Dienstag, 22.November


Heute haben
George Eliot * 1819
André Gide * 1869
William Kotzwinkle * 1943
Valery Wilson Wesley * 1947
Viktor Pelewin * 1962
Geburtstag
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Anja Kampmann
moorchaussee

am ende beginnt die marsch
das land dehnt sich in flachen carrées
um die man hunde führt und müde beine
laufen alles ist alltäglich
im herbst spurten die rehe schneller
als der geist zu den aufleuchtenden lichtern
laternenumzüge martinsbrot
inzwischen sind feuer verboten
aber das rauschen hier ist wie
der himmel und zeigt oben weitere straßen
ums moor ziehen sie jetzt zäune
auf den schildern bleiben die entfernungen stets
exakt. und der himmel ist geflutet
mit heimwegen die im dunkeln
unsicher blinken.
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Unser Buchtipp:


Yuval Noah Harari: „Wie wir Menschen die Welt eroberten“
Übersetzt von Birgit Niehaus
Illustriert von Richard Zaplana Ruiz
dtv € 20,00
Kinder/Jugendbuch ab 10 Jahren

Den erfolgreichen Buchautor Harari lässt sein Thema „Menschheitsgeschichte“ nicht los und das ist gut so.
Nach seinem (immer noch) sehr erfolgreichem Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ folgten noch zwei weitere Bände über die Gegenwart und unsere Zukunft. Danach zwei Graphic Novels „Sapiens“ und jetzt noch einmal ein Buch für Leser:innen ab 10 Jahren.
Und wieder spannt er einen großen Bogen von der Entstehung der ersten Menschen, bis hin zu den Problemen unserer heutigen Zeit, wie zum Beispiel Klimakrise, Pandemie und die zunehmende, übergriffige Digitalisierung.
Wie konnte sich dieser körperlich relativ schwache Affe zum Herrn der Welt aufschwingen? Und was musste er tun, um sich die Erde untertan zu machen? Und was ist daraus entstanden und was können wir aus dieser Entwicklung lernen?
Yuval Noah Harari nimmt sich dafür Zeit und möchte diese Geschichte für Jugendliche in vier Bänden erzählen.
Hier also „Unstoppable Us“ Band 1, wie die Reihe im Original heißt.

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Heute Abend:

Dienstag, 22.November, 19 Uhr
Dr.Martin Mäntele stellt uns Otl Aicher vor.

100 Jahre Otl Aicher, 100 Plakate im HfG-Archiv
Eintritt frei

Achtung!!
Alle, die zum Vortrag kommen, erhalten eine Freikarte für die Otl Aicher-Ausstellung oben in der HfG
.

Freitag, 10.Juni

Heute haben
Saul Bellow * 1915
James Salter * 1925
Maurice Sendak * 1928
Mensje van Keulen * 1946
Geburtstag
und heute erst Peter Kurzeck, den ich gestern schon erwähnt habe.
Rudi Deuble, der Mitherausgeber seiner Werke, hat mich darauf hingewiesen.
Übrigens kommt Rudi Deuble am Donnerstag, 13.Oktober zu uns in die Buchhandlung und stellt ein weiteres Buch von Peter Kurzeck vor.
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Mittags ist das Licht so grell, daß du all deine Kraft zusammennehmen mußt,
nur um in diesem Licht zu sein. Aber mußt bleiben in diesem Licht. Hin und
her, auf und ab – du kannst dich nicht trennen! Wie das Leben selbst.
Erschöpft oder nicht, du findest kein Ende in diesem Licht. Im Licht und so nah
bist du dir und den Menschen und allem, was du siehst. Jedem einzelnen vonder Sonne beseelten Grashalm. So weit alle Wege, so eine Nähe zu dir selbst.
Jedes Ding als Erleuchtung in diesem Licht. Der längste Tag. Zwei oder drei
längste Tage.

aus: Peter Kurzeck: „Der vorige Sommer und der Sommer davor“
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Dieses Buch ist eine Wucht:


Ilya Kaminski: „Republik der Taubheit

Aus dem Englischen von Anja Kampmann
Hanser Verlag € 22,00

Was es doch für Zufälle gibt. Gestern nachmittag las ich das Buch und dann stellt sich heraus, dass es am selben Abend in der Kulkturzeit auf 3sat vorgestellt wird.
Ein paar Gedichte aus dem Buch habe ich, mit Genehmigung von Anja Kampmann, die das Buch übersetzte und auch bei uns schon in der Buchhandlung ihren Roman „Wie hoch die Wasser steigen“ vorgestellt und zuvor ein paar ihrer eigenen Gedichte vorgelesen hat, hier auf dem Blog veröffentlicht. Damals haben mich die poetischen Zeilen sehr bewegt. Mir war aber nicht klar, dass dies Teile aus einem Ganzen waren. Einem Roman in Gedichten, einer poetischen Parabel über Krieg, über Liebe, über unser Zusammenleben und gegen das Schweigen.
Selten habe ich so starke, bewegende Zeilen gelesen, wie gestern Nachmittag.

