Mittwoch, 21.Juli

Heute haben
Hans Fallada * 1893
Ernest Hemingway * 1899
Mohammed Dib * 1920
Brigitte Reimann * 1933
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Im Zwielicht

Mein Herz
Meine Seele
Was ist mit dir
So frage ich dich
Wenn du die Augen öffnest
Im Zwielicht zwischen Tag und Nacht
Und du nicht weißt
Ob es hell wird oder dunkel
Ob das Leben
In den Tod mündet
Oder der Tod ins Leben
Wie alt du bist oder wie jung

Was ist
Mit dir, mit mir
So frage ich mich
Wenn das Bewusstsein im Schmerz versinkt
Immer wieder versinkt und
auftaucht
Ein gefaltetes Papierschiffchen
Auf dem Meer der Zeit
Allein irgendwo
Zwischen Vergangenheit und Zukunft
Zwischen Mutter und Tochter
zwischen Vater und Sohn

Was ist mit uns
So frage ich dich
Gibt es eine Ankunft oder
Gibt es nur eine Wiederkehr
Welchen Weg, welche Sicherheit
Wie kann ich überhaupt fragen
Solange ich durch Neptuns Nebel irre
In dem ich wie ein Blinder
Nach den Händen greife
Die sich mir aus dem Nichts entgegen strecken
Als wollten sie mein Schiffchen
Auf Kurs halten

Wie kann ich es wagen…
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Jami Attenberg: „Ist alles deins!“
Aus dem Amerikanischen von Barbara Christ
Schöffling Verlag € 24,00

Wieder steht eine Familie im Mittelpunkt. Alles ist nicht mehr so, wie es einmal wahr. Trump ist an der Regierung, die Stadt New Orleans ist noch vom Hurrikan Katrina gezeichnet und die einzelnen Familienmitglieder kämpfen mit ihren eignen Macken und ums persönliche Weiterleben. Das dominante Familienoberhaupt Victor Tuchman kommt mit einem Herzinfarkt in Krankenhaus und löst damit bei allen Personen unterschiedliche Reaktionen aus. Der Sohn der Familie verweigert den Besuch im Krankenhaus, die Tochter fährt nur hin, um mit der Mutter zu reden. Diese ist gefangen im Fitnesswahn und zählt jeden Schritt auf den langen Fluren.
Jami Attenberg lässt die einzelen Personen zu Wort kommen und baut damit ein Mosaik zusammen, das sie mit Witz und Ironie unterfüttert, obwohl die gescheiterten Lebenseinstellungen nicht mehr zu retten sind.
Eine Welt im Umbruch, die Menschen darauf in Verwirrung und kaum ein Halt, um sich daran festzuhalten. Machtspiele und Abhängigkeiten zeigt sie messerscharf hier im Kleinen, und gleichzeitig sehen wir diese Kombination überall, wenn wir uns umschauen.
Ein Roman, der sich in einem Rutsch lesen lässt.

Leseprobe
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Hafenkonzert: Somewhere Beyon the Sea
Mit „Dogs of the Bay“


Bekannte Süß- und Salzwasser-Songs = „Hafenkonzert“:
1. in „Pauls Biergarten“ (Neu-Ulm) am 22.07., 19 – 21.30 Uhr 
2. in der „Kunstzone“ Pfuhl am 24.07., 20.00 Uhr
Eintritt frei 
mit dabei: unser „Vorleser“ Clemens Grote                                  
Reservierung@pauls-biergarten.de        
kunstzonepfuhl@gmx.de    

Tel. 0731/2630058     
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Schon über € 500 haben sich in unseren Kunden-Spendenkässle
und durch die € 1,00-Aktion angesammelt.
Wir machen weiter.
Vielen Dank für’s Mithelfen.                                   

          

Dienstag, 20.Juli

Heute haben
Francesco Petrarca * 1304
Pavel Kohout * 1928
Uwe Johnson * 1934
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Freiheit

Wie habe ich die Freiheit gesucht

Abschied war mein Lied
Was ich besaß, habe ich weggegeben
Was ich zu lieben glaubte
Habe ich verlassen
Auf und davon, nichts wie weg
Über Himalayapfade hinauf nach Shangri-La
Rhododendren im Haar
Mein Gott

Wie habe ich die Freiheit gesucht

Im Osten und Westen
Zwischen Mammutbäumen am Stillen Ozean
Unter Palmen auf Penang
An den wilden Flüssen Alaskas
What a feeling
In London, Bombay, San Francisco
Und was für ein Theater
Bei der Rückkehr

Wie habe ich die Freiheit gesucht

In Kirchen und Moscheen
In Ashrams und Tempeln
Zwischen Findhorn und Poona
Zwischen Istanbul und Sanaa
Ich konnte einfach nicht stillhalten
Immer wieder
Was für ein Theater
Bis ich endlich wieder aufbrach

