Dienstag

Heute haben
Gabriele Wohmann  * 1932
Urs Widmer  * 1938
Geburtstag
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Unsere Praktikantin Nora empfiehlt einen Klassiker:

Tolkien: „Der Hobbit“
u.a. bei dtv für € 9,95

„Der Hobbit“ erzählt die Geschichte vor „Der Herr der Ringe“, genauer gesagt die des kleinen Hobbits Bilbo Beutlin. Dieser bekommt eines Tages überraschend Besuch von Gandalf (einem Zauberer) und 13 Zwergen. Diese wollen den Schatz welchen ihnen der Drache Smaug gestohlen hat wieder zurückgewinnen, aber sie brauchen einen Meisterdieb. Bilbo bietet sich dafür an, da ihn die Abenteuerlust gepackt hat. So machen sie sich zu einer abenteuerlichen Reise auf.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es war wunderbar Bilbo auf seiner Reise zu begleiten und die Vorgeschichte zu der Herr der Ringe kennenzulernen.

Hobbiut
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Ich empfehle einen ganz besonderen Film.
Für alle, denen „LeHavre“ gefallenen hat. Ein Kaurismäki-Film, den ich hier auch schon besprochen habe.
Die Fee“ kommt mir wie eine verspielte Variante vor. Auch diesmal ist es eine Liebesgeschichte, es wird wenig gesprochen, die Kulissen könnten von „LeHavre“ entnommen sein. Jedoch hat „Die Fee“ viel skurilen Witz, sehr spezielle Tanzszenen. U.a. unter Wasser und ein andere Mal auf dem Dach. Die Fee beherrscht ihren Körper sehr und es ist unglaublich, wie sie sich als kraftloses Bündel spielt, als sie zuviel Schlaftabletten genommen hat.
Dom arbeitet in der Nachtschicht eines kleinen Hotels in LeHavre. Den Weg dorthin dürfen wir ihn verfolgen, wie er auf seinem Rad sitzt, am Hafen entlang fährt, in Plastik eingetütet ist (LeHavre-Wetter) und ihm zweimal die Kette runtergeht, bis er sein Rad schultert und er natürlich mal wieder einen Anschiss von seiner Chefin kassiert. Später im Hotel kommt er nicht dazu sein Sandwich zu essen und seinen Film zu schauen. Dauernd wird er gestört. U.a. von einem Touristen, der mit seinem Hund ein Zimmer möchte (Verboten!) und von Fiona, die sich als Fee ausgibt. Er hat drei Wünsche frei, sagt sie zu ihm. Ein Roller und Benzin auf Lebenszeit sollen es sein. Den dritten Wunsch erfahren wir nie. Als Fiona ihn später noch vor dem Erstickungstod rettet, verliebt er sich in sie. Am nächsten Morgen steht der Roller vor der Tür und er hat den Schlüssel zu einem riesigen Tank im Hafen.
Sie merken schon: Alles etwas schräg.
Dominique Abel und Fiona Gordon beahlten ihre eigene Vornamen im Film und toben sich so richtig aus.
Sie haben das Buch zum Film geschrieben und auch Regie geführt.
Wilde Verfolgungsszenen, die die Schauspieler immer auf Touren hält. Deshalb: Alkohol und Benzin sind dafür natürlich sehr wichtig.
Dazu kommt noch der englisch/amerikanische Tourist mit seinem kleinen Hund, der in der Kanalisation verschwindet, drei afrikanische Flüchtlinge, die nach England wollen, ein Kellner, der praktisch blind ist und gegen alle Wände knallt. Seine vollen Biergläser weisen eigentlich nur Schaum auf. Zwei unfähige Polizisten, Diebe, Türsteher und verschiedene Utensilien bereichern dieses Panoptikum.
Nicht zu vergessen: Die einzige Blitzschwangerschaft in der Filmgeschichte.
Alles sehr schräg, liebevoll. Slapstick (Rollerfahrten, Verfolgungsjagden), Ballett, Musik machen diesen Film zu einem Ereignis. Sie mögen sich vielleicht fragen: Was soll das alles? Weiss ich auch nicht. Ich habe mich während des Schauen, dies auch gefragt. Jedoch: Dass es solche Filme gibt, ist einfach großartig. Ihn werden Sie nicht so schnell vergessen, da er so aus der Rolle kippt und anachronistisch, anarchisch mit unseren Erwartungshaltungen umgeht und uns Zuschauern eine lange Nase macht.

fee

Die Fee
F/Belgien 2011 – Regie, Buch, Darsteller: Dominique Abel, Fiona Gordon, Bruno Romy.
Kamera: Claire Childéric, JF Leforestier. Pandastorm, 94 Min.
DVD € 15,99

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=VWk3ahdjMKo]

Hier finden Sie noch mehr Filmszenen.
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