Samstag, 16.März

Heute haben
César Vallejo * 1892
Sybille Bedford * 1911
Tiziano Scarpa * 1963
Zoe Jenny * 1974
Geburtstag
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Ludwig Bechstein
Ruhe

Ruhig, Herz, was soll dies Streben,
Warum zagst und fürchtest du?
Einen Blick wirf auf das Leben,
Einen wirf dem Grabe zu.
Bunt und wirr und mannichfaltig
Ringen Kräfte, vielgestaltig,
Kommen endlich all zur Ruh.

Lies im Buch der Weltgeschichte,
Ewig gleich bleibt sich die Zeit.
Thaten klingen wie Gedichte
Aus der Vorwelt Dunkelheit;
Was wir staunend jetzt betrachten,
Ein Jahrtausend wird’s umnachten.
Was ist hier Unsterblichkeit? —


(Das Gedicht hat noch weitere Strophen)
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Doris Knecht: „Ruhe
Gedankenspiele 14
Droschl Verlag € 12,00

In dieser kleinen Reihe ist jetzt ein Text über die Ruhe erschienen.
Gelassenheit, Sehnsucht, Glück, Hoffnung, Faulheit, Mut, Neugier gibt es u.a. schon.
Nun also ein Text der österreichischen Autorin und Journalistin zu einem Thema, das den Inhalten ihrer letzten beiden Bücher wiederspricht. Dort findet sie wirklich nicht zur Ruhe. Sie sucht sie zwar, aber es gelingt ihr nicht richtig.
Und auch hier beginnt es mit einem Streit, der sie aufwühlt und nicht so schnell loslässt.
Wie also zur Ruhe finden? Ruhe nur bei sich selbst? Geht Ruhe in einem Miteinander? Gibt es Ruhe nur in einer Gesellschaft, in einem Umfeld ohne Not und Sorgen? Wie verändern sich Momente der Ruhe, wenn wir uns Jahre später dran erinnern?
Schön, dass Doris Knecht ihren eigenen Ton beibehält und uns klug und auch amüsant unterhält und zum Nachdenken anregt. Ein Gedankenspiel. Nicht mehr, aber auch wirklich nicht weniger.
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Montag, 18.3. ab 18:30
Literarische Neuerscheinungen
In Zusammenarbeit bei der Familienbildungsstätte Ulm
Eintritt  € 6,00
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Am kommenden Mittwoch bei uns in der Buchhandlung.
Annika Stahl und die Ulmer Geheimnisse
Beginn: 19 Uhr
Eintritt: frei
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Freitag, 21.April


Heute haben
Charlotte Bronte * 1816
Peter Schneider * 1940
Hervé Le Tellier * 1957
Geburtstag
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Gotthold Ephraim Lessing
Das schlimmste Tier

Wie heißt das schlimmste Tier mit Namen?
So fragt‘ ein König einen weisen Mann.
Der Weise sprach: von wilden heißts Tyrann,
Und Schmeichler von den zahmen.
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Was für ein schöner, interessanter Abend mit dem Droschl Verlag, der Verlegerin Annette Knoch und Carolina Schutti und Bodo Hell.
Nach einem kleinen Überblick über den Verlag, seine Entstehung, seine Bücher und das Büchermachen in Österreich, warfen sich die beiden Autoren beim abwechselnden Vorlesen die Bälle zu. Obwohl der wunderbare Roman „Meeresbrise“ und der Essayband „Begabte Bäume“ im ersten Moment nichts miteinander zu tun haben, gab es doch einige Scharniere, wie es Carolina Schutti nannte und so funktionierten der Roman mit den beiden Mädchen sehr gut im Zusammenspiel mit dem Alphabet der Bäume und seinen vielen Geschichten dahinter.

Bodo Hell: „Ritus und Rita“ und „Auffahrt“
Essay 69 und 71
Droschl Verlag je € 18,00

Als Zugabe las Bodo Hell die paar wenigen Seiten über die Hl. Cäcilie, oder Santa Cecilia, der eine Kirche in Rom, Trastevere gewidmet ist.
In seinen beiden Essay-Bändchen zündet Bodo Hell gleich mehrere Feuerwerke ab.
Er schreibt über christliche Märtyrer und Heilige, deren Legenden, Fakten und Fiktionen über sie. Und das in seiner eigenen witzigen, mäanderden Art, in dem Abseitiges und Wissenswertes durch seine Ver-Dichtungsmaschine neu gestaltet werden. Ein wirkliches Sprach- und Sprechereignis.
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Gestern auf tagesschau.de
Klimabericht für Europa
Beispiellose Hitze und Dürre

Hohe Temperaturen, Trockenheit, Gletscherschwund: 2022 war das Jahr der Rekorde in Europa. Das geht aus dem Bericht des Klimabeobachtungsdienstes Copernicus hervor. So erlebte der Kontinent den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Die Durchschnittstemperaturen in Europa haben im vergangenen Jahr neue Höchstwerte erreicht. Das geht aus dem Jahresbericht des europäischen Klimabeobachtungsdienstes Copernicus hervor, der in Bonn veröffentlicht wurde.
Demnach erlebte der Kontinent den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und das zweitwärmste Jahr insgesamt. Auch bei der Sonneneinstrahlung, dem Gletscherschwund in den Alpen und der Zahl der Tage mit extremer Hitze in südeuropäischen Ländern wurden Rekorde registriert. Zugleich setzten Waldbrände so viel CO2 frei wie seit 15 Jahren nicht.

