Dienstag

Heute haben
Paul Gerhardt * 1607
G.D’Annunzio * 1863
Jack Kerouac * 1922
und Edward Albee * 1928
Geburtstag
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Heute abend um 19 Uhr ist es endlich soweit.
Fee Katrin Kanzler liest bei uns in der Buchhandlung.
Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen.

Letzte Leseprobe vor der Lesung:

„Die Dämmerung nimmt ein tiefes Violett an. Meine Geschichte, denke ich, spielt in einem Land, wo Dämmerungen genauso lang wie Tag und Nacht dauern. Der Himmel dieser Geschichte ist rosa und ihr Horizont schwarz. Nach Zwielicht riecht sie, nach dem Moos auf Stadtdächern, nach Mandelseife und ein wenig nach Benzin. Nach den Stahlsaiten meiner Gitarren und nach Männerhemd. Was sie zusammenhält, ist letztlich nur ein Fädchen, das durch die Hände einer numinosen Spinnerin läuft. Wahrscheinlich hat sie blaue Finger wie ich, Sudelpfoten, und schmiert meinen Faden schon beim Spinnen voll. Die Götter sitzen in der Tinte.“
(Alle Rechte bei der Frankfurter Verlagsanstalt und der Autorin)
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Gestern abend habe ich eine weiter Filmrunde eingelegt und somit endlich die DVD angeschaut, die seit Wochen hier liegt.

DasKonzert-Poster01

Das Konzert
Ein Film von Radu Mihaileanu, der auch das Drehbuch geschrieben hat.
DVD € 9,99

Als der Film 2010 in Frankreich herausgekommen ist, entwickelte er sich zu einem großen Publikumserfolg, in den mehr als 2 Millionen Zuschauer gingen.
Die Geschichte ist vielleicht ganz kurz erzählt:
Ein in Russland zur Putzhilfe im Bolschoitheater degradierter Stardirigent fängt im Büro seines Chefs ein Fax aus Paris ab, in dem das Bolschoiorchester für ein kurzfristig geplantes Konzert eingalden wird. Er sinnt auf Rache, steckt das Fax ein und mobilisiert seine Ex-Kollegen, sich als Originalorchester auszugeben, nach Paris zu reisen und endlich das Tschaikowski-Konzert zuendezuspielen, das ihm vor 30 Jahren verweigert worden ist.
Alles geht gut aus. Viel Slapstik, viel Durcheinander, viel russische und französische Seele.
Aber: die Musik rettet den Film.
Wenn das Theater in Paris voll ist und endlich das Konzert beginnt, zuerst mit schwerem Geschrammel, als die Sologeige einsetzt und die Musiker sich dazu einfinden, dann bewirkt diese Musik doch ein sehr schönes Gefühl.
Schön auch zusehen, wie sich der Gesichtsausdruck von Mélanie Laurent endlich aus der Starre löst, als sie mit der Sologeige ins Konzert einsteigt.
Radu Mihaileanus Vater hat sich diesen rumänischen Namen gegeben, nachdem er aus einem KZ geflüchtet ist. Radu flüchtete nach Frankreich und hat dort noch zwei Filme mit den Themen: Flucht, Unterdrückung durch Regime gedreht.
Mein Urteil: 3,5 Geigen und 5.
Zwei Stunden Unterhalten mit Witz und Kritik am russischen System (damals und heute), viel Musik und Gefühl.
Irgendwie hat dann doch etwas Schmackes gefehlt.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=W0xip33IsGk]
Trailer zum Film
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Neues aus der Öffentlichen New Yorker U-Bahn Bibliothek

Kerouac

„On the Road“ von Jack Kerouac, der doch heute Geburtstag hat.
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Und noch ein kleiner literarischer Nachschlag.
Patti Smith liest aus Virigina Woolfs „Waves / Wellen“

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