Mittwoch, 27.Februar

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Heute haben
Henry Longfellow * 1807
John Steinbeck * 1902
Lawrence Durrell * 1912
Elisabeth Borchers * 1926
Geburtstag.
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Max Dauthendey

Stille weht in das Haus,
Fühlst du den Atem des Mondes,
Löse dein Haar,
Lege dein Haupt in den Blauschein hinaus.
Hörst du, das Meer unten am Strand
Wirft dir Schätze ans Land;
Sonst wuchsen im Mond Wünsche, ein Heer,
Seit ich dein Auge gesehn, ist die Mondnacht wunschleer.
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Abbas Khider: „Deutsch für alle“
Hanser Verlag € 14,00

„Seit ich die deutsche Sprache kenne, träume ich nicht mehr davon die Welt zu verändern. Ich habe nur noch ein Ziel im Leben: Ich will diese Sprache erneuern.“
Abbas Khider

Gestern las Abbas Khider im Ulmer Roxy und unterhielt mit seiner sehr freundlichen Art das zahlreich erschienene Publikum. Deutsch zu lernen sei fast unmöglich. 30 Jahre bräuchte man dafür. Und was immer noch nicht geht sind ä,ü,ö und noch viel schlimmer äu, usw. Und doch stürzte er sich so gleich in sein Thema, gestikulierte heftig und lachte noch viel mehr dabei. Das Publikum war nicht minder launig aufgelegt und so wurde dies zu einem sehr heiteren Abend, obwohl sich das Thema ja eher wie ein Volkshochschulkurs anhört.
Beim Vorlesen umschiffte er schwierig auszusprechende Wörter, so wie er es auch im Buch schreibt. Niemand merkte, dass er statt Wüste Sahara sagte und satt wütende Bestien wilde Tiere. Schlau gemacht.
Neben dieser Revolutionierung der deutschen Sprache flocht er immer wieder eigene Erfahrungen mit ein. So zum Beispiel, wie er zu drei Abituren kam und wie der Beamtenapparat in Bayern funktioniert,
Auf die Frage, ob er mit seinem vierjährigen Sohn auch in dieser, seiner erfundenen Neudeutsch-Sprache reden würde, meinte er: „Niemals! Wir reden mit ihm in drei Sprachen: Deutsch, griechisch, arabisch.“
Ein herrlicher Abend, ein sehr sympatischer Autor, von dem im Januar 2020 ein neuer Roman erscheinen wird. Und wer sich für das Deutschbuch interessiert: Geduld. Alles ausverkauft. Ab Donnerstag haben wir wieder welche im Buchladen.

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Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als »illegaler« Flüchtling in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman Der falsche Inder, es folgten die Romane Die Orangen des Präsidenten (2011) und Brief in die Auberginenrepublik (2013). Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, zuletzt wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis, dem Hilde-Domin-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis geehrt. Außerdem war er im Jahre 2017 Mainzer Stadtschreiber. Abbas Khider lebt zurzeit in Berlin. Im Hanser Verlag erschienen von ihm Ohrfeige (Roman, 2016) und Deutsch für alle (Das endgültige Lehrbuch, 2019).
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Heute abend ist das Theater Ulm mit seiner Reihe „Wortreich“ bei uns in der Buchhandlung zu Gast. Es geht ab 19 Uhr um Hochstapler in der Literatur.
Ein, zwei Karten haben wir noch zu vergeben.

Mittwoch, 20.Februar

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Heute haben
Johann Heinrich Voß * 1751
Heinz Erhardt * 1909
Julia Franckh * 1970
Geburtstag
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„Was wäre ein Apfel ohne -sine, was wären Häute ohne Schleim,
was wär die Vita ohne -mine, was wär’n Gedichte ohne Reim?“
Heinz Erhardt
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Eva Eland: „Gebrauchsanweisung gegen Traurigkeit“
Aus dem Englischen von Saskia Heintz
Hanser Kinderbuch Verlag € 8,00

Manchmal kommt Traurigkeit ganz unerwartet und lässt einen nicht mehr los. Was man dann machen kann, wie man damit umgehen kann, erzählt uns Eva Eland in diesem kleinformatigen Bilderbuch für Kinder und für Erwachsene. In zarten Illustrationen, mit wenig Text, erfahren wir, dass es wichtig ist, keine Angst vor der Traurigkeit zu haben, sie zu akzeptieren, ihr einen Namen zu geben. Was uns helfen kann, ist ein langer Spaziergang, schöne Musik hören, sich etwas Gutes zum Essen gönnen und seinem Hobby nachzugehen. Vielleicht will sich die Traurigkeit auch nur neben einem Freund schlafen legen. Und wenn dann aus der hellblauen Trauerwolke, eine kuschelige Decke wird und am nächsten Tag die Blumen zur Haustüre reinschauen, dann ist es Zeit sich die Gummistiefel anzuziehen und mit einem Lächeln in den neuen Tag zu stapfen.