Den kompletten Bericht finden Sie hier.

Donnerstag, 20.April

Heute haben
Pietro Aretino * 1492
Herman Bang * 1857
Hermann Ungar * 1893
Arto Paasilinna * 1942
Geburtstag
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Emmy Ball-Hennings
Fremde Zärtlichkeit

In meiner Schulter zuckt eine Idee.
Ein Liebespaar wandert die Hecken entlang
Arm in Arm, lächelnd und sehnsuchtsbang …
Auf die Berge Jütlands fällt blau der Schnee.

Ich trage soviel fremdes Leid
Und wein’ für andre viele Tränen.
Ich fühle unbekanntes Sehnen
Und gebe fremde Zärtlichkeit
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Unser Bilderbuchvorlesetipp:

Bjørn F. Rørvik: „Fuchs & Ferkel – Torte auf Rezept
Illustrationen von Claudia Weikert
Übersetzung aus dem Norwegischen Meike Blatzheim
Klett Kinderbuch Verlag € 16,00
Vorlesebilderbuch ab 5 Jahren

Ferkel und Fuchs spielen Doktor. Ferkel hat einen gewaltigen Husten und Dr.Fuchs, alias Dr.Girlander, erkennt dies sofort und will Ferkels Urk herausnehmen. Aber nicht mit Ferkel.
Vielleicht gibt es ja noch eine andere Medizin, die hilft. Blätterstaub und Tannenzapfen, aber das will Ferkel auch nicht. Es meint, dass Torte und Limonade ihm helfen würden und dass die Kuh davon doch immer so viel hätte. Also malt Fuchs dem Ferkel viele rote Punkte aufs Fell und schickt es mit einem passenden Limonaden-Kuchen-Rezept zur Kuh.
Sie merken schon: ein tolle, wilde Geschichte. Genauso, wie Kinder spielen, wie Kinder sich Spiele ausdenken. Dass zum Schluss noch eine Büffelspritze, aus einem Holzstock, eine große Rolle spielt, wundert dann nicht mehr.
Beste Unterhaltung für die Kleinen und Großen.

Leseprobe

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Österreich auf der Leipziger Buchmesse

Heute, Donnerstag, 20.April, 19 Uhr
Der Grazer Droschl Verlag stellt sich vor.

Die Verlagsleiterin Annette Knoch hat Bodo Hell und seine „Begabte Bäume“ dabei.
»Begabte Bäume von Bodo Hell ist ein hinreißendes Buch. Es erfrischt, als schritte man selbst an Hells Seite Natur- und Kulturlandschaften ab.« (Julia Kospach, Falter)
und Carolina Schutti mit „Meeresbrise“
»Mit dem aktuellen Roman Meeresbrise gelingt der Autorin auf schmalem Platz ein Meisterstück.« (Sylvia Treidl, Buchkultur)
Zusätzlich noch ein paar Flaschen Steirischen Wein.
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 6,00
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Mittwoch, 19.April

Heute haben
August Wilhelm Iffland * 1759
Riccardo Bacchelli * 1891
Richard Hughes *1900
Stefan Schütz * 1944
Pierre Lemaitre * 1951
Geburtstag
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Johann Wolfgang von Goethe
Wandrers Nachtlied

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.
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Wenn man nachts nicht schlafen kann
Ein Lesebuch
Herausgegeben von Paula Schmid
Illustriert von Katrin Stangl
Insel Bücherei im kleinen Format für € 10,00

„Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen. Manchmal fielen mir die Augen, wenn kaum die Kerze ausgelöscht war, so schnell zu, dass ich keine Zeit mehr hatte zu denken „Jetzt schlafe ich ein“ Und eine halbe Stunde später wachte ich über dem Gedanken auf, dass es nun Zeit sei, den Schlaf zu suchen: …“
Mit diesem sehr berühmten ersten Satz beginnt Marcel Proust seine Suche nach der verlorenen Zeit, genauso wie wir manchmal auf der Suche nach dem wohltuenden Schlaf sind.
Paula Schmid, die schon einige Anthologien im Suhrkamp/Insel Verlag herausgegeben hat, stellt uns hier ein weites Spektrum an Prosatexten und Lyrik zur Verfügung, damit es klappt mit dem Einschlafen. Zumindest erfahren wir, dass es anderen Menschen nicht besser geht.
Die Autorinnen und Autoren erzählen vom Einschlafen im Elternhaus, den Angstträumen der Kindheit, vom Aufstehen mitten in der Nacht, von Nachtschwärmern und Störenfrieden in der Großstadt, von Nächten in freier Natur, vom mitternächtlichen Gang zum Bücherregal.

