Mittwoch, 3.August

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Wieder mit dem Geld unserer Sozialen Centtasse im Laden für den Tafelladen eingekauft.

Heute haben
PD James * 1920
Leon Uris * 1924
Véronique Olmi * 1962
Geburtstag

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Heute möchte ich Sie auf zwei aktuelle Ausstellungen in Ulm hinweisen, die im Rahmen des Cafe Beirut-Projektes der Griesbad Galerie zu sehen sind. Überwältigend gut, schockierend und frech lustig gehen die beiden Künstler mit dem Leben im Iran und in Palästina um.

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Azadeh Akhlaghi – By An Eye-Witness
Südwest Presse-Galerie, Olgastraße 129, Ulm
30.7. – 28.8.2016
Öffnungszeiten: Do.-Fr. 18 – 22 Uhr, Sa.-So. 14 -22 Uhr

Azadeh Akhlaghi arbeitet konzeptuell mit den Medien Fotografie, und Film. In Ihrer Fotoserie „By an Eye-Witness“ stellt sie Todesfälle und Attentate aus der iranischen Geschichte nach. Ihre fiktive Dokumentation erreicht dabei eine sehr spezielle Ästhetik.
Ihre nachgestellten, detailreich inszenierten Bilder zeigen uns Szenen, die nie dokumentiert worden sind. Wo doch heute also sofort per Handy und Twitter um den Weltball rast. Azadeh Akhlaghi stellt haargenau nach, fragte viele Menschen, ist auf jedem ihrer Bilder als Frau mit dem roten Kopftuch zu sehen. Auf einem Bild sehen wir einen Mann, der sich mit seinem Jacket das Gesicht verdeckt. Dabei handelt es sich um einen aktuell Gefangenen, der für seine Informationen zu dieser Installation kurzfristig frei kam.
Bitte fragen Sie beim Galerie Personal nach. Sie geben Ihnen ein paar kleine Tipps zum Verständnis.
Demnächst sollen auch Texte auf deutsch verfügbar sein.

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Wafa Hourani – Qalandia 2087
Stadthaus Ulm
27.7. – 14.8.2016
Öffnungszeiten: täglich von 10 – 18 Uhr

Wafa Hourani kommt aus Ramallah im Westjordanland. Er benutzt die Zukunftsutopie um sich in einem poetischen und philosophischen Ansatz mit gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzten. Seine Arbeit Qalandia besteht aus drei Installationen. Diese zeigen das gleichnamige Flüchtlingslager im Norden von Jerusalem jeweils 100 Jahre nach der Staatsgründung Israels, dem Sechstage-Krieg und der ersten Intifada. In Ulm ist mit Qalandia 2087 die letzte Stufe dieser fiktiven Entwicklung zu sehen. Als solche weist sie einen versöhnlichen Weg auf. Das begehbare Modell ist überwältigend detailreich und beansprucht alle Sinne. Der Betrachter findet sich in einer eigenen Welt aus Sound, Licht, Gerüchen, sogar lebenden Fischen. Die subtile, poetische Erzählung des Künstlers, die auch in Textform ausgestellt ist, wird somit zur Wahrnehmungserfahrung.
Die Ausstellung befindet sich im Untergeschoß des Ulmer Stadthauses. Sehr wichtig !!! Lesen Sie zu erst die beiden Wandtafeln, die sich in Richtung Toiletten befinden. Dort steht die Idee des Künstlers in Form einer Zeittafel. Mit diesen Informationen schauen Sie sich die Instalation an. Sie werden verstehen, warum sich in dieser Stadt Spiegel befinden, warum ein echter Goldfisch herumschwimmt und was die vielen Basketballkörbe bedeuten. Beachten Sie die vielen Dachantennen.
Wenn Sie in den zweiten Stock des Stadthauses hochwandern, hängt dort direkt über der Ausstellung ein Fernglas am Geländer. Einfach mal benutzen.

