Mittwoch, 6.Juli

Heute haben
Emil Barth * 1900
Unica Zürn * 1916
Bernhard Schlink * 1944
Bodo Kirchhoff * 1948
Hilary Mantel * 1952
Geburtstag
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Freiheit von der Hoffnung ist die vollkommene Freiheit
Unica Zürn
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Unser Kinderbuchtipp:


Monica Brown (Text) / John Parra (Illustrationen):
Frida Kahlo und ihre Tiere

NordSüd Verlag € 15,00
Bilderbuch ab 4 Jahren

Auf Frida Kahlos Selbstbildnissen sind oft Tiere zu sehen. Dass das alles ihre Haustiere waren, habe ich erst durch dieses Bilderbuch erfahren. Sie waren wie ihre Kinder. Sie waren ihre Freunde, ihre Inspiration und treuen Begleiter im, von Krankheiten geplagten, Leben der Künstlerin.
Monica Brown erzählt feinfühlig und spannend über dieses gemeinsame Leben, stellt auf jeder Doppelseite eines dieser Tiere vor, und zusammen mit den klaren, farbenfrohen und doch verspielten Illustrationen von John Parra, der mit dem SCBWI Golden Kite Award ausgezeichnet wurde, entstand so ein weiteres kleines Meisterwerk, nicht von, sondern über Frida Kahlo.
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Hardy on Tour
Tag 40

130 km von Cayton über Hornsea und Kingston Upon Hull nach Market Rasen

Einfach nur ein Tag auf der Straße mit ein paar kleinen Aufregungen.
Die Beine schwer und die Muskeln noch übersäuert von den unerhört steilen Rampen gestern und auch am Fahrrad hat die Wuchterei bergauf Spuren hinterlassen. Das Tretlager hat etwas Spiel und wackelt leicht und ich war froh daß in Hornsea beim Bikeshop mit dem richtigen Werkzeug das unproblematisch behoben werden konnte.
Einen weiterern Schreckmoment hab ich, mit einem zugleich abrupten wie eklatant falschen Schaltvorgang selbst verursacht, als ich vom großen auf den kleinen Zahnkranz schaltete und dabei die Kette verkeilte, weil zu schräg laufend und so der vordere Umwerfer verbogen wurde und er am Hinterreifen streifte. Ein echt dummer Fehler, den ich glücklicherweise selbst dann wieder ausbügeln, also reparieren konnte.
Die nächste Dusseligkeit war, daß ich die Route falsch abgespeichert hatte. Eigentlich hätte ich Hull auch größtenteils umfahren können und dann wäre mir meine Irrfahrt (und die 20 km Holperstrecke davor) durch die komplette Stadt erspart geblieben. So aber musste ich nun irgendwie selbst den Weg zur riesigen Brücke über den Fluß Amber finden und landete schlussendes da, wo Fahrräder eigentlich gar nix verloren haben und buhlte mit den verdadderten LKW’s um die linke Fahrbahn und bekam einen mächtigen Adrenalinschu, bis mich -GottseiDank- die nächste Ausfahrt und Mc Donalds gerettet haben, weil ich dort dann den fahrradgeeigneten Weg ins Navi eingeben konnte und schliesslich auch ganz easy fand und erstaunt feststellen durfte, daß es im Grunde doch ganz leicht war. Nun ja, das Thema mit meiner Orientierungsgabe hatten wir ja schon öfter. Zielführend mit allerlei Umwegen.
Die letzten knapp 40 km bis Market Rasen verliefen dann ohne große Vorkommnisse, worüber ich nicht böse war.
Jetzt noch 2 Tagesetappen und ein bisschen bis zum Stadion in Brentford. Ich hoffe mein Rad hält durch. Diese 20 unnötigen Kilometer auf dem sehr sehr holprigen Fahrradweg haben ihm jedenfalls sichtlich und spürbar nicht gut getan. Ist aber schon auch immens, was so ein Fahrrad an Stößen und Holperern und Schlaglöchern und Bordsteinen und Geschwindigkeitsbrechern und und und wegstecken muß. Das mach ihm erst mal jemand nach.

