Donnerstag, 28.März

Heute haben
Maxim Gorki * 1868
Bohumil Hrabal * 1914
Gerhard Fritsch * 1924
Marianne Fredrikssen * 1927
Mario Vargas Llosa * 1936
Jürgen Lodemann * 1936
Tilman Röhrig * 1945
Geburtstag
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Selma Meerbaum-Eisinger (1924-1942)
Spätnachmittag

Lange Schatten fallen auf den hellen Weg
und die Sonne schickt noch letzte Abschiedswärme
und das dünne Zwitschern eines Vogels ist, als ob es lärme
und als stehl‘ es etwas von der Stille weg.
Menschen auf zehn Schritt Entfernung
sind wie aus ganz andern Welten
und fast möchte man die welken Blätter schelten,
daß sie rascheln und die letzten Sonnenstrahlen stören.
Und man möchte nur die Veilchen wachsen hören.
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Unser Buchtipp:


Byung-Chul Han: „Der Geist der Hoffnung
Wider die Gesellschaft der Angst
Ullstein Verlag € 22,90

„Die Angst geht um wie ein Gespenst. Permanent werden wir mit akokalyptischen Szenarien konfrontiert: Pandemie, Weltkrieg, Klimakatastrophe. Immer dringlicher wird der Weltuntergang oder das Ende der menschlichen Zivilisation heraufbeschworen.“
So beginnt das neue Buch von Byung-Chul Han, der sich mit den beiden Begriffen „Angst“ und „Hoffnung“ auseinandersetzt. Angst fördert Egoismus und Hass. Angst lähmt und behindert Solidarität, Freundlichkeit und Empathie in einer Gesellschaft. Das sind jedoch Dinge, die eine Demokratie dringend benötigt. So steht der Begriff der Hoffnung bei ihm im Mittelpunkt und allein schon die Definitionen einiger wichtigen Begriffe, die er auf den ersten Seiten erläutert sind hochspannend und relativieren das, was uns täglich an Argumenten um die Ohren fliegt. Was bedeutet Optimismus in unserer Zeit? Was schreibt Ernst Bloch in seinem Buch „Das Prinzip Hoffnung“? Wie hängen Hoffnung und Verwzeiflung zusammen?, und vieles mehr.
Han kommt natürlich auch auf sein Lieblingsthema zu sprechen, dass wir in unserer digitaalisierten Gesellschaft immer mehr vereinsamen, uns durch Selbstoptimierungen vermeintlich verbessern, aber das Gegenteil oft der Fall ist.
So schreibt Han am Ende des schmalen Bändchens, dass Hoffnung weit über den Tod hinausgeht, unser ganzes Leben prägt und nicht wie die Angst vor dem Tod, die uns ausbremst.
„Der Geist der Hoffnung“ tut gut. Der Text regt an, kommt nicht mit plakativen Argumenten um die Ecke, sondern lässt uns nachdenken und keine „Angst vor dem Denken“ aufkommen.
Die abgedruckten Abbildungen von Anselm Kiefer wirken für mich allerdings nicht sehr hoffnungsvoll.

Donnerstag, 8.August

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Annette von Droste-Hülshoff
Kinder am Ufer

„O sieh doch! siehst du nicht die Blumenwolke
Da drüben in dem tiefsten Weiherkolke?
O, das ist schön! hätt‘ ich nur einen Stecken,
Schmalzweiße Kelch‘ mit dunkelroten Flecken,
Und jede Glocke ist frisiert so fein,
Wie unser wächsern Engelchen im Schrein.
Was meinst du, schneid‘ ich einen Haselstab
Und wat‘ ein wenig in die Furt hinab?
Pah! Frösch‘ und Hechte können mich nicht schrecken –
Allein, ob nicht vielleicht der Wassermann
Dort in den langen Kräutern hocken kann?