Wenn man nachts nicht schlafen kann,
Hört man von den schiefergrauen
Dächern junge Katzen miauen,
Und das hört sicht schaurig an.

schreibt Mascha Kaleko. Marie Luise Kaschnitz schreibt über eine Angstnacht, Franz Kafka über eine schlaflose Nacht und Annette von Droste-Hülshoff über eine durchwachte Nacht.
Quer durch die Weltliteratur, von Goethe bis Jandl, nehmen uns Paula Schmid und die Illustratorin Katrin Stangl mit. Das kleine Format eignet sich natürlich sehr gut, das Büchlein unters Kopfkissen zu schieben.

Leseprobe
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Falls Sie heute und morgen nicht ganz früh ins Bett gehen wollen, dann gibt es hier noch zwei Veranstaltungstipps:

Mittwoch, 19.April, 19 Uhr
Janina Hecht: „In diesen Sommern“

Sparkasse Ulm, Neue Mitte
Eintritt € 17, inkl. Buffet.
Der Erlös geht an das Kinderschutzzentrum des Kinderschutzbundes Ulm/Neu-Ulm
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Österreich auf der Leipziger Buchmesse

Donnerstag, 20.April, 19 Uhr
Der Grazer Droschl Verlag stellt sich vor.

Die Verlagsleiterin Annette Knoch hat
Carolina Schutti und Bodo Hell mit im Gepäck.
Zusätzlich noch ein paar Flaschen Steirischen Wein.
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 6,00

Dienstag, 18.April


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Heute haben
Thomas Middleton * 1580
José Bento Montairo Lobato * 1882
Udo Werner Steinberg * 1913
Kathy Acker * 1948
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Von weit

Von weit ein laues Lüftchen weht
Das mir von fremden Freuden
Und längst vergess’nem Tun erzählt
Der Baum
Der wie ein Turm dort steht
Er ist erwacht
Aus langen, bangen Träumen
Und sucht nach neuen, weit’ren Räumen
Er leuchtet auf im Sonnenschein
Er will sich straffen, dehnen, recken
Während Sterne, weiß und gelb,
Die der Himmel nachts als Boten
Auf den Blätterboden warf
Aus dem Laub die Köpfe strecken
Vorbei ist sie die alte Zeit
Ich bin nicht mehr allein
Ich höre Farben
Rieche Licht
Die frische Brise im Gesicht
Hab‘ ich nur einen Wunsch
Im Herzen unbeschwert
Einfach nur sein
Ich will die Hände falten
Der Grünspecht lacht
Die Lerche singt
Es ist soweit
Ein neues Lied erklingt
Auch wenn es nicht für immer währt
Der Anfang ist gemacht
Wohlan
Ich bin bereit
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Unser Buchtipp. Auch in Bezug auf den Abend mit dem Droschl Verlag am kommenden Donnerstag bei uns in der Buchhandlung.

Fen Verstappen: „Lebenslektionen meiner Mutter
Aus dem Niederländischen übersetzt von Janine Malz
Droschl Verlag € 22,00

Was für ein Erstlingswerk, was für eine Überraschung bei diesem Thema.
Die Familie der Erzählerin scheint auseinanderzubrechen, als die Mutter der drei erwachsenen Kinder einen Schlaganfall erleidet und sich nach Wochen des Bangens leicht erholt, aber in den Rollstuhl gefesselt ist und sich nicht artikulieren kann.
Es ist alles perfekt: Mutter macht Mode, eine Tochter fertigt Taschen, der Sohn entwirft in Schmuck und die Erzählerin ist für das Organisatorische zuständig. Der Vater hat das erfolgreiche Schiff verlassen und wird auch nicht vermisst. Jedes Jahr steht die große Messe, das Gestalten des Showrooms in Paris an. Kurz davor kommt es zu dem obengenannten Vorfall, der das Leben aller Beteiligten über den Haufen wirft. Aus der dominanten, lauten Mutter, die alles im Griff hat und auch übergriffig ist, die erfolgsverwöhnt auf jeder Party auftritt, wird ein stummes Etwas, das auf die Hilfe Ihrer Kinder und des Krankenhauspersonals angewiesen ist.
Mit welcher Präzision, mit welchem feinen Gespür der Zwischentöne Fen Verstappen arbeitet ist gekonnt. Ihre Kapitel springen von Erinnerungen zu gegenwärtigen Befindlichkeiten der einzelnen Personen, den Konflikten im Krankenhaus, der Schwangerschaft und Geburt einer Tochter, mit der sich das Rad wieder weiterdreht.
Die Autorin gibt diesem dramatischen Thema eine unglaublich stimmige Leichtigkeit, einen Sprachwitz (wahrscheinlich sollte ich die Übersetzerin Janine Malz extra loben), der der Szenerie einen geglückten Schwung und uns ein großes, nachhallendes Vergnügen beim Lesen gibt.

