Mittwoch

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Heute haben
Bernhard Kellermann * 1879
Giorgio Bassani * 1916
Alan Silitoe * 1928
James Ellroy * 1948
Khaled Hosseini * 1965
Geburtstag
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Unser gestriges „Shortlistlesen“ ergab nach der Abstimmung ein Siegerbuch. Auch wenn es knapp herging und Clemens Grote zwei Gedichte von Jan Wagner als Zugabe wiederholen musste, schaffte es „Zeiden, im Januar“ von Ursula Ackrill aus dem Wagenbach Verlag bei uns auf Platz eins.

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Ich gebe dieses Ergebnis nach Leipzig weiter und wir schauen, was die daraus machen.
Dank an alle, die mitgemacht haben und natürlich einen extra Dank an Clemens Grote, der uns die Texte wieder einmal gekonnt nahegebracht hat.
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Es gibt Neues von Britta Teckentrup und es wird immer kniffliger.
Da müssen sich die Erwachsenen aber ordentlich anstrengen, um vor den Kleinen die Lösung zu finden.

Britta Teckentrup:“Wir gehören zusammen!“
Ein Such-Buch
Originaltitel: Where’s the pair?
Ab 4 Jahren
Prestel Verlag € 12,99

Es ist wirklich nicht leicht die Paare aus diesen Wimmelbilder herauszufinden.
War es im ersten Band noch so, dass wir aus einem Schwarm Fledermäusen, einer Gruppe von Schildkröten, einer Kolonie von Pinguinen, … ein Tier herauszufinden, das anders war, dreht sie nun die Spieß um. Paare finden. Klingt einfach, ist es aber nicht. Britta Teckentrup, die im englischen Raum viele Bilderbücher herausgebracht hat, zeigt sich hier wieder als einzigartige Grafikerin und Illustratorin und hebt sich ab von allen anderen Wimmelbüchern, die auf dem Markt sind.

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Ein Rudel Hunde im Park
schnuppert an den schönsten Stellen,
bis ein Hund beginnt,
lauthals zu bellen.

Sie kläffen und heulen
und rennen blitzschnell.
Findest du die Geschwister
mit genau gleichem Fell?

Na dann mal los, liebe LeserInnen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

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Und auch hier wird es nicht einfacher.
An diesen wenigen Beispielen merken Sie schon die künstlerische Qualität von Britta Teckentrup. Stimmig dazu ist das Papier ausgewählt worden und das kleine Kunstwerk liegt schön in der Hand.
So wünsche ich Ihnen noch viel Erfolg bei der Suche nach den zwei Bären mit den Schals im Partnerlook, den Vögeln mit dem gleichen Federkleid, den Fische, die gegen den Strom schwimmen, …

Britta Teckentrup wurde in Hamburg geboren und hat am Saint Martins College of Art und am Royal College of Art in London Kunst und Illustration studiert. Sie ist Autorin und Illustratorin zahlreicher Bücher und ihre Arbeiten werden häufig in Ausstellungen gezeigt. Heute lebt sie zusammen mit ihrem schottischen Ehemann, ihrem Sohn Vincent und ihrem Kater Oskar in Berlin.
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Unsere nächste Veranstaltung ist Ende des Monats:

Freitag, 27.März um 19 Uhr
Thomas Thiel: Als Militärpfarrer in Afghanistan

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Gefolgt von einer zweiten Ausgabe von „Literalotto
am Dienstag, den 31.März um 19 Uhr
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Mehr aus der Welt der Bücher finden Sie auch auf unseren Fotoblogs:
Jastram.tumblr.com
und
Wiebuecherleben.tumblr.com
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Freitag

Heute haben
Friedrich Gottlieb Klopstock * 1803
Erno Paasilinna * 1935
Peter Paul Zahl * 1944
Jochen Schimmang * 1948
Christian von Dithfurth * 1953
Geburtstag
und natürlich der Ulmer Albert Einstein * 1879
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Friedrich Gottlieb Klopstock
Ihr Schlummer

Sie schläft. O gieß ihr, Schlummer, geflügeltes
Balsamisch Leben über ihr sanftes Herz!
Aus Edens ungetrübter Quelle
Schöpfe den lichten, kristallenen Tropfen!

