Dienstag, 4.August

IMG_0668

Heute haben
Christian Fürchtegott Gellert * 1715
Nathaniel Hawthorne * 1804
Christine Lavant * 1915
Neil Simon * 1927
Dean Meyer * 1958
Geburtstag
_______________________

Christian Fürchtegott Gellert
Der Kuckuck

Der Kuckuck sprach mit einem Star,
der aus der Stadt entflohen war.
„Was spricht man“, fing er an zu schrein,
Was spricht man in der Stadt von unsern Melodein?
Was spricht man von der Nachtigall?“
„Die ganze Stadt lobt ihre Lieder.“ –
„Und von der Lerche?“ rief er wieder.
„Die halbe Stadt lobt ihrer Stimme Schall.“
„Und von der Amsel?“ fuhr er fort.
„Auch diese lobt man hier und dort.“ –
„Ich muß dich doch noch etwas fragen:
Was“, rief er, „spricht man denn von mir,“
„Das“, sprach der Star, „das weiß ich nicht zu sagen;
denn keine Seele red′t von dir.“ –
„So will ich“, fuhr er fort, „mich an dem Undank rächen
und ewig von mir selber sprechen.“
___________________________________

u1_sommerhaus-am-see_rgb-272x250 9783423349352

Alexander Haus 2019

copyright: André Wagner http://www.andrewagner.com

Thomas Harding: „Sommerhaus am See“
Ein Haus, vier Familien und 100 Jahre deutsche Geschichte
Mit Illustrationen von Britta Teckentrup
Ab 8 Jahren und für die ganze Familie
Jacoby&Stuart  € 15,00
und als gleichnamiger Roman von Thomas Harding
dtv € 14,90

Was für eine Entdeckung für mich. Ich halte das neuerschienene Bilderbuch von Britta Teckentrup in der Hand und bin begeistert und tief be/gerührt.
Der eigene, ruhige, der jeweiligen Situation angepasste Ton der Illustrationen sprachen mich sofort an.

Thomas Harding erzählt die Geschichte des Hauses:

Am Rand von Berlin, am Groß Glienicker See, steht ein Haus. Im Laufe vieler Jahre leben dort nacheinander die jüdische Familie Alexander, ein NSDAP-Mitglied mit Familie, ein Paar, das vor den Bombenangriffen aus der Stadt geflohen ist, sowie ein Stasi-Informant. Das Haus erlebt glückliche Zeiten, aber auch, wie über seinem Dach Flugzeuge am brennenden Himmel fliegen, wie Panzer vorbeirollen, wie auf seinem Grundstück eine Mauer gebaut und wieder abgerissen wird. Und immer wieder ist das Haus allein. Bis eines Tages der Autor dieses Buchs den Sandweg herunterspaziert und sieht, dass das Haus Hilfe braucht. Zusammen mit Menschen aus dem Ort macht er sich an die Arbeit.
Heute trägt das kleine Sommerhaus am See den Namen Alexander Haus und ist 2019 als ein Zentrum für Bildung und Versöhnung wiedereröffnet worden. Außerdem hat es Aufnahme in die Denkmalliste des Landes Brandenburg erhalten.

Danach war es um mich geschehen. Ich entdecke einen Filmtrailer zum Roman, blättere durch die Seite von https://alexanderhaus.org/, schaue mir ein Interview mit Thomas Harding an.

Die Geschichte mit Thomas Harding geht jedoch weiter und das ist das Faszinierende an Literatur. Auf unserem Büchertisch liegt seit Monaten ein Buch, um das ich immer herumstreiche:Future History 2050. Ein Buch aus der Zukunft mit gefundenen Briefen aus der Gegenwart. Sehr beeindruckend. Der „Grafiker“ (Der Autor selbst?) des Buches hat mitAus dem Papierkorb der Weltgeschichte“ fingierte nicht veröffentlichte Briefe in einem Buch zusammengefasst. Der Buchtitel taucht ganz beiläufig auch im „Future History 2050„-Buch auf.
Im Strudel der Bücher geht es immer weiter und wir finden kein Ende.
Gut so.