Leseprobe
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Am 1.Mai geht es wieder los.
Anmelden, mitmachen, mit Lust und Laune Radlkilometer sammeln.
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Noch etwas für den Fuß- und Radverkehr in Ulm

Neben dem FuR Ulm Problemstellenmelder stellt jetzt auch die Stadt Ulm (zeitlich limitiert vom 17.04 bis 14.05.2023) eine direkte Möglichkeit zur Äußerung von Vorschlägen, Lob und Kritik am Ulmer Fahrradhauptroutennetz zur Verfügung. Über den Link FahrRad! Gib Rat! ist die Seite zu erreichen.
Eine gute Gelegenheit auf die bestehenden Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen.

Montag, 17.April

Heute haben
K.P.Kavafis * 1863
Tania Blixen * 1885
Thornton Wilder * 1897
Udo Werner Steinberg * 1913
Cynthia Ozick *1928
Rolf Schneider * 1932
Nick Hornby * 1957
Geburtstag
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Wolfgang Borchert
Das graurotgrüne Großstadtlied

Rote Münder, die aus grauen Schatten glühn,
girren einen süßen Schwindel.
Und der Mond grinst goldiggrün
durch das Nebelbündel.

Graue Straßen, rote Dächer,
mittendrin mal grün ein Licht.
Heimwärts gröhlt ein später Zecher
mit verknittertem Gesicht.

Grauer Stein und rotes Blut –
morgen früh ist alles gut.
Morgen weht ein grünes Blatt
über einer grauen Stadt.
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Jetzt als Taschenbuch erschienen und wer das Buch in der gebundenen Ausgabe noch nicht gelesen hat, sollte dies jetzt nachholen. Es lohnt sich.

Gabriele von Arnim:
Das Leben ist ein vorübergehender Zustand

Rowohlt Verlag € 14,00

Ein Paar, beide erfolgreich, großer Freundeskreis, finanziell und gesellschaftlich bestens situiert. Sie denkt an Trennung. An dem Tag, als Sie ihn damit konfrontiert, wird er abends mit einem Schlaganfall in die Klinik eingeliefert. Alles kommt anders. Es gibt einen zweiten Infarkt und viele Komplikationen. 10 Jahre dauert dieses gemeinsame ganz andere Leben, mit einem Mann der sich nicht mehr artikulieren, aber nach wie vor ganz klar denken kann. Freunde werden weniger. Schwer zu ertragen und zu verstehen für Menschen, denen Gesellschaft und Kommunikation immer sehr wichtig und notwendig war. Plötzlich sind sie zu zweit, angebunden ans Haus und Reisen geht auch nicht mehr. Er ist der Kranke und sie ist die Frau des Kranken. Das neue Leben erscheint düster und farblos, doch es sind zehn Jahre mit neuen erstaunlichen Farbnuancen, von der Autorin so ehrlich und überzeugend erzählt. Das Miteinander, das vor der Krankheit keines mehr war, ist nun wahrhaftig und trotz allem meistens gut.
Es ist schwierig, die richtigen Worte für dieses wunderbare Buch zu finden. Selten habe ich so ein kluges, feinfühliges Buch gelesen. Es ist in keinster Weise deprimierend. Es ist so positiv, trotz aller Katastrophen, Zusammenbrüchen, Ängsten und Zerissenheiten zwischen Aufopferung, Würde und Selbstfürsorge.

Gabriele von Arnim wurde 1946 in Hamburg geboren. Sie hat studiert, promoviert und zehn Jahre als freie Journalistin in New York gelebt. Danach schrieb sie u.a. für die DIE ZEIT und DIE SÜDDEUTSCHE, BR und WDR und arbeitete als Moderatorin für ARTE, den SDR/SWR und den SF. Sie schreibt Rezensionen für Zeitungen und Hörfunk, moderiert Lesungen, hat mehrere Bücher veröffentlicht und lebt in Berlin.
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Unsere Veranstaltungen in dieser und der nächsten Woche:

Mittwoch, 19.April, 19 Uhr
Janina Hecht: „In diesen Sommern“

Sparkasse Ulm, Neue Mitte
Eintritt € 17, inkl. Buffet.
Der Erlös geht an das Kinderschutzzentrum des Kinderschutzbundes Ulm/Neu-Ulm
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Österreich auf der Leipziger Buchmesse

Donnerstag, 20.April, 19 Uhr
Der Droschl Verlag stellt sich vor.