Sonntag, 3.Juli


Das wird heute ein gemütlicher Lesesonntag.
Im Gegensatz zu Hartmut, den wir durch England Richtung Süden radeln lassen.
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Hardy on Tour


Tag 37
126 km von Belford über Amble und Blyth nach South Shields

Heute habe ich mich mit dem englischen Nordseeküstenradweg versöhnt und wir vertragen uns wieder und ich werde nicht jammern und meckern über ihn.
Richtig klasse war das, was ich heut geboten bekam. Ein Tag am Meer sozusagen, weil die Route auf gut radelbaren Wegen, ganz nah an der Küste entlangführte. Dazu die Schloßruine in Warkworth und gleich am Morgen die riesige Burgfestung in Bamburgh.
Gebadet hab ich in der Druridge Bay an dem herrlich weiten Sandstrand und das war sehr erfrischend.
Am Abend wollte ich unbedingt noch die Fähre von Nord- rüber nach Southshields kriegen, weil am Sonntag die Erste erst gegen 11:00 Uhr fährt und ich nicht recht wusste, ob ich mit dem Fahrrad alternativ durch den Tunnel, der unter dem Fluß Tyne hindurchführt, fahren darf. Da musste ich dann noch bisschen stramm in die Pedale steigen und so hat es dann auch gereicht. Bezahlen musste ich die Überfahrt übrigens nicht;. Das haben zwei Brüder übernommen, die ich an der Fähre getroffen hab und mit denen ich etwas ins Plaudern kam. Danke !!!
Jetzt weiß ich auch, dass es extra einen Tunnel für Radfahrer und Fußgänger gibt. 12 m unterm Fluß und 270 m lang, eröffnet bereits 1951 und man kommt mit einem Aufzug dorthin. Sachen gibt’s.

Donnerstag, 30.Juni

Heute haben
Friedrich Theodor Vischer * 1807
Czeslaw Milosz  * 1911 (Nobelpreis 1980)
Philippe Jacottet * 1925
Assia Djebar * 1936
Otto Sander * 1941
Juli Zeh * 1974
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„Die Politik ist doch ein merkwürdiges Gebiet, Theater, worin wie ein Narr sitzt, wer nicht hinter die Kulissen sieht. Und was dort hinten spielt, ist die List … Man muß nur zum Beispiel bedenken, was da alles gelogen wird!“
Friedrich Theodor Vischer
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Unser Bilderbuchtipp für heiße Sommertage:


Mako Taruishi: „Mir ist so heiß!
Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
Moritz Verlag € 9,95
Kleines Pappbilderbuch für die Kleinen

Es ist heiß und ein schwitzender Pinguin watschelt durch die Wüste. Rechts am Bildrand sieht man einen kleinen braunen Fleck. Beim Umblättern erkennen wir einen Schatten, in den sich der Pinguin zufrieden setzt. Aber denkste, das ist der Schatten der Robbe. Beide machen sich auf, um der brüllenden Hitze zu entkommen. Gemeinsam entdecken sie einen größeren Schatten, aber … Ja, das ist der Schatten des Nilpferdes. Als die drei sich dann in den Schatten des Elefanten setzen, ziehen sie müde gemeinsam weiter, bis sie …. in’s kühle Nass hüpfen.
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Hardy on Tour


Tag 34
131 km von Tayport über St.Andrews und Dunfermline nach Kirkliston

Den Regen des Morgens hab ich im schützenden Zelt vollends abgewartet und bin, von einem heftigen Regenschauer mittags mal abgesehen, dann tatsächlich trocken durch diesen somit angenehmen Radtag gekommen.
Gleich hinter Tayport ist ein großes Waldgebiet und da ging es gute 10 km auf festem Untergrund und umgeben von Farnen und großen Kiefer- und Buchenbäumen einsam lang. Ein Sturm hat hier vor nicht allzu langer Zeit sein Unwesen getrieben und viele Bäume entwurzelt zurückgelassen.
Mein erstes Etappenziel war die sehenswerte Stadt St. Andrews, zum einen das Mekka des Golfsports (hier wird seit dem 15.Jahrhundert Golf gespielt) und zum anderen hat in dieser Stadt Prinz William Geografie studiert und seine Frau Kate kennen- und liebengelernt. Der Rundgang durch die Stadt und zur Schlossruine an der Küste haben sich jedenfalls gelohnt.
Weiter ging es auf ruhigen, teils fast schon einsamen Wegen weiter zum eindrucksvollen, denkmalgeschützten Ort „Falkland“. Dort im weiten Schloßgarten kann auch der älteste Tennisplatz von Great Britain bestaunt werden. Übrigens sind die britischen Falklandinseln zu Ehren eines schottischen Adeligen aus dem Ort benannnt.
Am späten Nachmittag kam ich ganz zufrieden mit mir und der Welt bei Kinross am Loch Leven vorbei. In der Mitte des Sees ist eine Insel und dort wurde Maria Stuart festgehalten.
War es beim Hochradeln nach John o Groats die Morgensonne, die mich begrüßte, so war es nun die Abendsonne, die die so unglaublich eindrucksvolle Brücke bei Queensferry in ein besonderes Licht tauchte und einen Platz zum Campen musste ich ja auch nicht suchen. Schließlich habe ich hier in Kirkliston schon einmal mein Zelt auf die nun vertraute Wiese bei der Stadthalle gesetzt.