
Heute haben
Lewis Carroll * 1832
Ilja Ehrenburg * 1891
Mordecai Richler * 1931
Ismail Kadaré * 1936
Benjamin von Stuckrad-Barre * 1975
Paolo Cognetti * 1978
Geburtstag.
Heute ist der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.
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„If you don’t know where you are going, any road will get you there.“
Lewis Carroll
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Passt für einen geruhsamen Sonntagnachmittag:

Alex Capus: „Das kleine Haus am Sonnenhang„
Hanser Verlag € 22,00
Es sind die neunziger Jahre in Italien. Alex Capus bezieht ein einsam stehendes Steinhaus am Sonnenhang eines Weinbergs unweit eines kleinen Dorfs. Im Winter schwillt der Fluss derart an, dass der Weg zur Hauptstraße nicht mehr passierbar ist. Im Sommer zirpen die Grillen und die Glühwürmchen leuchten. Capus verbringt viel Zeit in diesem kleinen Idyll, im Sommer mit seiner Freundin, Besitzerin eines gelben Renault 4, und vielen Freunden. Dann werden Schaukelstuhlrennen auf den Terrassen veranstaltet, Schießwettbewerbe mit dem rostigen Luftgewehr und abendliche Gesangsfeste. Nach ihrer Abreise genießt er die Einsamkeit und widmet sich dem Schreiben seines ersten Romans.
Alex Capus schreibt aber nicht einen der vielen Romane über ein Steinhaus in Italien und die lokale Küche und Gebräuche. Er geht einen Schritt weiter und erzählt über sich, über sein Schreiben und was das alles mit seinen vielen Besuchen in der Bar Da Pierluigi zu tun hat. Wie und in welcher Form tauchen Menschen und Episoden und seinen Romanen auf? Was ist eigentlich das wirkliche Leben und was Fiktion? Kann es wirklich sein, dass er fünf Söhne hat? So etwas lesen wir eigentlich nur in Büchern. Warum hieß der Tankwart im Dorf Walther? Er muss zur Zeit der deutschen Besatzung geboren worden ein. Welche Geschichte steckt dahinter?
Capus schreibt auch über ein / sein zufriedenes Leben. Er muss im Sommern nicht von Strand zu Strand hüpfen. Ihm genügt einer – wenn er gut ist. Er isst sich nicht durch alle Pizzasorten, wenn ihm die Pizza Fiorentina (mit ein wenig Knoblauch) gut schmeckt. Was bleibt von unserem Leben, wenn wir mal nicht mehr sind? Welche Spuren hinterlassen wir und welche Gedanken von uns spuken auch in der Zukunft weiter?
Alex Capus hat in seinem autofiktionalem Roman viel über sich preisgegeben und unterhält uns prächtig mit seiner klugen, ruhigen Plauderei. Ein Buch für einen gemütlichen Sonntagnachmittag, zum Weitergeben, Darüberreden und Nochmalslesen.
