Dienstag, 17.Januar


Heute haben
Calderón * 1600
Anne Bronte * 1820
Wolf Jobst Siedler * 1926
Ib Michael * 1945
Sabine Peters * 1961
Raoul Schrott * 1964
____________________________________

Adalbert von Chamisso
Der erste Schnee

Der leise schleichend euch umsponnen
Mit argen Trug, eh` ihr`s gedacht,
Seht, seht den Unhold! Übernacht
Hat er sich andern Rat ersonnen.
Seht, seht den Schneemantel wallen!
Das ist des Winters Herrscherkleid;
Die Larve lässt der Grimme fallen; –
Nun wisst ihr doch, woran ihr seid.

Er hat der Furcht euch überhoben,
Lebt auf zur Hoffnung und seid stark;
Schon zehrt der Lenz an seinem Mark.
Geduld! Schon ruft der Lenz die Sonne,
Bald weben sie ein Blumenkleid,
Die Erde träumet neue Wonne, –
Dann aber träum´ ich neues Leid!
_______________________________________

Jetzt neu als Taschenbuch:


Svenja Leiber: „Kazimira
Suhrkamp Taschenbuch € 12,00

Ein Frauenleben gegen Ende des 19.Jahrhunderts am Baltischen Meer. Kazimira muss sich um Haus um Kinder kümmern, während ihr Mann als Vorarbeiter in der großen Bernsteinwerk „Annagrube“ als Dreher arbeitet. Kazimira möchte genauso wie er dort arbeiten, doch das ist ihr nicht erlaubt. Als die harte Arbeit dort in der Grube zu einem großen Erfolg wird, zerbricht diese Arbeitsgemeinschaft. Antisemitismus und Nationalismus greifen um sich. Kazimiras Leben wird so plastisch geschildert, als ob wir sie kennen würden und steht doch als Beispiel für das Schicksal sehr vieler Frauen, damals und heute.
Svenia Leibers Sprache ist genau, mal spröde, dann wieder weitläufig. Es sind diese Beschreibungen, die von der Vergangenheit bis in die Gegenwart reichen, diese Frauenschicksale mit ihren Hoffnungen und der brutalen Gegenwart, die uns die Autorin nahebringt. So nahe, dass die Lektüre weiter nachhallt und wir das Buch nicht einfach so weglegen wollen.
Ein starkes Buch, dem viel mehr Beachtung zukommen sollte.

Leseprobe
___________________________________

Samstag, 13.Februar

Heute haben
Georges Simenon * 1903
Sybil Gräfin Schönfeldt * 1927
F.C.Delius * 1943
Katja Lange-Müller * 1951
Irene Dische * 1952
Geburtstag
___________________________________________

Adelbert von Chamisso
Winter

In den jungen Tagen
Hatt ich frischen Mut,
In der Sonne Strahlen
War ich stark und gut.

Liebe, Lebenswogen,
Sterne, Blumenlust!
Wie so stark die Sehnen!
Wie so voll die Brust!

Und es ist zerronnen,
Was ein Traum nur war;
Winter ist gekommen,
Bleichend mir das Haar.

Bin so alt geworden,
Alt und schwach und blind,
Ach! verweht das Leben,
Wie ein Nebelwind!
____________________________________

Unser Tipp:

Joo Kraus: „We Are Doing Well
O-Tone Music, 2020, € 19,99
Mit Torsten Krill, Veit Hübner, Ralf Schmid und Joo Kraus

Letzte Woche war es so weit und die neue Scheibe des Ulmer Joo Kraus kam auf den Markt. Der Titel lässt sich vielleicht mehrfach deuten.Die Musik tut in diesen Tagen und Wochen allerdings seht gut.
Joo Kraus erweitert hier seinen Musikkosmos und löst mit seinen Musikern/Freunden das Genre Jazz, Funk, Pop, usw. auf. Er fühlt sich wohl in der Musik, in seiner Musik und wir staunen, wie cool die Musiker damit umgehen.
„Die Songs sind diesmal noch freier geworden, weil wir uns noch weniger drum scheren, ob das in irgendeinem Radio gespielt wird oder sonst in kein Format passt.“
Das spürt man beim zweiten und dritten mal hören deutlich. Die Spielfreude ist enorm, egal welches Musikregister die Jungs ziehen.

