Samstag, 30.März

Heute haben
Paul Verlaine * 1844
Sean O`Casey * 1880
Jean Giono * 1895
Heinz Risse * 1898
Tom Sharpe * 1928
Uwe Timm * 1940
Gert Heidenreich * 1944
Geburtstag
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„Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.“
Albert Einstein
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Unser Kinderbuchtipp:


Kerstin E. Finkelstein: „So geht Straße!“
Mit Sicherheit und Spaß unterwegs im Straßenverkehr
Mit Illustrationen von Claire Lenkova
Jacoby & Stuart Verlag € 14,00

Wie lange ist der Bremsweg eines ICEs, der mit 250 km/h unterwegs ist?
(Auflösung am Schluss)

Das Buch beginnt mit der Geschichte des Verkehrs in Deutschland. Ab wann gab es Fahrräder, Autos, Verkehrszeichen, Gehwege und dass in den 50er Jahren das Auto im Mittelpunkt stand und extra dafür Städte umgebaut und neugebaut wurden. Jetzt (wie damals) heisst es, wie komme ich sicher mit dem Rad durch den Verkehr. Und das will das Buch zeigen. Die Autorin hat schon diverse Sachbücher veröffentlich, so z.B. Fahr Rad!, Straßenkampf und war Chefredakteurin der Zeichschrift Radzeit.
Im zweiten Kapitel schreibt Kerstin Finkelstein, wie wichtig unsere Ohren im Straßenverkehr sind, danach kommen Verkehrsregeln und Verkehrsschilder dran. Handzeichen von Radelnden erklärt sie uns auf zwei Seiten (wieder was gelernt) und natürlich der Helm. Ohne geht gar nicht. Nach weiteren Kapiteln zeigt sie uns einen Blick in die Zukunft.

Und jetzt noch die Antwort auf die Frage von oben.
4,8 Kilometer.

Das steht im Kapitel über Anhaltewege und Reaktionszeiten auf dem Rad von Kindern und Erwachsenen, von Radelnden und Autofahrenden.
Das Buch wäre allerdings ohne die sehr realistischen und doch verspielt kindlichen Illustrationen von Claire Lenkova nur die halbe Miete. Allein schon ihre Wimmelbilder sind klasse.

Schauen Sie in die Leseprobe.
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Tempolimit in Lyon
Ein Drittel weniger Unfälle dank Tempo 30

Weniger Unfälle hatte sich das französische Lyon von einem neuen Tempolimit versprochen. Und tatsächlich: Seit der Einführung von Tempo 30 ist deren Zahl deutlich zurückgegangen. Ein Vorbild für deutsche Städte?
In Frankreichs drittgrößter Stadt Lyon hat die Einführung eines Tempolimits die Zahl der Unfälle deutlich reduziert. Zwei Jahre nach der Begrenzung der innerstädtischen Maximalgeschwindigkeit auf 30 Kilometer in der Stunde habe es 35 Prozent weniger Unfälle gegeben, sagte Bürgermeister Grégory Doucet dem Sender BFMTV. „Das ist enorm.“
Bei der Zahl der schweren Verkehrsunfälle sei sogar ein Rückgang um 39 Prozent zu verzeichnen, also bei Unfällen mit Schwerverletzten und Toten. „Das bedeutet, wir haben Leben gerettet“, sagte der grüne Rathauschef. …

Mehr dazu auf tagesschau.de
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/lyon-tempo-30-100.html

Montag, 16.Mai


Heute haben
Friedrich Rückert * 1788
Jakob van Hoddis * 1887
Juan Rulfo * 1918
Adrienne Rich * 1929
Geburtstag
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Ludwig Uhland
Frühlingstrost

Was zagst du, Herz, in solchen Tagen,
Wo selbst die Dornen Rosen tragen?
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Unser Buchtipp:


Wolfgang Martynkewicz: „Das Schwanken des Bodens unter den Füßen
Einstein im Badehaus 8
Mit Originaldruckgraphiken und beiliegendem Plakat von Gabriela Jolowicz
36 Seiten, Fadenknotenheftung
Maro Heft #7 € 16,00

