Mittwoch, 3.Januar

Heute haben
Marie Luise Kaschnitz * 1901
Kurt Marti * 1921
Norman Mailer * 1923
Kenzaburo Oe * 1935
Geburtstag
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Naja, passt nicht ganz und wird Auto- und Radfahrer nicht erfreuen:

Robert Reinick
Januar

Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
Der Himmel grau, die Erde weiß;
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
Hei, wie er in die Backen kneift!
Doch meint er’s mit den Leuten gut,
Erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker, schämet euch.
Kommt nur heraus, tut es uns gleich.
Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
Da hebt erst recht der Jubel an!
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Vanessa Güntzel empfiehlt:

Lara Avery: „Was von mir bleibt“
Übersetzt von Nadine Püschel
Carlsen Verlag € 19,99
Jugendbuch ab 14 Jahren

Ein realitätsnahes Buch, eine seltene Form von Demenz und ein junges Mädchen treffen aufeinander.
Sammie ist klug, selbstbewusst und möchte den besten Abschluss an ihrer Schule machen, aufs College gehen und eine große Karriere starten. Doch Sie hat nicht damit gerechnet, an Nieman-Pick Typ C (eine spezielle Form von Demenz bei Kindern und Jugendlichen) zu erkranken. Nach und nach treten immer mehr Symptome auf und die Krankheit legt ihr mehr als nur einen Stein in den Weg. Doch Sammie versucht sich nicht unterkriegen zu lassen. Sie beginnt ein Tagebuch an sich selbst zu schreiben, um ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Eine wunderschöne Geschichte über Sammie und wie Sie mit der ganzen Situation umgeht und immer weiter kämpft.
Das Buch ist für ein so schweres Thema, sehr locker und leicht geschrieben. Es bringt einem zum Lachen, zum Nachdenken und treibt einem Tränen in die Augen.

Leseprobe

Mittwoch, 30.November

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Heute haben
Jonathan Swift * 1667
Theodor Mommsen * 1817
Ippolito Nievo * 1831
Mark Twain * 1835
Winston Churchill * 1874
Thomas Hettche * 1964
Geburtstag
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

„Ich bin wie du mit geschlossenen Augen, nur schlauer!“ Das ist Parkers Credo.

9783551583475

Eric Lindstrom:Wie ich dich sehe
übersetzt von Katarina Ganslandt
Carlsen Verlag € 16.99
Jugendbuch ab 14

Die Regeln
1. Leg mich nicht rein. Niemals. Vor allem nicht, in dem Du meine Blindheit ausnutzt. Und vor allem nicht in der Öffentlichkeit.
2. Fass mich nicht an, ohne mich vorher zu fragen. Ich bin blind. Für mich kommt jede Berührung unerwartet, weshalb ich möglicherweise zuschlage.
3. Finger weg von meinem Blindenstock und dem Rest meiner Sachen. Alles muss genau dort bleiben, wo ich es liegen gelassen habe. Logisch, oder?
4. Komm nicht auf die Idee, mir helfen zu wollen, wenn ich dich nicht darum gebeten habe. Dann bist du mir bloß im Weg und nervst.
5. Es gibt keine Grund, lauter zu sprechen, wenn du mit mir redest. Ich bin nicht taub. Du würdest dich wundern wie viele Leute das machen.
6. Wenn du etwas über mich wissen willst, dann rede mit mir und nicht mit den Leuten, die neben mir stehen. Ich habe keine Betreuer. Ja, auch das passiert ständig.

Das sind Parkers Regeln. Parker ist seit ihrem 7. Lebensjahr blind, durch eine Autounfall, den ihre Mutter betrunken verursacht hat und dabei ums Leben kam. Seitdem lebt sie mit ihrem Vater, joggt durch den Park, lässt sich, so wenig wie möglich durch ihre Blindheit einschränken und stösst einige Menschen durch ihr manchmal ruppiges Auftreten vor den Kopf. Auch mit ihrer ungeschminkten Ehrlichkeit, mit der sie ihren Mitmenschen Ratschläge gibt oder ihnen ihre Meinung sagt, können viele nicht umgehen. Ihren Freundinnen, erklärt sie, dass sie das eben kann, weil sie die Reaktionen der Betroffenen nicht sieht und somit keine Furcht davor hat.
Nun stirbt auch noch ihr Vater, ihre Tante mit Familie zieht zu ihr ins Haus und Parker muss sich nun wieder mit Trauer, Verlust und einem Leben mit ihr eigenlich fremden Menschen auseinandersetzen. Menschen, die es nur gut meinen, aber mit dem selbstbewussten, selbstständigen Leben Carters nicht so recht klarkommen. Dann taucht noch ihre alte Liebe Scott auf, der sie damals tief verletzt und enttäuscht hat und danngibt es noch Jason, auch ein Läufer, der sich durch sein entspanntes Umgehen mit ihrer Blindheit in ihr Herz schleicht.
Das hört sich sehr dramatisch an, ist aber mit viel Witz geschrieben und die Mädels und Jungs sind alle so gut drauf. Deswegen liebe Eltern und Onkels und Tanten: Steckt es in den Nikolausstiefel oder legt es unter den Baum.