In der Stadt Vasenka wird ein tauber Junge, der einem Puppenspiel zuschaut, von Soldaten auf offener Straße erschossen. Daraufhin schweigen alle Bewohner der Stadt, geben sich als taub aus, verständigen sich in Gebärdensprache und leisten in dieser Form Widerstand. „Deaf Republic“ heisst das Buch im Original, wobei da sicherlich die Verwandschaft von deaf und death zu lesen ist.
Neben den Grausamkeiten des Krieges gibt es eine herzzerreissende Liebesgeschichte zwischen Sonya und Alfonso und deren noch ungeborenes Kind („so groß wie ein Seepferdchen“) Anuschka.
Dass dies alles nicht gut ausgehen kann, dass das Puppenspiel in den Wirren des Krieges nicht übersteht und seine MitspielerInnen nicht überleben, ist zwar kaum auszuhalten, aber wenn wir die täglichen Nachrichten aus der Ukraine verfolgen, pure Realität.
Vielen Dank an Anja Kampmann, dass sie das Buch für uns entdeckt und übertragen hat. Von einer Übersetzung kann hier fast nicht gesprochen werden. Ich denke, dass nur eine Lyrikerin sich in diese poetische Form hineinversetzen kann.

Ilya Kaminsky
Wir lebten glücklich während des Krieges

Und als sie die Häuser der anderen zerbombten

protestierten wir,
aber nicht genug, wir waren dagegen, aber nicht 

genug. Ich lag
in meinem Bett, um mein Bett ging Amerika

zugrunde: unsichtbares Haus um unsichtbares Haus um unsichtbares Haus-

Ich stellte einen Stuhl hinaus und betrachtete die Sonne.

Im sechsten Monat
dieser verhängnisvollen Herrschaft im Haus des Geldes

in der Straße des Geldes in der Stadt des Geldes im Land des Geldes,
unserem großartigen Land des Geldes, lebten wir (vergib uns)

glücklich während des Krieges.

Ilya Kaminsky, geboren 1977 in der ehemaligen Sowjetunion, wanderte 1993 in die USA aus. Er ist ein ukrainisch-russisch-jüdisch-amerikanischer Dichter, Kritiker, Übersetzer und Lyrik-Professor. Bekannt wurde er durch die Gedichtsammlungen „Tanzen in Odessa“ und „Republik der Taubheit“, für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Sein Werk wurde bislang in über zwanzig Sprachen übersetzt.
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Hardy on Tour

Tag 14
82 km bis nach Land’s End 

Die 42 km, von meinem Übernachtungsplatz in das sehr bekannte Küstenstädtchen St. Ives, waren trotz des Gegenwindes recht schnell zurückgelegt. Leider schlug, kaum dort angekommen, das Wetter um und es begann zu nieseln.
St.Ives ist nicht nur wunderschön gelegen, sondern auch bekannt für seine zahlreichen Galerien und seine beliebten Surfstrände. Es gibt wohl keinen besseren Ort um endlich mal ein Bad im Meer sich zu gönnen; immerhin hat das Wasser schon annehmbare 14 Grad, allemal erfrischend jedenfalls. 
Die Küstenstraße von St.Ives nach Land End ist eigentlich wunderschön und bietet eine prächtige Szenerie; nur bei Wind und Regen habe ich davon leider nicht allzuviel  mitbekommen. Da strampel ich die steilen Anstiege hoch, muß bei der Minimalgeschwindigkeit von grade mal 6 km/h eh schon schauen, daß ich in Balance bleibe mit dem Fahrrad, und dann spielt der Wind sein fieses Spiel, in dem er ordentlich Böen einem entgegenbläst. Aber ich habe mir die Laune nicht verderben lassen und habe mein gesamtes Liedgut dem englischen Regen gegengeträllert. Kurz vor Land’s End hatte schließlich auch der Regen genug und stellte sein Tagwerk ein. Am Abend gab es sogar noch richtig Sonne zu bestaunen. 
Land’s End – das erste Ziel meiner Tour habe ich nach ziemlich genau 1.600 geradelten km nun also erreicht und zugleich ist hier der Startpunkt der „End to End Tour“ hoch in den Nordosten der Insel nach John o Groats in Schottland und dorthin geht also ab morgen die Reise.

Montag, 7.März

Erdmännchen und Erdfrauen sind eingetroffen und können gegen eine Spende ab € 20 mitgenommen werden.

Heute haben
Alessandro Manzoni * 1786
Paul Ernst * 1866
Milo Dor * 1923
George Perec * 1936
Robert Harris * 1957
Breat Easton Ellis * 1964
Joanne Harris * 1964
Geburtstag
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Ilya Kaminsky
Wir lebten glücklich während des Krieges

Und als sie die Häuser der anderen zerbombten

protestierten wir,
aber nicht genug, wir waren dagegen, aber nicht 

genug. Ich lag
in meinem Bett, um mein Bett ging Amerika

zugrunde: unsichtbares Haus um unsichtbares Haus um unsichtbares Haus-

Ich stellte einen Stuhl hinaus und betrachtete die Sonne.