Der Autor Wolfgang Martynkewicz, ein großer Kenner der 20er Jahre, hat Bücher über Jane Austen, Gottfried Benn, Arno Schmidt und viele andere veröffentlicht, zeigt uns hier auf wenigen Seiten einen hochinteressanten Ausschnitt aus Albert Einsteins Leben.
1920 war das Jahr, in dem Einsteins Relativitätstheorie in aller Munde war. Überall besprochen, wurde er zu einem Star am Physikerhimmel. Aber es gab auch die andere Seite,, denn Einstein war in vielen Dingen unorthodox und eckte immer wieder an. Nicht zu vergessen: Er war Jude. Seine Entdeckung hatte auch den großen Nachteil, dass sie nicht in einfache Worte zu fassen war. Sogar er selbst meinte, dass sie „gemein unverständlich“ sei. So war er Star und Reizfigur in einem. Die konservativen Kräfte in Deutschland nahmen immer mehr zu und fühlten sich durch diese neuen Erkenntnisse provoziert. Gleichzeitig nimmt der Antisemitismus in Deutschland zu. Aus dem Kreis der anerkannten Physiker gibt es Zustimmung, aber auch vehemente Ablehnung.
Im August 1920 kommt es zu einem Treffen auf einer Tagung in Bad Nauheim. Albert Einstein und sein stärkster Widersacher, der Nobelpreisträger Philipp Lenard sitzen sich zu einem Schlagabtausch gegenüber. Ein Showdown, moderiert von Max Planck, vor gebannten Zuschauern im Badehaus 8.

Montag

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Heute haben
Friedrich Arnold Brockhaus * 1772
Amos Oz * 1939
Graham Swift * 1949
Geburtstag

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Wie jede Woche, wollen wir auch heute mit Ungereimtheiten von Werner Färber starten:

UNGEREIMTHEIT DER WOCHE
(Ungereimtheiten aus der Tierwelt)

SCHWALBE – ZU FRÜH CCLCXXVIII

Es fliegt im Mai eine Schwalbe
– man fragt sich im Grunde, warum –
so ungefähr um die halbe
Welt mit andern Schwalben herum.
In den Norden sieht man sie ziehen,
wo’s dann bei der Ankunft noch schneit.
Bald sieht man sie wieder fliehen –
denn noch ist der Sommer sehr weit.

UNGEREIMTHEIT DER WOCHE
(aus: WER MORDET SCHON IN ULM, UM ULM UND UM ULM HERUM –
11 mörderische Geschichten, 11 fiese Gedichte und 125 Freizeittipps s.u.)

GELEGENHEITSMAURER

Gar heftig ist des Paares Streit
darüber, ob der offene Kamin
wird stillgelegt für alle Zeit,
oder ob man noch nutze ihn.

Er möcht’ die Funktion erhalten,
um mit einem schönen Feuer
sich zu wärmen in der kalten
Zeit mit Holz, welches nicht teuer.

Sie jedoch will Dreck vermeiden,
den Staub und auch die viele Asche.
Also zanken sich die beiden,
bis er wütend greift die Flasche.

Warum hat sie, denkt er betreten,
im Gesicht noch immer rot,
den Standpunkt gar so fest vertreten?
Nun liegt sie vor ihm, mausetot.

Nach angemessenem Bedauern,
dass er sie tödlich hat verletzt,
will er den Kamin vermauern,
weil’s ihr so wichtig bis zuletzt.

