Dienstag, 11.April


Heute haben
Luise Gottsched * 1713
Wieland Herzfelde * 1896
Sándor Márai * 1900
Marlen Haushofer * 1920
Franz Herre * 1926
Geburtstag
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Johann Georg Fischer (1816-1897)
In der Kirschenblüt‘

Draußen am Platz
In der Kirschenblüt‘
Bei’m Bronnen hat mich geherzt mein Schatz,
Nicht zu singen und sagen.

Ach wie herrlich im Sonnenschein
Rauschte der Quell! – Daß dich Gott behüt‘,
Trink‘ ihn, selige Kirschenblüt‘,
Sammt der Sonne ins Herz hinein,
Goldene Früchte wirst du tragen
Wo draußen am Platz
In der Kirschenblüt‘
Bei’m Bronnen mich hat geherzt mein Schatz,
Nicht zu singen und sagen.
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Unsere nächsten Veranstaltungen:

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Eine Wiederentdeckung:


Herbert Clyde Lewis: „Gentleman über Bord„
Aus dem Amerikanischen von Klaus Bonn
Mit einem Nachwort von Jochen Schimmang
mare Verlag im Schuber € 28,00

1937 erschien dieser schmale Roman und erst jetzt wurde er zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt.
Was für ein Lesegenuss. Der Roman erinnert an den englischen feinen Humor, den wir aus so vielen Büchern kennen. Und hier taucht plötzlich ein ganz unbekannter Schriftsteller aus den USA auf.
Vielleicht macht es doch Sinn das kluge, erhellende Nachwort von Jochen Schimmung zuerst zu lesen. Es verrät natürlich das Ende, birgt aber schon vor und während der Lektüre viele Informationen zum Autor, zur Zeit und der Situation.
Henry Preston Standish, ein Börsenmakler, Ehemann und Vater, nimmt auf Grund eines burnouts eine Auszeit und schippert mit diversen Schiffen über den Ozean. Zum Schluss landet er auf dem Frachter „Arabella“ und erlebt die schönsten Sonnenauf- und Untergänge zusammen mit ein paar wenigen Gästen.
Dass er nicht auf einer Bananenschale ausrutscht, die kurz vorher erwähnt wird, sondern auf einem Ölfleck, macht die Sache auch nicht besser. Er landet im Meer und die „Arabella“ tuckert weiter.
13 Stunden später wird sein Fehlen entdeckt, das Schiff wendet und begibt sich auf die Suche einem kleinen Fleck im großen weiten Meer.
Herbert Clyde Lewis lässt uns an den Gedanken des Schiffbrüchigen teilhaben, die zuerst noch voller Willenskraft und Humor sind, sich dann aber doch im Laufe der Stunden in eine große Ohnmacht wandeln. Dies alles klingt tragischkomisch, aber nie spöttisch, hat einen feinen Witz und ein Gespür für die einzelnen Menschen an Bord.
Für wahr, eine tolle Lektüre, eine Warnung an alle Seereisende, ein großes Lesevergnügen mit einem doch plötzlichen Ende.

Herbert Clyde Lewis (1909–1950) wurde als zweiter Sohn russisch-jüdischer Einwanderer im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren. Er führte ein rastloses Leben als Sportreporter in Newark, Berichterstatter in Shanghai und Drehbuchautor in Hollywood. Er schrieb für den Mirror und das Time Magazine in New York und verfasste vier Romane. Sein Debüt Gentleman über Bord (1937) ist das erste seiner Bücher, das auf Deutsch vorliegt.