Dienstag, 14.Januar

IMG_7486.jpg

Heute haben
John Dos Passos * 1896
Anatoli Rybakow * 1911
Rudolf Hagelstange * 1912
Yukio Mishima * 1925
Marek Hlasko * 1934
Andreas Steinhöfel * 1962
Geburtstag
_______________________

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Der Weg zur Schule

Im Winter, wenn es frieret,
Im Winter, wenn es schneit,
Dann ist der Weg zur Schule
Fürwahr noch mal so weit.

Und wenn der Kuckuck rufet,
Dann ist der Frühling da,
Dann ist der Weg zur Schule
Fürwahr noch mal so nah.

Wer aber gerne lernet,
dem ist kein Weg zu fern,
Im Frühling wie im Winter
Geh´ ich zur Schule gern.
________________________

9257

Sigrid Eyb-Green: „Alles dreht sich, alles fliegt“
Jungbrunnen Verlag  € 15,00

Mir war die Künstlerin gänzlich unbekannt und das Bilderbuch ist auch nicht neu. Dann aber so eine Überraschung! Ringelsocken, die Ringelspiel in der Waschmaschine fahren; Spuren im Schnee, die auf wundersame Weise verschwinden; Herr Vogelsang, der einen Schlafsack für den Wurm strickt; ein Bäcker, der weiße Wölkchen schaumig schlägt. Dazu noch die herrlichen Illustrationen. Wunderbar.

Hier ein paar Gedichtausschnitte:

Ein stilles Krokodil

Das ausgestopfte Krokodil
sagt den ganzen Tag nicht viel.
Es ist meistens ziemlich still,
weil es nämlich gar nichts will!

Ringelspiel

Meine roten Ringelsocken
fahren heute Ringelspiel,
rundherum, rundherum, kreiselwärts und ohne Ziel
….

Winterbusch

Der Hollerbusch hat
kein einziges Blatt,
nicht Beeren noch Laub
noch Blütenstaub.
Hält er Winterruh?

Horch nur genau zu!
Ein Zwitschtern und Fiepen,
ein Flattern und piepen,
ein Drauf und ein drunter –
der Busch ist putzmunter!

Kurzer Amselbesuch

Schwarz und orange,
ein Flattern,
ein Trippeln,
ein wippender Ast,
und fort ist der Gast,
__________________________

getimage

So langsam füllt sich unsere kleine Buchhandlung für die Lesung mit Norbert Scheuer und den „Winterbienen„.

Wir beginnen am Mittwoch, den 15.Januar um 19 Uhr.
Eintritt: € 8,00

Sonntag, 12.Januar

Norbert Scheuer kommt am Mittwoch, den 15.Januar um 19 Uhr zu uns in die Buchhandlung. Er stellt seinen Roman „Winterbienen“ vor und wird daraus vorlesen.
„Winterbienen“ war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Er hat ihn leider nicht bekommenm. Schade. „Winterbienen“ ist ein leicht zu lesender und trotzdem sehr komplexer und ineinander verwobener Roman mit vielen Paralellen zwischen Bienen und Menschen, damals und heute.
Lassen Sie sich überraschen.

Beginn: 19 Uhr
Eintritt: € 8,00

l

Freitag, 10.Januar

IMG_7444

Heute haben
Karel Capek * 1863
Leonardo Sciascia * 1921
Geburtstag
______________________________

Rok
exil

in deiner nähe fällt schnee
fällt regen
bricht das eis
kommt sturm auf
starker wind hohe wellen
brennt die luft
heulen die wölfe
singt die nachtigall
kommt die flut

aus: fünf sterne für eine durchzechnte nacht
________________________

Alles ist moeglich von Elizabeth Strout

Elizabeth Strout: „Alles ist möglich“
Aus dem Amerikanischen von Sabine Roth
btb € 11,00

Elizabeth Strout erzählt in „Alles ist möglich“ aus dem Leben der Kleinstadtbewohner von Carlisle und ist gleichzeitig eine Weiterführung ihres Romanes „Die Vollkomenheit der Liebe“. Dort liegt die Hauptperson Luzy Barton in New York im Krankenhaus und wird von ihrer Mutter besucht. Diese bleibt ein paar Tage an ihrem Bett sitzen. 30 Jahre haben sie sich nicht mehr gesehen. Luzy Barton hat sich von ihrer Familie, von der Armut, der Enge, der Religiösität losgesagt und ihr Glück in der großen Stadt gefunden. Jetzt, hier, Jahre später besucht sie ihre Heimatstadt.
Die Lebensgeschichten der Frauen und Männer sind Einblicke in einfache, oft ärmliche Verhältnisse und zeigen das Leben ehrlich und wahrhaftig mit all seinen dringlichen Fragen, Nöten, aber auch seinen unerwarteten Freuden und der immerwährenden Hoffnung. Strout widmet jede ihrer Figuren ein Kapitel und findet für alle einen eigenen Erzählton. All diese Lebensläufe sind auf irgendeine Weise miteinander verknüpft. Die Figuren erzählen so das Leben der anderen, in Hinblick auf das eigene. Männer, die vom Vietnamkrieg gezeichnet und traumatisiert sind, Frauen, die mit 70 einen Neuanfang wagen oder sich als Pensionsbesitzerin emanzipieren und unerwünschte Gäste vor die Tür setzen. Menschen, die Mitgefühl zeigen und andere, die diesen misstrauen, weil sie sich selbst zutiefst schuldig fühlen.
Da ist Tommy Guptill, dem der ganze Hof abbrennt und damit all sein Hab und Gut. Doch er verbittert nicht. Sieht es als Zeichen Gottes, dass ihm bleibt, was ihm am teuersten ist: seine Frau und seine Kinder.
Dann ist da natürlich auch Lucy Barton, die der bitteren Armut und Gewalt ihrer Kindheit entflohen ist und es zu einer kleinen Berühmtheit gebracht hat. Jetzt sieht man sie in Talkshows und gerade ist ihr neustes Buch auf den Markt gekommen, was auch die Bewohner von Carlisle mit Stolz erfüllt. Doch als Lucy Barton einen Lesungstermin für einen Besuch in ihrem Geburtstort nutzt, holt die Vergangenheit sie ein und sie muss schleunigst zurück in die Großstadt.
Strout schreibt in einer Sprache, die sich wunderbar liest, in Geschichten, die man unbedingt immer weiterlesen möchte!

Wer sich noch an Olive Kitteridge aus „Mit Blick aufs Meer“ erinnert, der kann sich freuen. Im Frühjahr lässt sie Elizabeth Strout nach Jahren wieder auftauchen. Auch um Jahre gealtert. Sehr schön, wie die Autorin ihre Frauen weiterleben lässt. Wahrscheinlich lassen sie die Autorin einfach nicht los.

Mit Blick aufs Meer von Elizabeth Strout 4597
________________________________

Morgen, am Samstag, den 11.Januar haben wir wegen Inventur ab 13 Uhr geschlossen.