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Donnerstag, 14.Juli

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Heute haben
Issac B.Singer * 1904
Natalia Ginzburg * 1916
Polina Daschkowa * 1960
Geburtstag.
Aber auch Gustav Klimt, Ingmar Bergman und Lino Ventura.
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Bachtyar Ali:Der letzte Granatapfel
Originaltitel: Dwahamin Hanari Dunya
Aus dem Kurdischen (Sorani) von Ute Cantera-Lang und Rawezh Salim
Unionsverlag  € 22,00

Aufmerksam auf dieses Buch bin ich durch einen euphorischen Bericht in der Süddeutschen Zeitung geworden. Zeit für die Lektüre habe ich mir danach aber nicht genommen. Erst als klar war, das Bachtyar Ali und sein Verleger Lucien Leitess im Rahmen der Cafe Beirut Veranstaltungsreihe nach Neu-Ulm in die Steinwerkstatt Vogel kommen, schnappte ich mir das Buch und war während des Lesens entrückt von dieser Welt.

Bachtyar Ali stammt aus dem Nordirak, hat dort schon einige Bücher veröffentlicht und ist dort einer wichtigsten Autoren. Vom Erlös seiner Bücher kann er hier sein Leben in Deutschland, das er seit fast 20 Jahren führt, mitfinanzieren. Mit dem Granatapfel-Buch hat er sich für mich ganz weit nach oben in der privaten Bestenliste geschrieben. Verstanden habe ich nicht alles, gebe jedoch meinen Kunden den Tipp auf den Weg: Einfach weiterlesen. Es ist ein Genuß, eine Offenbarung, etwas ganz Besonderes, sehr Spezielles. Ali vermischt Hochaktuelles aus den Kriegen, den Kämpfen in und um den Irak mit Märchenhaftem, einem orientalischen magischen Realismus. Was geschieht mit den Menschen, die seit Jahren und Jahrzehnten zwischen den Fronten der Regierungstruppen und denen der Revolutionären stehen? Wie verändern sich Soldaten, die kein anderes Leben kennen, als zu kämpfen und zu töten?

Nicht daß Sie nun meinen, daß es sich in dem Roman um eine Wiedergabe von Gräueltaten handelt. Ali schreibt über die Menschen, die damit leben müssen. Wie kann ich noch ehrlich und erhobenen Hauptes durch den Tag gehen, wenn ich überall den Schrecken sehe? Ist es nicht so, daß jeder Mensch verschedene Seite in sich hat und daß im Laufe eines Lebens sich Personen verändern, die Fronten und Ansichten wechseln? Dies erzählt Ali in einer sehr einfühlsamen Sprache, die fast schon ins Märchenhafte kippt, jedoch jeglichen Kitsch vermeidet. Der Autor versteht es seine Sprache sehr fein und nuanciert einzusetzen, Vergleiche und Bilder zu schaffen, die sich beim Lesen sofort einprägen. Bilder und Szenen, die noch länger im Kopf hängenbleiben, zum Nachdenken und Wundern anregen. Selten habe ich so ein intensives Leseerlebnis, wie hier ei diesem Roman. Es hat mich in seiner Art mit Erinnerungen umzugehen an den „Scheiterhaufen“ von György Dragoman erinnert. Gleichzeitig hatte ich im Hinterkopf, daß mich „Kruso“ von Lutz Seiler ähnlich gepackt hat, obwohl ich auch dort nicht alles kapiert habe und doch durch die Intesivität des Textes gefesselt war.

Ali erzählt von verwunschenen Schlössern, von Bienenschwärmen und Honigsammlern, von Kindern auf Schlachtfeldern, von den weißen Schwestern, die mit ihren Liedern den Bazar verzaubern, von Freiheitskämpfern, die zu Fürsten werden, von Seelen in schwarzer Trauer – und von einem Jungen mit Namen Glasherz, der von einer Welt träumt, in der alles durchsichtig und rein ist. Er sucht seinen gestorbenen Sohn und findet drei Jungen mit dem gleichen Namen. Er taucht ein in Traumwelten, besucht ein Heim für verbrannte Kinder, ist auf der Suche nach dem letzten Granatapfelbaum, der einem seine innersten Wünsche erfüllt und Blinde sehend macht.

Muzafari Subhdam war 21 Jahre in einem Gefängnis in der Wüste, hat die Hoffnung an ein Leben in Freiheit längst aufgegeben (Die Menschen meinen sowieso, daß er längst tot ist), als er von einem Freund, dessen Leben er gerettet hat und für den er ins Gefängnis ging, durch einen Austausch raus aus der ewigen Wüste kommt. Jedoch nicht ins normale Leben, sondern in ein abgeschiedenes Schloß, da er sich nicht mit dem Schrecken und der Zerstörungen der letzen Jahre auseinandersetzen soll.

