Freitag, 16.Oktober

Der Sturm ist vorbei, die umngefallenen Bäume werden zersägt und der eine oder andere Stranbdkorb aus den Wellen gefischt. Auf Usedom kommt die Sonne raus und Internet gibts um die Ecke im Freien.

Ein tapferer Begleiter in dieser stürmischen Zeit ist Rico mit seinen neuen Aufzeichnungen.

Andreas Steinhöfel: „Rico, Oskar und das Mistverständnis“
Carlsen Verlag € 16,00
Keine Altersangabe. Wäre ja gelacht.

Rico erlebt stürmische Zeiten. Er ist verliebt in Sarah, er verkracht sich mit Oskar. Der Spielplatz der Gang soll bebaut werden und Frau Dahling besorgt sich ne Waffe und eine Zugfahrkarte, da sich ihr Geliebter nicht mehr aus der Kur meldet und sie sich denkt, er hat sich einen Kurschatten angelacht. (Hier müsste jetzt eigentlich Ricos Kommentar zu Kurschatten kommen!).
Die Besitzerin des Spielplatzgrundstückes ist die rote Frau mit der speziellen Frisur, die nicht mit sich reden lässt. Nur gut, dass es den Heinrich gibt, der Rico Tipps gibt, die hartherzige Dame rumzukriegen. Heinrich und seine Frau, die schöne Cilly, wohnen auf einem Hausboot mittemang in Berlin. Heinrich sortiert Fotos und Cilly schießt mit Erbsen auf Enten.
Gegen diese wilde Geschichte ist der erste Herbststurm auf Usedom ein leises Geplätscher.

Ich drücke Rico die Daumen, dass er es schafft, den Spielplatz zuerhalten, dass es mit Oskar zu einer Versöhnung kommt. Zumal das Buch ja auch Mistverständnis heisst.
Ach: Und hoffentlich benutzt Frau Dahling nicht ihre Waffe.

Mann, Mann, Mann!

Leseprobe

Heute haben
Miguel Angel Asturias * 1899 (Nobelpreis 1967)
Hilde Spiel * 1911
John le Carré * 1931
Philip Pullman * 1946
Rudolf Herfurtner * 1947
Geburtstag.
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Im Gedichtekalender vom 19.10.2017

Theodor Däubler
Weg

Mit dem Monde will ich wandeln:
Schlangenwege über Berge
Führen Träume, bringen Schritte
Durch den Wald dem Monde zu.

Durch Zypressen staunt er plötzlich,
Daß ich ihm entgegengeh.
Aus dem Ölbaum blaut er lächelnd,
Wenn michs friedlich talwärts zieht.

Schlangenwege durch die Wälder
Bringen mich zum Silbersee:
Nur ein Nachen auf dem Wasser,
Heilig oben unser Mond.

Schlangenwege durch die Wälder
Führen mich zu einem Berg.
Oben steht der Mond und wartet,
Und ich steige leicht empor.
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Eine Weihnachtsbescherung im Oktober

Andreas Steinhöfel:Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch
Mit Bildern von Peter Schössow
Carlsen Verlag € 14,99

Rico und Oskar marschieren auf dem Buchumschlag durch das winterliche Berlin. Beide haben Geschenktüten in der Hand. Ja, so könnte es sein. Es ist der 24.12. und demnächst gibt es Geschenke, Geschenke, Geschenke. Aber das wäre in der Dieffe, im Haus der Beiden, zu einfach. Natürlich herrscht großes Chaos. Der Baum ist zu groß, der Stiefvater liegt eingeklemmt darunter. In der Küche wird russisch gekocht, Oskar ist plötzlich richtig sauer und verschnupft. Eine Schneekugel findet den Weg nicht zurück und ein herrlicher Sommer in einem Hinterhof ist nur noch Vergangenheit, während draußen ein Schneesturm heult.
Andreas Steinhöfel legt sein ganzes Herz und Können in diesen vierten Band seiner beiden Helden. Es geht um Freundschaft, um neues Kennenlernen und sich Neuorientieren. Riso läuft mit offenen Augen und Ohren durch Kreuzberg und notiert für uns wichtige Begriffe, wie „Romantik“ oder „Profilneurose“. Natürlich auf seine Art. Es ist auch seine eigene Art, seine etwas langsamere, tiefenbegabtere Art, die Welt zu sehen und uns zu erzählen. Und gerade das macht die Bücher so speziell.
Andreas Steinhöfel zeigt uns, dass seine Hauptpersonen eines ganz besonderen Schutzes bedürfen. Auch die Kinder aus dem Hinterhof. Besonders Checker, der immer viel zu essen dabei hat. Er sitzt an Weihnachten bei Rico auf dem Sofa und sie schauen „Der Zauberer von Oz“. Seine Mutter denkt, er ist beim Vater. Sein Vater denkt, er ist bei der Mutter. Wie traurig. Gerade auch an diesem besonderen Abend, an dem es dann plötzlich zwei Geburten gibt. Vom wem? Das verrate ich natürlich nicht.
Freuen Sie sich auf diesen vierten Band und wir können nur hoffen, dass die geplante Trilogie nicht nur um einen Band erweitert wird. Denn Steinhöfel hat es drauf und schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene. Lesen Sie dieses Buch selbst, verschenken Sie es an die Kinder in Ihrer Familie und in Ihrer Nachbarschaft. Sie bereiten große Freude. Es gibt viel zu Lachen, noch mehr zum Wundern und für uns Erwachsene sehr sehr viel zwischen den Zeilen zu lesen.