Die Verlagsleiterin Annette Knoch hat
Carolina Schutti und Bodo Hell mit im Gepäck.
Zusätzlich noch ein paar Flaschen Steirischen Wein.
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 6,00
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Österreich auf der Leipziger Buchmesse

Freitag, 28.April, 19 Uhr
Milena Michiko Flasar: „Oben Erde, unten Himmel“

Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 10,00

Freitag, 14.April

Heute haben
Martin Kessel * 1901
Landolf Scherzer * 1941
Felix Kamphausen * 1944
Valerie Martin * 1948
Peter Esterházy * 1950
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Ist er‘s


Verhagelt hat‘s das blaue Band
Es liegt jetzt in der Pfütze
Durch die Lüfte
Flattert Jacke, Hemd, die Mütze
Faule, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll
Das Land
Veilchen haben sich besonnen
Wollen später kommen
Horch, von fern
Ein Donnerschlag
Ja, was hab‘ ich da vernommen?
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Im Rahmen der Leipziger Buchmesse stellt Annette Knoch
am Donnerstag, den 20. April ab 19 Uhr
ihren Droschl Verlag bei uns in der Buchhandlung vor.
Mit dabei Bodo Hell mit seinem Buch: „Begabte Bäume“ und Carolina Schutti mit ihrem Buch: „Meeresbrise“


Bodo Hell: „Begabte Bäume
Mit 23 Zeichnungen von Linda Wolfsgruber
Droschl Verlag € 25,00

Bodo Hell ist mit seinem umfangreichen Œuvre tief verwurzelt in der österreichischen Literaturlandschaft. Mit seinem unglaublichen enzyklopädischen Wissen schafft er stets einzigartige Bücher.
Sein nächster Streich, der sich in sein großes Werk einreiht, lautet Begabte Bäume und ist ein Vademecum der anderen Art. Der Faktizität verpflichtet sammelt Bodo Hell Vielfältiges, Kurioses und Wissenswertes rund um die Bäume wie Herbstlaub auf.


Vom Ahorn bis hin zur Zirbe gibt er breit gefächert Botanisches, Historisches, Kulturgeschichtliches, Trivia, Religiöses, Mystisches und Mythologisches, Volkstümliches, Erstaunliches, Listiges und Listen zum Besten und führt uns in den Itineraren durch Österreichs Vergangenheit und Gegenwart.

Presse

»Begabte Bäume von Bodo Hell ist ein hinreißendes Buch. Es erfrischt, als schritte man selbst an Hells Seite Natur- und Kulturlandschaften ab.« (Julia Kospach, Falter)

Bodo Hell setzt »der in Österreich so wirkungsmächtigen Tradition der Bergliteratur sein eigenes narratives Modell entgegen. Er verwendet die Natur nicht als Projektionsschirm für die seelischen Befindlichkeiten der in ihr lebenden Menschen, sondern beschreibt bis in jede Einzelheit ihre topografische Physiognomie und die Markierungspraktiken, mit denen wir uns darin zurecht finden.« (Martin Mittermayer, Die Furche)

»Bodo Hell ist ein Chronist, ein Sammler, ein Aufzeichner, ein Bewahrer von Belebtem und Unbelebtem, das ohne ihn vielleicht dem Vergessen anheimfallen würde. Bodos Texte sind ausnahmslos Liebeserklärungen, gelegentlich an Menschen, oft an Flora, Fauna, Dinge, Namen: Es gibt wohl nichts, das seiner literarischen Sammelleidenschaft entkommen kann.« (Wolfgang Kühn, Wiener Zeitung)

»Eine sprachpralle avantgardistische Promenade durchs linguistische Unterholz.« (Alexander Kluy, Der Standard)

»Nüchterner Handwerker oder Druide mit Zauberstab sein – bei Bodo Hell gibt es immer beides: Kantig, ineinander verkeilt, bewusst widersprüchlich wie die Gegenwart selbst.« (Nico Bleutge, Deutschlandfunk)

»Begabte Bäume heißt das jüngste Buch von Bodo Hell. Es gebärdet sich als ein friedvolles Nachschlagewerk mit natur- und volkskundlicher Anmutung, bis es einem beim Nachzählen von Blütenständen und Staubbeuteln (nicht Bosch oder Dyson) mit unerwarteten Qurerschlägen plötzlich den Atem raubt.« (Heidemarie Klarbacher, Drehpunkt Kultur)

»Begabte Bäume ist ein in vielerlei Hinsicht überaus lesenswertes Buch, das von WarnHinweisen für das richtige Verhalten bei Tornados bis zu einem Rezept für Zirbenzapfenlikör (fast) alles enthält, und vor allem auch immer wieder Unerwartetes – eine besondere Spezialität des Autors selbst, wie man im Buch liest. Begabte Bäume ist allen zu empfehlen, die neugierig auf Unerwartetes sind, gern in die Natur aufbrechen und Witz und Sprachvergnügen lieben.« (Astrid Nischkauer, Literaturhaus Wien)