Doch Muzafari Subhdam begibt sich auf eine Reise durch das, was aus seinem Land geworden ist. Eine Reise durch Geschichten, Geheimnisse und zu Personen, die ihm dabei helfen, seinen verschollenen Sohn zu finden. Eine Reise, die ihn schließlich auf den Weg führt, den Tausende schon vor ihm genommen haben: übers Mittelmeer in den Westen.

Ein großartiger Roman, dem ich viele LeserInne wünsche, obwohl er in einer Komplexität nichts für ein schnelles Lesen ist.

Am Donnerstag, den 21.07.2016 ist Bachtyar Ali ab 19 Uhr in der
Steinwerkstatt Vogel, Wileystraße 21, 89231 Neu-Ulm
Es liest Clemens Grote.

Literatursalon Ulm e. V. / Cafe Beirut
Ein Projekt der Griesbadgalerie e. V.
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Nicht vergessen:
Morgen, Freitag, den 15.Juli lesen wir Erzählungen von Martina Jung, die im Mai diesen Jahres verstorben ist.
Wir beginnen um 19 Uhr.
Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 29.Juni

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Heute haben
Johann Heinrich Campe * 1746
Giacomo Leopardi * 1798
Antoine de Saint-Exupery * 1900
Oriana Fallaci * 1930
Ror Wolf * 1932
Geburtstag.
Und auch Anne-Sophie Mutter

Café Beirut Ausstellungsprojekt
25.05. – 30.08.2016

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Unter dem Titel Café Beirut legt die Griesbadgalerie in Ulm für 3 Monate den Fokus auf zeitgenössische Kunst aus dem Nahen Osten. Von der Mittelmeerküste bis zum Iran sind aktuelle Positionen teils von jungen Künstlern teils mit internationalem Renommee vertreten. Neben 4 Ausstellungen finden Aktionen im öffentlichen Raum und Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge oder Filmvorführungen statt. Das Café Beirut ist von 25. Mai bis 30 August in einem leeren Ladenlokal (Gideon-Bacher-Straße3, Ulm) installiert. Damit bekommt das Thema eine eigenen Ort. Dieser funktioniert als Ausstellungsraum, Treffpunkt und Zentrale des Projekts.

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Mazen Kerbaj (Beirut) – Drawings and sound installation
24.06. – 24.07.2016, Café Beirut, Gideon-Bacher-Straße 3

Als Zeichner verarbeitet Mazen Kerbaj die Alltagsrealität in einem von
Krisen geprägten Staat, wobei er immer einen gewissen Humor bewahrt.
Als Experimentalmusiker bringt er die Trompete an die Grenzen des Mög-
lichen.

Wafa Hourani (Ramallah) – Qalandia 2087
03.08. – 28.08.2016 Café Beirut, Gideon-Bacher-Straße 3

In einem Ansatz zwischen Kunst, Architektur, Design und Stadtplanung en-
twirft Wafa Hourani Zukunftsutopien als Installationen. In der Reihe Qalan-
dia behandelt er das gleichnamige Flüchtlingslager im Norden Jerusalems

Azadeh Akhlaghi (Teheran / Melbourne) – By an Eyewitness
30.07. – 28.08.2016, Südwest Presse-Galerie, Olgastraße 129

Azadeh Akhlaghi arbeitet konzeptuell mit den Medien Fotografie
und Film. In Ihrer Fotoserie „By an Eye-Witness“ stellt sie Todesfäl-
le und Attentate aus der iranischen Geschichte nach. Ihre fiktive
Dokumentation erreicht dabei eine sehr spezielle Ästhetik.

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Der Literatursalon Ulm e.V. beteiligt sich mit einer Lesung. Es besucht
uns der Unionsverlag mit Gründer Lucien Leitess und dem Irakischen
Autor Bachtyar Ali mit seinem Buch: „Der letzte Granatapfel.
Die Veranstaltung findet statt am Do. 21. Juli, 19.30 Uhr
in der Steinwerkstatt Vogel,
Wileystr. 21, Neu-Ulm, Eintritt: 8 €.