichen Begebenheiten aus verschiedenen Perspektiven.
In der DDR arbeitet sie als Psychoanalytikerin und Schiftstellerin, darf aber nicht zu Preisverleihungen in den Westen fahren und kann mit über 50, nach der Wende, an den ersten freien Wahlen ihres Lebens teilnehmen. Was sie immer noch beschäftigt, ist das Verhältnis zu ihrer Mutter, denn sie habe drei Heldentaten in ihrem Leben vollbracht: Sie habe sie nicht abgetrieben, sie im Zweiten Weltkrieg auf die Flucht mitgenommen und sie vor dem Einmarsch der Russen nicht erschossen. Erst viele Jahre später hat sie ein Gespräch mit einer jungen Pastorin, die ihr zuhört und ihr in wenigen Sätzen die Last dieser Sätze abnimmt. Eine wunderbare Passage.
Helga Schubert hat aber trotz allem nie ihren Lebensmut, ihren Humor und das positive Denken verloren und so ist die letzte Geschichte „Vom Aufstehen“ eine kleine Zusammenfassung, wie sie als alte Dame morgens aus dem Bett steigt, sich um Mann und Frühstück kümmert. Dafür hat sie auch letztes Jahr den Ingeborg Bachmann Preis erhalten.

Sowohl dieses Buch, als auch das von Gabriele von Arnim: „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ (das wir hier vor ein paar Tagen vorgestellt haben) sind für mich zwei Entdeckungen, die mich sehr bewegt, berührt und zum Nachdenken angeregt haben, da ich merke, wie klug und mit einem großen Wissen diese beiden Damen über ihr Leben schreiben.

Für mich jetzt schon zwei Höhepunkte in diesem Lesejahr.

Leseprobe