So mörtelt er bald Stein auf Stein,
lässt dabei die Frau verschwinden.
Mit Sorgfalt mauert er sie ein.
Schließlich soll sie keiner finden.
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glück

Bobbie Pyron: „Plötzlich Glückspilz“
Aus dem Amerikanischen von Gerda Bean
Thienemann Verlag € 12,99
als eBook € 9,99
Kinderbuch ab 10 Jahren

Beginnen wir doch gleich mit dem Motto des Buches, das von einem Ulmer stammt:

„Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben:
Entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder
so, als wäre alles eines.“
Albert Einstein

Ein Wunder ist es schon, was hier beschrieben wird.
Aber dazu komme ich gleich, denn der elfjährige Nate könnte ein Wunder gut gebrauchen. Er hat das Pech gepachtet. Es haftet ihm an und er wird es nicht mehr los. Mit vier Jahren verliert er seine Eltern bei einem Autounfall und lebt seitdem bei seinem fürsorglichen Großvater. Sie wohnen in einem winzigen Küstendorf in den USA und der Grossvater schlägt sich mehr schlecht als recht mit Fischfang durch. Manchmal nimmt er Angler mit raus und verdient somit ihren gemeinsamen Unterhalt. Nantes Hund wurde bei einem Wirbelsturm weggefegt und alles, was er sonst noch anpackt misslingt. Der Toaster produziert nur schwarze, verkohlte Brote. In der Schule ist der Aussenseiter, da niemand mit so einem Tollpatsch zutun haben will. Immer an seiner Seite die intelligente und anstrengend alleswissenende Gen(esis), die immer versucht ihn trotz seiner Missgeschickte zu Unternehmungen mitzunehmen. Sie ist u.a. eine große Kämpferin für die Seeschildkröten, die einmal im Jahr am Strand des Dorfes ihre Eier legen.
An einem sonnigen Tag gehen die beiden zum Minigolfspielen und Nate ist klar, dass es ein Desaster werden wird. Als dann auch noch Mitschüler auf einer anderen Bahn unterwegs sind, ist der Ofen komplett aus. Sie amüsieren sich herrlich, weil Nate alle Bälle versemmelt. An diesem wolkenlosen Tag knallt ein Blitz vom Himmel und trifft Nate, dessen Minigolfschläger als Blitzableiter dient. Er wacht im Krankenhaus auf, ist einigermaßen fit und hat den Griff des Schlägers in seine Haut eingebrannt. Ab diesem Moment wird aus Pech Glück und es gelingt ihm alles, was er unternimmt, was er anfasst. sogar der Toaster produziert perfekte Scheiben fürs Frühstück. Als er bei einem Baseballspiel einen fast unhaltbaren Ball fängt und kurz danach seinen ersten Homerun hinlegt, ist er der gefeierte Star der Klasse, der ganzen Schule.
Die Autorin Bobbie Pyron erzählt in einem sehr witzigen Ton die Geschichte dieses Wunderknaben, wobei hinter ihrer humorvollen Erzählweise eine große Portion Ernstaftigkeit steckt. Was passiert, wenn jemand plötzlich der Liebling der Schule wird, wo er doch vorher nur Gen hatte, die zwar oft nervt, aber trotzdem immer da ist? Wie verändere ich mich, wenn plötzlich alles zu Gold wird? So geht es auch Nate. Er wendet sich langsam von Gen ab und geht mit seinen Kumpels zum Baseballspielen. Gen bleibt zurück und hat nun noch weniger Unterstützung im Kampf für ihre Schildkröten. Bobbie Pyron lässt noch einen Blitz vom Himmel krachen und es zeigt sich, wer wirkliche Freunde sind und was wichtig im Leben ist. Heiter und humorvoll schauen wir hinter die Kulissen der kleinen Dorfgemeinschaft und können auch Schlüsse für unser Leben, für unsere Verhaltensweisen ziehen.
Ich denke, dass die Angabe „ab 10 Jahre“ prima passt und wer ein heiteres, ernsthaftes (nicht unbedingt sehr spannendes) Buch lesen will, ist hier wirklich bestens aufgehoben. Und: die Blitzeinschläge sind zwar sehr unwahrscheinlich, passen aber genau in diesen Rahmen.