Donnerstag, 16.Mai

IMG_3279

Heute haben
Friedrich Rückert * 1788
Jakob van Hoddis * 1887
Juan Rulfo * 1918
Geburtstag
_________________________

Adelbert von Chamisso
Frühling

Der Frühling ist kommen, die Erde erwacht,
Es blühen der Blumen genung.
Ich habe schon wieder auf Lieder gedacht,
Ich fühle so frisch mich, so jung.

Die Sonne bescheinet die blumige Au‘,
Der Wind beweget das Laub.
Wie sind mir geworden die Locken so grau?
Das ist doch ein garstiger Staub.

Es bauen die Nester und singen sich ein
Die zierlichen Vögel so gut.
Und ist es kein Staub nicht, was sollt‘ es denn sein?
Mir ist wie den Vögeln zu Muth.

Der Frühling ist kommen, die Erde erwacht,
Es blühen der Blumen genung.
Ich habe schon wieder auf Lieder gedacht,
Ich fühle so frisch mich, so jung.
__________________________

978-3-426-27757-7_Druck.jpg.40499668

Zack Scott: „Apollo“
Der Wettlauf zum Mond
Droemer Verlag € 28,00

Am 21.Juli 1969 war es soweit. Ich habe mir mit meinem Vater und meinem Bruder die Nacht um die Ohren gehauen, stundenlang vom Sessel aus auf einen grieseligen, knisternden Fenrsehapparat gestarrt, bis es endlich so weit war.
Die Mondlandefähre Eagle landete auf dem Mond und Armstrong setzte seinen Fuß in den Sand. 50 Jahre ist es her und wir werden in diesem Sommer noch viel davon zu sehen bekommen. Zwei Bücher haben wir schon im Laden. Einerseits eine Graphic Novel im Carlsen Verlag und dieses sehr schön gemachte Sachbuch mit seinen feinen Schautafeln und Grafiken. Ein schönes Bilderbuch voller Fakten, ein Sachbuch zum darin Versinken. In edlem All-Dunkelgrau erfahren wir allerhand Details aus dem Apollo-Programm der Nasa, bei dem 400.000 Menschen beteiligt waren, das 120 Milliarden US Dollar gekostet hat, dessen Höhepunkt die Mondlandung stand und bei der ich einer von 500 Millionen Zuschauern war.

Ein Blick ins Buch lohnt sich.

Mittwoch, 30.Januar

img_1546

Heute haben
Adalbert von Chamisso * 1781
Richard Brautigan * 1935
und Barbara Wood * 1947
Thomas Brezina * 1963
Geburtstag
_________________________

Adelbert von Chamisso
Der Spielmann

Im Städtchen gibt es des Jubels viel,
Da halten sie Hochzeit mit Tanz und mit Spiel.
Dem Fröhlichen blinket der Wein so rot,
Die Braut nur gleicht dem getünchten Tod.

Ja tot für den, den nicht sie vergißt,
Der doch beim Fest nicht Bräutigam ist:
Da steht er immitten der Gäste im Krug,
Und streichelt die Geige lustig genug.

Er streichelt die Geige, sein Haar ergraut,
Es schwingen die Saiten gellend und laut,
Er drückt sie ans Herz und achtet es nicht,
Ob auch sie in tausend Stücke zerbricht.

Es ist gar grausig, wenn einer so stirbt,
Wenn jung sein Herz um Freude noch wirbt.
Ich mag und will nicht länger es sehn!
Das möchte den Kopf mir schwindelnd verdrehn!

