Montag, 24.Januar


3.500 auf dem Ulmer Münsterplatz:
Wir sind viele! Ja zu Solidarität. Nein zu Hetze. 

Heute haben
E.T.A. Hoffmann * 1776
Edith Wharton * 1862
Vicki Baum * 1888
Eugen Roth * 1895
Geburtstag
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„Wer wagt, durch das Reich der Träume zu schreiten, gelangt zur Wahrheit.“
E.T.A. Hoffmann
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Kae Tempest: „Verbundensein
Aus dem Englischen von Conny Lösch
Suhrkamp Verlag € 12,00

Kae Tempest, das literarische und musikalische Ausnahmetalent aus England, wurde zu einem Essay aufgefordert, das sich zu einem kleinen Buch mit 130 Seiten ausgeweitet hat.
Verbundensein, in einer Welt, in der Egoismus vorherrscht, in der es um viel mehr geht, als um den persönlichen Reichtum, da das Wohl aller auf dem Spiel steht. Und doch schreibt sie hier über sich und über bisheriges Leben als junge Künstler, mit vielen Höhen und Tiefen.

„In diesem Buch geht es um das Verbundensein. Darum, wie uns das Eintauchen in Kreativität hilft, uns gegenseitig näherzukommen und unser Selbstbewusstsein zu stärken. Wie wir durch ein feineres kreatives Verbundensein Mitgefühl entwickeln und tiefere Be-
ziehungen zur Welt aufbauen können.“

Tempest schreibt, wie ein Miteinander, im Gegensatz zum Eigennutz und Selbstoptimierung aussehen kann/soll. Kreativität ist für sie das Stichwort. Kreativität in der Kunst. Egal ob Musik, Malerei, Poesie, Literatur. Kunst weg von der Massenware, die nur auf Klicks im Netz und auf den Smartphones wartet.
Tempests Essay steht für eine Kultur des Mitgefühls und der Menschenliebe.
Das klingt schwülstig, ist es aber nicht, da sie ihre Gedanken in ihren Worten ausdrückt, Persönliches öffentlich macht und nicht als kluge, weise Frau schreibt, sondern als ein junge, auf der Suche sich befindenden Frau, die auf eine andere Welt, auf ein anderes Miteinander hofft.

Leseprobe

Im Suhrkamp Verlag sind einige Taschenbücher mit ihren Texten erschienen.

Samstag, 22.Januar

Heute haben
John Donne * 1572
Gotthold Ephraim Lessing * 1729
Lord Byron * 1788
August Strindberg * 1849
Francis Picabia * 1879
Wilhelm Genzino * 1943
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„Lese jeden Tag etwas, was sonst niemand liest. Denke jeden Tag etwas, was sonst niemand denkt. Tue jeden Tag etwas, was sonst niemand albern genug wäre, zu tun. Es ist schlecht für den Geist, andauernd Teil der Einmütigkeit zu sein.“

„Kein Mensch muß müssen! Man ist niemandem in der Welt etwas schuldig, als sich selber.“
Gotthold Ephraim Lessing
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Seit gestern als Taschenbuch auf unserem Büchertisch:


Colum McCann: „Apeirogon
Aus dem Amerikanischen von Volker Oldenburg
Rowohlt Verlag € 14,00

Rami Elhanan und Bassam Aramin haben beide ihre Töchter verloren.
Rami ist Israeli, Bassam Palästinser. Rami und Bassam gibt es wirklich. Ramis Tochter wurde 1997 im Alter von dreizehn Jahren von einem palästinensischen Selbstmordbomber vor einem Jerusalemer Buchladen getötet. Bassams Tochter starb 2007 zehnjährig mit einer Zuckerkette in der Tasche vor ihrer Schule durch die Kugel eines israelischen Grenzpolizisten.
Beide Männer wurden Freunde, reisen um die Welt, halten Vorträge und kämpfen für den Frieden in diesem Krisen/Kriegsgebiet.
Für Elke Heidenreich war dieser Roman das beste Buch des Jahres 2020. Recht hat sie. „Apeirogon“ ist ein unglaublich starker Roman, der auf den ersten Blick verstört, durch seine z.T. kürzesten Kapitel. Und doch sind Sie gefangen in diesen Seiten, auf denen McCann die ganze Welt packt. Unglaublich, welche Bezüge er herstellt, wie er immer wieder auf bestimmte Momente aus den Leben der beiden Männer zurückkommt und sie von verschiedenen Seiten beleuchtet. Was hat der Vogelflug, die John Cage Musik in Halberstadt, befreundete Zahlen, der Drahtseilartist Petit (den wir schon aus einem früheren Roman von McCann kennen) mit der Ermordung der beiden Mädchen zu tun? McCann schafft das und legt hier ein Meisterwerk vor.

