Mittwoch, 30.September

Heute haben
Ferdinand von Saar * 1833
Truman Capote * 1924
Élie Wiesel 1928
Jurek Becker * 1937
Werner Schmidli * 1939
Cecilia Ahern * 1981
Geburtstag
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Christian Friedrich Hebbel
Dies ist ein Herbsttag

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.
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Eine Entdeckung:

Grigory Sokolov. „Beethoven / Brahms / Mozart“
Deutsche Grammophon
Doppel-CD plus einer DVD € 29,99

Ich nehme mir die CD-Box zur Hand und bin erstaunt, dass neben den beiden CDs noch eine DVD mit einem Konzert aus Turin dabei ist.
Kurz nach den ersten Tönen, merke ich, dass dies etwas besonderes ist. Die Stücke kenne ich, aber irgendwie hat Sokolov einen besonderen Anschlag, oder Spieltechnik. Ich schaue über den Pianisten nach und bin erstaunt über die Informationen, die ich über ihn bekomme.
Er gilt als Antistar, gibt keine Interviews, tritt nicht mit Orchester auf und es gibt keine Studio-Aufnahmen von ihm. Die Deutsche Grammophon durfte Konzerte des vergangenen Jahres aufnehmen und hat nun einen Zusammenschnitt veröffentlicht.
Beethoven und Brahms steht auf dem Programm. Frühes und spätes, nicht die Hits der beiden Komponisten, sondern kurze Stücke, denen Sokolov jedes Mal einen eigenen Ton gibt. Und wenn es denn mal langsam und leise wird, ist es schon fast unwirklich schön.
Daniel Barenboim nennt ihn den derzeit besten Pianisten und wenn wir hören, wie locker er mit den Fingern über die Tasten gleitet und das am Ende eines Konzertes und mit siebzig Jahren, da hat der Meister wohl recht.
Schön auch die vielen Zugaben, für die Sokolov berühmt ist.

Dienstag

Heute haben
Antonio Fogazzaro * 1842
(den kenne ich auch nicht, aber der Name ist so schön)
Jacques Audibert * 1899
(da geht es mir genauso)
Flannery O´Connor * 1925
Mohammed Choukri * 1935
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90 Jahre „Häschenschule“ und seit Jahren ohne Schlagstock.
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Manzel

Menschenskind
Dagmar Manzel singt Lieder von Friedrich Hollaender
Michael Abramovich am Klavier und musikalische Leitung
Orchester der Komischen Oper Berlin
Deutsche Grammophon € 19,99

Mit folgenden Liedern, u.a: Wenn ich mir was wünschen dürfte; Das Currendemädchen; Das Mädchen mit den Schwefelhölzern; The Ruins of Berlin; Drei Wünsche; Mädchen, warum weinest du; Wenn ick mal tot bin; Illusions; Die hysterische Ziege; Oh Mond; Circe; Wiegenlied an eine Mutter; Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre; Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt.

Friedrich Hollaender (1896-1976) ist einer der bedeutendsten Chanson-Komponisten der 20 und 30er Jahren. Nicht zuletzt durch seine beiden Chansons im Film „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich („Ich bin von Kopf bis Fuß“ und „Ich bin die fesche Lola“) kam er zu Weltruhm.
Der Schauspielerin Dagmar Manzel gelingt es auf dieser Aufnahme nicht nur die lustige Seite zuzeigen, sondern auch die Trauer und den Verlust – den doppelten Boden, der in Hollaenders Lieder zu finden ist. So bleibt einem bei manchen Liedern fast die Luft weg, wenn sie ohne großes Drumherum, ihre Interpretation darbietet. Fast könnte man meinen, dass für diese Lieder keine Gesangsprofis die idealen Sängerinnen sind, sondern Seiteneinsteigerinnen, wie Dagmar Manzel.
Als Begleiter hat sie Michael Abramovich, der sie sowohl solo am Klavier begleitet, oder auch vom Piano aus das Orchester der Komischen Oper Berlin leitet. Mir gingen dann die Duo-Stücke noch mehr unter die Haut, da sie noch direkter erscheinen, als mit Orchesterbegleitung.


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Freitag

Heute haben
Martha Gellhorn * 1908
Peter Weiss * 1916
Geburtstag.

Und es ist der Todestag von Iwan Bunin (+ 1953).
Da wird sich kleine, feine Schweizer Verlag Dörlemann aber freuen, da er sowohl die Bücher von Frau Gellhorn, als auch das Gesamtwerk von Iwan Bunin im Programm haben.
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Stamm1
Der Autor, das Buch, die Schauspielerin

Die Südwestpresse Ulm berichtet über die Lesung von Peter Stamm im Ulmer ROXY.
„Jugendliche sind noch nicht so verbildet“

Stamm2
Der Autor, die Schauspielerin, der Buchhändler
(beide Fotos sind von Florian L.Arnold)

„Die Lebenskrise als rettende Kehrtwende“
Florian L.Arnold berichtet für die Neu-Ulmer Zeitung.
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Pires

António Meneses, Maria João Pires
„The Wigmore Hall Recital“
Deutsche Grammophon CD € 19,99

Maria Joao Pires zählt seit jahrzehnten zu den größten Pianistinnen. Nun hat sie zusammen mit dem Cellisten des Beaux Art Trios, Antonio Meneses, einen Kammermusikabend eingespielt. Die Wigmore Hall hat eine enorm gute Akustik, deshalb wohl der Grund, die Musik dort live einzuspielen.
Sie spielen Stücke der bedeutendsten romantischen Komponisten, wie Franz Schubert, Felix Mendelssohn und Johannes Brahms. Als Zugabe noch die Aria von Johann Sebastian Bach.
Was wollen wir mehr.
Nun bin ich kein großer Kenner von Musik und kann Ihnen nicht die Vorzüge gerade dieser Aufnahme aufzeigen. Mir gefällt die Zusammenstellung und das sehr klare, durchsichtige Spiel. Das Ganze hat auch etwas Beruhigendes in unserer schnellen, hektischen Zeit, gerade jetzt, wo wir uns auf der Schlussgerade des Jahres befinden. Die Hörproben lohnen sich und auch die Schubert Sonate, die ich als komplette Live-Einspielung im Netz gefunden habe.

Hier können Sie in die CD hineinhören.

Franz Schubert: Arpaggione Sonate in A Moll / D 821