Mittwoch, 9.Oktober

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Heute haben
Léopold Sédar Senghor * 1906
Gert Loschütz * 1946
Durs Grünbein * 1962
Yael Hedaya * 1964
Geburtstag
und John Lennon
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28.Oktober

Johann Wolfgang von Goethe
Breit wie lang

Wer bescheiden ist, muß dulden,
Und wer frech, der muß leiden;
Also wirst du gleich verschulden,
Ob du frech seist, ob bescheiden.

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„Jeden Tag ein Lächeln“
365 komische Gedichte
herausgegeben von Nele Holdack und Catrin Polojachtof
Aufbau Verlag in strahlendem Gelb € 22,00

Schon an das nächste Jahr gedacht? Schon daran gedacht, es heiter anzugehen, trotz widriger Umstände? Zum Frühstück ein lustiges Gedicht?
Nee? Doch? Egal. Hier haben Sie zumindest eine Sammlung mit 365 Gedichten für gute Laune an allen Tagen. Eine lyrische Reise durch die Jahrhunderte und durch die Festtage. Starten Sie mit einem Lächeln in den Tag. Danach gerne wieder rebellieren und auf die Straße gehen.
Mit den amüsantesten Gedichten von Johann Wolfgang Goethe, Heinrich Heine, Theodor Fontane, Wilhelm Busch, Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky, Karl Valentin, Erich Kästner, Mascha Kaléko, Ernst Jandl, Robert Gernhardt, Eugen Roth, Rudi Strahl, F. W. Bernstein, Friederike Kempner u. v. m.

9.Oktober

Oscar Blumenthal
Der neue Glaube

Es bildet sich der Glaubenssatz allmählich:
Der liebe Gott ist todt – Gott hab‘ ihn selig!

Mittwoch, 4.September

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Heute haben
Francois Chateaubriand * 1768
Leonard Frank * 1882
Antonin Artaud * 1896
Richard Wright * 1908
Per Olof Sundman * 1922
Joan Aiken * 1924
Thorsten Becker * 1958
Geburtstag
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Daniel Czepko von Reigersfeld
(* 23.09.1605, † 08.09.1660)
Angst und Hohn der Liebe Lohn

Nimm die Rose von den Dörnern,
zeige dann den Frühling an;
nimm die Ähren mit den Körnern,
sage, was der Sommer kann.
Nimm der Trauben süßen Preis,
sprich darauf, der Herbst wird kommen,
nimm das Schmelzglas von dem Eis,
auch der Winter wird genommen.
Nimm der Liebe Qual und Pein,
Liebe wird nicht Liebe sein.
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Margit Rittlinger empfiehlt:

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Jörg-Dieter Kogel: „Im Land der Träume“
Mit Sigmund Freud in Italien
Aufbau Verlag € 22,00

Optisch, haptisch, inhaltlich – da passt alles. Ein tolles Buch vom Reisen. Der Journalist Jörg-Dieter Kogel läßt uns Freuds zahlreiche Reisen nach Italien miterleben. Da das Reisetagebuch als verschollen gilt, schöpft Jörg-Dieter Kogel reich aus den zahlreichen Postkarten und Briefen, die Sigmund Freud an die Lieben zu Hause schrieb. Detailgenau zusammengestellt und trotzdem wunderbar zu lesen.
Die schöne Ausstattung des Buches – illustrierter Leinenband, zweifarbiger Druck auf feinem Papier, Lesebändchen und farbiges Vorsatzpapier – machen den Lesegenuß perfekt.
Es war mir eine Freude, Venedig, Verona, Mailand, Ravenna, Pisa, Umbrien, die Toskana, Sizilien und natürlich sein geliebtes Rom mit Sigmund Freud und seinen jeweiligen Reisegefährten zu besuchen.

Leseprobe

Montag

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Heute haben
Anna Wimschneider * 1919
Erich Segal * 1937
Joyce Carol Oates * 1938
Alexandra Marinina * 1957
Robert Schneider * 1961
Geburtstag
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Der Jastram-Sommerwettbewerb hat sein erstes Kunstwerk.

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Amélie Mathieu (6 Jahre alt), hat ihr Lieblingsessen gemalt (Spaghetti mit Hackfleischsoße, dazu Sprudel) und ohne zu Zögern ihr aktuelles Lieblingsbuch „Seeräuber-Moses“ dazu ausgewählt.Werner Färber
Vielen Dank, das ist wirklich super geworden.
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Werner Färber: Ungereimtheit der Woche

HÜFTGOLD

Ewig lockt die Schokolade.
Wenn ich doch mal ignoriere
im Vorbeigeh’n jene Lade,
in der sie liegt, ich jäh verliere
den Kampf mit meinem Schweinehund:
Ich ess‘ die ganze Tafel auf
und packe damit Pfund um Pfund
auf eh’mals schlanke Hüften drauf.