Wer heißt euch mit Fingern zeigen auf mich?
O Gott – bewahr uns gnädiglich,
Daß keinen der Wahnsinn übermannt.
Bin selber ein armer Musikant.
______________________________

Neu auf DVD:

8715

„Gundermann“
Regie: Andreas Drese,
Schauspieler: Alexander Scheer/Anna Unterberger u a, D 2018, FSK ab 0
DVD € 15,99

Ins Kino habe ich es nicht geschafft, obwohl mir viele Freunde dazu geraten haben. Na, hätte ich es doch mal besser gemacht. Diese Verfilmung des Lebens und seines Werkes als Liedermacher, Rockmusiker und Baggerfahrer im Braunkohltageabbau ist großartig. Der Zugang zu seinem eigenwilligen Leben erfolgt über die Musik und die Texte und Melodien spiegeln gleichzeitig seine Gefühle, sein Leben wieder.
1955 in der DDR geboren, blieb er bis zu seinem Tode 1984 dort und erlangte immer Erfolg mit seiner Musik. Mit seinen Vorgesetzten, der Partei eckte er öftern an, da er sich nie verbiegen ließ und die Wahrheiten, die Tatsachen direkt ansprach. Er arbeitete als IM und ging damit später auch an die Öffentlichkeit. Gundi führte ein asketischtes Leben, gegen später mit Frau Conny und vier Kindern, sagte, dass er Geld mit ehrlicher Arbeit verdienen und nicht nur von der Kunst leben wolle.
Mit nur 43 Jahren starb er 1998 an einem Schlaganfall. Wohl eine Auswirkung seines intensiven Doppellebens zwischen Bagger und Gitarre.
Mir hat der Name Gundermann nichts gesagt. Erst mit dem Kinofilm wurde ich darauf aufmerksam. Jetzt gehen mir seine Melodien und seine Liedzeilen nicht mehr aus dem Kopf.

https://www.youtube.com/watch?v=H2YJ2Xxi5pI

Auf Wikipedia gibt es einen ausführlichen Eintrag.

Dienstag, 30.Januar

Heute haben
Adalbert von Chamisso * 1781
Richard Brautigan * 1935
und Barbara Wood * 1947
Thomas Brezina * 1963
Geburtstag
_________________________

Adelbert von Chamisso
Der Spielmann

Im Städtchen gibt es des Jubels viel,
Da halten sie Hochzeit mit Tanz und mit Spiel.
Dem Fröhlichen blinket der Wein so rot,
Die Braut nur gleicht dem getünchten Tod.

Ja tot für den, den nicht sie vergißt,
Der doch beim Fest nicht Bräutigam ist:
Da steht er immitten der Gäste im Krug,
Und streichelt die Geige lustig genug.

Er streichelt die Geige, sein Haar ergraut,
Es schwingen die Saiten gellend und laut,
Er drückt sie ans Herz und achtet es nicht,
Ob auch sie in tausend Stücke zerbricht.

Es ist gar grausig, wenn einer so stirbt,
Wenn jung sein Herz um Freude noch wirbt.
Ich mag und will nicht länger es sehn!
Das möchte den Kopf mir schwindelnd verdrehn!

Wer heißt euch mit Fingern zeigen auf mich?
O Gott – bewahr uns gnädiglich,
Daß keinen der Wahnsinn übermannt.
Bin selber ein armer Musikant.
______________________________

Gehen Sie unbedingt in den Film „Weit“. Seit 50 Wochen läuft er in deutschen Kinos, hat sich zu einem der erfolgreichsten unabhängigen Filme entwickelt. „Weit“ zeigt die Reise von Gwen und Ptrick, die drei Jahre immer nach Osten gereist sind und zu dritt (mit dem in Mexiko geborenen Bruno) wieder in Freiburg angekommen sind.

Prolog

Uns zieht es hinaus.
Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen.
Und das alles über Land.
Nie den Kontakt zur Erde verlieren.
Immer Strecke spüren.
Über die Meere mit dem Schiff,
denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen,
mit Zeit reisen.



Wir lernen Grenzen kennen.
Wollen lernen was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet.
Es ist der Versuch nicht mehr als 5 Euro am Tag auszugeben.
2 oder 3 Jahre.
Vielleicht mehr, vielleicht weniger.
Wir folgen unserem Weg, sind nichts Besonderes,
hören lediglich auf das Gefühl im Bauch.
Dabei sind Spontanität und Neugierde unsere engsten Begleiter. 