Ich geh‘, ich gehe schon – ich gehe nicht –
Mich dünkt‘, ich sah am Grunde ein Gesicht –
Komm, laß uns lieber heim, die Sonne sticht!“
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Unser heutiger Buchtipp:

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Byung-Chul Han: „Vom Verschwinden der Rituale“
Eine Topologie der Gegenwart
Ullstein Verlag € 20,00

Der Philosoph Han bleibt seinem Thema über alle seine Bücher hinweg treu. Er ist ein großer Kritiker unserer schnellen, kapitalistischen Arbeits- und Konsumwelt. Jetzt widmet er sich den Ritualen. Vielmehr dem Verschwinden von Ritualen. Rituale werden als rückwärtsgewandt betrachtet. Als etwas, das dem Fortschritt entgegensteht. Wir definieren uns über unsere Arbeit, wir produzieren nur noch und produzieren uns selbst in unseren Posts und Interneteinträgen. Diese Lebensart macht uns anfällig für Werbeangebote, von denen wir überhäuft werden. Dazu kommt noch die immer flacher werdende Kommunikation via Handy und TV-Serien. Dem stehen Rituale entgegen. Sie bremsen unseren rasenden Stillstand und bieten einen Raum zur Einkehr und Besinnung. Sie sind in der Zeit das, was im Raum ein Zuhause ist. Sie bieten Geborgenheit und eine Möglichkeit der Erholung. Wenn wir nur noch arbeiten, uns darüber definieren und einem schnellen Konsum nachgehen, bleibt vom wahren Leben nicht mehr viel übrig und Depressionen sind eine weitverbreitete Folge. So wie Han das auch schon in seinem Buch „Die Müdigkeitsgesellschaft“ geschrieben hat.

Montag

Heute haben
Leo Tostoj * 1828
Cesare Pavese * 1908
Geburtstag
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Theodor Fontane
Im Garten

Die hohen Himbeerwände
Trennten dich und mich,
Doch im Laubwerk unsre Hände
Fanden von selber sich.
Die Hecke konnt` es nicht wehren,
Wie hoch sie immer stund.
Ich reichte dir die Beeren
Und du reichtest mir deinen Mund.
Ach, schrittest du durch den Garten
Noch einmal im raschen Gang,
Wie gerne wollt` ich warten,
Warten stundenlang.
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Hier kommt der 5. Lesehappen aus Stefan Plögers Roman: „Der Klang der Hingabe„, den es bei uns im Buchladen für € 12,50 zu kaufen gibt.

V
Niemand hätte auch nur im Entferntesten geahnt, dass dieser Abend der Beginn einer Entwicklung war, aus der keiner der Beteiligten unverändert hervorgehen würde.
Es war nicht das erste Mal, dass sich Claus und Jan zum Musizieren verabredeten. Immer wieder hatten sie sich mehr oder weniger spontan getroffen und genossen es, ohne große Vorbereitung in anspruchsvolle Literatur einsteigen zu können. Es brauchte keine Vorbereitung, dass sie etwas vom Blatt spielen konnten – und noch dazu so, dass sie ihren Spaß daran hatten.
Jan hatte seine Geige ausgepackt und gestimmt. Sie hielten einen Moment inne, nahmen Blickkontakt auf und begannen mit dem Ausatmen. Claus lauschte beim Spielen der Geigenkantilene. Es waren Nuancen, die ihm mitteilten, in welcher Stimmung Jan gerade war. Sie hatten gelernt, aufeinander zu hören. Es gab ein unausgesprochenes Einverständnis zwischen ihnen. Sie kannten die Gefühlsbewegungen des Anderen und konnten sich ihm mitteilen. Sie bewegten sich durch die Fülle des musikalischen Materials. Wie Kinder, die sich staunend in einer ihnen ganz neuen Welt bewegen. Sie hatten den ersten Satz ohne Unterbrechung durchgespielt. Es gab Stellen, die ihnen mit ihren gegensätzlichen Rhythmen alles abverlangten. Sie freuten sich daran, gut im Kontakt zu sein oder sich immer wieder zu finden und schwierige Passagen zu bewältigen. Natürlich war es undenkbar, gleich alle Verbindungen und Nuancen zu verstehen. Da war noch viel Arbeit zu tun. Das wussten beide.
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Was es auch noch gibt, ist das neue Büchle von Tanja Hanser.
„Ich bin wichtig“ gibt es ab dieser Woche für € 15,00.
Mehr oder weniger exklusiv bei uns im Laden.

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Tanja Hanser lädt im Rahmen der Ulmer Kulturnacht wieder ein.

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Mehr von Tanja Hanser gibt es hier und bei uns im Laden.