(Ungereimtheiten aus der Tierwelt CCLVII)

NUSSHÖRNCHEN & HEFESCHNECKE
Es liegen zum Verzehr bereit
Nusshörnchen und Hefeschnecke.
Auch liegen sie in tiefem Streit,
wer von beiden besser schmecke.

Im Lauf des Tags verhärten sich
a) die Teilchen und b) der Streit,
bis am Nachmittag steht endlich
jemand als Schiedsrichter bereit.

Er isst beide auf der Stelle,
gießt schnell zwei Kaffee hinterher,
meint dann, dass er auf alle Fälle
zunächst mal nicht mehr hungrig wär.
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Monti1

Michel de Montaigne: „Tagebuch der Reise nach Italien über die Schweiz und Deutschland von 1580 bis 1581
Übersetzt aus dem Französischen, mit einem Essay, Anmerkungen und Register von Hans Stilett
Andere Bibliothek Band 349
im Aufbau Verlag

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Kaum hatte Montaigne seine Essais fertig, für die er neun Jahre in seinem Turm saß, machte er sich auf eine 17monatige Reise durch Deutschland, Schweiz und Italien. An Ulm kurvt er knapp vorbei (wie immer in der Weltliteratur, wenn Ulm vorkommt), schreibt aber ausführlich über Augsburg. Dabei wird erste Teil der Reise (bis nach Italien) von einem Mitreisenden auf Französisch geschrieben, der Rest dann von ihm selbst auf Italienisch und Französisch.

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Montaigne ist ein genauer Betrachter, was die Sitten der einzelnen Städte und Landschaften betritt. Wir reisen mit ihm auf seinen Pferden und Kutschen mit, erfahren, ob die Betten der Herbergen gut waren, ob sie überhaupt Matratzen hatten und wieviele Flöhe. Durch seine vielen Einladungen bekommt er (und wir mit ihm) Einblick in die verschiedensten Paläste und Herrenhäuser. Obwohl es eine beschwerliche Reise gewesen sein muss, fließt dies nicht  in seinen Bericht ein. Montaigne richtet seinen Blick nach vorne und ist wahnsinnig gespannt, was ihn täglich erwartet. Es müssen einige Überraschungen dabeigewesen sein. Es geht über die Alpen und am Po entlang. Durch Venedig und Florenz und gleich zweimal nach Rom. (Sehr gut!) Was für ihn wohl das Wichtigste im italienschen Teil der Reise war, sind seine Besuche in diversen Heilbädern. Seine Nierensteine und Koliken machten ihm extrem zuschaffen. Und so wissen wir am Ende des Buches auch viel über diese kleine Steine, die er mit mehr oder weniger Schmerzen ausscheidet. Wir lernen mit ihm die Unterschiede dieser Steine kennen. Ihre Form, Konsistenz und Farbe. Ha! Herrlich diese Beschreibungen. Fast tut es mir als Mann beim Lesen weh. Herrlich auch die Mengen an Heilwasser, die er zu sich nimmt. 7 Pfund auf ex sind keine Seltenheit. Mein Gott, das sind 3,5 Liter. Goethe hat seinen Reisebericht sehr gelobt und teilweise über seine Essais gestellt. Wahrscheinlich hat sich der alte deutsche Großmeister in diesen Beschreibungen wiedergefunden.

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Montaigne Reise vor 430 Jahren (habe ich richtig gezählt?) entführen uns in eine ferne Zeit, die jedoch in der Übersetzung von Hans Stilett überhaupt nicht antiquiert zu lesen sind, sondern oft wie ein aktueller Bericht erscheinen. Das Buch ist herrlich in zwei Farben gedruckt, hat einen schönen, langen Anhang mit Kommentaren, vielen alten Stichen und einer Zeichnung der Reise.
Vielleicht ist es auch ein Buch, das Sie in Ihren Urlaub mitnehmen können, obwohl, oder gerade weil es so ein schön gemachtes Buch ist. Montaignes Beschreibungen der Koch- und Tischsitten in den diversen Gasthöfen, der Bordelle von Venedig, oder Teufelsaustreibungen schärfen unseren Blick für das Andere, dort wio wir gerade sind. Na, hoffentlich gibt es dort auch Anderes und nicht nur sat1 und Pro7.
Weiter so, liebe Andere Bibliothek, Eure schön gemachten Bücher mit Inhalten, die nicht im Mainstream mitschwimmen sind immer ein Blick wert.
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