Dienstag, 7.Juni

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Heute haben
Mascha Kaleko * 1907
Orhan Pamuk * 1952
Louise Erdricj * 1954
Fred Vargas * 1957
Geburtstag.
Aber auch Ckaus Peymann.

Anja Reiprich hat dieses Jugendbuch auf die heute Speisekarte gesetzt:

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Jessi Kirby:Mein Herz wird dich finden
Sauerländer Verlag € 16,99
Jugendbuch ab 14 Jahren

Mia und Jacob sind unzertrennlich. Doch dann hat Jacob einen tödlichen
Autounfall und für Mia ist nichts mehr so wie es war. Sie zieht sich zurück,
bricht den Kontakt mit Ihren Freunden ab, will eigentlich nur noch alleine sein.
Da ihre grosse Liebe Organspender war, beginnt sie zu recherchieren, wer Dank
Jacob weiterleben kann. Sie schreibt Briefe und nimmt Kontakt auf, bekommt auch
meistens eine Antwort. Doch eine Person hat sich nicht zurückgemeldet, derjenige
der sein Herz nun trägt. Sie weiss, dass Sie es nicht darf, aber es lässt ihr keine Ruhe, sie möchte wissen wer das Herz bekommen hat. Sie geht noch einen Schritt weiter und fährt zu dem Jungen hin, möchte ihn sehen und kennenlernen.
Nervös und etwas neben der Spur fährt sie zu dem Laden, in dem Noah arbeitet. Sie
trifft ihn zum ersten Mal im Cafe und es erwischt sie vom ersten Augenblick an.
Von da an treffen die beiden sich immer öfters, unternehmen viel und verlieben
sich. Mia weiss, dass es eigentlich nicht sein darf, zudem Noah auch nicht weiss
wer sie ist. Doch Noah hilft ihr ins Leben zurückzufinden und das ist für sie
gerade sehr wichtig..

Eine wunderbare Herzschmerz Liebesgeschichte für alle Mädchen ab 14 Jahren.

Und wer danach noch mehr von der Autorin lesen möchte, dem empfehle ich das
Vorgänger Buch “ Dein eines, wildes, kostbares Leben“.
Viel Spass beim Lesen!

Leseprobe
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Werner Färbers Ungereimtheiten

Gauland als Nachbar?

Kaum hatt‘ es sich herumgesprochen,
dass Gauland zög‘ hier in ein Haus,
löste dies nach ein, zwei Wochen
’ne große Flüchtlingswelle aus.
Die Nachbarschaft hatte gehört,
Gauland spräche wie ein Rassist.
Das hat dann alle so gestört,
dass er nun ganz allein dort ist.

Der Angsthase

Meister Lampe hockt und zittert,
weil er hat Gefahr gewittert
sehr bedrohlich und ganz dicht –
eine Flucht hilft ihm wohl nicht!

Packt ihn gleich der böse Fuchs?
Wird er verspeist von einem Luchs?
Er hat vor Angst nicht hingesehen.
Ist es nun bald um ihn geschehen?

Schon vernimmt der Hase Schritte!
»Verschon’ mein armes Leben bitte«,
haucht der Mümmelmann sehr leise
in höchst flehentlicher Weise.

Mit großen Kulleraugen schauend
und zugleich behäbig kauend,
fragt ihn muhend eine Kuh:
»Was für’n Hasenfuß bist du?«

Als er sieht den Pflanzenfresser,
geht’s dem Hasen wieder besser.
Ziemlich kühn, beinah verwegen,
wagt er nun wieder sich zu regen.
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Heute abend ab 19 Uhr.
Clemens Grote liest aus vier neuen Büchern.
Dieses Mal stehen Erzählungen im Mittelpunkt.

Robert Macfarlane: Alte Wege
Colin Barrett: Junge Wölfe
Sasa Stanisic: Fallensteller
und Judith Hermann: Lettipark

Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen.