Dienstag

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Heute haben
Elsa Morante * 1912
Alain Robbe-Grillet * 1922
Claudia Keller * 1944
Uklrich Woelk * 1960
Geburtstag

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Unsere Kinderbuchexpertin Anja Reiprich empfiehlt:

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Holly Goldberg Sloan: „Glück ist eine Gleichung mit 7“
Aus dem Englischen von Wieland Freund
Hanser Verlag € 16,90
Jugendbuch ab 13 Jahren
Gekürzte Lesung mit Jodie Ahlborn, Jörg Pohl
4 CDs 282 Minuten Laufzeit
HörbuchHamburg € 16,99

Als die 12 jährige hochbegabte, aber schüchterne Willow nach dem tödlichen Verkehrsunfall ihrer Eltern ins Kinderheim soll, wird sie kurzerhand von ihrer neugefundenen Indonesischen Freundin Mai „gerettet“. Willow wohnt ab sofort mit Mai, deren Bruder Quang-Ha und Mutter Pattie in einer umgebauten Garage. Alles ist eng und klein, aber Willow ist froh, dass sie nicht ins Heim musste und so passt sie sich den Gegebenheiten an. Sie verbringt viel Zeit beim Schulpsychologen Dell, der ihr so gut es geht, zurück ins Leben helfen will. Als dann aber doch das Jugendamt den Wohnsitz von Willow bei Pflegemutter Pattie überprüfen muss, beschliesst sie kurzerhand, dass die ganze Familie inkl. Willow bei Dell einziehen. Es wird die ganze Wohnung von Dell auf Vordermann gebracht, Kisten geschleppt und Betten aufgebaut. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die kleine vollgestellte Wohnung in ein richtiges Zuhause für die vier entwickelt.Alles scheint sich zu normalisieren, Willow taut auf und auch Quang-Ha freundet sich mit Willow an. Doch dann kommt eine Nachricht vom Jugendamt, dass eine „richtige“ Pflegefamilie für Willow gefunden wurde…
Ein Buch, dass man so schnell nicht vergisst. Die Protagonisten sind so liebenswert, dass sie einem während des ganzen Buches immer mehr ans Herz wachsen und nachdem ich es fertig gelesen hatte, musste ich immer an den
liebenswerten, verrückten Haufen denken. Willow macht sehr viele Fortschritte und man freut sich jedes mal.

Einfach toll!

„Ein Wunder, wie Willow mit ihrer Art zu denken un ihrem ungebrochenen Charme ihre Welt zusammenhält. – Die außergewöhnliche Heldin lässt uns in diesem Roman die Bedeutung von Familie und wahrer Freundschaft spüren.“
Hajo Steinert/Ute Wegmann, Deutschlandfunk Büchermarkt, 01.08.15

Hier geht es zur Leseprobe mit 27 Seiten.
Hörprobe

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Unsere aktuelle Ausstellung:
Arthur Goldgräbe: Skulpturen aus Rebholz

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Samstag

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Heute haben
Nina Berberowa * 1901
Jostein Gaarder * 1952
und
Birgit Vanderbeke * 1956
Geburtstag
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Unser heutige Buchtipp gilt einer besonderen Neuerscheinung:

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Jocelyne Saucier: „Ein Leben mehr“

Aus dem Französischen von Sonja Finck
Suhrkamp Verlag € 19,95

Das schöne Porträts eines alten Mannes auf dem Umschlag zeigt uns die Richtung, in der sich der Roman hinbewegt. Allein dieses Foto ist ein grossartiger Hingucker. Das ist schon ein gekonnter Schachzuges des Verlages. Die französisch schreibendende Autorin Jcelyne Saucier nimmt uns mit auf eine Reise in die Wildnis Nordkanadas. Dorthin, wo normalerweise niemand mehr lebt. Gold gibt, oder gab es dort noch nie. Eine Eisenbahnlinie hätte gebaut werden sollen. Ein pfiffiger Mann wollte davon profitieren und hat ein Hotel an einen strategisch wichtigen Punkt gebaut. Die Eisenbahn kam nie und das Hotel modert vor sich hin.
Dort also in der Einsamkeit sollen sich alte Männer zurückgezogen haben, die sich den Fängen der staatlichen und privaten Überwachung entzogen haben. Sie wollen nicht in ein Heim, sie wollen keine Sozialarbeiterin, die bei ihnen privat herumschnüffelt und sie wollen mit ihren diagnostizierten Krankheiten nicht ins Krankenhaus. Sie wollen selbst über ihr Leben entscheiden. Und über ihren Tod. Drei alte Männer, über 80 Jahre, sind es, das weiss eine ca. 40jährige Fotojournalistin, die sich in dieser Wildnis einigermaßen auskennt. Sie sucht einen dieser Männer wegen einer Reportage über sein Leben. Die Wegbeschreibung, die sie vom Hotel bekommt, erweist sich als halbherzig, oder gar falsch und sie erkennt schnell, dass der Hotelier bewusst Fragende in die Irre führt, um die Männer zu schützen. Die Journalistin findet einen der Männer, der sie zuerst wortkarg stehen lässt und ihr Stunden später mitteilt, dass der gesuchte Mann, Boychuck, vor kurzem verstorben ist. Die Frau braucht mehrere Anläufe, bis sie mit dem ersten und dann auch mit dem zweiten und dritten Alten ins Gespräch kommt. Dann entwickelt sich dies jedoch zu einer ganz besonderen Art von Freundschaft. Ganz irre wird es, als eine 80jähre Dame auftaucht, die fälschlicherweise fast ihr ganzes Leben in der Psychiatrie verbracht hat. Sie wird von ihrem Enkel „entführt“ und auch in die Wälder zu den drei Alten gebracht.
Diese Mischung aus Lebensphilosophie, Freiheitsdrang, großer Armut, dem Trauma der großen Brände, die vor Jahrzehnten hunderten von Menschen ihr Hab und Gut und auch das Leben geraubt haben, machen diesen schmalen Roman zu etwas Besonderem. Zu einem Buch, in dem das Älterwerden und das gemeinsame Leben, Lieben und Sterben dieser sehr eigenwilligen Menschen in der Wildnis im Mittelpunkt steht.
Der französische Titel heisst auf deutsch „Als die Vögel vom Himmel fielen“ und bezieht sich auf die enorme Hitze und Rauchentwicklung bei den großen Waldbränden, so dass den Überlebenden Vögel tot vor die Füße fielen.

Leseprobe
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Gestern baute Arthur Goldgräbe mit seiner Familie seine Rebholzskulpturen bei uns in zwei Schaufenstern auf. Lassen Sie sich inspirieren durch durch diese Figuren, die in andauernder Zwiesprache mit sich und vielleicht mit Ihnen zu stehen scheinen.

Die Website von Arthur Goldgräbe

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Skulpturen aus Rebholz

Ein Schaufenster wird zum Galeriefenster, zum Skulpturenraum, zur Bühne menschlicher Gestalten. Sie sind allesamt aus Rebholz. Für einen Bildhauer ein wahrhaft metaphorisches Material, das Geschichten in sich trägt und durch seine wilden, kaum beherrschbaren Windungen und Verwachsungen zu originellen Formen herausfordert. Es sind Bewegungsstudien, die mit berührenden Gestiken emotionaler Momente korrespondieren. Ihre Geschichten bleiben unausgesprochen.

Gebärdensprache
Gebärdensprache

Kommen Sie vorbei, schauen Sie durch das Fenster auf die Bühne der kleinen Figuren und interpretieren Sie die Geschichte ihrer Bewegtheit.

Skulpturen-Dialoge