Dienstag, 5.Februar

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Heute haben
Joris-Karl Huysmans * 1848
George Saiko * 1892
Henriette Hardenberg * 1894
William Burroughs * 1914
Richard Yates * 1926
Sandra Paretti * 1935
Inka Parei * 1967
Terézia Mora * 1971
Geburtstag
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Johann Wolfgang Goethe
Ein großer Teich war zugefroren

Ein großer Teich war zugefroren;
Die Fröschlein in der Tiefe verloren,
Durften nicht ferner quaken noch springen,
Versprachen sich aber, im halben Traum,
Fänden sie nur da oben Raum,
Wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
Nun ruderten sie und landeten stolz
Und saßen am Ufer weit und breit
Und quakten wie vor alter Zeit.
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9783423640428

Jason Reynolds: „Patina“
Was ich liebe und was ich hasse
Aus dem Englischen von Anja Hansen-Schmidt
Jugendbuch ab 12 Jahren
dtv € 14,95

Endlich! Teil 2 nach Ghost ist erschienen. Dieses Mal steht ein Mädchen im Mittelpunkt. Patina. Patty genannt, rennt wie der Blitz und ist zu Beginn tief traurig, weil sie nur den zweiten Platz in ihrem ersten Rennen gemacht hat. Sie rennt für ihre Mutter, deren Beine wegen Diabetes abgenommen worden sind. Sie rennt für ihr Glück, gegen den Verlust des Vaters, der plötzlich gestorben ist. Sie rennt natürlich für sich selbst. In ihrer neuen Schule fühlt sie sich als Aussenseiterin. Ihre Mitschülerinnen empfindet sie als oberflächlich und hochnäsig. Ihr Idol ist Florence Griffith Joyner. Flo Jo, ja so möchte sie aussehen und laufen. Jason Reynolds hat es wieder geschafft, mich zu fesseln. Mit großer Empathie und Witz schreibt er über diese Clique. Fasziniert lausche ich den Trainingsmethoden und beim abschließenden Staffelrennen konnte ich es kaum mehr aushalten.
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Heute abend ab 19 Uhr liest Clemens Grote aus:

Elisabeth Wehling: Politisches Framing
Abbas Khider: Deutsch für alle
John Wray: Gotteskind
James Baldwin: Nach der Flut das Feuer
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Am kommenden Freitag, den 8.Februar
tauchen wir mit Ulrich Balß ab 19 Uhr
in das New York von gestern und heute ein.
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Dienstag, 15.Januar

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Heute haben
Moliere * 1622
Franz Grillparzer * 1791
Ossip Mandelstam * 1891
Franz Fühmann * 1922
Geburtstag
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Rok
Die Zärtlichkeit des Schneemanns

Gedichte, € 12,00, bei uns im Buchladen

spinnweben aus zuckerwatte

die zeit ist ein wunder
das vergeht oder auch
bleibt und
ein neuer blinder tag
verspricht die sonne
die mich weckt
der süße geruch der nacht
ist noch geblieben wie
ähnlich er dir doch ist

papierflieger

ich sitze in einem viel
zu großen raum
auf einem viel
zu großen stuhl
an einem viel
zu großen tisch
ich kann dir nicht
die hand reichen
nein du kannst nicht übers
wasser gehen du nicht
du ertrinkst du auch
das meer ist tot
das meer ist grenzenlos
und zum weinen schön
deine hände sind so
klein und stark doch
es war kein platz für dich
in diesem viel zu großen raum
auf diesem viel zu großen stuhl
an diesem viel zu großen tisch
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Vanessa Güntzel empfiehlt:

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Amie Kaufman & Jay Kristoff:
„Gemina – Die Illuminae Akten 2“