»In Begabte Bäume ist auf einer Seite mehr zu erfahren als man sich vorstellen kann,. Wissen kompakt verfasst und literarisch in Form gebracht.« (Markus Köhle, DUM)

»Hells Sammelsurium, diese literarische Wunderkammer durchziehen verschiedene Zeitschichten. Es finden sich Passagen, die Erinnerungen an Kinderzeiten sein dürften, zum Beispiel „Blasrohr-Attacken“ mit ausgehöhlten Hollunderästen; zugleich ist es ein sehr gegenwärtiges Buch, das heutige Herausforderungen für Bäume – Trockenheit, Schädlinge, Stürme – nicht ausspart.« (Wolfgang Straub, Ö1 Ex Libris)

Donnerstag, 13.April

Heute haben
Roda Roda * 1972
Samuel Beckett * 1906
Stephan Hermlin * 1915
Seamus Heaney * 1939
G.Le Clezio * 1940
Zeruya Shalev * 1959
Geburtstag
und es ist der Todestag von
Giorgio Bassani, Eduardo Galeano und Günter Grass
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Winfried Hermann Bauer
Hoffnung

Irgendwann
wenn wir Farben riechen
Und Töne schmecken
Wenn wir Raum und Zeit
Begreifen
Werden wir bereit sein
Vielleicht
Und frei genug
Für den nächsten Schritt
Auf dem Weg
Hinauf
In die Tiefe
Zu den Sternen
In uns
Um Wurzeln zu schlagen
Zwischen den Zeilen der Unendlichkeit…
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Im Rahmen der Leipziger Buchmesse stellt Annette Knoch
am Donnerstag, den 20. April ab 19 Uhr
ihren Droschl Verlag bei uns in der Buchhandlung vor.
Mit dabei Bodo Hell und Carolina Schutti mit ihrem Buch: „Meeresbrise“

Foto: Simon Rainer

Unsere Besprechung auf dem Jastramblog vom 18.März:

In diesem schmalen Roman von Carolina Schutti steckt die ganze Welt. Sie erzählt darin das Aufwachsen zweier Mädchen, deren alleinerziehende Mutter sie mit Geschichten, mit Manipulation, mit Strenge, vor der Aussenwelt schützen will. Für sie sind ihre Töchter zwei Prinzessinnen, für die Dorfbewohner zwei Hurenkinder. Der Vater der einen Tochter stürzte sich von einer Brücke, die andere Tochter wurde gewaltsam gezeugt.
Das alles wird jedoch aus der kindlichen Sicht erzählt. Die beiden Mädchen hängen sehr aneinander und tauschen sich immer wieder ihre unbekannten Väter, so dass sie oft nicht wissen, wer denn nun der richtige ist. Carolina Schutti begibt sich ganz nah und auf Augenhöhe mit den beiden, schildert deren Erfahrungen in der Schule und mit Freundinnen, aber auch das undurchsichtige Verhalten der Mutter.
Das kindlichen Spiel, das den Alltag verdrängen soll, bekommt Risse, als das ältere Mädchen in die Pubertät kommt und sie ihre Situation hinterfragt, neugierig wird und sie endlich das Meer in Wirklichkeit sehen will und nicht nur aus dem Kinderatlas, dem einzigen Buch das es im Haushalt gibt und mit dem sie sich die Welt erklärt haben.

Mit „Meeresbrise“ ist der Autorin ein Sprachkunststück gelungen. So unaufgeregt sie erzählt, so eindringlich sind ihre Bilder geworden.


Presse

»Ein Schweben und nur die Ahnung eines Abgrunds erzeugen eine unglaubliche und mitunter unheimliche Sogwirkung. Literatur, die berührt, weil sie die Finger auf die Fragilität des Lebens legt.« (Bernd Melichar, Kleine Zeitung)

»Mit dem aktuellen Roman Meeresbrise gelingt der Autorin auf schmalem Platz ein Meisterstück.« (Sylvia Treidl, Buchkultur)

»Ein schmales Buch, aber eines, das eine ganze Welt in sich birgt, eine Welt aus Lügen und Märchen, mit denen eine etwas seltsame Mutter ihre zwei Töchter eingesponnen hat.« (Martin Sailer, ORF Tirol)

»Kurze Kapitel und Sätze, die nachhallen. Eine Empfehlung.« (Hans Rouven, ekz)

»Schutti verknüpft grundlegende Themen wie familiäre Gewalt, daraus entstandene Traumata und das Errichten einer imaginären Schutz-Welt mit dem schlussendlichen Versuch, aus diesem Leben auszubrechen. Ein zeitgemäßer und wichtiger Roman.« (Hubert Berger, Kronen Zeitung)

»Die Macht der Sprache kann helfen, Lügengebäude zum Einsturz zu bringen: Im Roman Meeresbrise erzählt die Tiroler Autorin Carolina Schutti von einer Selbstbefreiung.« (Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten)

