Dienstag

Heute hat Undine Gruenter (* 1952) Geburtstag.
___________________

Die SWR Bestenliste September ist veröffentlicht.
Wir haben die meisten Bücher eh auf unserem Neuerscheinungstisch liegen und Sie können darin stöbern.
Hier geht es zur Liste.
___________________

Moon

Moonrise Kingdom
Regie, u.a.Produzent, u.a. Drehbuch Wes Anderson
DVD ab 12 Jahren € 9,99

Wenn Ihnen der Namen Wes Anderson nichts sagt, dann vielleicht die Titel seiner Filme, die alle als DVD lieferbar sind und sicherlich im TV hoch und runtergespielt worden sind:
2001: Die Royal Tenenbaums (The Royal Tenenbaums)
2004: Die Tiefseetaucher (The Life Aquatic with Steve Zissou)
2007: Darjeeling Limited (The Darjeeling Limited)
2009: Der fantastische Mr. Fox (Fantastic Mr. Fox)
2012: Moonrise Kingdom

Wenn Wes Anderson ruft, dann stehen sie Schlange, die Hollywood Stars. Und so auch bei „Moonrise Kingdom“, der die Filmfestspiele in Cannes im letzten Jahr eröffnete.
Bill Muray, Bruce Willis, Tilda Swinton, … haben sicherlich/hoffentlich einen großen Spaß am Film und an den Dreharbeiten.
Schon in der ersten Einstellung, wenn die Kamera das Wohnhaus der Familie von Suzy abfilmt, meint man in eine Puppenstube zu schauen. Und so schlecht liegen wir gar nicht, wenn wir das Making Of anschauen. Dort wird nämlich klar, dass dies alles nur Holzaufbauten im Studio sind. Durch diesen Blick in die Puppenstube, seine schöne Farbigkeit und die sich steigernde Musik hat mich Anderson sofort gefesselt. Luzys Blick durch ihr Fernglas und die Stimme aus dem tragbaren Plattenspieler setzen noch eins obendrauf. Was soll das eigentlich? Wo soll das langgehen? Wir befinden uns im Jahre 1965 auf einer kleinen Insel (25 km lang erklärt uns ein Erzähler, der aussieht, wie ein Wichtelmann) irgendwo in den USA. Hier gibt es nicht viel und doch alles. Viel Wasser, grüne Wiesen, eine Kirche, einen Sheriff, jede Menge Pfadfinder, ein paar Familien und einen Sturm der jedes Jahr pünktlich am 5.September übers Land fegt. (Also demnächst. Augen auf!) Durften wir also einen Blick in Suzys Familie werfen, sind jetzt die Pfandfinder unter der Leitung von Oberfinder Ward dran. Alles sehr straf organisiert und doch skuril durchgeknallt bis ins Detail. Ein Junge aus der Gruppe 55 fehlt. Eine Zeltkontrolle (Diese Zelte, großartig) ergibt, dass er sich verdünnisiert hat. Und so nimmt die Geschichte seinen Lauf. Suzy hat aus Sicht ihrer Familie einen Knall und Sam (der Pfadfinder) wird auch von keiner seiner Jungs geliebt und gilt als Sonderling. In einer Bsprechnung der Pfadfinder im merkwürdigsten Baumhaus aller Zeiten sprechen sie über ihn und es wird klar, dass keiner ihn leiden kann. Sam und Suzy finden also zueinander. Und das in Zeit vor Mobilfunk, Twitter und SMS. Es müssen also Briefe geschrieben werden, die Wes Anderson allerdings so schnell ineinanderschneidet, dass die Daumen unserer Kinder am Telefon Schwierigkeiten hätten, mitzukommen. Beide hauen also ab und treffen sich auf einer Wiese, um danach gemeinsam in der Wildnis zu verschwinden. Wildnis, welche Wildnis? Wes Anderson richtet ihnen eine schöne kleine Bucht ein, in der sie zusammen ins Meer springen.
Eine wilde Verfolgungsjagd durch die ganze Insel beginnt. Mit dem Wasserflugzeug, per Moped und zu Fuß wird die Natur durchkämmt.
Ich will Ihnen jedoch nicht den ganzen Film erzählen. Schauen Sie selbst rein und genießen Sie jede Minute dieses warmherzigen, skurilen, liebeswerten Film, in dem Bücher (ja Bücher!!) und Vorlesen (Ja, Vorlesen!!!) eine wichtige Rolle spielen. Und in welchem Film passiert das schon. Wes Anderson hat einen Kinderfilm für Erwachsene gedreht, in dem es um die ganz große Liebe geht. Aber auch darum: Wer ist eigentlich verrückt? Und sind nicht eigentlich alle auf der Insel etwas eigenartig? Und dennoch ist dann doch die Dame vom Jugendamt (Tilda Swinton), die das größte Durcheinander anrichtet und der einfälltige Sheriff derjenige, der das größte Herz hat.
Noch eins: Achten Sie auf die Musik und die vielen Geräusche.
Hier geht es zur website des Filmes mit Trailern, Clips, Infos, Interviews. Und wenn Sie das dann immer noch nicht überzeugt, dann, ja dann machen Sie sich mal auf die Suche nach dem Kind in Ihnen.