Freitag, 10.März

Kaffee zum Mitnehmen in der eigenen Tasse. Roberto macht’s möglich.

Heute haben
Friedrich von Schlegel * 1772
Joseph von Eichendorff * 1788
Jakob Wassermann * 1873
Boris Vian * 1920
Ake Edwardson * 1953
Geburtstag.
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Joseph von Eichendorff
Frühlingsmarsch

Hoch über euren Sorgen
Sah ich vom Berg ins Land
Voll tausend guter Morgen,
Die Welt in Blüten stand.

Was zagt ihr träg und blöde?
Was schön ist, wird doch dein!
Die Welt tut nur so spröde
Und will erobert sein.

Lasst die Trompeten laden,
Durchs Land die Trommeln gehn,
Es wimmeln Kameraden,
Wo rechte Banner wehn.

Wir ziehn durch die Provinzen,
Da funkelt manches Schloss,
Schön Lieb, hol dich vom Zwinger
Und schwing dich mit aufs Ross!

Und wenn das Blühen endet:
Noch taumelnd sprengen wir,
Vom Abendrot geblendet,
Ins letzte Nachtquartier.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

Paola Rumiz:Der Leuchtturm
Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl
Folio Verlag € 20,00

Eigentlich werden sie nicht mehr gebraucht, es gibt nur noch wenige, in denen noch Menschen arbeiten, die anderen werden zu einsamen Ruinen, in denen der Rost und die Mäuse nagen. In diesem kleinen, feinen Buch nimmt uns Paolo Rumiz mit auf eine einsame Insel, auf der er drei Wochen in einem Leuchtturm verbringt. Ganze Familien haben einst hier gelebt, bis zu zwanzig Menschen konnten hier leben und nicht wenige Kinder sind in einem Leuchtturm geboren worden. Schon immer war er fasziniert von diesen allen Wettern trotzenden und leider durch das GPS unbrauchbaren Türmen, die in alten Zeiten die Lebensretter der Schiffsleute waren. Von Freunden wurde er vor der Langweile auf dieser gottverlassenen Insel gewarnt, der Leuchtturmwärter ist auch eher scheu, doch für ihn öffnet sich hier ein kleines Paradies. Nachts wird er vom  Sternenhimmel in seiner ganzen Pracht überwältigt , tagsüber ist er entzückt über die Pflanzen- und Tierwelt, die sich hier ungestört entfalten und ausbreiten darf und da gibt es den König des Leuchtturms, der einäugige Esel, der Zitronen liebt. Und erst die Winde, fast jeden Tag ein anderer: Schirokko, Libeccio, Mistral, Tramontana, Levante , jeder beinflusst auf seine Weise das Leben im und um den Turm. Abends wird gekocht, Brot gebacken und die besten Fische des Mittelmeers genossen, um morgens dann wieder von Möwengeschrei und einem betörenden Sonnenaufgang hoch über dem Meer geweckt zu werden.
Paolo hat schon immer Leuchttürme auf der ganzen Welt besucht, er erzählt uns von dem vielleicht nördlichsten Leuchturm in Alaska, um den Eisbären streunen, von den vielen griechischen und natürlich die berühmten bretonischen, die (für ihn völlig zu unrecht) die italienischen in den Schatten stellen.
Ich habe das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt, es ist eine Wohltat in der Fülle von Neuerscheinungen, von denen mich manche ratlos machen.
Zum Schluss noch eine Empfehlung von Herrn Rumiz an die Frauen: „Heiratet einen Leuchturmwärter. Er versorgt euch mit Essen und geht euch nicht mit lästigem Geschwätz auf die Nerven, putzt die Wohnung blitzblank und verduftet jeden zweiten Monat. Ein vom Talmud empfohlener, perfekter Rhythmus, um die Ehe aufrechtzuerhalten.“

Paolo Rumiz, geboren 1947 in Triest, ist der erfolgreichste Reiseschriftsteller Italiens. Er berichtete für die Tageszeitung „La Repubblica“ über den Afghanistan- und den Jugoslawienkrieg. Er hat zahlreiche Preise für sein journalistisches Engagement erhalten.

Samstag, 16.April

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Heute haben
Anatole France * 1844
Peter Ustinov * 1921
Sarah Kirsch * 1935
Rolf Dieter Brinkmann * 1940
Geburtstag
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Weiter geht es mit der Literaturwoche.
Am kommenden Dienstag erzählt uns Stefana Sabin Interessantes über Shakespeare, dessen Todestag sich am 23.April zum 400.Male jährt.
Wer Frau Sabin letztes Jahr mit ihrem Vortrag über Dante erlebt hat, weiß wie gut die Frau ist.
Ich kann nur sagen: Halten Sie sich den Termin frei. Es lohnt sich.

978-3-15-960671-2

Stefana Sabin: „Shakespeare auf 100 Seiten
Reclam Verlag € 5,00

Das schreibt der Verlag:
1. Das biographische Rätsel oder: Wer war Shakespeare?

2. Die elisabethanische Theaterszene oder: Unterhaltung für alle

3. Das Werk oder: Die Erfindung des Menschlichen

3.1 Die Komödien oder: Das Glücksversprechen
Die Komödie der Irrungen | Der Widerspenstigen Zähmung | Die zwei Herren aus Verona | Liebes Leid und Lust | Ein Sommernachtstraum | Der Kaufmann von Venedig | Die lustigen Weiber von Windsor | Viel Lärm um nichts | Wie es euch gefällt | Was ihr wollt | Ende gut, alles gut | Maß für Maß | Ein Wintermärchen | Der Sturm

3.2 Die Historien oder: Der Wille zur Macht
König Johann | Richard II. | Heinrich IV. | Heinrich V. | Heinrich VI. | Richard III. | Heinrich VIII.

3.3 Die Tragödien oder: Die Todesspirale
Titus Andronicus | Romeo und Julia | Julius Cäsar | Troilus und Cressida | Hamlet | Othello | König Lear | Macbeth | Antonius und Cleopatra | Coriolan | Timon von Athen | Cymbeline

3.4 Die Sonette oder: Das Liebesdreieck

4. Die fernen Schauplätze oder: Die Italienschwärmerei

5. Das Pfund Fleisch oder: Der Antisemitismusvorwurf

6. Das ewig Andere oder: Die Geschlechterspannung

7. Ein deutscher Klassiker aus England oder: Shakespearomanie

Und das schickte Frau Sabin als Appetitanreger und Gruß aus der Küche:

Hier ist ein Link zu einer neuen Shakespeare-Geschichte: eine
Radar-Untersuchung des Grabes hat ergeben, dass der Schädel fehlt!

… und hier geht es um Bücher.

Ein grossartiges Shakespeare-Projekt, meint Stefana Sabin.
Shakespeares „Hamlet“ in allen Ländern der Erde. Eine Tour über zwei Jahre.

Hunger bekommen?
Für € 8,00 bekommen Sie das komplette Menue.
Bis Dienstag um 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung.
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Detlef Surreys Sonntagsskizzen (32) zeigen Skizzen vom Skizzenfestival in Weimar.

Vor neun Jahren organisieren begeisterte Skizzenmacher das erste „Skizzenfestival“
Seither findet es jährlich statt, mittlerweile jeweils in einer anderen Stadt
und immer schon heiß ersehnt von den Skizzenzeichnern.

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Samstag

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Heute haben
T.S.Eliot * 1888
Victor O.Stomps * 1897
Peter Turrini * 1944
Jane Smiley * 1949
Geburtstag
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Unser Musiktipp für etwas Ruhe in unserer lauten Zeit:

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Martin Tingvall: „Distance“
Skip 2015
CD € 19,99
LP € 22,00

Der schwedische Pianist Martin Tingvall, der in Deutschland mit seinem Trio sehr bekannt sein dürfte, lebt seit Jahren in Hamburg und schreibt dort Filmusiken und für seinen Freund Udo Lindenberg Popsongs. (Sachen gibt’s)
Auf seinen eigenen Scheiben und auf den Bühnen rund um die Welt geht er einen anderen Weg und lässt uns seinen ruhigen Sound spüren. Mit seiner neuen CD „Distance“ macht er konsequent weiter. Er begibt sich „auf die Suche nach der Distanz. Distanz zur Schnelllebigkeit unserer heutigen Zeit, aber zum Beispiel auch die Entfernung, die entsteht, wenn man sich kaum mehr persönlich trifft, weil die meisten zwischen-menschlichen Kontakte über digitale Medien laufen.„, so sagt er selbst. Für sich selbst findet er Distanz zu dieser hektischen, schrillen, bunten Musikwelt u.a. auf Reisen durch Island. Von dort bringt er Mythologien mit, die er zu Musik umformt.
Ein Land,das einem eine ganz neue Perspektive gibt. Und trotz oder vielleicht gerade wegen der riesigen Entfernungen dort habe ich das Gefühl gehabt, dass es eine viel größere zwischenmenschliche Nähe gibt.In dieser ruhigen Stimmung tauchen plötzlich „fremde“ Melodien auf. Ein Blues ist zu hören. Genauso schnell verschwinden sie aber auch wieder und lassen Platz für andere Assoziationen.
Distanz wird er demnächst keine haben, denn er ist mit seinem Album auf Platz 2 der Jazz Jazz-Hitparade. Und bevor ich noch zuviel über Musik rede, wovon ich keine Ahnung habe und nur schreiben kann, ob sie mir gefällt oder nicht, hören Sie doch bitte in die Videos rein und machen sich selbst ihre eigenen Gedanken.

Website von Martin Tingvall

Martin Tingvall in der Nähe von Ulm:
19.10.2015 München – Black Box
23.10.2015 Karlsruhe – Tempel Kulturzentrum
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Die Shortlist für den deutschen Buchpreis ist veröffentlicht
und am Mittwoch, den 30.September veranstalten wir unser “Shortlistlesen”.
Beginn: 19 Uhr
Eintritt: frei

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Morgen gibt es wieder eine Sonntagsbeilage mit Skizzen von Detlef Surrey.