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Unser Buchtipp:

Buchcover - Gioacchino Criaco Schwarze Seelen

Gioacchino Criaco:Schwarze Seelen

Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl
Folio Verlag € 22,90

Das Titelbild stammt aus der Verfilmung des Romanes, der schon 2008 in Italien erschienen ist und groß beachtet worden ist.

„Criaco erzählt einen vergessenen Teil Italiens.“
La Stampa

„Africo, das schwarze Loch Kalabriens, Land der ‚Ndrangheta, aus der Innenperspektive erzählt.“
La Repubblica

„Schwarze Seelen erzählt ein finsteres Italien.“
Roberto Saviano

„Am Begräbnis der mafiösen Mafiaopfer nehmen nur die Frauen teil. In Africo hat jeder Blick eine Bedeutung, jedes Schweigen schreit.“
La Repubblica

Beim Lesen war ich mir nie sicher, in welche Richtung die Geschichte geht. Ob es ein biografischer Roman ist, wieviel vom Autoren selbst drinsteckt. Dieses Denken habe ich längst abgelegt, da ich weiss, ein Roman ist ein Roman. Jedoch hier ist es manchmal so nah, so authentisch. Criacos Vater wurde bei einer Blutfehde ermordert, sein Bruder gehörte zu den zehn meistgesuchten Verbrecher Italiens und sitzt für 19 Jahre im Gefängnis. Auch der Lebensweg des Hauptprotagonisten ähnelt sehr stark dem des Autoren. Criaco hat es geschafft, studierte Jura und hat diesen Teil seines Lebens in mehreren Romanen und Verfilmungen bearbeitet. Dies wohl nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine Gegend in Kalabrien, die kahle Landschaft im Aspromonte-Gebirge, für sein Dorf Africo und seine Bewohner.
Es gab dort nichts außer Ziegen. Der Vater war Ziegenhirte und der Sohn dann auch. Um der Armut zu entkommen nehmen schon die Alten Kontakt zu Kriminellen auf, zur Mafia. Lassen sich mit ihnen ein, halten sich jedoch immer auf Distanz zu ihnen. Sie verstecken Mafiaopfer in ihrem abgelegenen Gebirge, bis Lösegeld bezahlt worden ist. Ein guter Nebenerwerb, der relaiv sicher war und trotzdem der Mafia die Türen weit öffnete für ihr eigenes Machtbestreben.
Die Söhne lernen von den Vätern und die drei Jungs, um die es in „Schwarze Seelen“ geht, lernen schon von Kindheit, mit Verbrechen, Gewalt, Betrug umzugehen. Um sich Schuluniformen kaufen zu können, brechen sie in Häusern ein, begehen Überfälle und genießen das Leben mit Geld in den Taschen. Es sind die 60er und 70er Jahre und die „Söhne der Wälder“, wie sie sich nennen, schlittern immer mehr in kriminelle Machenschaften. Während der Studienzeit in Mailand dealen sie, in immer größerem Stil, mit Heroin und begehen sogar einen Auftragsmord in Frankreich an einem arabischen Politiker.Das sind die 80er Jahre und Italien ist zerrissen von Gewalttaten von links und von rechts. Das Bombenattentat in Bologna schreckt ganz Europa auf.
Criaco schreibt dies ohne Skrupel auf. Er beschreibt das Böse, die Gewalt, ohne sie zu bewerten. Er erzählt, er moralisiert nicht. Seine Sprache ist einfach und direkt. Er will ein Chronist dieser Zeit sein. Ein Erzähler der Region. Erzähler einer archaischen Zeit, die es so nicht mehr gibt.
Das ist ihm gelungen.

Leseprobe

Dossier zum Buch und ein Gespräch mit dem Autoren.

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