Wie habe ich die Freiheit gesucht

Suchen war mein Mantra
Fortwährend Fragen, immer wieder
Und das Leben antwortete
Mit Schattenspiel und Licht
Mit Lust, Schmerz und Schuld
Mit Vergebung und Liebe
Für dich, für mich, für uns
Mein Gott

Wie habe ich die Freiheit gesucht
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Unser Tagestipp:


Ingo Reuter: „Weltuntergänge
Vom Sinn der Endzeit-Erzählungen
Reclam Verlag € 6,00

Das war mal wieder ein guter Griff. Wir haben im Laden ein kleines Stäpelchen aus der Reclam-Reihe „Was bedeutet das alles?“ und ich sah den Titel und dachte, nimm das mal mit. Es hat sich mal wieder gelohnt. Diese Mischung aus Mythen und Geschichten aus ganz alten Zeiten, bis hin zu Hollywood Filmen und Netflix Serien. Alle zum Thema Weltuntergang.
Was ist so interessant am Untergang der Menschheit? Warum gibt es diese Gedanken schon so lange? Was steckt dahinter. Wer profitiert überhaupt vom Weltuntergang?
Diesen Fragen geht Ingo Reuter nach und kommt sehr schnell auf die Begriffe Schuld und Gerechtigkeit. Aus einem Untergang kann ein gerechterer Neuanfang entstehen. Denn diejenigen, die die Macht haben, verlieren alles. Diejenigen, die nichts besitzen, haben auch nichts zu verlieren, aber ein große Hoffnung, dass es danach besser wird. Dies nur einer der vielen Gedanken in diesem schmalen Buch.
Eine gut zu lesender philosophischer Ritt durch die Menschheitsgeschichte und im Moment sehr aktuell, wenn wir die Hochwasserkatastrophe der letzten Tage im Kopf haben.

Auf Deutschlandfunk Kultur gibt es ein interessantes, informatives Interview mit dem Autoren.

Leseprobe

Dr. Ingo Reuter, geb. 1968 in Duisburg, ist apl. Professor für Religionspädagogik an der kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Paderborn. Arbeitsschwerpunkte bilden kulturhermeneutische Fragen in Theologie, Philosophie und Medien. Er hat zahlreiche Beiträge zu Phänomenen der populären Kultur verfasst. Zuletzt veröffentlichte er: »The Walking Dead« – Über(-) Leben in der schlechtesten aller möglichen Welten, Würzburg 2018; SURFACES/Oberflächen, Würzburg 2019; Der christliche Glaube im Spiegel der Popkultur, Wiesbaden 2020.
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Montag, 19.Juni

Heute haben
Gottfried Keller * 1819
Maurice Blanchot * 1907
Wladimir Kaminer * 1967
Geburtstag.
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Winfried Hermann Bauer
Im Zwielicht

Mein Herz
Meine Seele
Was ist mit dir
So frage ich dich
Wenn du die Augen öffnest
Im Zwielicht zwischen Tag und Nacht
Und du nicht weißt
Ob es hell wird oder dunkel
Ob das Leben
In den Tod mündet
Oder der Tod ins Leben
Wie alt du bist oder wie jung

Was ist
Mit dir, mit mir
So frage ich mich
Wenn das Bewusstsein im Schmerz versinkt
Immer wieder versinkt und
auftaucht
Ein gefaltetes Papierschiffchen
Auf dem Meer der Zeit
Allein irgendwo
Zwischen Vergangenheit und Zukunft
Zwischen Mutter und Tochter
zwischen Vater und Sohn

Was ist mit uns
So frage ich dich
Gibt es eine Ankunft oder
Gibt es nur eine Wiederkehr
Welchen Weg, welche Sicherheit
Wie kann ich überhaupt fragen
Solange ich durch Neptuns Nebel irre
In dem ich wie ein Blinder
Nach den Händen greife
Die sich mir aus dem Nichts entgegen strecken
Als wollten sie mein Schiffchen
Auf Kurs halten
Wie kann ich es wagen…
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Unser Bilderbuchtipp:

Lilia: „Entenblau
Aus dem Koreanischen von Christina Youn-Arnoldi
Mixtvision € 15,00
Bilderbuch ab 3 Jahren

Die junge koreanische Autorin und Zeichnerin Lilia nimmt sich für ihr großes Thema nur grau und blau als Farben und zarte Zeichenstriche.
Der blaue Teich, der Ort der Erinnerung steht im Zentrum. Dort treffen sich die erwachsene Ente und das kleine Krokodil, das keine Eltern mehr hat. Ente zieht das Kleine wie ihr eigenes Kind auf. Beide könnten nicht glücklicher sein. Doch die Erinnerungen der Ente verblassen. Und damit dreht sich die Geschichte um Kümmern und Fürsorge um.
Wie gesagt, ein großes Thema in ein Bilderbuch verpackt. Ein Thema, das uns alle angeht und mit dem auch die Kleinen konfrontiert werden.
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Wir versuchen zu helfen und haben uns diese Idee ausgedacht.