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Mein Buchtipp für den Montag ist etwas gewagt, da der Philosoph Byung-Chul Han ein großer Kritiker des Internets ist und ich doch Sie als LeserIn meines Blogs einfangen will. Ein klarer Fall eines Dilemmas.
Trotzdem, hier kommt die Buchvorstellung, so wie wir die anderen Bücher von ihm hier schon erwähnt haben.

Han

Byung-Chul Han: „Im Schwarm
Ansichten des Digitalen
Matthes & Seitz Verlag € 12,80

Der Berliner Verlag packt in seiner Reihe „Fröhliche Wissenschaft“ immer wieder heisse, aktuelle Themen an. Und in Herrn Han hat er einen fundierten Gegner des Internets. Nicht dass er es komplett verteufelt, er stellt jedoch die Folgen dieses umwälzenden Erneuerung in vielen seiner Bücher vor.
Müdigkeitsgesellschaft„, „Transparenzgesellschaft„, „Agonie des Eros„, „Digitale Rationalität und das Ende des kommunikativen Handelns“ seien hier genannt. Alle sind in dieser schmalen Reihe erschienen, die ausgezeichnet in fast jede Hosen-, Manteltasche passt.
Hans Bücher drehen sich, wie schon erwähnt, oft um das Thema, wie wir uns durch die Digitalisierung unserer Welt verändern. Dem einen oder anderen mag dies vielleicht zuviel sein. Ich finde, dass er in jedem seiner Bücher neue Fasetten aufdeckt. So auch auf diesen 100 Seiten. Es sind seine Worterläuterungen, die mir dieses Mal gut gefallen haben.
Er beginnt mit dem Wort „Respekt“, das „zurückblicken“ heisst. Also auch etwas mit Rücksicht zu tun hat. Respekt ist an Namen und Personen gebunden, schreibt er. Damit ist die Welt des Internets, die Welt des Anonymen respektlos. Deshalb sind diese shitstorm auch respektlos. Er führt weiter aus, dass solche shitstorms im Netz oft sehr spontan erzeugt werden und sich Menschen schnell und voller Emotionen anschließen. Dagegen gibt es in New York eine Regel, nach der man nach einem Theaterabend erst einmal ein paar Häuserblocks zu Fuß gehen soll, bevor man sich zu einem Urteil hinreissen lässt. Also erst einmal darüber schlafen, könnte man auch dazu sagen.
Er zitiert Michel Butor, einen wichtigen Vertreter des Nouveau Roman, der meint, dass die europäische Literatur auf der Stelle tritt. Es gäbe nichts Neues mehr, dass der Geist in der Stille groß wird. Und im Lärm des Internets und seiner Kommunikationsmittel gibt es keine Stille mehr. Er zitiert Kafka, der meinte, dass man nur nahe Personen wirklich fassen kann. Alles andere gehe über die Menschenkraft. Geschriebene Küsse kämen nicht an ihren Bestimmungsort, sie würden von Gespenstern gefressen. (Ha, der gute alte Franz). Nun ist jedoch die Zeit der Briefe und Depeschen längst vorbei und wir meinen, wir sind uns durch die viele Techniken über große Entfernungen hinweg wieder sehr nahe. Oder geht uns damit nicht die wirkliche Nähe verloren?
Sie merken schon, Han polarisiert und macht sich angreifbar. Er erwähnt große Internetkonzerne, ohne näher auf sie einzugehen. Er erwähnt Google Glass, von dem ich ausgehe, dass es viele Menschen (incl. mir) nicht kennen. Wie würde mein Alltag aussehen, hätte ich diese ganzen digitalen Möglichkeiten nicht? Und wie sieht er dann aus, wenn sie ausfallen. Han stellt Thesen in den Raum, über die man nächtelang diskutieren kann.Und das macht es doch gerade sehr spannend.

Freitag

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Nachdem ich auf diesem Blog schon die Bücher „Müdigkeitsgesellschaft„, „Transparentgesellschaft„, „Agonie des Eros“ und „Topologie der Gewalt“ von Byung-Chul Han vorgestellt habe, soll es jetzt eine Neuauflage seines Buch über die Zeit sein. Wie in der Aspekte-Sendung gesagt wird, zählt Han zu den wichtigen deutschen Philosophen, der sich aktuellen Themen widmet und auf der website seines Verlages Matthes & Seitz immer wieder mit kurzen Essays auftaucht.