 

Dienstag, 11.April

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Der Frühling kann kommen

Heute haben
Alexander Ostrowski * 1823
Gustav Lübbe * 1918
Tom Clancy * 1947
Antje Ravic Strobel * 1974
Geburtstag.
Aber auch Joschka Fischer und Herbert Grönemeyer.
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9783551560261

G.R.Gemin:Milchmädchen
Aus dem Englischen übersetzt von Gabriele Haefs
Carlsen Verlag € 16,99
Englischen Originalausgabe „Cowgirl“ € 11,99
Jugendbuch ab 12 Jahren

In der Frühjahrsreihe der „Königskinder“ im Carlsen Verlag, die alle ein Mädchengesicht auf dem Umschlag haben, ist u.a. auch „Milchmädchen“ erschienen. Es hat irgendetwas mit Kühen zu tun, mit einem heruntergekommenen Wohngebiet einer walisischen Stadt, mit einer Mädchenfreundschaft und vielen Kühen.
Da bleibt die Frage: Ja will ich das denn lesen?
Meine Antwort: Klar! Unbedingt!
Dies wurde mir aber auch erst klar, als ich das Buch zur Hand nahm und darin las.
Zu Beginn ist es eines dieser Mädchencliquen-Aussenseiterin-Jugendroman, entwickelt sich aber sehr schnell zu einem sehr warmherzigen, frechen, witzigen, ernsten Buch, das von seinem Autoren Gemin mit viel Liebe geschrieben worden ist.
Das Mädchen Gemma wohnt in diesem Viertel, in dem Diebstahl, Einbrüche und Gewalt alltäglich sind. Ihre Mutter ist einsilbig, ihr kleiner Bruder nervt und ihr Vater sitzt im Gefängnis. In ihrer Schule gibt es eine Mädchengang, die alles bestimmt und mit Gewalt reagiert, wenn nicht das geschieht, was sie will. Und es gibt das Mädchen Kate, die nur „Cowgirl“ genannt wird, da sie auf einem Bauernhof lebt und sich mit Kühen abgibt.
Kate braucht Gemmas Hilfe. Ihr Vater will alle Kühe verkaufen und als Landschaftsgärtner neu durchstarten, bevor der Buernhof sich nicht mehr trägt. Aus dieser Grundkonstellation heraus entwickelt Gemin eine Geschichte, die nicht vorhersehbar ist, die uns immer wieder in die Irre führt. Es liest sich wie ein Stück Torte, von der wir nicht wissen, was sich unter der Glasur alles versteckt und wieviele Schichten noch kommen.
Denn sind zu Beginn Gemmas Bruder, viele Mitschüler in kriminelle Machenschaften verstrickt, so ändern sie sich, als die Kuh-Entführ-Aktion gestartet wird. Elf Kühe sind es, die aus dem Kuhstall in die Vorgärten der Siedlung gebracht werden. Elf Kühe ändern plötzlich die Einstellung der Mitbewohner der Straße. Eigentlich ist verändern das falsche Wort dafür. Sie zeigen die andere Seite ihres Wesens. Ein Teil ihrer Persönlichkeit, die unterdrückt wurde, auf die Seite geschoben und nicht erlaubt war. So erscheint Gemmas Vater als großspuriger Schwätzer, als Gemmas Familie ihn im Gefängnis besucht. Kates Vater ist verschlossen und dickköpfig. Gemmas Bruder nur auf Krawall gebürstet. Im Laufe des Romanes entdecken wir die wahren Charaktere der Personen, die Geschichten dahinter und wie es dazu kam, dass sie so geworden sind.
Aber Achtung! Gemin erzählt dies so flott und witzig, zeigt uns Gemma mal traurig, mal frech, mal kämpferisch, mal zermürbt, dass es eine wahre Freude ist.
Ich kann nur sagen: Lest dieses Buch.

Die Leseprobe ist in die Homepage des Carlsen Verlages eingebaut.
Wenn Sie reinlesen wollen, klicken Sie hier und dann auf des Buchsymbol unter dem Umschlagfotos.
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Diese Woche geht es los mit der Literaturwoche und bei uns findet am Freitag, die erste Lesung statt.

1790
Freitag, 15.April um 19 Uhr
Deborah Feldman: “Unorthodox
Ich habe die Vermutung, dass es voll wird. Deshalb vielleicht doch einen Stuhl reservieren.
Der Eintritt beträgt € 8,00