Wir verlassen unser Zuhause, um zu lernen was für andere Heimat bedeutet.
Und es wird einen Film geben.
Irgendwann.
Denn dann sind wir so weit in den Osten gereist,
dass wir über den Westen wieder zurück gekehrt sind.

Schauen Sie sich den Trailer an, gehen Sie ins Kino, egal zu welcher Uhrzeit und in welchem Saal es spielt. Und wenn Sie es nicht schaffen, ab Mitte Februar haben wir hoffentlich diese einzigartige Reise als DVD im Buchladen. Zusammen mit dem Reisetagebuch und der Musik auf CD.

Diese Bilder, diese verschiedenen Menschen werden Sie nicht mehr loslassen. Nicht, dass wir nun unbedingt auch losziehen müssen. Aber wir merken, dass sich Afghanistan nicht nur auf ein politisches Land aus den Nachrichten reduziert, sondern dass es dort auch Menschen gibt. Mit Freude und Lachen, mit Gastfreundschaft und Hoffnungen. Ob in der Mongolei oder Georgien, Mexiko oder Russland – überall gibt es hilfsbereite Menschen. Alle auf dieser einen Welt, egal, was in Davos entschieden wird.

Montag

IMG_2198

Zum vielen Schnee noch heute morgen -15 Grad.
Mehr Winter geht nicht.
_________________________

Heute haben
William Gaddis * 1922
Jo Pestum * 1936
Brigitte Kronauer * 1940
Christian Kracht * 1966
Geburtstag.
Aber auch Pablo Casals und Marianne Faithful
___________________________

Adalbert von Chamisso
Der erste Schnee

Der leise schleichend euch umsponnen
Mit argem Trug, eh‘ ihr’s gedacht,
Seht, seht den Unhold! über Nacht
Hat er sich andern Rat ersonnen.
Seht, seht den Schneenmantel wallen!
Das ist des Winters Herrscherkleid;
Die Larve läßt der Grimme fallen; –
Nun wißt ihr doch, woran ihr seid.

Er hat der Furcht euch überhoben,
Lebt auf zur Hoffnung und seid stark;
Schon zehrt der Lenz an seinem Mark.
Geduld! und mag der Wütrich toben
Geduld! schon ruft der Lenz die Sonne,
Bald weben sie ein Blumenkleid,
Die Erde träumet neue Wonne, –
Dann aber träum‘ ich neues Leid!
______________________

An diesem letzten Sonntag im Jahr war es endlich so weit. Mit zwei Auto ist die ganze Familie ins Kino gefahren. „Paddington“ stand auf dem Programm.