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Byung-Chul Han:“Duft der Zeit
Ein philosophischer Essay zur Kunst des Verweilens
(6., unveränderte Auflage 2013)
transcript Verlag € 15,80

Die heutige Zeitkrise hängt nicht zuletzt mit der Verabsolutierung der vita activa zusammen. Sie führt zu einem Imperativ der Arbeit, der den Menschen zu einem arbeitenden Tier (animal laborans) degradiert. Die Hyperaktivität des Alltags nimmt dem menschlichen Leben jegliche Kraft zum Verweilen und zur Kontemplation. Dadurch wird die Erfahrung erfüllter Zeit unmöglich. Notwendig für die Überwindung der heutigen Zeitkrise sind die Revitalisierung der vita contemplativa und das Wiedererlernen der Kunst des Verweilens.„, schreibt der Verlag in seiner Ankündigung.

Die Inhaltsangabe des Buches liest sich u.a. so:
Un-zeit, Zeit ohne Duft, Geschwindigkeit der Zeit, duftende Zeit, die tiefe Langeweile und die vita contemplativa„.
Allein schon die Verbindung von Duft, Zeit und Leben ist doch großartig.
Und solche Entdeckungen mache ich dann beim Lesen: Dass Langeweile auch etwas zu tun hat mit irgendwo lange Verweilen. Ist doch eigentlich gar nicht schlecht.

Aus dem Vorwort:
Die Zeitkrise von heute heißt nicht Beschleunigung. Das Zeitalter der
Beschleunigung ist bereits vorbei. Was wir derzeit als Beschleunigung
empfinden, ist nur eines der Symptome der temporalen Zerstreuung.
Die heutige Zeitkrise geht auf eine Dyschronie zurück, die zu unter-
schiedlichen temporalen Störungen und Mißempfindungen führt.
Der Zeit fehlt ein ordnender Rhythmus. Dadurch gerät sie außer Takt.
Die Dyschronie läßt die Zeit gleichsam schwirren. Das Gefühl, das Le-
ben beschleunige sich, ist in Wirklichkeit eine Empfindung der Zeit,
die richtungslos schwirrt.

Leseprobe

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=GJr-AIbnZEg]

Ein sehr interessantes Porträt in einer Aspekte-Sendung.
Damit wünsche ich viel Spaß bei der Lektüre seiner Bücher, die zum Teil sehr schmal und gerade richtig für die Manteltasche und für den Geldbeutel sind, da sie nur € 10,00 kosten.
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Uny

„The Gift“ von Vladimir Nabokov

Dienstag

Heute haben Victor Hugo (* 1802) und Hermann Lenz (* 1913) Geburtstag.
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Küssen lernen in der Buchhandlung.
Vielleicht hat sich noch mehr Lernmaterial bei den DVDs versteckt?
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Byung-Chul Han, von dem ich hier immer wieder Bücher vorstelle, von dem letzte Woche ein Text über die Müdigkeitsgesellschaft (so auch sein Buchtitel) speziell in Südkorea hier zu lesen war, hat einen neuen Text auf der Seite des Matthes & Seitz Verlages veröffentlicht. Diesmal geht es um den Einsatz von Drohnen.

Die Ethik des Drohnenkriegs
Byung-Chul Han

MQ-1 Predator

Alle, vom Luftwaffenchef der Bundeswehr über den Wehrbeauftragten des Bundestages bis zum Bundesverteidigungsminister, wollen sie haben, die bewaffneten Drohnen, am besten sofort. Kürzlich heißt es aus dem Verteidigungsministerium, der Einsatz von bewaffneten Drohnen sei »ohne Zweifel sinnvoll«. Trotz massiver Probleme, die die Tötung per Knopfdruck mit sich bringt, geht kein Aufschrei durch die Gesellschaft.

Zweifellos stellen diese fliegenden Kampfroboter einen militärtechnischen Fortschritt dar. Bedeuten sie aber auch einen ethischen Fortschritt, weil man eigene Soldaten keiner Lebensgefahr aussetzt? Thomas de Maizière ist der Ansicht, dass eine Waffe stets ethisch als neutral zu betrachten sei. Macht es tatsächlich keinen ethischen Unterschied, die Gegner zu töten, ohne selbst in Erscheinung zu treten, ohne sich selbst in Lebensgefahr zu bringen? Wäre nicht der Einsatz meines Lebens eine notwendige Bedingung für die Rechtfertigung der Tötung des Gegners im Krieg? Nach dem Ehrenkodex der Ritter, der die westliche Vorstellung der militärischen Ehre maßgeblich geprägt hat, ist nicht ehrenhaft, den Feind anzugreifen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Ehrenhaft ist es nur, den Feind auf dem Schlachtfeld zu töten. Unehrenhaft ist dagegen, den Feind außerhalb des Schlachtfeldes heimtückisch zu töten, ihn etwa zu vergiften.