Und lass‘ ihn, wo der Wange die Röt’ entfloh,
Dort duftig hintaun! Und du, o bessere,
Der Tugend und der Liebe Ruhe,
Grazie deines Olymps, bedecke

Mit deinem Fittig Cidli. Wie schlummert sie,
Wie stille! Schweig, o leisere Saite selbst!
Es welket dir dein Lorbeersprössling,
Wenn aus dem Schlummer du Cidli lispelst!
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Preis der Leipziger Buchmesse für Saša Stanišić, Helmut Lethen und Robin Detje

Gestern wurden in Leipzig zum zehnten Mal die Preise der Leipziger Buchmesse 2014 verliehen: In der Kategorie „Belletristik“ gewann Saša Stanišić für Vor dem Fest (Luchterhand), in der Kategorie „Sachbuch“ Helmut Lethen, Der Schatten des Fotografen (Rowohlt Berlin) – und der „Übersetzerpreis“ geht an Robin Detje für Europe Central (aus dem amerikanischen Englisch, von William T. Vollmann bei Suhrkamp).

Den kompletten Bericht aus dem Buchmarkt können Sie hier lesen.

Mit unserer Jastramabstimmung lagen wir knapp daneben. Bei uns kam der Sieger nur auf Platz zwei.

„Buchpreis für Mishra ist eine Fehlentscheidung
Pankaj Mishra erhält am 12. März den „Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung“. Eine falsche Entscheidung. Der indische Autor ist ein Anti-Europäer, er hält nichts von den Menschenrechten.
Ein Artikel von Necla Kelek in der „Welt“ hier zum Nachlesen.
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Hotel

„Grand Budapest Hotel“ von Wes Anderson
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Ich könnte jetzt jede Menge Zitate aus dem, hier schon vorgestellten Buch: „Der moderne Spießer“, niederschreiben. Sie würden ausgezeichnet zu diesem Film passen, den man natürlich gesehen haben muss. Also um Wes Anderson kommt man nicht herum. Allein schon die Besetzung. Die Stars des amerikanischen Filmes stehen Schlange. Den Film muss man natürlich im Original anschauen. Die Filmmusik ist grossartig. Ich habe mir gleich die Japanpressung besorgt. Ich konnte leider noch keine Zimmer für das Hotel buchen, das sah ja so vintage aus. Also die Klamotten – grossartig. Nicht zu verachten: Die politische Komponente. Und ich dachte, es erinnert mich an seiner Vergänglichkeit an Stefan Zweig und prompt wird er im Nachspann genannt.
Achtung: Dies waren lauter mögliche Zitate von modernen Spießern und anderen kulturellen Gutmenschen. Ich denke, das eine andere werden Sie sicherlich nach dem Kinobesuch zu hören bekommen.

Gustave H. (Ralph Fiennes) ist der legendäre Concierge des Grand Budapest Hotel im Alpenstaat Zubrowka. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts baut er eine enge Freundschaft zu einem jungen Hotelangestellten namens Zero Moustafa (Tony Revolori) auf, der sein engster Vertrauter und Protégé wird. Als Gustaves Geliebte, die reiche 84-jährige Madame D. (Tilda Swinton), in der Luxusherberge stirbt und ihm ein wertvolles Renaissance-Gemälde hinterlässt, wird dem Concierge Mord unterstellt. Er weiß sich schließlich nicht mehr anders zu helfen und flieht mitsamt des Bildes. Nun verfolgen ihn nicht nur die Verwandten der Toten mit dem hinterlistigen Dmitri (Adrien Brody), sondern auch Polizist Henckels (Edward Norton) und seine Leute – und zu allem Überfluss macht Monsieur Ivan (Bill Murray), der Manager des Konkurrenzhotels Excelsior’s Palace, zusätzliche Schwierigkeiten…
So weit die kurze Inhaltsangabe aus Filmstarts.de von wo ich auch die Liste der SchauspielerInnen habe, die allerdings oft so gut geschminkt sind, dass man sie kaum erkennt. Hier gehts zur Liste.
„Grand Budapest Hotel“ ist wieder komplett im Studio gedreht, alles scheint aus Pappe und Sperrholz zu sein. Und somit ist das Anderson-Märchenland Programm. Es ist eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte, bis wir endlich dort angelangen. Auf dem Berg, dort wo es immer etwa schneit. Durch dieses: Ich habe gehört, dass der gesagt hat, er hätte gelesen, hat Anderson natürlich alle Freiheiten frei zu fabulieren und sich in seiner Fantasiewelt zu tummeln.
Wenn man aus dem Kino kommt und meint, dass wir eigentlich nochmals reinwollen, um die schönen Bilder in Ruhe anzuschauen, dann ist das schon ne Aussage. Er ist voller irrer Ideen, Homagen, Anspielungen und durchgeknallten Typen. Eine Schlittenverfolgungsjagt wie bei James Bond, ein Gondeltreffen mitten in der Luft, einer der schönsten Gefängsfluchten, ein wirklich ganz böser Typ und viele liebenswerte Freunde und Gehilfen, die unseren beiden Helden durch den Film helfen.
Lassen Sie sich verzaubern. Lehnen Sie sich zurück. Es lohnt sich.