Leseprobe

Freitag, 1.Februar

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Heute haben
Hugo von Hofmannsthal * 1874
und
Günter Eich * 1907
Geburtstag
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Hans Leifhelm
Vom hoffenden Leben

Beim Schmelzen des Schnees, bei den lauen Lüften des Februar wollen wir wieder vertrauen auf das grünende Jahr, sieh, den Amseln den kleinen, schwillt das singende Herz, und an den nackten Rainen glänzt die Scholle wie Erz. Schau des Landmanns Beginnen, der Schnee um den Obstbaum häuft, daß nicht zu früh nach innen lösend das Tauwasser träuft, daß nicht aus ruhendem Schweigen aufbricht, was nicht gedeiht, und die Säfte nicht steigen in der gefährdeten Zeit. Also ward auch gegeben allem das Werdegebot, also muß auch das Leben warten auf seinen Tod, Samen, Knospen und Blüten, jedes kommt und vergeht, uns ist geboten zu hüten, was in der Hoffnung steht. Nichts ist auf Erden verloren, was wir dem Leben getan, darum sind wir geboren, daß wir auf unserer Bahn dienen dem hoffenden Leben zu des Gestirnes Ruhm, das uns zu leben gegeben, doch nicht zu Eigentum.
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Frank Bösch: „Zeitenwende 1979“
C.H.Beck Verlag  € 28,00

Inhalt

Einleitung: Die Welt im Umbruch
1. Die Revolution im Iran: Der Westen und der radikale Islam
2. Papst Johannes Paul II. in Polen: Die Kirche als Herausforderung für den Sozialismus
3. Die Revolution in Nicaragua: Solidarität mit der Dritten Welt
4. Chinas Öffnung unter Deng Xiaoping: Wege in die Globalisierung
5. Die Boat People aus Vietnam: Rettung von Flüchtlingen
6. Der sowjetische Einmarsch in Afghanistan: Umbruch im Kalten Krieg
7. Thatchers Wahl und die Gründung der Grünen: Neoliberalismus und Ökologie
8. Die zweite Ölkrise: Globale Abhängigkeiten und Wege zum Energiesparen
9. Der AKW-Unfall bei Harrisburg: Angst vor der Atomkraft
10. Die Fernsehserie Holocaust: „Geschichtssturm“ und neue Erinnerungskultur
Epilog: Globale Wendepunkte und der Beginn unserer Gegenwart

Historischer Radio-Reporter: „Die Straßen sind gesäumt von Millionen von Menschen, die jetzt darauf warten, einen Blick auf ihr Idol zu werfen. Die Route, die der Ayatollah nehmen wird, ist 31 Kilometer lang und diese 31 Kilometer sind eng gesäumt von Menschen, die jetzt begeistert auf den Empfang warten.“

Frank Bösch: „Man war direkt am Fernseher dabei und konnte Geschichte erleben. Wir haben seit den 70er-Jahren Satellitenfernsehen, und dieses Satellitenfernsehen ermöglicht erst, dass Reporter in dem Moment, in dem etwa die Massen in Teheran Khomeini empfangen, direkt vor Ort live senden konnten.“

Weltpolitik im Wohnzimmer: 1979 war ein Jahr, in dem sich die Welt schneller zu drehen schien. Viele Ereignisse wirken bis heute nach. Und sie waren, so Bösch, auch für Deutschland relevant:

„Jemand der im Iran lebt, der in China lebt, der in Nicaragua lebt, selbst jemand der in Großbritannien lebt, der denkt die Welt vielleicht nicht von 1933 her, der denkt die Welt vielleicht noch nicht mal von 1989 her, sondern für diese Region ist 1979 ein Schlüsseldatum. Der Grundgedanke bei diesem Buch ist, zu fragen, inwieweit dieser grundlegende Wandel in nichteuropäischen Regionen mit uns auch zu tun hat.“