Im sechsten Monat
dieser verhängnisvollen Herrschaft im Haus des Geldes

in der Straße des Geldes in der Stadt des Geldes im Land des Geldes,
unserem großartigen Land des Geldes, lebten wir (vergib uns)

glücklich während des Krieges.
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Aus: Ilya Kaminsky, „Republik der Taubheit
Übersetzt von Anja Kampmann
Erscheint im Sommer 2022 im Carl Hanser Verlag

Was ist Schweigen?, fragt uns die erstaunliche lyrische Parabel des gebürtigen Ukrainers Ilya Kaminsky. Eine einzigartige Reflexion über Menschlichkeit in finsteren Zeiten, in der strahlenden Übersetzung von Anja Kampmann.

Sich taub stellen – so leisten die Bewohner Vasenkas, einer militärisch okkupierten Stadt, Widerstand, als ein tauber Junge, der auf dem Marktplatz einem Puppenspiel zusieht, von Soldaten erschossen wird. Der Protest koordiniert sich von nun an in der Gebärdensprache. Unter den Oppositionellen sind auch Alfonso und Sonya, die ein Kind erwarten. Doch als sie es wegen der Repressalien nicht aufziehen können, wird es von Momma Golya, der Leiterin des Puppentheaters, versorgt. Vasenka ist ein Kriegsschauplatz, aber auch ein Ort, an dem geliebt wird, an dem die Menschen einander Zeichen der Solidarität geben und ihren Widerstand nicht aufgeben. Kaminskys weltweit gefeierte „Republik der Taubheit“ konfrontiert uns mit unserer kollektiven Kapitulation vor der Gewalt. Es ist zugleich eine Liebesgeschichte, eine Elegie und ein dringendes Plädoyer gegen Schweigen.

Ilya Kaminsky, geboren 1977 in Odessa in der ehemaligen UdSSR, wanderte 1993 in die USA aus. Er ist ein schwerhöriger, ukrainisch-russisch-jüdisch-amerikanischer Dichter, Kritiker, Übersetzer und Professor. Bekannt wurde er durch die Gedichtsammlung „Dancing in Odessa“ und „Die Republik der Taubheit“, für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Er wurde bislang in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Anja Kampmann, 1983 in Hamburg geboren, wurde für ihr literarisches Werk vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Rainer-Malkowski-Preis 2021. Bei Hanser erschien zuletzt ihr Gedichtband Der Hund ist immer hungrig (2021).
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Klima.fit – Klimawandel vor der Haustüre! Was kann ich tun?

In den letzten Jahren haben Extremwetterereignisse wie vermehrte Hitzetage, Dürren und Starkregen gezeigt, dass sich die Rahmenbedingungen unseres Alltags unter dem Einfluss des Klimawandels längst verändert haben. Das stellt uns als Privatpersonen, aber auch die Kommunen vor neue Herausforderungen. 

Der vh-Kurs „klimafit – Klimawandel vor der Haustür! Was kann ich tun?“ beschäftigt sich u.a. mit folgenden Fragen: Worin bestehen die Ursachen des Klimawandels? Auf welche Folgen müssen wir uns einstellen? Was bedeutet der Klimawandel für die eigene Kommune? Und: Welche Möglichkeiten des Handelns im Klimaschutz und in der Anpassung haben wir?

Somit will der Kurs konkretes Wissen vermitteln und gleichzeitig Handlungsmöglichkeiten für den Alltag und weiteres Engagement an die Hand geben. Das innovative Kursformat aus vier Präsenz- und zwei Online-Terminen soll es Teilnehmer*innen ermöglichen, aktuelle Fragen mit bekannten Wissenschaftler*innen auf Augenhöhe zu diskutieren. Zudem bekommen Teilnehmer*innen die Möglichkeit, das örtliche Klimaschutzmanagement kennenzulernen, gleichgesinnte Menschen zu treffen und Klimaschutzakteuren der Region zu begegnen! 

Am Ende des Kurses erhalten sie ein Zertifikat, ausgestellt von dem Helmholtz-Forschungsverbund Regionale Klimaänderungen und Mensch (REKLIM) und dem WWF Deutschland. Beide sind für die Inhalte des Kurses verantwortlich. Gefördert wird der Kurs vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Bundestages.

Inhalte der Kursabende:
1. Grundlagen des Klimawandels und Einführung in die kommunale Herausforderung
2. Ursachen des Klimawandels und -schutzes auf kommunaler Ebene
3. Expertendialog mit führenden Klimaforscher*innen (online)
4. Regionale Folgen des Klimawandels und was kann ich selbst tun?
5: Expertentipps zu Energie, Ernährung und Mobilität (online)
6. Klimaanpassung – wie geht das?

Weitere Informationen zum Kurs gibt es auf www.klimafit-kurs.de

Details zu Anmeldung, Terminen und Veranstaltungsort stehen auf der Website der Volkshochschule: www.vh-ulm.de

Zeitraum des Kurses für die 6 Kursabende: 23.03. – 01.06.2022