238909.jpg-r_160_240-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxx

Eine Stunde und 35 Minuten beste Familienunterhaltung. Der Film wird mit null Jahren angegeben, ich denke, dass er doch viele spannende Momente hat, so dass ich nicht mit Kindern unter 8 Jahren reingehen würde. Der Film spielt mit Motiven aus Erwachsenenfilmen, die aber nicht wichtig für die Handlung sind. Wir Erwachsenen schmunzeln jedoch über die Zitate in den Szenen und in der Musik.
Der Bär Paddington (das einzige animierte Wesen im ganzen Film) begibt sich nach einem Erdbeben in seiner Heimat Peru, vom tiefsten Dschungel Perus nach London, da ein Forscher seiner Familie gesagt hat, dass er dort immer willkommen sei. So landet der sprechende Bär also in Paddington Station und sucht jemanden, der ihn aufnimmt. Er sitzt einsam auf dem Bahnsteig, hat die ersten Erfahrungen mit Tauben (die noch sehr wichtig werden) und hinter ihm leuchtet die Schrift „Lost“. Nachdem er von einer Frau angesprochen wird, die gerade mit ihrer Familie aus dem Zug ausgestiegen ist und ihn tatsächlich für eine Nacht mitnehmen will, sehen wir den ganzen (bekannten) Schriftzug: „Lost and Found“.
So beginnen die turbulenten und sehr lustigen Abenteuer des kleinen Bären, der sich mit vielen fremden Dingen auseinandersetzen muss. Wozu sind Zahnbürsten da? Zum Ohrenputzen? Wie funktioniert das mit der Klospülung und wie verflixt kann so ne Tesarolle sein. Er ist auf der Suche nach einer (neuen) Familie nach einem neuen Zuhause. Ein grundlegendes Motiv, nicht nur in der Kinderliteratur. Eine Familiemusss zusammenhalten.Und wenn das gelingt, bestehen sie alle Abenteuer. In schönen Bildern und einem schönen Spannungsbogen schafft es der Regisseur, dass es zu einem Happy End kommt. Wenn da nicht böse Leiterin des Naturkundemuseums wäre, die Paddington für ihre Sammlung ausgestopfter Tiere haben will. So kommt noch ordentlich Spannung auf (inkl. „Mission Impossible“-Anleihen) und wir fiebern mit unserem Bären mit, dass auch wirklich alles gut ausgeht.
Ein gelungener Familienfilm, in dem London eine wichtige Rolle spielt. Dort sollen, von Künstlern bemalte Paddington-Bären stehen und wahrscheinlich fahren noch jede Menge rote Busse mit Paddingtons durch die Stadt. Für mich war es schön zu sehen, dass eine Szene in dem Club spielt, in den eine Gruppe BuchhändlerInnen von den Verlagen Hanser und dtv eingeladen worden sind. Dort kommt man als Normalsterblicher nicht rein. Die Leiterin sagte uns damals, dass der Club sich immer wieder dadurch saniert, in dem sie Filmszenen dort drehen lassen. Damals redete sie von James Bond. Jetzt auch noch Paddington. Und so werden viele Ecken, Straßen und Plätze aus London gezeigt, wobei ich nicht weiss, was alles Pappe und was echt war. Ist ja auch egal.
Ein grosser Spass und wir hatten beim gemeinsamen Abendessen an der langen Tafel viel zu erzählen und waren ordentlich am Rätseln, woher wir die einzelnen Schauspieler kennen und immer wieder: „Das war ja auch toll! … Und das war doch lustig! …“
Und heute kaufe ich Orangenmarmelade.

http://https://www.youtube.com/watch?v=qFuzMlfZGWM

Dienstag

Heute haben Patrick White 1912 und Guntram Vesper * 1941 Geburtstag.
___________________________

CIMG9844 Nicht vergessen. Der Jastram-Pixi-Ausmalwettbewerb läuft bis nach den Sommerferien. Holen Sie sich ein leeres Pixi und füllen Sie es, wie Sie wollen. Gemeinschaftsarbeiten sind mehr als gewünscht. Hier gibt es mehr Informationen. ___________________________

FrauenMänner

Andreas Wirthensohn und Michael Frey:
Gedichte für Frauen  € 7,90
Gedichte für Männer“ € 7,90

Frauen sind das angeblich »schwache« Geschlecht. Doch in den hier versammelten Versen ist davon nichts zu spüren. Schlau, schlagfertig, klug und gewitzt lassen die Damen Tausendmarkscheine verschwinden, überstehen Blind Dates und machen sich ihre ganz eigenen Gedanken zur Liebe und natürlich: zu den Männern. Ein ideales Geschenk für Mütter, Schwestern und Freundinnen – und selbstverständlich auch: für alle neugierigen Männer, die die Frauenwelt mal von einer anderen Seite kennenlernen möchten. Männer haben es nicht leicht. Da ist es doch immerhin beruhigend, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein auf der Welt sind. In diesem Band teilen Leidensgenossen ihre Gedanken zu den komplizierten Dingen des Lebens: Frauen. Was zum Beispiel tun, wenn man der Verflossenen im Supermarkt begegnet? Doch darüber hinaus beschäftigt es die Dichter natürlich auch, ob Männer weinen dürfen, was man von der Emanzipation zu halten hat und warum das Leben als Mann manchmal so kompliziert sein muss.
Mit Gedichten von Ulla Hahn, HM Enzensberger, Mascha Kaléko, Marie Luise Kaschnitz, Gertrud Kolmar, Ursula Krechel, Else Lasker-Schüler,Friedrike Mayröcker, Ulrike Almut Sandig, Dietmar Dath, Heinz Erhardt, Robert Gernhardt, Günter Herburger, Ernst Jandl, Erich Kästner, Helmut Krausser, Erich Mühsam, Albert Ostermaier, Peter Rühmkorf und vielen anderen mehr.
Zwei habe ich herausgesucht, bei denen die Rechte frei sind. Sonst hätte ich Ihnen gerne noch viel mehr zum Lesen gegeben. Die Auswahl in den Büchern enthält jedoch viele Gedichte von Autoren des 20.Jahrhunderts, oder von jetzt noch lebenden Autoren, was das Lesen noch spannender macht.