Wichtig für die Gerechtigkeit im Kampf ist vor allem die Symmetrie der Mittel. Besitzt mein Gegner nur ein Schwert, so ist der Gebrauch einer Armbrust verwerflich. Daher erscheint der Einsatz von Drohnen den betroffenen Muslimen als feige und unmoralisch. Die Tötung per Mausklick gleicht für sie einem heimtückischen Mord. Auch in der Geschichte des Krieges gab es immer wieder Versuche, Tötungsmittel einzuschränken. Sie dienten, wie Carl Schmitt sagen würde, zur »Hegung des Krieges«. So wurde z. B. im 2. Lateran-Konzil von 1139 für den Krieg zwischen christlichen Fürsten und Völkern jeder Einsatz von Fernwaffen verboten.

Den kompletten Text können Sie hier weiterlesen.
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Lesen in der Underground New York Public Library

“Los Hijos Del Tiempo,” by Ana Colchero

„Los Hijos Del Tiempo“ von Ana Colchero

Bibel

„The Holy Bible“
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Planen Sie Ihr Wochenende in Ulm.
Am Samstag spielt Sophie Hunger im Roxy,
Wolfgang Schukraft spielt Mark Rothko im Weishaupt Museum vor dem Original Rothko Bild.
Am Sonntag spielt das Hassler Consort Händels: „Julius Cäsar in Ägypten“ im Stadthaus.

Dienstag

Carson McCullers * 1917
und
Thomas Brasch * 1945
haben heute Geburtstag
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„Politik“ von Aristoteles

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“The Gone-Away World” von Nick Harkaway
(gefunden bei UNYPL = Underground New York Public Library)
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Müde

Der Autor des schmalen Bändchens: „MüdigkeitsgesellschaftByung-Chul Han (das ich hier auch schon vorgestellt habe) hat auf der Seite des Verlages Matthes & Seitz einen Aufsatz über das heutige Südkorea geschrieben.

Südkorea – Eine Müdigkeitsgesellschaft im Endstadium
Als die koreanische Ausgabe der „Müdigkeitsgesellschaft“ erschien, hielt ich mich in Seoul auf. So konnte ich die Reaktion der Medien auf das Buch gut beobachten. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich das Buch zu einem viel diskutierten Bestseller. Die erste Auflage war schon am Tag ihres Erscheinens vergriffen. Offenbar fühlten sich die Koreaner von der Grundthese des Buches betroffen, dass die heutige Leistungsgesellschaft eine Gesellschaft freiwilliger Selbstausbeutung ist, dass die Freiheitsrufe wie „Yes we can“ oder „Ja Du kannst“ in Wirklichkeit etwas Teuflisches an sich haben, dass sie so viele selbstgenerierte Zwänge erzeugen, an denen das Leistungssubjekt zugrunde geht (Burnout).

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(Fotos I.Gresser)

