Mittwoch, 26.Juni


Foto: Sybille
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Heute hat es mir den Blogeintrag zerhauen.
Auf Instagram wurde alles wunderbar übertragen und ist dort sichtbar.
Ich versuche mal, das Wichtigste zu retten.

Heute hat u.a. Ingeborg Bachmann Geburtstag * 26.6.1926.

„Aufhören können, das ist nicht eine Schwäche, das ist eine Stärke“
Ingeborg Bachmann
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Julien Green: „Treibgut“
Neu übersetzt aus dem Französischen von Wolfgang Matz
Hanser Verlag € 28,00

1932 erschien dieser Roman im Original und zeigt die Abgründe der Pariser Oberschicht.
Philippe Cléry, Mitte 30, lebt mit seiner Frau und deren Schwester in einer gemeinsamen Wohnung. Philippe hat geerbt und lebt in den Tag hinein. Bei einem Nachtspaziergang hört er den Hilfeschrei einer Frau, wendet sich jedoch von der Situation ab. Diese Begebenheit lässt ihn nicht mehr los. Zuhause erwartet ihn seine Schwägerin, die ihn heimlich liebt. Seine Frau ist, wie jede Nacht unterwegs im Trubel von Paris der 30er Jahre. Liebhaber, Alkohol und Tabletten sorgen dafür, dass sie das Zusammenleben mit ihrem Mann erträgt. Aus dieser Beziehung ist ein Kind entstanden, das aber eine Stunde entfernt in einem Internat aufwächst und bei einem Ferienbesuch bei seinen Eltern als eher lästiger Gegenstand betrachtet wird. Philippes heimliche Homosexualität trägt auch nicht zur Verbsserung dieser vertrackten Beziehungsgeschichte bei.
Julien Green nimmt uns mit in einen inneren Bewussteinsstrom. Wir erfahren mehr über die Personen durch das, was sie denken, als durch das, was sie tun. Ein Mann ohne Eigenschaft, ein Leben ohne Sinn. Treibgut, wie der Titel schon sagt.
Mich fasziniert Julien Greens Sprache und lässt mich eintauchen in eine Gesellschaft, die überhaupt nicht die meine ist. Ich weiss jetzt schon, dass ich mir noch mehr Romane von ihm holen werde.