In den letzten Jahren sind immer wieder Bücher mit Jahreszahlen im Titeln erschienen, die uns wichtige Ereignisse im Rückblick nahebringen.
1913, 1914, 1918, …
Aber warum gerade 1979? Ja, es sind inzwischen 40 Jahre vergangen und schon in der Inhaltsgabe merken wir, wie aktuell die Themen immer noch sind.
„Holocaust“ läuft wieder in den Kinos, die Boat People kommen nicht mehr aus Vietnam, sondern über das Mittelmeer. Charismatrische Politiker, heute eher egozentrische Führer, tauchen auf und beherrschen die Alltagspolitik. Der Iran bleibt im Blickpunkt der Weltpolitik. In Nicaragua gab es eine Revolution und auch heute wissen wir nicht, wie es mit den Ländern Mittelamerikas weitergeht.
Allein: Wir trinken keine Sandino-Dröhnung. Schon der Genuss des Getränkes war Solidarität genug.
Frank Bösch zeigt fundiert auf, wie sich in diesem Jahr 1979 vieles veränderte, mit dem wir heute noch zu tun haben
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Kommenden Dienstag, den 5.Februar, stellen wirwieder vier neue Bücher vor.
Clemens Grote liest vor.
Wir beginnen pünktlich um 19 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
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Am Freitag, den 8.Februar tauchen wir an 19 Uhr in das New York von damals und heute ein.

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New York – Past and Present“
Ein Abend mit Geschichten, Bildern und Musik
Mit Ulrich Balß

Das vorliegende Buch ist ein außergewöhnliches Gesamtkunstwerk, ein Fotoband, begonnen in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, Dokumente und Briefe eines deutschen Buchbinders, dazu aktuelle Fotos, die den Wandel der Stadt dokumentieren. Die Songs der beiliegenden CD mit hochkarätigen, bekannten Musikern umspannt eine Periode von 1928 bis heute. Die Musik ist neu interpretiert, aktuell und spiegelt Vieles von dem Schmelztiegel New York wider.

Es gibt Fotos, mein Großvater als Zweijähriger und ich der Autor, selber zwei Jahre alt zusammen mit meinem Großvater. Unsere Kleinkind-Aussehen ist so verblüffend ähnlich, dass es wohl anzunehmen ist, dass es viele Parallelen in unserem Leben gibt; zweifellos hat er seine Gene vererbt.
Der rote Faden beginnt 1928 mit Theodor Trampler, meinem Großvater aus Leipzig und endet 2018, 90 Jahre später mit der Fertigstellung dieses Buches durch mich, seinen Enkel. Es ist ein Dokument über die Suche nach Arbeit, seiner Zeit in New York und seine Eindrücke vom Leben vor Ort. Eine Zeit, die schnelllebig zu werden begann. Mein Großvater erlebte die erste Zeppelin-Atlantiküberquerung, sah die Konfettiparade, als die Piloten der „Bremen“ empfangen wurden – die erste Flugzeugüberquerung ( mit einer Junkers) von Europa nach Amerika. Seine Kommunikation war der handgeschriebene Brief, in Sütterlin geschrieben. Für mich war dies allerdings eine Herausforderung, da diese altdeutsche Schrift nicht mehr gelehrt und geschrieben wird. Über einige Wochen habe ich die Buchstaben und Textzusammenhänge erlernt. Diese Briefe wurden mit dem Schiff über den Atlantik transportiert und Neuigkeiten waren damit schon Wochen alt, als sie in Leipzig bei seiner Frau Martha und seinen Kindern Gretel und Lisa ankamen. Über 100 Briefe schrieb Theodor in den 15 Monaten in New York nach Hause und genau so viele an seine Eltern und Freunde. Diese Briefe spiegeln den Eindruck eines Arbeitsemigranten und Sozialdemokraten wider, der wegen Heimweh und Heimatliebe dann doch nach Deutschland zurückkehrte und auch dort blieb, nichts ahnend, was ab 1933 folgen sollte

RBB Kulturradio:
https://mediathek.rbb-online.de/radio/Lesestoff/Theodor-Trampler-Ulrich-Balß-New-Yor/kulturradio/Audio-Podcast?bcastId=48866420&documentId=59405766

NDR DAS. FERNSEHEN:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/das/Die-Geschichte-von-New-York-Auswanderer-Theodor-Trampler,dasx16540.html

NDR Kultur:
https://www.ndr.de/ndrkultur/sendungen/klassik_a_la_carte/Ulrich-Balss-auf-Spurensuche-in-New-York,sendung862064.html