Wer in Seoul in eine U-Bahn steigt, begreift schnell, dass er sich mitten in einer fortgeschrittenen Müdigkeitsgesellschaft befindet. Viele Koreaner, die einen Sitz ergattern, fallen sofort in einen kurzen Tiefschlaf. Die U-Bahn-Züge in Seoul gleichen Schlafwagen, in denen die Koreaner den fehlenden Schlaf nachzuholen scheinen. Überall und zu unterschiedlichsten Zeiten sieht man in Korea schlafende Menschen. Offenbar kämpfen die Koreaner gegen eine permanente Übermüdung an. Sehr viele Koreaner sind längst dem Burnout erlegen. Darüber hinaus sterben jährlich Hunderte Menschen aus Erschöpfung. So stürzte das Buch „Müdigkeitsgesellschaft“ die Koreaner in einen kollektiven Selbstzweifel.
Die Jahresarbeitszeit der Koreaner beträgt 2193 Stunden, ca. 500 Stunden mehr als der OECD-Durchschnitt. Ein Modewort heißt „Saladent“. Es ist zusammengesetzt aus salary (Gehalt) und student. Immer mehr Angestellte bilden sich weiter nach der getanen Arbeit, um sich auf dem sehr instabilen Arbeitsmarkt zu behaupten. Es gibt also praktisch keine Pause mehr. Gearbeitet und gelernt wird rund um die Uhr. Angst und Unsicherheit breiten sich aus. Südkorea weist inzwischen die weltweit höchste Suizidrate auf. Bereits die Schulkinder sind einem ernormen Leistungsdruck ausgesetzt. Deutschland blickt neidisch nach Asien, wenn koreanische Schüler in der PISA-Studie Spitzenwerte erringen. Aber es wird kaum zur Kenntnis genommen, dass in Korea viele Schüler Selbstmord begehen, weil sie den Leistungsdruck einfach nicht aushalten. Manche Schulkinder schlafen nicht mehr als 6 Stunden. Vor und nach der Schule nehmen sie Nachhilfekurse, um nicht aus dem Rennen um begehrte Studienplätze zu fallen. Zu Hause sind sie also praktisch nur während des Schlafes. Kürzlich hat ein Mordfall in Korea sehr viel Aufsehen erregt. Ein Schüler hat seine Mutter grausam erstochen, weil sie ihn wegen seiner schlechten Schulleistung geschlagen und permanent mit Vorwürfen überschüttet hat.
Den kompletten Beitrag können Sie hier auf der website des Verlages lesen.
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Suzanne Choffel aus Austin/Texas, die jetzt in Brooklyn lebt,
ist heute für die Lyrik-Abteilung zuständig.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=tO6qPVDN_fs]

Donnerstag

Charles Dickens * 1812
hat heute Geburtstag und findet nach seinem großen Fest im letzten Jahr keine große Beachtung mehr.
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Byung-Chul Han: „Topologie der Gewalt
Matthes & Seitz Verlag € 19,90

Hans drei schmale Bändchen über das Verschwinden des Eros, die Transparant- und Müdigkeitsgesellschaft verkaufen sich bei uns im Laden sehr gut. Gerade, da sie in jede Mantel- und Handtasche passen und sehr aktuelle Themen ansprechen sind, neben dem Preis von € 10,00, wohl der Grund dafür.
In seinem Buch über die „Topologie der Gewalt“ aus dem Jahre 2011 geht er ganz zurück in die Urgesellschaften, zu den Azteken und alten Griechen und Römern, um aufzuzeigen, wie damals mit Gewalt umgegangen wurde. Was Gewalt damals bedeutete. Macht und Gewalt hängt eng zusammen und Macht nährt sich an den vielen Todesopfern, die ein Herrscher um sich anhäufen kann. Die Aztekenpriester inszenierten Kriegsspiele, um an Kriegsgefangene zu kommen, die sie ihren Göttern opfern konnten. Bei den Griechen war Folter etwas „unentbehrliches“, so die Übersetzung des Wortes. So ist auch die griechische Mythologie voller Blut und Gewalt. Als Achill den Tod seines Freundes beweint und dann rächt, werden an dessen Grabmahl nicht nur die Toten aufgehäuft, sondern auch jeden Menge große und kleine Tiere. Es ging also nicht um das Töten aus rache, sondern um das Töten überhaupt.
Han spricht die Blutrache an, zitiert Freud, Reemtsma, die alten und neuen Philosphen, um uns zu zeigen, dass aus dieser oben genannten archaischen Gewalt eine persönliche innere Gewalt geworden ist. Wir sind zwar frei, aber Burnout und Suizid machen die Runde. Die äußeren Feinde sind weg, nun machen wir uns, umzingelt von totaler Freiheit, in Eigenregie fertig. Den Menschen in der Leistungsgesellschaft stellt Han ein hartes Zeugnis aus: zu lebendig, um zu sterben und zu tot, um zu leben.
Dies ist nun wirklich nur ein kleiner Einblick ein sehr intensives Buch, von dem ich wirklich nicht alles kapiert habe, da mir der ganze philosophische Hintergrund fehlt. Aber das, was hängengeblieben ist, hat mich überzeugt.
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Auf unserem Bilderblog jastram.tumblr.com finden Sie noch mehr winterliche Fotos.