Seit ich ihn gesehen …
Adelbert von Chamisso

Seit ich ihn gesehen,
Glaub ich blind zu sein;
Wo ich hin nur blicke,
Seh ich ihn allein;
Wie im wachen Traume Schwebt sein Bild mir vor,
Taucht aus tiefstem Dunkel,
Heller nur empor.
Sonst ist licht – und farblos
Alles um mich her,
Nach der Schwestern Spiele
Nicht begehr ich mehr,
Möchte lieber weinen,
Still im Kämmerlein;
Seit ich ihn gesehen,
Glaub ich blind zu sein.

Frauen-Leseprobe
Männer-Leseprobe

______________________

Die SWR-Bestenliste Juni 2013 ist veröffentlicht.
Sieben von zehn Titel haben wir im Laden.
Hier die Liste und Programmtipps im Radio und TV.
________________________

Ulmerspickzettel

(gefunden bei Ulmerspickzettel.tumblr.com)
______________________

Mehr Fotos aus der Jastramwelt gibt es heute unter jastram.tumblr.com.
______________________

Dienstag

Heute haben
J.G.Seume * 1763
A.v.Chamisso * 1781
Anton Cechov * 1860
Romain Rolland * 1866
Gert Hofmann * 1931
Geburtstag.
__________________________

CIMG8519
__________________________

Feuer

Lass uns mit dem Feuer spielen
Die hundert schönsten Liebesgedichte.
Herausgegeben von Tobias Lehmkuhl
Aufbau Verlag  € 12,99
Hier bestellen

Ein Lesefest für Liebende – für frisch oder heimlich Verliebte,
bei Liebeskummer oder dem großen Liebesglück.

CIMG8520

Hier Beispiele aus dem Buch:

Heinrich Heine
Friederike

I.

Verlaß Berlin, mit seinem dicken Sande
Und dünnen Tee und überwitzgen Leuten,
Die Gott und Welt, und was sie selbst bedeuten,
Begriffen längst mit Hegelschem Verstande.

Komm mit nach Indien, nach dem Sonnenlande,
Wo Ambrablüten ihren Duft verbreiten,
Die Pilgerscharen nach dem Ganges schreiten,
Andächtig und im weißen Festgewande.

Dort, wo die Palmen wehn, die Wellen blinken,
Am heilgen Ufer Lotosblumen ragen
Empor zu Indras Burg, der ewig blauen;

Dort will ich gläubig vor dir niedersinken,
Und deine Füße drücken, und dir sagen:
Madame! Sie sind die schönste aller Frauen!

CIMG8521

Else Lasker-Schüler
Komm mit mir in das Cinema

Komm mit mir in das Cinema,
Dort findet man, was einmal war:
Die Liebe!
Liegt meine Hand in deiner Hand
Ganz übermannt im Dunkel,
Trompetet wo ein Elefant
Urplötzlich aus dem Dschungel –
Und schnappt nach uns aus heißem Sand
Auf seiner Filmenseide
Ein Krokodilweib, hirnverbrannt,
Dann – küssen wir uns beide.

CIMG8522

Georg Christoph Lichtenberg

Auf ein schönes Mädchen, das in der Kirche sehr andächtig war.
Andächtiger und schöner als Lucinden
Wird man nicht leicht ein Mädchen beten sehn;
In jedem Zug lag Reue für die Sünden,
Und jeder reizte zum Begehn.

CIMG8524