»Nur 120 Seiten braucht Carolina Schutti, um die bittersüße Geschichte aus unverblümter und doch poetischer Kindersicht zu erzählen.« (Ines Garherr, APA)

»Carolina Schuttis Meeresbrise lässt sich auf vielerlei Weise lesen: als sozialkritischer Roman, der die Ausgrenzung einer Alleinerziehenden und ihrer beiden Töchter in einem Dorf sowie deren Armutsgefährdung darstellt; als Coming-of-Age-Roman, der die Befreiung eines Mädchens aus der engen Familienwelt darstellt, als Sprachkunstwerk, das den Grad des Erzählens aus der Wir-Perspektive zu einer Ich-Erzählung bravourös meistert. Das Grandiose dieses Textes besteht darin, dass er in der Überwindung der Genregrenzen alles zugleich ist.« (Anna Rottensteiner, Literatur in Tirol)

»Sprache ist ein mächtiges Werkzeug. Besonders, wenn sie so eingesetzt wird wie in Meeresbrise von Carolina Schutti.« (Michael Pick, Literatüren)

»Die Lektüre ist eine Freude und regt zum Nachdenken an – was will man mehr?« (Joachim Schwend, Kreuzer)

»Verführerisch schön ist die Poetik, die in diesen Text eingewoben ist, sie macht das Schwere der Erzählung leicht und bekömmlich.« (Gudrun Braunsperger, Ö1 Ex Libris)

»Wie langwierig die Prozesse der Erkenntnis sind, wie mühsam das Herauslösen von missbräuchlichen familiären Beziehungsverhältnissen, wird in diesem Roman brillant zur Sprache gebracht. Und die akribische Sprachkünstlerin Carolina Schutti hat darüber hinaus einen zeitgemäßen Roman über das Hinsehen geschrieben, der auch davon erzählt, dass selbst kleinste Gesten der Außenwelt dazu imstande sind, die inneren Kräfte von Betroffenen zu mobilisieren.« (Gerlinde Tamerl, Der Standard)

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Start in Ulm ist der 1.Mai.
Anmelden können Sie sich hier.
Kommune angeben und einem Team beitreten. Z.B. dem Team „Buchhandlung Jastram“
Mit der kostenlosen App sind Sie immer live dabei und sehen Ihre Radelstrecken.
Viel Spaß jetzt schon mal.

Mittwoch, 12.April

Heute haben
Alexander Ostrowski * 1823
Gustav Lübbe * 1918
Tom Clancy * 1947
Antje Rávic Strubel * 1974
Geburtstag
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Heinrich Heine
Kluge Sterne

Die Blumen erreicht der Fuß so leicht,
Auch werden zertreten die meisten;
Man geht vorbei und tritt entzwei
Die blöden wie die dreisten.

Die Perlen ruhn in Meerestruhn,
Doch weiß man sie aufzuspüren;
Man bohrt ein Loch und spannt sie ins Joch,
Ins Joch von seidenen Schnüren.

Die Sterne sind klug, sie halten mit Fug
Von unserer Erde sich ferne;
Am Himmelszelt, als Lichter der Welt,
Stehn ewig sicher die Sterne.
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Rätseln für die ganze Familie:


Christina Braun Redaktion/Texte), Meike Töpperwien (Illustrationen):
133 spannende Quizfragen für schlaue Grundschulkinder

Welchen Doppellaut kannst du auch essen? Wie viele Sprachen gibt es? Welche beiden Zahlen versteht ein Computer? Warum sind Apfelmännchen kein Obst? Mit welcher Redewendung sparst du zu Hause Energie? Warum entstehen die Jahreszeiten? Welches kleine Tier zeichnete Albrecht Dürer? Wieviele Zeitzonen gibt es auf der Erde? Die fünf olympischen Ringe symbolisieren …?, und und und.

Mathe, Deutsch, Sport, Kunst und Musik sind die einzelnen Kapitel überschrieben und die spannenden Antworten regen zum Knobeln und Nachdenken an. Genialer Rästelspaß, an dem nicht nur allein, sondern auch zu zweit, mit Freunden, Geschwistern, Eltern oder Großeltern getüftelt werden kann!
Natürlich gibt im Anhang die Lösungen, die zusätzlich mit erklärenden Informationen gefüttert sind.
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Unsere nächsten Veranstaltungen:

Mittwoch, 19.April, 19 Uhr
Janina Hecht: „In diesen Sommern“

Sparkasse Ulm, Neue Mitte
Eintritt € 17, inkl. Buffet.
Der Erlös geht an das Kinderschutzzentrum des Kinderschutzbundes Ulm/Neu-Ulm
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Mittwoch, 19. April, 19.00 Uhr
Ayala Goldmann:Schabbatkind
Das Leben des Ulmer Transplantationsmediziners Shraga Felix Goldmann
In Ihrem Buch  „Schabbatkind“ schreibt Ayala Goldmannüber ihren Vater Shraga Felix Goldmann.
Er hat als Professor für Transplantationsmedizin an der Universität Ulm das Zentrale Knochenmarksspenderregister (ZKRD) mitbegründet und war auch im jüdisch-christlichen Dialog aktiv.  Die Geschichte einer christlich-jüdischen Familie in Deutschland und in Israel.