Donnerstag, 30.Juli

IMG_0584

Heute haben
Simon Dach * 1605
August Stramm * 1874
Chester Himes * 1909
Harry Mulisch * 1927
Sten Nadolny * 1942
Geburtstag
_________________________________________

Ikaku (1661 – 1707)

Huschende Fledermäuse.
Zum Trocknen aufgehängte Kleider
Schatten dunkler Wolken
_________________________________________

Vanessa Güntzel empfiehlt:

Ich und die Walter Boys von Ali Novak

Ali Novak: „Ich und die Walter Boys“
cbt € 9,99
Taschenbuch ab 13 Jahren

Schon lange, hat mich ein Buch nicht mehr so zum Lachen gebracht.
Ich war auf der Suche, nach einer leichten Sommerlektüre, welche mich direkt in Sommerlaune versetzt. Daraufhin hat mir meine liebe Freundin und Buchbloggerin dieses Buch empfohlen. Und jetzt komme ich nicht drumrum, diese weiterzugeben! Ich muss sagen, dass mich Cover und Titel nicht gerade angesprochen haben, weshalb ich es bisher nicht gelesen habe. Aber das Buch hat es in sich.
Manche Bücher machen einfach glücklich und dieses hier ist definitiv eines davon. Nicht selten, musste ich es auf die Seite legen, weil ich Tränen gelacht habe. Unglaublich süß, witzig und genau das Richtige fürs Abschalten. Auch die vielen Charaktere kommen nicht zu kurz und werden sehr bildhaft dargestellt.
Jackie hasst unvorhersehbare Ereignisse. Als perfekte Tochter hat sie ihr Leben in der New Yorks High Society fest im Griff und sonnt sich in der Aussicht auf eine erfolgreiche Zukunft. Doch dann schlägt das Schicksal zu. Mit einer Lawine unvorhersehbarer Ereignisse: 1. Jackie steht plötzlich alleine da. 2. Sie muss zu ihrer Vormundfamilie, den Walters, nach Colorado ziehen. 3. Die Walters haben nicht nur Pferde, sondern auch zwölf Söhne! Mitten in der Pampa, allein unter Jungs von 6 bis 21, für die Privatsphäre ein Fremdwort ist, lautet Jackies erster Gedanke: Nichts wie weg. Doch nach und nach, zeigt ihr ihre neue Familie, was es heißt zu leben.

Sommerspaß für GROß und klein!

Eure Vanessa

Donnerstag, 23.Juli

IMG_0451

Heute haben
Raymond Chandler * 1888
Elio Vittorini * 1908
Hubert Selby * 1928
Alex Capus * 1961
Kai Meyer * 1969
Thea Dorn * 1970
Geburtstag.
__________________________

ha3112_b

Rocio Bonilla: Mein außerirdischer Freund
Jumboverlag € 15,00
Bilderbuch ab vier Jahren

ha3051_g

Jumboverlag € 10,00

Die Spanierin Rocio Bonilla hat nach ihrem Buch über die Farben der Liebe jetzt eines in Deutschland veröffentlicht, das ein altes und sehr aktuelles Thema bearbeitet.
Es sind die dauernden „Warum“-Fragen von Kindern, die auch nerven können. Gleichzeitig ist es eine Geschichte über: Warum wir wegschauen, warum wir nicht helfen, warum wir über ein anders Kind lachen. Na, weil es die anderen auch so machen.
Hier ist es ein ganz normaler Junge, der seinen Freunden gefallen möchte. Wenn nur sein außerirdischer Austauschschüler nicht so anstrengend wäre. Andauernd stellt er alles in Frage. Aber dann fängt der Junge an, seine Handlungen selbst zu hinterfragen. Warum hilfst du ihm nicht? – Ja, warum eigentlich nicht? Eine sehr liebenswerte Geschichte über Freundschaft, die Kinder anregt, für sich selbst zu denken.
Alleine schon die lustigen, sehr freundlichen Illustrationen sind es wert, ins Buch zu schauen. Oder noch viel einfacher: Schauen Sie sich das kleine Video an und lernen dabei noch etwas Spanisch.