
Heute haben
Dorothee Parker * 1893
Wolfdietrich Schnurre * 1920
Ray Bradbury * 1920
Irmtraud Morgner * 1933
Annie Proulx * 1935
Peter James * 1948
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„Literatur braucht Zukunftsgewissheit wie der Mensch selber. Wer heute Literatur macht, fördert, liest, ist bemüht, bösen Ahnungen zum Trotz, Optimist zu bleiben, ist einer, der glaubt, dass die Zukunft doch bewahrt wird.“
Irmtraud Morgner
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Alexandre Labruffe: „Erkenntnisse eines Tankwarts„
Aus dem Französischen von Cornelius Wüllenkemper
Wagenbach Verlag / Salto € 22,00
Allein der Titel hat mich schon hellhörig gemacht. Die Erkenntnisse eines Tankwarts? Da gibt es doch sicherlich einiges zu entdecken. Und so kommt es dann auch. Beauvoires Job ist langweilig und öde, in der Nachbarschaft passiert auch nicht viel. Bei ihm ist es oft ein unpersönliches Kommen, Bezahlen und Gehen, wobei er selbst meist übersehen wird. Aber immer wieder geschehen merkwürdige Dinge. So muss er z.B. Bücher annehmen, die dann ein anderer Mensch bei ihm abholt. Sind das verschlüssselte Geheimdokumente? Was ist mit der japanischen Stammkundin, die mit dem Motorrad kommt, sich in ihrem Lederkombi versteckt und ein großes Schwert auf dem Rücken trägt?
Beauvoire vertreibt sich seine Zeit mit Lesen, Anschauen von schlechten B-Movies, wobei er dann von Amerika träumt. Er gestaltet Fotoausstellungen in seinem Verkaufsraum, wodurch dann sein Chef ausrastet. Er spielt Dame mit seinem Freund Nietzland, telefoniert mit Ray auf Malta und bleibt ein genauer Beobachter.
Der Autor Alexandre Labruffe hat ein etwas durchgeknalltes Debüt veröffentlicht, das sehr viel über uns Menschen verrät. Über unsere Hoffnungen und Wünsche und die dazugehörende Realität. Ein kleines philosophisches Buch, das widerum aber nicht allzu ernst gemeint ist.
Eine prima Sommerlektüre und eine literarische Überraschung. Wenn wir auf unserer Urlaubsfahrt kurz an fremden Tankstellen halten, tanken, ne Kleinigkeit kaufen und wieder weiterfahren, lohnt sich ein Blick auf die Menschen um sie herum.
Alexandre Labruffe, geboren 1974 in Bordeaux, war mehrere Jahre lang in China und Südkorea tätig. Zurück in Paris hat er in zahlreichen künstlerischen Projekten, vor allem am Theater und fürs Kino gearbeitet. „Erkenntnisse eines Tankwarts“ ist sein erster Roman.