Website des Filmes mit vielen Videos und Trailer.
Hier klicken.

Gespräch mit Wes Anderson in der Süddeutschen Zeitung

Samstag

Heute haben
Kenneth Grahame * 1859
Heiner Kipphardt * 1922
Walter Jens * 1923
Jeffrey Eugenides * 1960
Geburtstag.
Neben diesen Autoren feiert heute auch noch die Choreographin Sasha Waltz (*1963).
Hier gibt es einen kleinen Ausschnitt aus dem Beginn ihrer „Dido und Aeneas“-Produktion von Purcell mit der schönen Wasserszene.

http://www.youtube.com/watch?v=K5KlgvD22UE
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Sibylle Lewitscharoff sorgte in Dresden für einen Eklat, von dem sich der Veranstalter und der Suhrkamp Verlag, der ihre Bücher verlegt, sofort distanziert haben. Es ging in ihre Tirade um künstliche Befruchtung und ihre eigene, sehr verschwurbelte Meinung dazu.
Da alle Zeitungen darüber schreiben (werden), hier der Originaltext.

Dresdner Reden 2014
2. März 2014
Sibylle Lewitscharoff
Von der Machbarkeit. Die wissenschaftliche
Bestimmung über Geburt und Tod

Die Bloggerin „Literaturen“ hat einen interessanten Bericht darüber geschrieben.
Lesen Sie
hier.
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Ein Nachtrag zum Geburtstagskind vom 6.März 1806

Elizabeth Barrett Browning
„Aurora Leigh“

Books, books, books!
I had found the secret of a garret room
Piled high with cases in my father’s name;
Piled high, packed large,—where, creeping in and out
Among the giant fossils of my past,
Like some small nimble mouse between the ribs
Of a mastodon, I nibbled here and there
At this or that box, pulling through the gap,
In heats of terror, haste, victorious joy,
The first book first. And how I felt it beat
Under my pillow, in the morning’s dark,
An hour before the sun would let me read!
My books!
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Preis der Leipziger Buchmesse
Fabian Hischmann gewinnt Online-Voting
Bei unserer Abstimmung ist er, gemeinsam mit Per Leo auch auf Platz 1 gelandet.
Hier geht es zum Artikel des Börsenblatts.
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Eines der besten deutschsprachigen Bücher ist wieder verfügbar. Gerade rechtzeitig für die ersten Wanderungen in die Berge.

Hohl

Ludwig Hohl: „Bergfahrt
Bibliothek Suhrkamp € 14,95

Zwei junge Männer planen eine Bergbesteigung, der eine, tüchtige, blickt auf zum Ziel, dem Gipfel. Der andere, unentschlossen, ist nur Mitgänger. Diese Bergwanderung ist ein Spiegelbild dieser beiden unterschiedlichen Charaktere. Einmal langsam und behäbig, einmal dynamisch und schnell. Dies soll aber nicht bedeuten, dass der dynamische Typ eher zum Ziel kommt. Jeder auf seine Weise ist eher das Motto. So wie im wahren Leben halt auch. Und Gevatter Tod wartet auf uns alle. „Ob arm, ob reich, am Ende sind wir alle gleich“, sang schon Klaus Hofmann. So auch in diesem schmalen Buch, in dieser hervorragenden Novelle. Ich denke, dass Sie dieses Buch nach der Lektüre nie mehr vergessen werden.
Ludwig Hohl war ein ganz armer Tropf und hätte ohne die Hilfe von Max Frisch und anderen nicht überleben können. Dank des Suhrkamp Verlages kommen wir immer wieder in den Genuss von Neuauflagen seines schmales Werkes.
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