Leseprobe
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Morgen, Dienstag 5.Mai stellen wir 19 Uhr wieder vier neue Romane vor.
Es liest, wie immer Clemens Grote
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Nachtrag zum Buchtipp: „Gone Girl“ von letzter Woche.
Darin kommt eine Bar vor, die Nick Dunne mit seiner Schwester führt.
Er nennt sie „The Bar„.
Am selben Tag, als ich den Eintrag geschrieben habe, wurde am Nachbarhaus folgende Aufschrift angebracht.

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Passt!

Mehr Fotos finden Sie unter:
Jastram.tumblr.com und Wiebuecherleben.tumblr.com
Viel Vergnügen.

Donnerstag

Heute haben
Albert Einstein * 1879
und
Peter Paul Zahl * 1944
Gleichzeitig ist heute auch (wie könnte es bei diesem Datum auch anders sei)
Welt Pi-Tag.
Der gute Albert Einstein würde sich darüber freuen.
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Gestern mal wieder ganz großes Theater. Alle Register für die Unterhaltung gezogen.
Es gibt einen neuen Papst (F1), Bayern verliert und kommt weiter und Schäuble hält ein bunt bedrucktes Papier in die Kameras, auf dem die Lösung aller Finanzprobleme abgedruckt sind/sein sollen.
Da fällt der Beginn der Leipziger Buchmesse natürlich nicht mehr weiter auf.
Für uns Buchliebhaber heisst das nun aber: Augen auf, was es alles an Berichten in der Presse, im Radio und TV gibt.
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Im Buchladen läuft seit Tagen diese CD mehrfach am Tag.
Dieser Sampler mit Folkmusik ist so beruhigend gut und sorgt für eine gute Stimmung.

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€ 15,90 bei uns im Laden.

Gleich zu Beginn gibt es von Harry Manx. „Crazy Love“. Eine Coversion eines alten
Van Morisson Titels. Auf youtube können wir u.a. Harry Manx sehen, wie er das Lied spielt. Schräger wird es allerdings, wenn zwei Musikgötter auf dem Olymp das Lied zusammenspielen. Bitte achten Sie auf die Lippen von Bob Dylan, wie er versucht Van Morisson beim Singen zu folgen. Er hat wohl nur noch den Refrain im Kopf.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=21vlugbhSF4]
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Bettzeit

Susanne Göhlich: „Bettzeit ist’s
Moritz Verlag € 8,95
Ein kleinformatiges Pappbilderbuch für Kinder ab 2 Jahren.

Lena würde ja gerne in Bett gehen, aber ihre Kuscheltiere sind nicht da, und ohne ihre Kuscheltiere kann sie unmöglich ins Bett. Also macht sie sich auf die Suche, und das kann dauern. Das Schwein spielt noch mit der Eisenbahn, Entchen Anne schnattert in der Badewanne und das Pferd trinkt Nudelwasser auf dem Herd. So muss sie erst einmal ein Kuscheltier nach dem anderen finden und bettfertig machen, bis es endlich heißen kann:Doch jetzt sind Lenas Tiere da: Alle kuscheln wunderbar„.
Wer kennt die Situation nicht (mehr). Diese Verzögerungstaktiken der Kleinen. Lena möchte ja sooo gerne ins Bett, aber sie kann ja nicht, da ihre Tiere noch nicht eingesammelt sind. Wir können uns noch gut an die Tränen und Zornausbrüche erinnern, wenn sich bestimmte Tiere (natürlich gerede DIE Lieblingstiere) versteckt haben, oder noch im Auto liegen, oder bei Oma und Opa vergessen worden sind. Aber wenn sie dann im Bett versammelt sind, ist doch alles wieder gut. Auch hier bei Lena.
Susanne Göhlich hat hier ein ganz reizendes kleinen Bilderbuch gemalt und getextet.
Bei den Reimen holpert es machmal. Was soll’s. Vielleicht fällt Ihnen bei Ihren Tieren ein eigener, viel besser Spruch ein.
Leider stellt der Verlag nicht mehr Bilder zu Verfügung.
Also einfach im Buchladen anschauen.
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„Incidences“ von Daniil Kharms
(Gefunden bei UNYPL)