Kinderbuchtipp: Otto von Irgendwas

von Christine Berenbeck

Autor Peter Stamm und der Illustrator Ole Könnecke haben mich zunächst  verführt, dieses (Vor-)Lesebuch ab 8 Jahren zur Hand zu nehmen. Dass ich es dann in einem Rutsch durchgelesen habe, liegt allerdings auch an dem kleinen Otto von Irgendwas, den ich wie früher den kleinen Nick von Sempé ganz schnell ins Herz geschlossen habe.
Otto lebt allein in einem Schloss und wird von seinem Personal versorgt – vom Vorkoster bis zur Friseurin und dem Hauslehrer, der ihm allerdings so gar nichts Neues beibringen möchte. Mit Monokel und Knickerbockern ausgestattet, verbringt er jeden Tag gleich – in seiner Blase, wie so viele. Alles klar geregelt, nur Eltern und einen Gutenachtkuss gibt es nicht.
Unerwartete Ereignisse und Begegnungen verändern plötzlich alles; erlebt Otto dann doch mit Ina, Paula und Heinz so viel Neues außerhalb der Schlossmauern und auch im Schloss selbst…Am Ende ist nichts mehr wie früher.
Fazit: charmant, ideenreich, klassisch und modern zugleich. Märchen- und Abenteuerthemen finden auf den 144 Seiten ebenso Platz wie Nachdenkliches. Schloss- und Internatsleben, Baumhäuser, Geheimgänge sind vertreten, aber auch Kopfkino zum Thema Freundschaft oder Elternlosigkeit und fehlende Nestwärme.

Peter Stamm & Ole Könnecke: „Otto von Irgendwas“, Atlantis 2024