Apeirogon ist ein Hybrid-Roman, in dem das meiste erfunden ist, eine Erzählung, die wie jede Erzählung Spekulation, Erinnertes, Tatsachen und Phantasie verwebt.“,
schreibt Colum McCann im Nachwort.

Freitag, 21.Januar

Berblinger (Schneider von Ulm) Denkmal

Heute haben
Ludwig Thoma * 1867
Egon Friedell * 1878
Antonio Gramsci * 1891
Geburtstag
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Kein Laster ist so widerwärtig wie die Tugend, die sich vor der Öffentlichkeit entblößt.
Ludwig Thoma
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Ali Abdollahi: „Wetterumschwung
Gedichte in persisch und deutsch
und Nachdichtungen in deutscher Sprache
Secession Verlag € 20,00

Letzten Herbst ist dieser Gedichtband erschienen. So schön gemacht, dass er gleich auffällt, wenn das Buch nicht im Regal steckt, sondern ausliegt.
Die Gedichte behandeln oft „Kleinigkeiten“, die Dinge, die Ali Abdollahi umgeben, die er sieht, die ihm nahegehen.
Neben den arabischen Originalen stehen die deutschen Übersetzungen und auch poetischen Übertragungen von Daniela Danz, Max Czollek, Jan Wagner und Kurt Scharf.
Interessant auch das Nachwort von Michael Krüger über sein Treffen, seine Zusammenarbeit mit Ali Abdollahi. Er war sehr verblüfft, nichts von diesem Dichter gehört zu haben, obwohl er doch so viel für die deutsche Lyrik in Persien gemacht hat. Auch geht er auf die politische Wichtigkeit der Dichter:innen in Iran ein, die unterdrückt, gefangengehalten, gefoltert und ermordert werden.

Das schreibt der Verlag:
Ali Abdollahi, geboren 1968 in Birdschand im Nordosten des Iran, hat in Teheran Germanistik studiert. In seiner Abschlussarbeit beschäftigte er sich mit »Konkreter Poesie im Deutschunterricht«. Seitdem hat er an die 100 Werke aus der deutschen Literatur und Philosophie ins Persische übersetzt, darunter Autoren wie Heinrich Heine, Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke, Franz Kafka, Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, Robert Musil, Martin Heidegger oder Günter Grass. Neben Einzelwerken hat Abollahi auch Anthologien moderner deutschsprachiger Prosa und Lyrik in persischer Übersetzung veröffentlicht, die bis heute immer wieder neu aufgelegt werden. Als Herausgeber hat er 2021 gemeinsam mit Kurt Scharf auch die wegweisende Anthologie persischsprachiger Dichtung des 21. Jahrhunderts „Ein Dieb im Dunkeln starrt auf ein Gemälde“ vorgelegt. Neben seiner Arbeit als Übersetzer und Literaturkritiker gehört Abdollahi zu den profiliertesten Lyrikern seines Landes, von dem bislang sieben eigene Gedichtbände auf Persisch veröffentlicht wurden, zuletzt Geometrie der Kastanienbäume, Meere hinter der Wand und Der rote Schattenspender Für seine Arbeit wurde Ali Abdollahi mehrfach ausgezeichnet. Er lebt zurzeit mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Berlin.

Ich habe die Gedichtproben als pdf erhalten und bekomme sie schwer hier auf den Blog. Hauptsächlich die arabische Form, da die sich wirklich nur von rechts nach links kopieren lässt. Deshalb nur zwei Beispiele.

تو
ابر از کنار پنجره می گذرد
بر کوهپایه
بهار بهارتر می شود
دنیا پیرتر می شود.
تو از کنار سال می گ

Du

Die Wolke

zieht am Fenster vorbei
über das Vorgebirge.

Der Frühling
wird frühlingshafter.

Du ziehst am Jahr vorbei
und die Welt wird älter.

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Bei dir

Du entfernst dich

An der Mole
winkst du
der Himmel schüttelt meine Hand
mein Blick ein Schiffspassagier
die Passagiere an Bord
lesen
im Meer

Ich bin bei dir
und Sand
rieselt
auf meine Worte.
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Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch, Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger sowie die beiden Landräte Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis) und Thorsten Freudenberger (Landkreis Neu-Ulm) haben einen gemeinsamen Aufruf gestartet. Sie laden andere Gebietskörperschaften, Verbände, Institutionen, Vereine, aber auch Privatpersonen ein, diesem Aufruf beizutreten, um der bisher eher schweigenden Mehrheit im Land, die die Corona-Maßnahmen befürwortet, Stimme und Gesicht zu geben. Als einer der ersten hat bereits der Biberacher Landrat Dr. Heiko Schmid erklärt, er unterstütze diese Erklärung.

https://www.openpetition.de/petition/online/aufruf-obs-czisch-albsteiger-landraete-scheffold-freudenberger-zu-impfungen-u-coronamassnahmen