Die Autorin ist in Ulm aufgewachsen und heute Journalistin der „Jüdischen Allgemeinen“ in Berlin.
Haus der Begegnung Ulm, Grüner Hof 1
Eintritt 6,00 EUR/erm. 4,00 EUR
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Österreich auf der Leipziger Buchmesse

Donnerstag, 20.April, 19 Uhr
Der Droschl Verlag stellt sich vor.

Die Verlagsleiterin Annette Knoch hat
Carolina Schutti und Bodo Hell mit im Gepäck.
Zusätzlich noch ein paar Flaschen Steirischen Wein.
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 6,00
Bitte rechtzeitig Plätze reservieren
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Österreich auf der Leipziger Buchmesse

Freitag, 28.April, 19 Uhr
Milena Michiko Flasar: „Oben Erde, unten Himmel“

Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 10,00
Bitte rechtzeitig Plätze reservieren

Dienstag, 11.April


Heute haben
Luise Gottsched * 1713
Wieland Herzfelde * 1896
Sándor Márai * 1900
Marlen Haushofer * 1920
Franz Herre * 1926
Geburtstag
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Johann Georg Fischer (1816-1897)
In der Kirschenblüt‘

Draußen am Platz
In der Kirschenblüt‘
Bei’m Bronnen hat mich geherzt mein Schatz,
Nicht zu singen und sagen.

Ach wie herrlich im Sonnenschein
Rauschte der Quell! – Daß dich Gott behüt‘,
Trink‘ ihn, selige Kirschenblüt‘,
Sammt der Sonne ins Herz hinein,
Goldene Früchte wirst du tragen
Wo draußen am Platz
In der Kirschenblüt‘
Bei’m Bronnen mich hat geherzt mein Schatz,
Nicht zu singen und sagen.
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Unsere nächsten Veranstaltungen:

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Eine Wiederentdeckung:


Herbert Clyde Lewis: „Gentleman über Bord
Aus dem Amerikanischen von Klaus Bonn
Mit einem Nachwort von Jochen Schimmang
mare Verlag im Schuber € 28,00

1937 erschien dieser schmale Roman und erst jetzt wurde er zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt.
Was für ein Lesegenuss. Der Roman erinnert an den englischen feinen Humor, den wir aus so vielen Büchern kennen. Und hier taucht plötzlich ein ganz unbekannter Schriftsteller aus den USA auf.
Vielleicht macht es doch Sinn das kluge, erhellende Nachwort von Jochen Schimmung zuerst zu lesen. Es verrät natürlich das Ende, birgt aber schon vor und während der Lektüre viele Informationen zum Autor, zur Zeit und der Situation.
Henry Preston Standish, ein Börsenmakler, Ehemann und Vater, nimmt auf Grund eines burnouts eine Auszeit und schippert mit diversen Schiffen über den Ozean. Zum Schluss landet er auf dem Frachter „Arabella“ und erlebt die schönsten Sonnenauf- und Untergänge zusammen mit ein paar wenigen Gästen.
Dass er nicht auf einer Bananenschale ausrutscht, die kurz vorher erwähnt wird, sondern auf einem Ölfleck, macht die Sache auch nicht besser. Er landet im Meer und die „Arabella“ tuckert weiter.
13 Stunden später wird sein Fehlen entdeckt, das Schiff wendet und begibt sich auf die Suche einem kleinen Fleck im großen weiten Meer.
Herbert Clyde Lewis lässt uns an den Gedanken des Schiffbrüchigen teilhaben, die zuerst noch voller Willenskraft und Humor sind, sich dann aber doch im Laufe der Stunden in eine große Ohnmacht wandeln. Dies alles klingt tragischkomisch, aber nie spöttisch, hat einen feinen Witz und ein Gespür für die einzelnen Menschen an Bord.
Für wahr, eine tolle Lektüre, eine Warnung an alle Seereisende, ein großes Lesevergnügen mit einem doch plötzlichen Ende.

Herbert Clyde Lewis (1909–1950) wurde als zweiter Sohn russisch-jüdischer Einwanderer im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren. Er führte ein rastloses Leben als Sportreporter in Newark, Berichterstatter in Shanghai und Drehbuchautor in Hollywood. Er schrieb für den Mirror und das Time Magazine in New York und verfasste vier Romane. Sein Debüt Gentleman über Bord (1937) ist das erste seiner Bücher, das auf Deutsch vorliegt.