Jugendbuch ab 12 Jahren

Im letzen Jahr habe ich euch von dem tollen Jugendbuch „Illuminae“ von Jay Kristoff und Amy Kaufmann vorgeschwärmt. Auch dieses Jahr will ich euch ihren zweiten Teil „Gemina“ nicht vorenthalten. Das absolute Highlight an diesem Buch für mich war, dass eine meiner Lieblingsautorinnen: „Marie Lu“ im Werk mitgemischt hat. Gerade ihre tollen Zeichnungen bringen noch so viel mehr Leben in dieses Buch.
Anfangs ein wenig enttäuscht, dass die Charaktere Kady und Ezra nicht mehr im Mittelpunkt stehen, war ich nach den ersten Seiten umso beeindruckter von den Protagonisten Nik und Hanna. Die beiden machen es einem recht leicht, Sie zu mögen, denn Sie sind unglaublich schräg. Die Geschichte spielt teils nach dem ersten Band, teils zeitgleich.
Viel über den Inhalt erzählen kann ich leider nicht, da ich sonst zu viel
von „Illuminae“ preisgeben würde, falls ihr es noch nicht gelesen habt (was ihr unbedingt tun solltet). Was ihr auf keinen Fall erwarten dürft, ist ein Roman in Erzählform.
Wie auch im ersten Band, wird die Geschichte mithilfe von Dokumenten, Datensätzen, Chatverläufen, Emails, Zeichnungen und vielem mehr erzählt, was einem ein Gefühl beim Lesen beschert, welches ich nicht in Worte fassen kann.
Ich bin vollkommen überzeugt, von dem Werk dieser fabelhaften Autoren und von der Gestaltung, sodass ich es kaum abwarten kann, bis der dritte Teil erscheint.

Eure Vanessa

 

Donnerstag, 3.Januar

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Heute haben
Marie Luise Kaschnitz * 1901
Kurt Marti * 1921
Norman Mailer * 1923
Kenzaburo Oe * 1935
Geburtstag
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Heute auf dem Gedichte Kalender:

Christian Morgenstern
Wie das Galgenkind sich die Monatsnamen merkt

Jaguar
Zebra
Nerz
Mandrill
Maikäfer
Pony
Muli
Auerochs
Wespenbär
Locktauber
Robbenbär
Zehenbär
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Endlich als Taschenbuch:

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Lauren Wolk:„Das Jahr, in dem ich lügen lernte„
Übersetzt aus dem Englischen von Birgitt Kollmann
dtv / Reihe Hanser € 9,95
ab 12 Jahren

Ein Jugendbuch, das auch für ältere Jugendliche passen wird. Es geht um Gerüchte, Vorurteile, Lügen, m Mut und Zivilcourage. Also genau um das, was im Moment, in der Gegenwart und vor jeder Haustüre gefragt ist.
Die amerikanische Autorin Lauren Wolk läßt ihren Roman im Zweiten Weltkrieg in den USA spielen. In einer ländlichen Gegend in der Nähe der Wolfsschlucht („Wolf Hollow“ so auch der Originaltitel). Im Mittelpunkt steht Annabelle, die behütet mit ihren kleineren Brüdern im Kreis ihrer Familie lebt. Als das Mädchen Betty von der Stadt aufs Land geschickt wird, weil sie als schwieriges Kind hier bei ihren Großeltern wieder in die Spur gebracht werden soll, überstürzen sich die Ereignisse.
Zuerst ist es ein Stock, der Annabelle trifft, dann die Hand, die sich um den Hals eines Vogels schließt, und schließlich der gespannte Draht, der für James (den kleinen Bruder von Annabelle) lebensbedrohlich wird. Annabelle beginnt zu lügen und ihren Eltern nicht die Wahrheit zu sagen. Sie versteckt den großen blauen Fleck und denkt, daß sie schon alleine klar kommt mit Betty, die sich mit allen anlegt. Nur einen Jungen findet sie, der mit ihr durch die Gegend zieht. Annabelle durchschaut die falschen Anschuldigungen, die Betty verbreitet, erkennt das Lügengebäude, kann es aber (noch) nicht ihren Eltern anvertrauen. Als sich die Vorwürfe gegen den Eigenbrödler Toby richten, der schwer traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekommen ist und ganz alleine im Wald lebt, wird Annabelle klar, daß sie etwas machen muß. Toby ist das typische Opfer, auf dem man alles abladen kann. Doch Annabelle und ihre Eltern kennen ihn und wissen, daß von ihm keine Gefahr ausgeht, wie es Betty verbreitet.
Ich möchte an dieser Stelle nicht mehr verraten, außer daß Lauren Wolk hier ein sehr spannender Jugendroman gelungen ist, der voller Dramatik ist und die Finger genau auf die Wunde unserer Zeit legt. Ein schonungslos und zugleich wunderschön erzählter Roman über die Bedeutung von Freundschaft und Gerechtigkeit.