
Heute haben
Karoline von Günderrode * 1780
Else Lasker-Schüler * 1869
Georg Hirschfeld * 1873
Irène Némirowsky * 1903
Sidney Sheldon * 1917
Maryse Condé * 1937
Frank Schulz * 1957
und Lisa
Geburtstag
und es ist der Todestag von Sylvia Plath (+ 1963)
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Karoline von Günderrode
Liebst du das Dunkel
Liebst du das Dunkel
Tauigter Nächte?
Graut dir der Morgen,
Starrst du ins Spätrot,
Seufzest beim Mahle
Stößest den Becher
Weg von den Lippen?
Liebst du nicht Jagdlust
Reizet dich Ruhm nicht
Schlachtgetümmel?
Welken dir Blumen
Schneller am Busen
Als sie sonst welkten
Drängt sich das Blut dir
Pochend zum Herzen?
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Dienstag, 14.Februar, 19 Uhr
Jana Bürgers und ihre Zeit in der Ukraine
Im Rahmen der „Winterhilfe für die Ukraine“ des Börsenvereins des Dt.Buchhandels.
Im Anschluß Lyrik auf ukrainisch und deutsch
Bei uns in der Buchhandlung
Eine Spendenkasse steht bereit
Kvartyrka oder Fortotschka heißen im Osten Europas die kleinen Lüftungsfensterchen, die wärmesparendes Lüften ermöglichen sollen. Fenster sind auch immer Verbindungen, durch sie kann man raus- und reinschauen, sie sorgen für Luftaustausch, aber auch für Informationsaustausch. Eine solche ukrainische kvartyrka wollen wir öffnen, Einblicke geben in geschichtliche Epochen und Ereignisse, die bis heute wichtig sind für die nationale Identität der Ukraine – gerade auch in Abgrenzung zum Russischen Reich.
Garniert mit Lyrik und kleinen Häppchen Prosa auf ukrainisch und deutsch, was in einer Küche eben so gereicht wird: privat, politisch, literarisch.
Jana Bürgers
Hier ein kleines Interview mit Jana Bürgers
Liebe Frau Bürgers, Sie berichten am kommenden Dienstag in der Buchhandlung Jastram über Ihre Eindrücke aus der Ukraine. Waren das persönliche Gründe in die Ukraine zu reisen, oder war das als Wahlbeobachterin?
Alles fing mit einem Hilfskonvoi von Konstanz nach Kyjiv an, den ich als Hilfsdolmetscherin begleitet habe. In diesem Zusammenhang erfuhr ich von der Unipartnerschaft zwischen der Uni Konstanz und der Sevcenko Uni in Kyjiv, in deren Rahmen ich dann ein Semester in Kyjiv studierte.
Wie oft und wann waren Sie in diesem Land und war bei Ihren Besuchen das schwierige Verhältnis zu Russland zu spüren?
Nach meinem Diplom übernahm ich ein Dissertationsthema, das sich mit dem Kosakenmyhtos und nationaler Identität in der post-sowjetischen Ukraine befasste. Forschungsaufenthalte, eine Orchesterreise und schließlich die erste von acht Wahlbeobachtungsmissionen führten mich dann immer wieder in die Ukraine.
Das Verhältnis zu Russland war nicht immer schwierig. Teile der Ukraine teilen sehr viel mit Russland, angefangen von der Sprache, aber auch gemeinsame Vergangenheit im Russischen Reich und später in der Sowjetunion. Es gibt viele gemischte Ehen, man hat Verwandtschaft hier und dort. Es gab und gibt aber natürlich auch große Unterschiede, vor allem wie sich die beiden Länder nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entwickelt haben.
Wie wurden Sie überhaupt Wahlbeobachterin?
Der Mentor meines Promotionsprojektes schlug mir vor, die Ukraine nicht nur aus Quellen und Büchern, sondern auch mal live und in Farbe im Rahmen einer Wahlbeobachtung kennenzulernen. Seitdem bin ich im Pool beim zif (Zentrum für internationale Friedenseinsätze), von dem nicht nur Wahlbeobachtende rekrutiert, ausgebildet und entsandt werden, sondern auch viele weitere zivile Friedenskräfte in z.B. humanitäre Missionen.
In welchen Ländern waren Sie schon vor Ort?
Die Wahlbeobachtung hat mich neben der Ukraine und Russland nach Zentralasien (Kasachstan, Aserbaidschan, Tadschikistan), auf den Balkan (Nord-Mazedonien, Bosnien und Herzegowina, Albanien), in den Kaukasus (Armenien, Georgien) und in die USA geführt.
Das Thema „Musik“ ist bei Ihnen sehr wichtig.
Sie sind damit auch in der Stadtbibliothek Ulm unter dem Stichwort „Musik Babys“. Was hat es damit auf sich?
Schon immer habe ich viel gesungen und musiziert, Musikzug und Abi am Humboldt-Gymnasium gemacht, mich dann aber nicht getraut, es auch zu studieren. Aber ich habe immer in Orchestern und Ensembles gespielt, gesungen, schreibe Programmhefttexte für Orchesterkonzerte und habe mir durch Fortbildungen und ein berufsbegleitendes Studium “Singen mit Kindern” in der elementaren Musikpädagogik ein zweites Standbein geschaffen, das ich auch mit Sprach- und Leseförderung kombiniere. Derzeit bin ich bei den Singenden Kindergärten tätig, schule aber auch (ehrenamtliche) Vorleser:innen, wie sie Kindern musikalisch, lebendig und spannend vorlesen können und lese bzw. singe auch selbst Babys und Kleinkindern vor.
Daneben sind Sie auch politisch engagiert in Ulm.
Was sind Ihre Hoffnungen und Wünsche in diesen Tagen?
Politisch engagiert. Na ja, das kommt auf die Definition an. Tatsächlich verstehe ich kulturelles und zivilgesellschaftliches Engagement auch als eine Form der Politik, insofern bin ich politisch engagiert. Für den Verein Kunstwerk helfe ich Konzerte und Lesungen (Wortschatzübungen) zu organisieren. Besonders liegt mir das Projekt des Albert Einstein Discovery Centers am Herzen. Von Physik habe ich zwar keine Ahnung, aber ich teile mit Einstein dennoch eine Menge: die Geburtsstadt Ulm, die Beschäftigung mit Frieden, Weltbürgertum und sozialer Gerechtigkeit. Außerdem gefällt mir seine Art, gegen den Strich zu denken, Autoritäten in Frage zu stellen und sich zutiefst menschlich für andere einzusetzen. Diese Botschaft im zukünftigen Albert Einstein Discovery Center erlebbar zu machen, halte ich in der Tat für politisches Engagement.
Vielen Dank,
Samy Wiltschek
